Freitag, 15. November 2019

Trumps Optimismus Handelsstreit mit China? "Der dauert nur kurz"

Trump im Wahlkampfmodus: "Das wird ziemlich kurz laufen. Je länger es dauert, desto schwächer wird China und desto stärker werden wir"
AP Photo/Patrick Semansky
Trump im Wahlkampfmodus: "Das wird ziemlich kurz laufen. Je länger es dauert, desto schwächer wird China und desto stärker werden wir"

Der selbsternannte "Dealmaker" gibt sich optimistisch und schürt die Erwartungen auf einen baldigen Deal im Handelsstreit: US-Präsident Donald Trump geht davon aus, dass der zuletzt eskalierte Handelskonflikt mit China nicht von langer Dauer sein wird. "Ich habe das Gefühl, dass das ziemlich kurz laufen wird", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in Morristown im US-Bundesstaat New Jersey.

Es gebe gute Diskussionen mit China, die Chinesen wollten unbedingt ein Abkommen. Er rechne auch nicht damit, dass Peking Vergeltung für die zuletzt von den USA angekündigten Zölle üben werde. Es liefen Gespräche zwischen beiden Seiten, und China biete hier gute Dinge an.

Zugleich sagte Trump, falls China Gegenmaßnahmen auf den Weg bringen sollte, könnten auch die USA eine noch härtere Gangart einschlagen. Bisher sei er noch milde gewesen. Der US-Präsident betonte auch: "Je länger der Handelskrieg dauert, desto schwächer wird China und desto stärker werden wir." Die USA nähmen durch die chinesischen Sonderzölle "riesige Geldsummen" ein.

Zölle werden zunächst einmal vom Importeur bezahlt

Trump argumentiert seit längerem, die China-Zölle hätten zum Erfolg der US-Wirtschaft und zum Wachstum in den USA beigetragen. Allerdings werden Einfuhrzölle in der Regel zunächst einmal vom Importeur bezahlt. Dieser kann sie auf die Verbraucher abwälzen oder versuchen, einen Ausgleich über günstigere Einkaufspreise zu erlangen - oder Einfuhren aus dem Land zurückzufahren. Nur dann würde China belastet.

Die USA und China liefern sich seit Monaten eine erbitterte Handelsauseinandersetzung. Anfang August hatte die US-Regierung neuen Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar angekündigt. Diese sollten ursprünglich von September an in Kraft treten. Die US-Regierung verschob neue Strafzölle auf zahlreiche Konsumgüter - darunter etwa Smartphones, Laptops und Spielzeug - zuletzt allerdings bis zum 15. Dezember.

Die chinesische Regierung hatte am Donnerstag erneut mit Vergeltung gedroht, sollten die USA weiter Strafzölle verhängen. Peking beklagte, die neuen Sonderabgaben seien eine Verletzung von Absprachen zwischen Trump und Chinas Präsident Xi Jinping.

la/dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung