Samstag, 18. Januar 2020

Nach Iran-Vergeltungsschlag auf US-Truppen im Irak Netanyahu droht Iran mit "Vernichtung"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu
AP Photo/Oded Balilty, File
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu

Als Vergeltung für die gezielte Tötung des Generals Kassem Soleimani hat der Iran US-Truppen im Irak angegriffen. Dies schürt die Furcht vor einer weiteren Eskalation. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.

13.30 Uhr - Die Kriegsrhetorik wird lauter: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu warnt mitten in der Krise zwischen Iran und den USA vor einer Attacke auf Israel. "Wer versucht, uns anzugreifen, wird den vernichtenden Schlag verkraften (müssen)", sagte Netanyahu bei einer Rede in Jerusalem. Im selben Atemzug beschuldigte er den Iran, eine Kampagne zur "Erwürgung und Zerstörung" Israels zu führen. Der Regierungschef lobte erneut das Vorgehen der USA und erklärte, Israel stehe an der Seite der Vereinigten Staaten.

13.12 Uhr - Das Auswärtige Amt verschärft seine Reisewarnung für die Krisenregion. "Von Reisen in die Region Kurdistan-Irak wird aufgrund der unklaren Sicherheitslage vorläufig dringend abgeraten", heißt es nun. Für den Rest des Irak gilt seit längerem eine Reisewarnung.

12.52 Uhr - Die kanadische Regierung rät von Reisen in den Iran ab. Auch sollten sich Kanadier nicht weniger als zehn Kilometer der irakischen Grenze nähern. Die Sicherheitslage sei unklar, die Menschen sollten eine mögliche Bedrohung durch Terrorismus in der Region vermeiden, heißt es in dem Aufruf.

Lockheed Martin F-35: Aktien von US-Rüstungsfirmen ziehen am Mittwoch an.
Axel Schmidt/ REUTERS
Lockheed Martin F-35: Aktien von US-Rüstungsfirmen ziehen am Mittwoch an.

12.51 Uhr - Angesichts der anhaltenden Spannungen in der Golf-Region steigen Anleger bei US-Rüstungsfirmen ein. Die Aktien von Lockheed Martin Börsen-Chart zeigen, Northrop Grumman Börsen-Chart zeigen und Raytheon steigen vorbörslich um jeweils rund ein Prozent. Lockheed-Titel kosten mit 418,59 Dollar zudem so viel wie noch nie.

12.35 Uhr - Der Schreck über den iranischen Angriff auf US-Stellungen im Irak verpufft: Dax Börsen-Chart zeigen und EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen machen ihre anfänglichen Verluste wett und notieren jeweils 0,1 Prozent im Plus bei 13.240 und 3764 Punkten.

Öltanker in der Straße von Hormus
DPA/Morteza Akhoundi
Öltanker in der Straße von Hormus

12.20 Uhr - Saudi-Arabien stoppt vorerst den Öltransport durch die Straße von Hormus. Die saudiarabischen Öltanker fahren laut "Wall Street Journal" nicht mehr die Meerenge. Der staatliche Betreiber habe die Passagen ausgesetzt. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Durch sie geht rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte. Die iranischen Revolutionsgarden hatten Angriffe auch in der Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, nicht ausgeschlossen.

11.30 Uhr - Nach dem Absturz eines Flugzeugs vom Typ 737 im Iran ziehen sich Anleger bei Boeing Börsen-Chart zeigen zurück. Die Aktien des Herstellers der Unglücksmaschine verloren im vorbörslichen US-Geschäft 2,6 Prozent.

11.16 Uhr - Der irakische Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi warnt vor einer gefährlichen Krise, die zu einem "zerstörerischen umfassenden Krieg" im Irak, in der Region und in der Welt führen könne. Über Opfer unter den irakischen Soldaten oder denen der US-geführten Koalition in den angegriffenen Stützpunkten habe Mahdi keine Berichte erhalten, erklärt ein Sprecher des Regierungschefs.

