Sonntag, 21. Juli 2019

"Gefährdung der Staatssicherheit" Zweiter Kanadier in China festgenommen

Huawei-Topmanagerin Meng Wanzhou wurde gegen hohe Kaution auf freien Fuß gesetzt. Doch sie darf das Land nicht verlassen - der Fall belastet weiterhin das Verhältnis zwischen China, Kanada und USA

Wegen der in Kanada verhafteten chinesischen Topmanagerin Meng Wanzhou hat China sowohl Kanada als auch die USA vor Konsequenzen gewarnt. Nun wurde ein zweiter Kanadier in China festgenommen.

China hat einen weiteren kanadischen Staatsbürger verhaftet. Gegen den Geschäftsmann werde wegen möglicher Gefährdung der Staatssicherheit ermittelt, teilten die Regionalregierung der an Nordkorea grenzenden Provinz Dandong und das chinesische Außenministerium am Donnerstag mit. Unter demselben Vorwurf war vor wenigen Tagen ein kanadischer Ex-Diplomat festgenommen worden. Der nun verhaftete Geschäftsmann unterhielt Beziehungen nach Nordkorea.

Die Hintergründe der Verhaftungen sind umstritten. Während seitens der Führung in Peking keine Verbindung mit der Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada hergestellt wird, vermutet die kanadische Regierung dahinter Vergeltungsmaßnahmen.

Die Huawei-Managerin war am 1. Dezember in Kanada auf Betreiben der USA festgenommen worden. US-Ermittler fordern ihre Auslieferung. Sie werfen ihr vor, Verbindungen zu einer Firma vertuscht zu haben, die trotz Sanktionen technische Geräte an den Iran verkauft habe. China forderte von Kanada die Freilassung Mengs und drohte andernfalls mit ernsthaften Konsequenzen.

Meng, deren Verhaftung Sorgen vor einer Verschärfung des Handelsstreit zwischen den USA und China geschürt und zu Turbulenzen an den Börsen geführt hatte, wurde inzwischen gegen eine Millionen-Kaution freigelassen, darf Kanada aber nicht verlassen. Unterdessen will auch der japanische Technologiekonzern Softbank Medienberichten zufolge bei der Ausrüstung des 4G-Netzwerks nicht mehr auf Hardware von Huawei zurückgreifen. Diese solle durch Produkte der Konkurrenten Ericsson und Nokia ersetzt werden, meldete Nikkei.

la/dpa/reuters

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