Endspiel für Griechenland Griechenland wird IWF-Rate nicht bezahlen

Von mm-newsdesk
IWF-Chefin Lagarde, Griechenlands Finanzminister Varoufakis: Die Rückzahlung des 1,6 Milliarden Euro Kredits an den IWF bleibt am Dienstag höchstwahrscheinlich aus. Griechenland wäre somit das erste Industrieland, das beim IWF in Zahlungsrückstand gerät.

IWF-Chefin Lagarde, Griechenlands Finanzminister Varoufakis: Die Rückzahlung des 1,6 Milliarden Euro Kredits an den IWF bleibt am Dienstag höchstwahrscheinlich aus. Griechenland wäre somit das erste Industrieland, das beim IWF in Zahlungsrückstand gerät.

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Montag, 19.45 Uhr: Ein weiterer griechischer Regierungsvertreter bestätigt: Griechenland werde die für den morgigen Dienstag anstehende Rückzahlung von Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht leisten. Die Auszahlung der Löhne und Gehälter der Staatsbediensteten sowie die Auszahlung der Renten habe Vorrang vor den IWF-Zahlungen, sagte ein griechischer Offizieller der Nachrichtenagentur Market News International (MNI) zufolge. Im Verlauf des Juni hatte es eigentlich mehrere Rückzahlungen Griechenlands an den IWF geben sollen. Athen hatte aber von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, alle Zahlungen zu bündeln und auf den 30. Juni zu legen. Nach früheren Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde wäre Griechenland bei einem Verstreichen der Rückzahlungsfrist gegenüber dem Weltwährungsfonds in Zahlungsverzug. Lagarde hatte eine Fristverlängerung für die Rate ausgeschlossen.

19.30 Uhr: Dax und Dow Jones haben im späten Handel ihre Verluste ausgeweitet . Der Dax  droht erneut unter die Marke von 11.000 Punkten zu fallen.

19.00 Uhr: Griechenland wird nach Angaben eines Regierungsvertreters die am Dienstag fällige IWF-Kreditrate von 1,6 Milliarden Euro nicht zahlen. Dies sagte der Regierungsvertreter am Montagabend. Das klamme Euro-Zonen-Mitglied wäre somit das erste Industrieland, das bei dem Internationalen Währungsfonds in Zahlungsrückstand gerät.

18.45 Uhr: Nach dem für Sonntag geplanten Referendum kann die griechische Regierung Unions-Fraktionschef Volker Kauder zufolge einen neuen Hilfsantrag für ein drittes Griechenland-Hilfspaket stellen. "Wir werden auch künftig darauf bestehen, dass der IWF dabei ist", sagte Kauder. Eine weitere Mitarbeit des Internationalen Währungsfonds hat die Regierung in Athen bisher abgelehnt. Zugleich erteilte Kauder neuen Gespräche mit der griechischen Regierung vor dem Referendum eine Absage.

17.45 Uhr: Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters schätzen Ökonomen und Händler die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone auf 45 Prozent nach 30 Prozent in der Umfrage vom 22. Juni. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls Griechenlands bei der am Dienstag fälligen 1,6 Milliarden Euro schweren IWF-Rate schätzen sie auf 90 Prozent nach zuletzt 50 Prozent.

17.30 Uhr: Frankreichs Präsident Francois Hollande telefoniert nach Angaben seines Amtes mit seinem US-Kollegen Barack Obama. Beide Staatschefs wollten sich darum bemühen, beim Neustart des Dialogs in der Griechenland-Krise zu helfen, heißt es.

17.20 Uhr: Das geplante griechische Referendum über die Reformvorschläge der internationalen Gläubiger ist nach den Worten von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi eine Wahl zwischen dem Verbleib im Euro und der Rückkehr zur Drachme.

