Konflikt mit China Trump schlägt ein letztes Mal gegen Huawei aus

In kaum 48 Stunden ist Trump als US-Präsident Geschichte. Quasi auf den letzten Metern seiner Amtszeit holt er noch mal zum Schlag gegen den weltgrößten Telekomausrüster Huawei aus. Darunter wird auch Intel leiden.
Huawei: Donald Trump setzt den chinesischen Telekomausrüster in seinen letzten Tagen als US-Präsident weiter unter Druck

Huawei: Donald Trump setzt den chinesischen Telekomausrüster in seinen letzten Tagen als US-Präsident weiter unter Druck

Foto: Mark Schiefelbein/ AP

Präsident Donald Trump (74) verschärft noch kurz vor seiner Ablösung durch Joe Biden (78) seinen Kurs gegen China und chinesische Konzerne. Quasi auf den letzten Metern will seine Administration dem weltgrößten Telekomausrüster Huawei Technologies weitere Verbindungen zu wichtigen Zulieferern kappen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters exklusiv .

So hätten die Behörden Zulieferer darüber informiert, dass die noch amtierende US-Regierung bestimmte Verkaufs- und Exportlizenzen für Geschäfte mit Huawei widerrufe - betroffen sei davon unter anderem Intel. Auch würde die Regierung Dutzende Anträge zur Belieferung des chinesischen Technologiekonzerns ablehnen, heißt es. Weder Intel noch das US-Handelsministerium wollten die Informationen kommentieren.

Die Aktion - wahrscheinlich die letzte gegen Huawei unter dem US-Präsidenten Donald Trump - ist die jüngste in einem langjährigen Versuch, den weltgrößten Hersteller von Telekomausrüstung zu schwächen, der aus Sicht Trumps eine Bedrohung für die nationale Sicherheit und die außenpolitischen Interessen der USA darstellt. Huawei hatte Spionagevorwürfe stets zurückgewiesen. Auch andere Länder setzten Huawei zuletzt auf eine schwarze Liste, machen also kein Geschäft mehr mit dem Konzern.

Halbleiter-Konzerne müssen jetzt innerhalb von 20 Tagen reagieren

Reuters beruft sich in dem Bericht auf Informationen der Semiconductor Industry Association, der Handelsvereinigung und Lobbygruppe der US-Halbleiterindustrie. Demnach beabsichtige das US-Handelministerium "eine erhebliche Anzahl von Lizenzanträgen für Exporte an Huawei zu verweigern und mindestens eine zuvor erteilte Lizenz zu widerrufen." Betroffen sei auch der japanische Flash-Speicherchip-Hersteller Kioxia, ehemals Toshiba.

In der E-Mail des Halbleiterverbands hieß es, die Maßnahmen beträfen eine "breite Palette" von Produkten in der Halbleiterindustrie. Hableiterunternehmen, die Ablehnungsbescheide erhalten hätten, hätten nun 20 Tage Zeit, darauf zu reagieren.

Die Vereinigten Staaten hatte Huawei im Mai 2019 auf eine "Entity-Liste" des Handelsministeriums gesetzt, wodurch Lieferanten daran gehindert wurden, bestimmte US-Waren und Technologie an das Unternehmen zu verkaufen. Diese Liste wurde zuletzt immer länger. So hatte Trump erst in der vergangenen Woche neun weitere chinesische Konzerne, darunter den Smartphone-Hersteller Xiaomi und den chinesischen Ölriesen CNOOC auf die Liste gesetzt.

rei
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