Montag, 18. November 2019

Hongkong  nach dem Chaos-Wochenende Studenten protestieren weiter

Hongkong: Demonstranten stören morgendlichen Berufsverkehr
Jae C. Hong/ DPA
Hongkong: Demonstranten stören morgendlichen Berufsverkehr

Zwei Tage nach den schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und pro-demokratischen Demonstranten am Wochenende sind am Montag in Hongkong Studenten und Schüler auf die Straße gegangen. Hunderte junge Menschen streikten und ließen am ersten Unterrichtstag nach den Sommerferien ihre Kurse ausfallen.

Zahlreiche Studenten versammelten sich vor der chinesischen Universität von Hongkong. In den sozialen Medien kursierten Bilder, die vor weiterführenden Schulen Schlangen von Teenagern mit Bannern zeigten. Viele Grundschulen blieben am Montag zwar wegen einer Taifun-Warnung geschlossen, jedoch sollen Schüler lange Menschenketten vor etlichen Schulen gebildet haben. Trotz des Aufrufs der Demonstranten zu einem Generalstreik fuhren Züge aber wieder nach Fahrplan und Geschäfte öffneten.

Die Nachrichtenagentur afp berichtet von schwarzgekleideten Demonstranten, die im morgendlichen Berufsverkehr die Türen zahlreicher U-Bahnen blockierten und sie so von der Weiterfahrt abhielten. Es kam zu erheblichen Verspätungen. Das Hongkonger U-Bahn-Netz wird täglich von Millionen Fahrgästen genutzt. Für den Nachmittag haben Studenten eine Demonstration angekündigt.

Am Sonntag hatten Tausende Demonstranten Zufahrtsstraßen zum Flughafen von Hongkong mit Barrikaden blockiert. Zugfahrten zum Flughafen wurden ausgesetzt. Anders als bei vorangegangenen Protestaktionen blieb der Flughafen aber in Betrieb. Lediglich 25 Flüge wurden der Flughafenbehörde zufolge am Sonntag abgesagt. Am Montag kontrollierte die Bereitschaftspolizei verstärkt die U-Bahn, wo es am Sonntag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen war. Am Wochenende waren die Unruhen eskaliert. Demonstranten brannten Barrikaden nieder und warfen Benzinbomben. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke ein.


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Seit mehr als drei Monaten gehen in Hongkong Tausende Menschen gegen eine zunehmende Einflussnahme Chinas auf die Straße. Sie fürchten eine Beschneidung ihrer Rechte und werfen Regierungschefin Carrie Lam eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in Peking vor. Hongkong ist seit 1997 chinesische Sonderverwaltungszone, deren Einwohner größere persönliche Freiheiten genießen als in der Volksrepublik.

rtr/afp/akn

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