17.00 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fühlt sich vom griechischen Regierungschef Alexis Tsipras "verraten". Seit Monaten tritt Juncker als "Vermittler" in der Griechenland-Krise auf. "Wir haben wirklich Berge versetzt bis zur letzten Minute", sagte Juncker am Montag. Für das Vorgehen des 20 Jahre jüngeren Tsipras fand Juncker nun harte Worte. Die Rettungsgespräche seien mit der Ankündigung eines Referendums durch Tsipras "einseitig" und ohne Warnung abgebrochen worden. Athen versuche damit, "eine Demokratie gegen 18 (andere in der Eurozone) auszuspielen". Gleichzeitig sage die Regierung dem griechischen Volk "nicht die ganze Wahrheit". Die Vorschläge seien kein "dummes Sparpaket", zürnte Juncker. Anders als behauptet enthielten sie "weder Lohn- noch Rentenkürzungen".

Jean-Claude Juncker: Der Chef der EU-Kommission fühlt sich von Tsipras verraten. Der griechische Premier sage den Griechen "nicht die ganze Wahrheit", so der Top-Diplomat. Anders gesagt: Die Syriza-Regierung belügt das eigene Volk

Jean-Claude Juncker: Der Chef der EU-Kommission fühlt sich von Tsipras verraten. Der griechische Premier sage den Griechen "nicht die ganze Wahrheit", so der Top-Diplomat. Anders gesagt: Die Syriza-Regierung belügt das eigene Volk

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16.00 Uhr: Die Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag haben einen weiteren Sondergipfel zur Griechenland-Krise gefordert. "Es gibt im Augenblick für mich keinen zwingenden Grund einen Sondergipfel zu machen", entgegnete Merkel nach Beratungen mit den Partei- und Fraktionschefs. Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone würden sich aber nach dem Referendum in Griechenland zu neuen Beratungen treffen. Nach Medienberichten gibt es in einigen Mitgliedstaaten Bestrebungen, ein solches Treffen womöglich für Mittwoch einzuberufen.

15.31 Uhr: Derweil in Athen: Die Banken in Griechenland könnten bereits am Donnerstag wieder öffnen und damit früher als bisher geplant, sagt ein Vertreter der Regierung in Athen. Rund 850 Bankfilialen würden in dem Fall für die Auszahlung von Renten und Pensionen öffnen.

15.30 Uhr: Gabriel stellt noch einmal klar, dass ein "Nein" beim Referendum der Griechen ein "Nein" zum Euro bedeutet.

15.28 Uhr: SPD-Chef Gabriel ergänzt, eine "Einigung mit Griechenland war sehr nahe".

15.23 Uhr: Merkel sieht die Schuld für das Scheitern der Gespräche klar auf griechischer Seite: "Griechenland wollte keinen Kompromiss", sagt weiter die Kanzlerin weiter.

Merkel: "Offen für weitere Gespräche"

Merkel: "Offen für weitere Gespräche"

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15.19 Uhr: Die Tür für weitere Verhandlungen mit Griechenland steht nach Angaben Merkels offen. Sollte die griechische Regierung nach dem für Sonntag angesetzten Referendum darum bitten, "werden wir uns solchen Verhandlungen selbstverständlich nicht verschließen", sagte Merkel am Montag nach einem Treffen mit den Partei- und Fraktionschefs von Union, SPD, Linke und Grünen. Es sei das legitime Recht der Griechen, ein Referendum anzusetzen. Auch das Ergebnis werde man akzeptieren, betonte Merkel.

15.18 Uhr: In Berlin hat die Pressekonferenz von Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel begonnen. Der Bundestag debattiert am Mittwoch über die Lage in Griechenland, kündigte Merkel nach einer Unterrichtung der Partei- und Fraktionschefs der Bundestagsparteien an.

14.57 Uhr: Kleiner und kleiner werden die Verluste im Dax. Eröffnete der deutsche Leitindex fast 5 Prozent tiefer, ist das Minus nun schon fast halbiert. Aktuell notiert der Dax noch 2,8 Prozent schwächer bei 11.196 Punkten. Nun ist gebanntes Warten auf die Wall Street angesagt.

