Orderindex steigt China meldet sich zurück als Aufschwunghoffnung

Deutschlands Wirtschaftswachstum köchelt auf Sparflamme, auch weil der Handelspartner China an Schwung verloren hatte. Jetzt aber deuten erste Signale auf mehr Tempo in Asien, und womöglich bald anziehendes Wachstum. Die konjunktursensiblen Rohstoffhändler reagieren sofort. 
Bauarbeiter in Shanghai: Chinas Wirtschaft scheint an Fahrt aufzunehmen

Bauarbeiter in Shanghai: Chinas Wirtschaft scheint an Fahrt aufzunehmen

Foto: CARLOS BARRIA/ Reuters

Weiteres Zeichen für die Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft: Der von der britischen Großbank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg im August vorläufigen Daten zufolge auf 50,1 (Juli: 47,7) Punkte, wie die Bank am Donnerstag in Peking mitteilte. Damit zog der Frühindikator deutlich stärker an als von Analysten erwarten worden war. Der Indikator lag zudem erstmals seit April wieder über der 50-Punkte-Marke. Über diesem Wert zeigt er Wachstum an. Liegt er darunter, kann von einer schrumpfenden Industrie ausgegangen werden. Die Börsenhändler reagierten sofort.

An den Aktienmärkten sorgte der deutliche Anstieg für leichte Kursgewinne. Der chinesische Aktienindex CSI 300, der die Aktien der 300 größten festlandchinesischen Papiere mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, drehte ins Plus und gewann zuletzt 0,3 Prozent. Und auch die Rostoffhändler orderten plötzlich.

Die neue Handelsneigung hat prompt den Kupferpreis am Donnerstag nach oben getrieben. Das Industriemetall verteuerte sich in der Spitze um 1,5 Prozent auf 7350 Dollar je Tonne, und China gilt als der weltgrößte Kupferverbraucher. "Die Daten haben auf jeden Fall überrascht und sind gute Nachrichten für den Rohstoffmarkt", sagte Natalie Rampono, Analystin bei der ANZ in Melbourne.

Zuletzt hatte bereits Chinas Außenhandel an Fahrt gewonnen, was ebenfalls für eine Stabilisierung der chinesichen Wirtschaft gedeutet worden war. Ex- und Importe waren im Juli nach einem unerwarteten Rückgang im Juni wieder gestiegen. Das Plus fiel zudem stärker aus als von Experten erwartet.

Bisherige Schätzungen gehen davon aus, dass der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in China aller Voraussicht nach Im laufenden Jahr weiter zurückgehen wird. Im jah 2012 stieg Chinas BIP zwar um 7,8 Prozent, doch das war der niedrigste Anstieg seit 1999. Im zweiten Quartal 2013 hatte sich das Wachstum zudem auf 7,5 Prozent verlangsamt - und überraschende Reaktionen von Chinas Regierung hervorgerufen.

kst/dpa-afx/rtr
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