Sonntag, 18. August 2019

Warum über Stahl und Erdnussbutter gestritten wird Hier hat der Handel zwischen EU und USA Schieflage

10. Teil: Fazit: EU kein Paradies für Freihändler

Abschlussfoto vom G7-Gipfel

Im Durchschnitt verlangt die EU nach WTO-Angaben 5 Prozent Zoll auf alle importierte Waren - die USA nur 3,4 Prozent. Gewichtet nach Handelsvolumen (was die tatsächlich gezahlten Zölle betont und unwichtige Waren ausschließt, aber auch eventuell durch Zölle verhinderten Handel als gegeben hinnimmt) sind es 3 beziehungsweise 2,4 Prozent.

Vor allem im Agrarsektor sind die Europäer spürbar protektionistischer - und eben in der Autoindustrie, der größten Quelle für die Zolleinnahmen (2016 insgesamt 144 Milliarden Euro), die nach wie vor eine der wichtigsten Einnahmen des EU-Haushalts darstellen. "Die EU ist keineswegs das Paradies für Freihändler, für das sie sich gerne hält", urteilt Gabriel Felbermayr vom Ifo-Institut.

Anders sieht es allerdings aus, wenn neben dem reinen Warenhandel auch auf die Dienstleistungsbilanz geschaut wird - dann weisen die USA einen großen Überschuss auf, und auch das größte Arsenal staatlicher Schutzmaßnahmen wie etwa Patent- und Copyright-Monopole.

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