14.28 Uhr: Eigentlich beuten die Geldgeber Griechenland ja nur aus, wie wir von Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras zu hören bekommen. Deswegen lässt er sein Volk auch am kommenden Wochenende über das Angebot der Geldgeber abstimmen - vor allem wohl um mehr Zeit zu gewinnen. In die gleiche Richtung darf man seine heutigen Telefonate mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker interpretieren. Die bat Tsipras um Unterstützung für ein verlängertes Hilfsprogramm, berichtet Reuters unter Berufung auf einen Insider.

Tsipras: Telefonate mit Schulz und Juncker

Tsipras: Telefonate mit Schulz und Juncker

Foto: Petros Giannakouris/ AP/dpa

14.13 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berät zur Stunde im Kanzleramt mit den Spitzen aller Bundestagsparteien über die aktuelle Lage. Dabei dürfte es auch um das weitere Vorgehen bis zu dem für Sonntag in Griechenland angesetzten Referendum gehen. Nach dem Treffen soll es eine gemeinsame Pressekonferenz mit Vizekanzler Sigmar Gabriel geben.

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Börsenbeben: So trifft Griechenland die Märkte

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14.07 Uhr: Massenhaft Umbuchungen wegen der drohenden Griechenland-Pleite? "Im Moment kann ich nicht erkennen, dass die Urlauber verstärkt umbuchen oder stornieren", sagt der Touristik-Chef des Reisekonzerns Tui, Oliver Dörschuck. "Der vergangene Freitag war noch ein guter Buchungstag. Die Buchungen der gesamten vergangenen Woche lagen nur ein Prozent unter dem Wert der entsprechenden Vorjahreswoche."

SPIEGEL ONLINE hatte heute Vormittag unter Berufung auf Kreise der griechischen Tourismusindustrie berichtet, seit Sonntag gebe es einen kräftigen Anstieg bei Umbuchungen und Stornierungen. Entsprechend heftig traf es auch die Aktie von Tui (Kurswerte anzeigen). Die in London notierten Titel brachen um bis zu 10,4 Prozent ein und waren mit 997 Pence so billig wie noch nie.

13.40 Uhr: Angesichts von Bargeld-Engpässen in Griechenland soll der Nahverkehr im Großraum Athen die gesamte Woche über kostenlos sein. Busse und U-Bahnen sollten spätestens ab Dienstag in der gesamten Region bis 7. Juli ohne Tickets genutzt werden dürfen, sagte der stellvertretende Verkehrsminister Christos Spirtzis am Montag dem Fernsehsender Mega. Der Großraum Athen ist mit etwa vier Millionen Menschen das größte Ballungszentrum des Landes. Ob die Regelung auch für Touristen gilt? Die bekommen schließlich an den Geldautomaten mehr als 60 Euro.

13.33 Uhr: Juncker wandte sich auch an die Griechen: "Ich rufe das griechische Volk auf, mit 'Ja' zu stimmen - was auch immer die Frage ist", sagte er mit Blick auf die Volksabstimmung am Sonntag. Votiere Griechenland mit Ja, "wird die Botschaft an die EU und die Welt sein, dass Griechenland im Euro und in der EU bleiben will".

13.28 Uhr: Er habe Griechenland keine weiteren Vorschläge zu unterbreiten, so Juncker weiter auf seiner Pressekonferenz. "Die Vorschläge liegen schon auf dem Tisch."

13.21 Uhr: Juncker weiter: "Griechenland verließ im schlechtesten Moment den Verhandlungstisch."

13.14 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äußert scharfe Kritik an der Regierung in Athen. Deren Vorschläge seien oft zu spät oder heillos ungelenk gewesen, sagte er auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Das vorgeschlagene Sparpaket sei nicht dumm, sondern zeige einen klaren Weg voran.

13.12 Uhr: China will weiter in Euro-Anleihen investieren. Ministerspräsident Li Keqiang spricht von einem langfristigen und verantwortungsbewussten Vorgehen seines Landes.

13.02 Uhr: Nach Mazedonien schützt sich nun ein weiterer EU-Beitrittskandidat vor einer möglichen Ansteckung mit dem Pleitevirus: Die serbische Notenbank hat die Handlungsfähigkeit von Banken in griechischem Besitz eingeschränkt. Es seien Schritte eingeleitet worden, um Transaktionen zwischen griechischen Finanzinstituten und ihren Töchtern in Serbien zu begrenzen, teilte die Zentralbank am Montag mit. Die Einschränkungen seien vorübergehend. Die Kontoinhaber seien nicht betroffen.

