Mittwoch, 23. Oktober 2019

Warum über Stahl und Erdnussbutter gestritten wird Hier hat der Handel zwischen EU und USA Schieflage

5. Teil: Pharma: Die Null-Zoll-Branche, in der Europäer auch Amerikaner sind

Tabletten

Für einen der wirklich großen Handelsströme über den Nordatlantik sorgt die Chemieindustrie, vor allem mit Pharmazeutika. 2016 sandte die EU Arzneimittel für 48,3 Milliarden Euro an die USA und bekam welche für 31,7 Milliarden Euro zurück - ein satter Überschuss von 16,6 Milliarden Euro, mehr als dreimal so viel wie das gesamte Volumen des Metallhandels zwischen den beiden Wirtschaftsräumen.

Schon seit 1995 sind die Zölle auf eine Liste von inzwischen mehr als 10.000 Medikamente in beide Richtungen komplett abgeschafft. Bislang zeigt auch niemand eine Neigung, daran etwas zu ändern. Nach wie vor konsumieren die Amerikaner trotz des gewaltigen Handels die meisten Pharmaprodukte aus heimischer Herstellung. Was aus Europa zu ihnen kommt, stammt zu einem guten Teil ebenfalls von US-Konzernen wie Pfizer Börsen-Chart zeigen, Johnson & Johnson Börsen-Chart zeigen, Merck & Co. Börsen-Chart zeigen, Amgen Börsen-Chart zeigen oder Abbvie, die sich in Irland niedergelassen haben.

Weitere 12,6 Milliarden Euro Überschuss erzielt die EU mit anderen Chemikalien. Vor allem für deutsche Konzerne wie Bayer Börsen-Chart zeigen oder BASF Börsen-Chart zeigen ist der US-Markt von vitalem Interesse - sie setzen aber eher auf Direktinvestitionen in amerikanische Produktion als auf Exporte, Bayer arbeitet gerade an seiner Rekordübernahme des US-Agrochemiekonzerns Monsanto Börsen-Chart zeigen.

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