50 Länder bei Online-Impfgipfel dabei Geberkonferenz sammelt 8 Milliarden für Impfstoffe ein

Impfung: Die Online-Geberkonferenz will mehr als 6 Milliarden Euro für Impfstoffe einsammeln

Impfung: Die Online-Geberkonferenz will mehr als 6 Milliarden Euro für Impfstoffe einsammeln

Foto: Christoph Soeder/ DPA

Die globale Impfallianz hat am Donnerstag nach einer Online-Geberkonferenz 8,8 Milliarden Dollar eingesammelt und damit das gesteckte Ziel von 7,5 Milliarden Dollar deutlich übertroffen. Mehr als 50 Länder hatten an der Geberkonferenz teilgenommen: Das Geld soll dabei helfen, durch eine Impfung rund 300 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Welt vor Krankheiten wie Masern, Polio und Diphterie zu schützen. "Wir kämpfen nicht nur gegen das Corona-Virus", hieß es auf der Geberkonferenz.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte Staats- und Regierungschefs aus aller Welt bei einem Online-Impfgipfel zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen lebensbedrohliche Krankheiten aufgerufen. Er hoffe, dass der virtuelle Gipfel ein Moment sein werde, an dem sich die Menschheit im Kampf gegen Krankheiten zusammenschließe, sagte Johnson am Donnerstag zum Auftakt der online übertragenen globalen Geberkonferenz der Impfstoff-Allianz Gavi.

Gastgeber Großbritannien ist nach Angaben Johnsons mit einer Zusage von 1,65 Milliarden Pfund (rund 1,85 Milliarden Euro) größter Gavi-Geldgeber. Von der Leyen wollte 300 Millionen Euro der EU-Kommission für die kommenden fünf Jahre zusagen, wie ein Sprecher vorab mitteilte.

Die Gavi-Vorstandsvorsitzende Ngozi Okonjo-Iweala sagte, die Corona-Krise habe gezeigt, welch entscheidende Rolle Impfstoffe im Kampf gegen Krankheiten spielten - sowohl beim Schutz von Leben als auch bei dem von Existenzen und der Wirtschaft. Das Impfen solle als gemeinschaftliche globale Aufgabe verstanden werden. Die Coronavirus-Pandemie habe letztlich offenbart, dass eine Welt ohne Impfstoffe lediglich einem "Kartenhaus" gleiche.

"Ein Impfstoff an sich ist nicht genug"

Es gebe eine wichtige Lektion zu lernen, sagte UN-Generalsekretär António Guterres: "Ein Impfstoff an sich ist nicht genug. Wir brauchen globale Solidarität, um sicherzustellen, dass jede Person überall Zugang dazu hat." Ein Corona-Impfmittel solle deshalb als ein gemeinsames internationales Gut verstanden werden. "Krankheiten kennen keine Grenzen."

Mithilfe des Geldes sollen bis 2025 weitere 300 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Welt gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden. Bei der Konferenz sollte es aber auch um die Frage gehen, wie ein künftiger Impfstoff gegen das Coronavirus für Menschen auf der ganzen Welt zugänglich gemacht werden kann.

Angesichts der Suche nach einem Corona-Impfstoff sagte Johnson, Länder, Pharmaunternehmen und internationale Partner wie die Weltgesundheitsorganisation WHO müssten dabei in einem noch nie da gewesenen Maße miteinander kooperieren. Man müsse Gavi dazu nutzen, künftige Impfstoffe für alle Menschen auf der Welt bezahlbar und verfügbar zu machen.

Die in Genf ansässige Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Gavi) war im Jahr 2000 gegründet worden und hat seitdem dabei geholfen, mehr als 760 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Erde zu impfen. Ziel des Bündnisses aus öffentlichen und privaten Geldgebern ist es, mehr Kinder zu impfen und so vor lebensbedrohlichen Krankheiten zu schützen.

la/dpa/afp
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