12.57 Uhr: Die Euro-Zone ist nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel gut aufgestellt, um auch Krisen wie die in Griechenland zu bewältigen. Der Euro sei ein "großartiges Projekt" der europäischen Einigung, sagte Merkel am Montag in Berlin auf einer Veranstaltung zum 70-jährigen Bestehen der CDU. Zugleich mahnte sie an, dass diese aber nur dauerhaft bestehen könne, wenn Solidarität und Eigenverantwortung zusammenkämen. "Deshalb muss um diese Grundsätze gekämpft werden." Man könnte sicherlich nachgeben, sagte sie, ohne den Streit mit der griechischen Regierung zu erwähnen. "Aber mittel- und langfristig werden wir uns damit schaden." Merkel bekräftigte zudem ihren Satz: "Scheitert der Euro, scheitert Europa." Entscheidend sei, dass man neben dem Pochen auf Grundsätze auch Kompromisse finden könne. "Wenn die Fähigkeit zu Kompromissen verloren geht, ist auch Europa verloren."

12.45 Uhr: Der Dax  hat zur Mittagszeit seine Verluste wieder leicht ausgebaut und ist unter die Marke von 11.100 Punkten gefallen. Zuletzt notierte der Index 3,4 Prozent schwächer bei 11.095 Punkten.

12.30 Uhr: Große deutsche Versicherungskonzerne sehen sich von einer Staatspleite Griechenlands kaum direkt bedroht. "Wir haben keine griechischen Staatsanleihen mehr, und andere Anlagen sind zu vernachlässigen", sagte am Montag eine Sprecherin des weltgrößten Rückversicherers Munich Re , zu dem auch der Erstversicherer Ergo gehört. Europas größter Versicherer Allianz (Kurswerte anzeigen) hat rund 10 Millionen Euro in griechische Anleihen und Aktien investiert, wie eine Sprecherin sagte. Dem standen bei der Allianz Ende März Kapitalanlagen von insgesamt 662 Milliarden Euro gegenüber. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück besitzt überhaupt keine Unternehmens- und Staatsanleihen aus Griechenland, wie eine Sprecherin bestätigte. Der Versicherungskonzern Talanx ist einer Sprecherin zufolge mit 9 Millionen Euro in Griechenland engagiert

12.30 Uhr: Der niederländische Landliebe-Konzern FrieslandCampino hat in Erwartung von Hamsterkäufen seine Vorräte in Griechenland aufgestockt. Die Bestände an Kondensmilch und Babynahrung seien verstärkt worden, teilte der Sprecher eines der größten europäischen Milchkonzerne am Montag mit. Das Unternehmen, zu dem Marken wie Optimel, Frico und Campino gehören, hatte in der vergangenen Woche bereits seine 450 Mitarbeiter in Griechenland im Voraus bezahlt, um die Auslieferung der Waren sicherzustellen. FrieslandCampino ist mit seinen Noynoy-Produkten größter Milchanbieter in Griechenland.

11.56 Uhr: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat zur Schwächung des Frankens am Devisenmarkt interveniert. "Eine Situation, wie wir sie jetzt über das Wochenende erlebt haben, ist eine Situation, die diesen Bedarf rechtfertigt und wir sind stabilisierend am Markt aufgetreten", sagte SNB-Präsident Thomas Jordan in Bern. Jordan wollte sich nicht zum Umfang der Interventionen äußern. Die Zentralbank will die Entwicklung weiterhin genau beobachten, erklärte Jordan. Die Euro-Zone sei in besserer Verfassung als vor einigen Jahren und die Turbulenzen in Griechenland dürfte andere Euro-Länder nicht destabilisieren. Für einen Euro wurden zuletzt 1,0380 Franken bezahlt.

