Samstag, 21. September 2019

Bewegung im Handelsstreit China und USA vereinbaren neue Handelsgespräche für Oktober

Chinas Chef-Unterhändler Liu He (links), US-Unterhändler Robert Lighthizer (rechts) und Steven Mnuchin: Neue Gespräche Anfang Oktober

In ihrem seit mehr als einem Jahr andauernden Handelskrieg haben die USA und China neue Verhandlungen vereinbart. Wie chinesische Staatsmedien am Donnerstag berichteten, sollen neue direkte Gespräche Anfang Oktober im Rahmen des regelmäßigen strategischen Wirtschafts- und Handelsdialogs beider Länder in Washington stattfinden. Darauf hätten sich die Chefunterhändler beider Seiten in einem Telefongespräch am Donnerstag verständigt.

Auf der Arbeitsebene sollen Mitte September schon Gespräche aufgenommen werden, um Vorbereitungen für "bedeutende Fortschritte" bei den Konsultationen zu treffen. Die Börsen reagierten mit Kursgewinnen auf die Nachricht.

Chinas Unterhändler Liu He und andere Mitglieder des chinesischen Verhandlungsteams hätten am Donnerstag am Telefon mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin gesprochen. Beide Seiten seien dabei übereingekommen, "gemeinsam konkrete Schritte zu unternehmen, um günstige Voraussetzungen für bilaterale Konsultationen zu schaffen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Trump: "Ich müsste das mit China trotzdem machen"

In den offiziellen chinesischen Angaben wurde besonders hervorgehoben, dass es das erste Telefongespräch zwischen beiden Seiten seit dem 13. August war. Damit wurde der Darstellung von US-Präsident Donald Trump auf dem Gipfel der großen Industrienationen (G7) im französischen Biarritz widersprochen, dass es am 25. August Telefongespräche zwischen beiden Seiten gegeben habe, um die Verhandlungen "sehr bald" wiederaufzunehmen.

Beobachter vermuten, dass Trump mit der Aussage nach seiner erneuten Erhöhung der Strafzölle auf Importe aus China möglicherweise die nervösen Aktienmärkte beruhigen wollte.

Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump noch bekräftigt, in dem seit mehr als einem Jahr andauernden Konflikt nicht nachgeben zu wollen - selbst wenn darunter die amerikanische Wirtschaft leiden sollte. Er räumte im Weißen Haus ein, dass Amerikas Börsenindizes ohne den Konflikt deutlich höher stehen würden. "Aber jemand musste das machen. Für mich ist das viel wichtiger als die Konjunktur."

Für China sei der Konflikt eine größere Last, und er gehe davon aus, dass Peking ein Handelsabkommen wolle. Die US-Wirtschaft sei weiter stark. "Selbst wenn es der Wirtschaft nicht gut ginge, (...) müsste ich das mit China trotzdem machen", sagte Trump. Die USA seien nicht auf China angewiesen. "Wenn sie keinen Deal abschließen wollen, dann ist das in Ordnung. Wir werden sehen, was passiert."

la/dpa/reuters

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