US-Notenbank-Protokoll Fed stellt sich auf langen Kampf gegen Inflation ein

Ob die US-Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung zu einem großen oder kleinen Zinsschritt neigt, lassen die jüngsten Protokolle offen. Viel wird davon abhängen, wie die Inflationsdaten für August ausfallen.
Legt sich nicht fest: US-Notenbankpräsident Jerome Powell

Legt sich nicht fest: US-Notenbankpräsident Jerome Powell

Foto: ELIZABETH FRANTZ / REUTERS

Die US-Notenbank Fed stellt sich auf einen langen Kampf gegen die Inflation ein und lässt den Umfang der nächsten Zinserhöhung noch offen. Wie aus den am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung vom Juli hervorgeht, ließen die Währungshüter noch keine Präferenz erkennen, ob sie im September erneut einen ungewöhnlich großen Zinsschritt in Höhe von 0,75 Prozentpunkten gehen wollen oder es bei einer Anhebung um einen halben Punkt belassen werden. Sie erklärten, dies sei von der Datenlage abhängig. An den Terminmärkten wurde nach Veröffentlichung der Protokolle die Wahrscheinlichkeit für den kleineren Zinsschritt allerdings auf fast 60 Prozent taxiert.

Laut den Mitschriften äußerten Teilnehmer der Sitzung die Erwartung, dass es länger als angenommen dauern könnte, bis sich das Inflationsproblem auflöse. Die von der Notenbank mit ihrer strafferen Geldpolitik angestrebte Dämpfung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage spiele eine wichtige Rolle beim Abbau des Preisdrucks, heißt es in den Protokollen der Sitzung vom 26. und 27. Juli.

Die Notenbank hatte den Leitzins dabei kräftig um 0,75 Prozentpunkte angehoben - so wie bereits im Juni. Er liegt in einer Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent. Die Währungshüter gehen davon aus, dass weitere Erhöhungen angemessen sein dürften. Fed-Chef Jerome Powell (69) hatte nach dem Zinsbeschluss gesagt, ein dritter großer Zinsschritt sei im September prinzipiell möglich. Die Fed würde damit zu einem leicht restriktiven Zinsniveau vorstoßen, wobei die Konjunktur bereits etwas gebremst würde. Wie aus den Protokollen hervorgeht, sagten einige Sitzungsteilnehmer, dass die Zinsen "geraume Zeit auf einem ausreichend restriktiven Niveau" bleiben müssten, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Die Fed steht wegen der hohen Inflation unter Zugzwang, den Preis des Geldes möglichst rasch zu verteuern.

Ohne Inflationsrückgang im August bleibt wohl nur der große Zinsschritt

Die Verbraucherpreise stiegen im Juli um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat und damit nicht mehr ganz so schnell wie noch im Juni mit einem Zuwachs von 9,1 Prozent. Die vor der nächsten geldpolitischen Sitzung der Notenbank im September anstehenden US-Inflationsdaten für August dürften entscheidende Bedeutung für den Zinsentscheid zukommen. Denn die Zentralbank wird wohl einen weiteren Rückgang der Teuerung zur notwendigen Voraussetzung für den kleineren Zinsschritt in Höhe von einem halben Prozentpunkt machen.

rei/Reuters
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