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

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11.51 Uhr: Die Grünen haben angesichts der Zuspitzung der Griechenland-Krise eine Sondersitzung des Bundestages an diesem Dienstag beantragt. Nach den Entscheidungen der Euro-Gruppe sei es "notwendig und geboten, Entscheidungen von dieser Tragweite im Deutschen Bundestag zu diskutieren", hieß es in dem am Montag in Berlin bekanntgewordenen Antrag der Grünen-Fraktion. In der Nacht zu Mittwoch läuft das bereits zweimal verlängerte Hilfsprogramm der Europäer aus, nachdem sich die Geldgeber sowie die griechische Regierung nicht einigen konnten. Ob Griechenland eine milliardenschwere Kreditrate an den IWF (Stichtag Mittwoch, 6 Uhr MESZ) zurückzahlen kann, ist unklar. Wenn nicht, wäre Hellas in Zahlungsverzug.

11.39 Uhr: Die griechische Polizei verstärkt ihre Präsenz vor Banken, Ministerien und ausländischen Botschaften, berichtet die Zeitung "To Vima".  Demnach gebe es Hinweise auf Anschlagspläne anarchistischer Gruppen. Wegen der Kapitalverkehrskontrollen würden zudem Unruhen wahrscheinlicher. Jeder griechische Bürger darf pro Tag nur noch 60 Euro abheben, wie die Regierung in der Nacht auf Montag beschloss. Für Ausländer gilt die Grenze nicht.

11.30 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel sieht Griechenland am Zug, um einen Ausweg aus der Krise zu finden, wie sie nach Aussagen von Teilnehmern im CDU-Präsidium sagt. Man könne in der Krise nur von Tag zu Tag entscheiden.

11.13 Uhr: Der französische Präsident François Hollande hofft nach eigenen Worten auf eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Griechenland. Eine Einigung sei noch immer möglich. Die Entscheidung liege bei der Regierung in Athen.

11.01 Uhr: Der Dax begrenzt seine Verluste. Aktuell ist der deutsche Leitindex noch 3,1 Prozent im Minus bei 11.164 Punkten. Alles kein Grund zur Sorge, meint der Präsident des Handelsverbandes BGA, Anton Börner: "Ein Chaos sieht anders aus". Er habe an den Börsen Rückgänge bis zu 15 Prozent befürchtet.

10.51 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wollen sich ab etwa 14.30 Uhr in Berlin zur Griechenland-Krise äußern, erklärte das Bundeskanzleramt. Da dürfte es einige kritische Fragen der Journalistenkollegen geben - unser Kolumnist Henrik Müller erklärt Merkels Euro-Strategie schon mal für gescheitert.

Ferienflaute: Touristen meiden Griechenland

Ferienflaute: Touristen meiden Griechenland

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10.39 Uhr: Keine Lust mehr auf Holidays in Hellas: Der Griechenland-Korrespondent von SPIEGEL ONLINE, Giorgos Christides, meldet "massenhafte Stornierungen" bei Urlaubsreisen. "Seit Sonntag" geht die Nachfrage demnach zurück, so Christides unter Berufung auf eine Quelle aus der Tourismuswirtschaft.

10.31 Uhr: Ausgerechnet der Schöpfer des Schlagworts "Grexit" gibt Entwarnung in Sachen Griechenland: In diesem Jahr sei nicht mit einem Ausstieg Athens aus der Währungszone zu rechnen, schrieben der Volkswirt Ebrahim Rahbari und seine Kollegen von der US-Großbank Citigroup in einer Studie am Montag. Auch die Gefahr eines "Grexit" für die kommenden Jahre sinke.

Bei der angekündigten Volksabstimmung rechnen die Citigroup-Experten mit einer "komfortablen Mehrheit" für die geforderten Reformen und damit einen Verbleib im Euro. Im Anschluss an das Referendum gehen Rahbari und seine Kollegen von einer Verlängerung des am 30. Juni auslaufenden Hilfsprogramms oder einer Zwischenlösung aus, die den Verhandlungen Zeit bis Ende des Jahres gebe. Eine Wiederholung des zähen Verhandlungsmarathons seit Jahresbeginn sei aber jederzeit möglich, schränkten sie ein.