 Adel Abdul Mahdi: Iraks Ministerpräsident warnt vor einem "zerstörerischen umfassenden Krieg" im Irak
Khalid al-Mousily/REUTERS
Adel Abdul Mahdi: Iraks Ministerpräsident warnt vor einem "zerstörerischen umfassenden Krieg" im Irak

10.45 Uhr - Siemens sorgt sich um sein Irak-Geschäft. Konzern-Chef Joe Kaeser erklärte gegenüber der "Welt" am Rande einer Konferenz: "Wir sprechen natürlich in erster Linie mit unseren Kunden darüber, welche Projekte möglich sind und welche nicht." Im Irak habe sich Siemens gegen Wettbewerber durchgesetzt. "Der Irak ist jetzt genau in der Mitte dieser Auseinandersetzung." Jetzt müsse man sehen wie man mit diesen großen Projekten umgehe. Hier wie auch auf politischer Ebene sei nun Besonnenheit gefragt. Wichtig sei die Sicherheit der Beschäftigten vor Ort zu gewährleisten.

10.05 Uhr - Der Iran hat nach Angaben von Verteidigungsminister Amir Hatami bei seinem Angriff Kurzstreckenraketen eingesetzt. Die Antwort auf eine Vergeltung der USA werde dem entsprechen, was die USA unternähmen. Trump habe seine Administration zu einer "Terror-Regierung" gemacht.

10.00 Uhr - Die Lufthansa streicht wegen der Lage die tägliche Verbindung zwischen Frankfurt und Teheran am Mittwoch. Auch der nächste, für Samstag vorgesehene Flug nach Erbil im Irak fällt aus. Im Lauf des Tages werde entschieden, wie weiter verfahren wird, erklärt ein Sprecher.

09.59 Uhr - Israel steht nach den Worten des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu fest an der Seite der USA. US-Präsident Donald Trump müsse wegen seines Vorgehens gegen Soleimani beglückwünscht werden. Wer immer versuche, Israel anzugreifen, werde hart getroffen werden.

Nicht nur die Lufthansa streicht Flüge
Oliver Roesler/Lufthansa
Nicht nur die Lufthansa streicht Flüge

09.52 Uhr - Die Bundeswehr prüft, ob Schäden am Stützpunkt in Erbil entstanden sind. Die deutschen Soldaten seien vor dem Raketenbeschuss gewarnt worden und hätten daraufhin Schutzräume aufgesucht, heißt es in einer Unterrichtung der Obleute des Verteidigungs- und des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag.

09.50 Uhr - Außenminister Heiko Maas verurteilt den iranischen Raketenangriff. "Wir fordern Iran auf, alle Schritte zu unterlassen, die zu einer weiteren Eskalation führen könnten", erklärt Maas. "Wir stehen seit Tagen in Kontakt mit allen Seiten, um auf eine Beruhigung der Lage hinzuwirken. Alle sind aufgefordert, in dieser Lage Besonnenheit und Zurückhaltung zu üben."

09.44 Uhr - Spanien zieht einen Teil seiner im Irak stationierten Soldaten nach Kuwait ab. Das teilt die stellvertretende Ministerpräsidentin Carmen Calvo mit. Eine "verringerte Truppe" bleibe aber im Irak.

09.43 Uhr - Air France überfliegt nicht mehr den Luftraum von Iran und Irak. Das teilt ein Sprecher der Fluggesellschaft mit.

Die deutschen Soldaten im irakischen Erbil seien wohlauf, heißt es.
Michael Kappeler/dpa
Die deutschen Soldaten im irakischen Erbil seien wohlauf, heißt es.

09.28 Uhr - Frankreich plant nach Informationen aus Regierungskreisen keinen Abzug seiner Truppen aus dem Irak. Derzeit sind rund 160 französische Soldaten in dem Land stationiert.

09.12 Uhr - Irans Außenminister Dschawad Sarif bezeichnet den Angriff auf US-Ziele im Irak als "legitime Selbstverteidigung". Die USA sollten sich bei ihrer Bewertung des iranischen Raketenangriffs keinen "Illusionen" hingeben, sagt Sarif dem Staatsfernsehen zufolge.

