Sonntag, 26. Januar 2020

Bericht des Wall Street Journal USA wollen Strafzölle auf chinesische Importe angeblich verschieben

Handelsstreit USA und China: Hauptsache, Apple-Produkte werden vor Weihnachten nicht noch teurer
REUTERS/Aly Song/File Photo
Handelsstreit USA und China: Hauptsache, Apple-Produkte werden vor Weihnachten nicht noch teurer

Die USA wollen die ab Sonntag geplanten Strafzölle auf eine Vielzahl elektronischer Produkte aus der Volksrepublik laut "Wall Street Journal" aufschieben. Vertreter Washingtons und Pekings sagten, die Gespräche über ein umfassendes Handelsabkommen würden über den Sonntag hinaus andauern, wie die Zeitung am Dienstag berichtete. Der Aufschub könnte demnach den Märkten Fortschritte in den Verhandlungen signalisieren. Die Börsen reduzierten daraufhin ihre Verluste.

US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 160 Milliarden Dollar (145 Milliarden Euro) ab dem 15. Dezember angekündigt. Sie betreffen vor allem elektronische Produkte wie Smartphones, Laptops und Spielekonsolen.

Trump fürchtet um Weihnachtsgeschäft in USA

Die USA hatten diese Zölle bereits Mitte August auf den 15. Dezember verschoben. Trump verwies zur Begründung auf Weihnachten - die Strafzölle sollten für Verbraucher in den USA keine negativen Folgen während der Weihnachtseinkäufe haben. Trumps Handelsberater Peter Navarro hatte bereits im November gesagt, die USA könnten diese Strafzölle verschieben.

China hatte am Freitag vergangener Woche Ausnahmen für einige US-Importe angekündigt, etwa Sojabohnen, Schweinefleisch und andere Rohstoffe.

Die USA liefern sich mit China seit mehr als einem Jahr einen erbitterten Handelsstreit, der auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht. Trump wirft China unfaire Handelspraktiken zulasten von US-Unternehmen und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. Er setzte deshalb eine Strafzollspirale in Gang, die inzwischen einen großen Teil aller Importe aus China in die USA betrifft. Peking reagierte mit Gegenzöllen.

la/dpa

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