Rahbari hatte das Wort "Grexit" beim Hochkochen der Griechenland-Krise 2011/12 geprägt. Es setzt sich aus den englischen Begriffen "Greece" (Griechenland) und "Exit" (Ausstieg) zusammen.

10.20 Uhr: Der britische Premierminister David Cameron hält einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone nach einem "Nein" bei der Volksabstimmung für schwierig. Aber dies müssten die griechischen Bürger entscheiden. Cameron hatte zuletzt wiederholt auf die Möglichkeit eines "Grexit" hingewiesen - lustig für einen, der selbst über die EU-Mitgliedschaft abstimmen lässt.

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Dax stürzt ab

9.45 Uhr: Die Lage in Griechenland ist nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny ausgesprochen ernst. "Wenn die Banken und auch die Börse eine Woche geschlossen werden, ist das eine sehr dramatische Situation", sagte Nowotny am Montag am Rande einer Veranstaltung in Wien. "Man kann nur hoffen, dass es nach der Volksabstimmung zu einer vernünftigen Lösung kommt." Sollten die Griechen dabei mit "Nein" stimmen seien "die Möglichkeiten für weitere konstruktive Wege sehr gering."

9.38 Uhr: Der Dax fällt aktuell noch um 3,6 Prozent auf 11.080 Punkte. Der europäische Leitindex EuroStoxx50 büßt 3,9 Prozent auf 3480 Zähler ein.

9.33 Uhr: Neben den Banken bleibt auch die Börse in Athen in den kommenden Tagen geschlossen. Wie am Montag offiziell mitgeteilt wurde, soll der Handelsplatz bis mindestens Dienstag kommender Woche nicht öffnen. Die griechischen Banken sind bis mindestens Montag geschlossen, der Kapitalverkehr wurde stark eingeschränkt.

9.12 Uhr: Der französische Finanzminister Michel Sapin hält weitere Hilfen für Griechenland für möglich. Die Verhandlungen könnten jederzeit wiederaufgenommen werden. Auch der spanische Wirtschaftminister Luis de Guindos ist weiterhin zuversichtlich für eine Einigung mit Griechenland. Er hoffe, dass der gesunde Menschenverstand zurückkehre und eine Lösung gefunden werde, sagt De Guindos.

9.00 Uhr: In Frankfurt verliert der Dax zur Eröffnung knapp 5 Prozent. Größte Verlierer sind Bank-Aktien.

8.57 Uhr: Für Griechenland steht nach Einschätzung eines führenden Mitglieds der Regierungspartei Syriza ein Ausscheiden aus der Eurozone (Grexit) nach wie vor nicht zur Debatte. "Ein Ausstieg aus der Eurozone war für die griechische Regierung nie eine Option und ist auch jetzt keine Option", sagte das Mitglied des Syriza-Vorstands, Giorgos Chondros, der ARD. Das gelte auch ungeachtet des Ergebnisses der Volksbefragung in Griechenland am Sonntag über die Annahme oder Ablehnung des letzten Angebots der Geldgeber.

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

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8.38 Uhr: Die EU-Kommission wird am Montag keine neuen Griechenland-Vorschläge vorlegen. Dies kündigte eine Sprecherin der Kommission an. EU-Kommissar Pierre Moscovici hatte erklärt, Kommissionschef Jean-Claude Juncker werde am Montag neue Vorschläge vorlegen. Moscovici hält eine Einigung weiter für möglich. Die internationalen Gläubiger und Griechenland seien "nur einige wenige Zentimeter" von einer Vereinbarung entfernt, sagt der Franzose im Radio.

8.24 Uhr: Die EU-Kommission stellt sich hinter die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland. Gleichzeitig fordert sie das Land auf, so schnell wie möglich wieder einen freien Kapitalverkehr zuzulassen.