08.56 Uhr - Die USA mögen mit der Tötung Soleimanis dem Iran "einen Arm" abgeschnitten haben, sagt der iranische Präsident Hassan Ruhani. Aber als Antwort würden die USA ihr Standbein in der Region verlieren.

08.45 Uhr - Die Vereinigten Arabischen Emirate rufen zur Deeskalation in der Region auf. Dies sei klug und notwendig, schreibt Außenminister Anwar Gargasch auf Twitter. "Ein politischer Weg zur Stabilität muss nun folgen."

08.27 Uhr - Die vergangene Nacht sei ein "Schlag ins Gesicht" der USA gewesen, sagt das geistliche und staatliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei. Die US-Truppen müssten die Region verlassen. Ihre Präsenz sei die Quelle von Korruption. "Die USA sind der Feind des Irans."

07.26 Uhr - Die Emirates Airline streicht einen Rückflug am Mittwoch in die irakische Hauptstadt Bagdad. Die Entwicklung werde sorgsam beobachtet, teilt Emirates mit. Die Schwestergesellschaft flydubai hat ebenfalls einen Flug nach Bagdad gestrichen.

07.25 Uhr - Die Produktion in den irakischen Erdölanlagen geht nach Opec-Angaben ungestört weiter. Die Anlagen seien sicher, sagt Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo. Das sei eine "große Erleichterung". Dem Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail al-Masruei, zufolge besteht auch keine unmittelbare Gefahr für die Öltransporte durch die Straße von Hormus.

07.07 Uhr - Das irakische Militär teilt mit, es gebe keine Opfer unter den heimischen Truppen. In der Nacht seien 22 Raketen auf irakisches Gebiet abgeschossen worden, 17 auf den Luftwaffenstützpunkt Al-Assad und fünf auf den Stützpunkt in Erbil in der Kurdenregion im Nordirak.

06.58 Uhr - US-Präsident Donald Trump will dem iranischen Staatsfernsehen zufolge mit seinem Tweet den Schaden nach dem Angriff herunterspielen. Trump hatte getwittert: "Alles ist gut."

06.38 Uhr - Die iranische Armee fordert erneut den Abzug der US-Truppen aus dem Nahen Osten. "Jetzt, da sie unsere Macht erkannt haben, ist es Zeit für die Vereinigten Staaten, ihre Soldaten aus dem Nahen Osten abzuziehen", sagt Generalstabschef Mohammad Bakeri im iranischen Staatsfernsehen.

06.21 Uhr - Bei dem Angriff auf US-Ziele im Irak sind nach einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens 80 Menschen ums Leben gekommen. Das Fernsehen spricht von getöteten "amerikanischen Terroristen". Außerdem seien Hubschrauber und militärische Ausrüstung des US-Militärs schwer beschädigt worden. Insgesamt seien 15 iranische Raketen auf US-Ziele abgeschossen worden. Keine davon sei abgefangen worden.

04.29 Uhr - Ein iranischer Regierungsvertreter warnt die USA vor Vergeltungsaktionen für die Raketenangriffe auf zwei Militärbasen im Irak. Jede feindliche US-Militäraktion werde zu einem großen Krieg in der gesamten Region führen, twittert der Berater von Präsident Hassan Ruhani, Hessameddin Aschena.

03.45 Uhr - Die iranische Regierung hat die Raketenangriffe auf US-Truppen im Irak als Akt der Selbstverteidigung bezeichnet. Der Iran habe angemessene Maßnahmen zur Selbstverteidigung ergriffen und abgeschlossen, twittert Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Sein Land sei nicht auf Eskalation oder Krieg aus, werde sich aber gegen jede Aggression verteidigen.

