Video statt Dienstreisen Homeoffice gegen Klimawandel - auch nach der Pandemie

Der ökologische Verkehrsclub VCD sieht die Arbeit im Homeoffice als Chance für Umwelt und Klima. Durch weniger Berufsverkehr ließen sich jedes Jahr Millionen Tonnen CO2 einsparen - auch nach Corona.
Berufsverkehr: Ein Bild aus alten Zeiten

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Foto: Adam Berry/ Getty Images

Eine vermehrte Nutzung von Videokonferenzen anstelle von Dienstreisen könnte auch nach Ende der Corona-Pandemie bundesweit drei Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr einsparen. Das ergab eine Studie, die am Donnerstag vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) und dem Borderstep Institut vorgestellt wurde. Künftig könnte die Gesamtstrecke der Geschäftsreisen deutscher Beschäftigter im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie um rund ein Drittel zurückgehen, wie aus einer Befragung unter 500 Geschäftsreisenden hervorgeht.

Im Jahr 2019 waren in Deutschland dem Bundesumweltministerium zufolge rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen worden. Auf Dienstreisen entfielen der am Donnerstag vorgestellten Analyse zufolge rund 12 Millionen Tonnen.

Sowohl bei Reisen mit dem Auto, mit dem Flugzeug oder der Bahn gaben die nun Befragten an, künftig vermutlich deutlich weniger Strecke zurückzulegen als in der Vergangenheit. "Allein der reduzierte Auto-Anteil macht rechnerisch 700.000 Pkw überflüssig", sagte Jens Clausen, einer der Studienautoren. Da könne man auch die Frage stellen, "ob wir für deutlich weniger Autoreisen als Geschäftsreisen dann noch die vielen Dienstwagen brauchen".

Videokonferenzen nicht klimaneutral, aber klar im Vorteil

In die Berechnungen wurden die Klimaeffekte von Videokonferenzen mit eingeschlossen. So rechnete Clausen etwa vor, dass eine Dienstreise von Stuttgart nach Berlin für zwei Personen selbst bei einer Anreise per Bahn 65 Kilogramm Kohlenstoffdioxid (CO2) verursacht. Würden sich hingegen vier Personen für vier Stunden per Video treffen, fiele für Rechenzentrum, Kommunikationswege und Endgeräte rund ein Kilogramm des klimaschädlichen Gases an. Und im Vergleich zum Auto wirkt sich der Studie zufolge die Videokonferenz per Notebook bereits bei fünf Kilometer Anfahrtsweg weniger schädlich aufs Klima aus.

Homeoffice statt Pendelei

Zum Klimavorteil von Homeoffice im Vergleich zum täglichen Büroweg berechnet die Studie ein jährliches Einsparungspotenzial von 1,5 Millionen Tonnen Treibhausgasen. "Millionen Tonnen Treibhausgase könnten eingespart werden, wenn die Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten und nachhaltige Mobilität stimmen", erklärte der VCD. Allerdings gebe es hier potenzielle Effekte, die den Wert drücken könnten, betonte Clausen. Etwa wenn eine größere Wohnung gemietet werde, um Platz fürs Homeoffice zu haben, oder wenn ein weiter entfernter Wohnort gewählt werde – von dem aus man dann aber doch hin und wieder ins Büro müsse.

Der VCD forderte die Unternehmen in Deutschland auf, die technischen Voraussetzungen für Homeoffice und mobile Arbeit stärker anzugehen, ihre Reiserichtlinien entsprechend anzupassen und "Mobilitätspauschalen oder Diensträder" als Alternative zum Dienstwagen einzuführen.

cs/dpa-afx