8.04 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hält sich weiter bedeckt. Ein dankbares Ziel für Die Linke: Sollte Griechenland aus der Eurozone ausscheiden, werde Merkel "als die Kanzlerin in die Geschichtsbücher eingehen, unter der womöglich der Anfang vom Ende der Eurozone begonnen hat", ätzt Parteichefin Katja Kipping im ARD-"Morgenmagazin". Sie wolle beim Treffen der Partei- und Fraktionschef mit der Kanzlerin am Nachmittag "die Möglichkeit nutzen, noch einmal deutlich zu machen, was das geopolitisch bedeutet für die Währung".

8.00 Uhr: Der Broker IG taxiert den Dax  rund 4,7 Prozent tiefer auf 10.955 Punkte.

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Erstes europäisches Land schützt sich gegen Ansteckung

7.51 Uhr: Das erste europäische Land schützt sich gegen eine mögliche Ansteckung: EU-Beitrittskandidat Mazedonien hat seine Banken angewiesen, ihre gesamten Einlagen bei griechischen Geldhäusern abzuziehen. Zudem wurden "vorbeugende Maßnahmen" beschlossen, die den Abfluss von Geldern Richtung Griechenland eindämmen sollen.

Die Zentralbank in Skopje teilte am späten Sonntagabend mit, die Schritte seien nur vorübergehend. Es gehe darum, einen möglicherweise signifikanten Geldabfluss zu verhindern, der in Mazedonien zu Problemen im Finanzsektor führen könne. Die mazedonischen Banken sollten dabei alle Einlagen zurückholen, die sie bei griechischen Instituten oder deren weltweiten Ablegern hätten. Um wie viel Geld es sich konkret handelte, war zunächst unklar.

Aktien griechischer Banken brachen beim Broker Lang & Schwarz ein: Alpha Bank verloren gut 12 Prozent, Piraeus Bank 10 Prozent, Eurobank Ergasias 9 Prozent und die National Bank of Greece 7 Prozent.

7.42 Uhr: An Asiens Börsen sorgt die griechische Tragödie für deutliche Kursabschläge bei Aktien und Euro. In Japan fiel der Nikkei  -Index der 225 führenden Werte um rund 2 Prozent auf 20.287 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab ebenfalls knapp zwei Prozent auf 1634 Zähler nach.

Auch der Euro kam unter die Räder und wertete um fast zwei Prozent ab. Zum Dollar fiel die Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,10, zeitweise bis auf 1,0955 Dollar. Zum Yen betrug das Minus sogar mehr als drei Prozent. Mit 133,80 Yen wurde hier der niedrigste Wert seit fünf Wochen markiert.

7.37 Uhr: Die Regierung in Athen hat bestätigt, dass die griechischen Banken bis zum 6. Juli geschlossen bleiben. Damit solle verhindert werden, dass die Banken zusammenbrechen, weil angesichts der drohenden Staatspleite zu viele Kunden gleichzeitig ihre Konten räumen.

7.33 Uhr: Trotz der ab heute geltenden Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland sollen Ausländer weiter unbegrenzt Geld abheben können. Die Einschränkungen würden nicht für Besucher aus dem Ausland gelten, wenn diese "mit einer in ihrem Herkunftsland ausgestellten Kreditkarte Transaktionen und Abhebungen" vornehmen wollten, teilte die Regierung in Athen in der Nacht zum Montag mit.

National Bank in Athen: 60 Euro pro Tag und Person dürfen Griechen abheben. Ausländer bekommen mehr

National Bank in Athen: 60 Euro pro Tag und Person dürfen Griechen abheben. Ausländer bekommen mehr

Foto: Milos Bicanski/ Getty Images

7.26 Uhr: Angesichts der akuten Schuldenkrise Griechenlands bleiben die Banken des Landes bis zum 6. Juli geschlossen. Das wurde in einer in der Nacht zum Montag in Athen veröffentlichten amtlichen Mitteilung festgelegt. Die täglichen Barabhebungen an Geldautomaten werden demnach für Griechen auf 60 Euro pro Tag beschränkt.

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Griechische Banken und Börse bleiben geschlossen

Sonntag, 19.14 Uhr: Die griechischen Banken werden am Montag nach Angaben des Instituts Piraeus Bank nicht öffnen. In Finanzkreisen hieß es am Sonntagabend zudem, auch die Börse in Athen werde zum Wochenauftakt geschlossen bleiben.