03.08 Uhr - Der Iran droht den USA mit weiteren Angriffen. Die Raketenangriffe auf Ziele im Irak seien nur der erste Schritt gewesen, sagt ein Kommandeur der Revolutionsgarden im iranischen Fernsehen. Der Iran werde die Amerikaner nicht verschonen.

02.50 Uhr - Die US-Luftfahrtbehörde FAA sperrt für US-Fluggesellschaften den Luftraum über dem Irak, dem Iran, dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.

02.40 Uhr - Aus Furcht vor einer weiteren Eskalation in der Nahostkrise nach dem iranischen Raketenangriff auf US-Truppen im Irak sind die Börsen in Asien abgerutscht. In Tokio verliert der japanische Index Nikkei Börsen-Chart zeigen im frühen Handel 2,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans gibt 0,5 Prozent nach. Im Gegenzug legen die Ölpreise und die "Krisenwährung" Gold zu. US-Leichtöl WTI verteuert sich um 4,42 Prozent auf 65,47 Dollar pro Barrel. Der Goldpreis klettert um 1,9 Prozent auf 1603,93 je Feinunze. Am Devisenmarkt verliert der Dollar zur japanischen Währung, die als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, 0,7 Prozent auf 107,67 Yen.

02.20 Uhr - Iranische Raketen sind in einem US-Luftwaffenstützpunkt nahe dem Flughafen von Erbil in der nordirakischen Kurdenregion eingeschlagen, meldet die iranische Nachrichtenagentur Fars.

02.03 Uhr - Der Iran hat der heimischen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge eine zweite Angriffswelle auf US-Stützpunkte im Irak gestartet.

01.56 Uhr - US-Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Mark Esper sind im Weißen Haus eingetroffen, um mit Präsident Donald Trump über die Lage nach dem iranischen Raketenangriff auf US-geführte Truppen im Irak zu beraten.

01.49 Uhr - Die deutschen Soldaten im nordirakischen Erbil sind nach Angaben der Bundeswehr wohlauf. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam sagt nach den Berichten über einen Raketenangriff auf ausländische Truppen in Erbil, er stehe im Kontakt mit seinen Kameraden.

01.08 Uhr - Der Iran hat laut US-Angaben amerikanische Streitkräfte und ihre Verbündeten im Irak angegriffen. Der Iran habe mehr als ein Dutzend ballistische Raketen gegen auf US-Truppen und ihre Verbündeten abgefeuert, teilt das Verteidigungsministerium in Washington mit.

01.05 Uhr - Der Luftwaffenstützpunkt Al-Asad im Irak wurde der iranischen Nachrichtenagentur Mehr zufolge von den iranischen Revolutionsgarden angegriffen. Die Eliteeinheit habe den Stützpunkt mit Raketen beschossen, meldet die Mehr.

00.53 Uhr - Das US-Präsidialamt hat bestätigt, dass es zu Raketenangriffen auf US-Einrichtungen im Irak gekommen ist, auch auf den Luftwaffenstützpunkt Al-Asad. US-Präsident Trump sei informiert worden und beobachte gemeinsam mit seinem nationalen Sicherheitsteam die Situation genau, teilte eine Sprecherin mit. Dem TV-Sender Al-Mayadeen zufolge wurde der Stützpunkt Al-Asad in volle Alarmbereitschaft versetzt. US-Hubschrauber kreisten über ihm und Sirenen seien zu hören.

00.34 Uhr - Der irakische Luftwaffenstützpunkt Al-Asad, auf dem auch US-Soldaten untergebracht sind, ist laut US-Angaben mit Raketen beschossen worden. Ob es bei dem Angriff Tote, Verletzte oder Sachschäden gegeben habe, sei noch unklar, sagt ein US-Vertreter zu Reuters. Sechs Raketen seien auf dem Stützpunkt eingeschlagen, berichtet der TV-Sender Al-Mayadeen. Anschließend habe es einen zweiten Beschuss gegeben. Zudem sei in Erbil, der Hauptstadt der nordirakischen Kurdenregion, eine Explosion zu hören gewesen.

mit Nachrichtenagenturen

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