Teuerungsrate Britische Inflation auf höchstem Stand seit 41 Jahren

Die Inflation in Großbritannien ist auf über 11 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit 41 Jahren. Analysten sind von der Stärke des Preisanstiegs überrascht.
11 Prozent: Britischer Finanzminister Jeremy Hunt kämpft mit der Inflation

11 Prozent: Britischer Finanzminister Jeremy Hunt kämpft mit der Inflation

Foto: Dan Kitwood/ Getty Images

Die Inflation in Großbritannien hat sich von bereits sehr hohem Niveau aus weiter verstärkt und ist auf über elf Prozent gestiegen. Im Oktober legten die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 11,1 Prozent zu, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Oktober 1981.

Im Vormonat hatte die Teuerungsrate bereits hohe 10,1 Prozent betragen. Analysten wurden von der Stärke des Preisanstiegs überrascht. Die Experten hatten für Oktober im Schnitt eine Inflationsrate von 10,7 Prozent erwartet. Auch im Monatsvergleich ist der Preisanstieg stärker als erwartet ausgefallen. In dieser Betrachtung meldete das Statistikamt einen Zuwachs um 2,0 Prozent. Das Statistikamt erklärte den Anstieg der Inflation vor allem mit anziehenden Preisen für Gas und Strom.

Nahrungsmittel so teuer wie seit 1977 nicht mehr

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen laut ONS im Oktober so stark wie seit 1977 nicht mehr, womit insbesondere die unteren Einkommensschichten hart getroffen wurden. Als Antwort auf die Daten sagte Finanzminister Jeremy Hunt (56), dass "harte, aber notwendige" Entscheidungen erforderlich seien, um die steigenden Preise zu bewältigen: "Es ist unsere Pflicht, die Bank of England bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, die Inflation wieder auf die Zielmarke zu bringen, indem wir verantwortungsvoll mit den Finanzen der Nation umgehen", erklärte Hunt. Der Finanzminister will am Donnerstag seine Pläne zur Sanierung der öffentlichen Finanzen vorstellen, die Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen umfassen dürften.

Leitzins zuletzt auf 3,0 Prozent angehoben

Die britische Notenbank stemmt sich seit einiger Zeit mit Zinsanhebungen gegen den starken Preisauftrieb. Sie hat ihren Leitzins seit Ende vergangenen Jahres mehrfach erhöht auf zuletzt 3,0 Prozent.

Die Finanzmärkte bestimmen zunehmend den Wirtschaftskurs des Vereinigten Königreichs. Premierminister Rishi Sunak (42) betonte in der vergangenen Woche, wie wichtig es sei, "die Erwartungen der internationalen Märkte zu erfüllen". Denn das Vertrauen in die britische Wirtschaftspolitik ist erschüttert.

Händeringend versuchen der Regierungschef und sein Finanzminister Jeremy Hunt die Scherben aufzukehren, die ihnen Sunaks Kurzzeit-Vorgängerin Liz Truss (47) in ihrer chaotischen Amtszeit hinterlassen hat.

mje/ dpa-afpx
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