Athener Börse: Der hellenische Handelsplatz und die Banken bleiben am Montag geschlossen

Athener Börse: Der hellenische Handelsplatz und die Banken bleiben am Montag geschlossen

Foto: Milos Bicanski/ Getty Images

18.22 Uhr - Vizekanzler Sigmar Gabriel signalisiert den Griechen, sie im Falle einer Staatspleite nicht im Stich zu lassen. Europa werde dann umfassende humanitäre Hilfe bereitstellen müssen. Zugleich erklärt er, die EU könne nicht über ihr bisheriges Hilfsangebot hinausgehen. "Mehr kann Europa nicht anbieten."

18.01 Uhr - Griechenland kann die Verhandlungen über die jüngsten EU-Vorschläge nach den Worten von EU-Kommissar Pierre Moscovici neu starten. "Die Tür ist weiter offen", sagt er via Twitter.

17.21 Uhr: Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis hat einer Twitter-Nachricht seine ablehnende Haltung zu Kapitalverkehrskontrollen bekräftigt. Damit würden zum Beispiel die Beträge für Abhebungen an Geldautomaten auf relativ kleine Summen gekappt. "Kapitalkontrollen in einer Währungsunion sind ein Widerspruch in sich. Die griechische Regierung lehnt dieses Konzept ab", schrieb Varoufakis bei dem Kurznachrichtendienst. Die BBC hatte zuvor berichtet, Varoufakis erwäge die Einführung der Kontrollen.

16.45 Uhr: Nach der Eskalation der Griechenland-Krise rechnen Börsenexperten am Montag zunächst mit fallenden Aktienkursen. "Es wird Kursverluste geben, aber keinen Crash" sagte Börsenexperte Robert Halver von der Baader Bank. Nach den ersten Rücksetzern sei beim Dax am Montag im Tagesverlauf sogar schon wieder eine Gegenbewegung möglich. Anders als 2008 beim Ausbruch der Lehman-Krise seien die Märkte diesmal auf das Geschehen vobereitet, betonte Halver. Zudem bestehe keine Ansteckungsgefahr für den Bankensektor, weil das Risiko eines Ausfalls griechischer Anleihen inzwischen beim öffentlichen Sektor liege.

Auch Marktexperte Uwe Eilers von der Geneon Vermögensmanagement AG rechnet nicht mit einer nachhaltig negativen Reaktion der Aktienmärkte. Die europäischen Indizes dürften am Montagmorgen nur um maximal zwei Prozent nach unten gehen, betonte der Experte. "Weiterhin gehe ich von einer schnellen Erholung aus, da endlich ein Schlussstrich unter die endlosen Verhandlungen gezogen wurde". Damit ist der ewige Unsicherheitsfaktor Griechenland bald Geschichte. Dies sorgt auf Dauer für Sicherheit." Auch der Euro dürfte nach einer kurzen Schwächephase eher profitieren, da es nun klar geworden sei, dass ein Aufweichen der Währungsunion durch die Mitgliedsstaaten nicht mehr akzeptiert werde, so Eilers weiter.

15.48 Uhr: Die EZB hält Kreisen zufolge eine vorübergehende Schließung der griechischen Banken bereits ab Montag für notwendig. Die EZB sehe die Notkredite (Ela) für die Institute als nicht ausreichend an, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein EZB-Sprecher wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Die Entscheidung über Bankferien oder andere Maßnahmen wie Kapitalverkehrskontrollen müssen von der griechischen Regierung oder der griechischen Notenbank getroffen werden.

15.06 Uhr: Die Bundesregierung rät allen Griechenland-Reisenden, sich vorab mit ausreichend Bargeld zu versorgen. "In Griechenland kann es bei der Bargeldversorgung zu erheblichen Wartezeiten kommen, auch zu Engpässen beispielsweise bei der Ausstattung der Automaten mit Bargeld", heißt es in einem aktuellen Hinweis, den das Auswärtige Amt am Sonntag auf seiner Internetseite veröffentlichte. Reisenden wird außerdem empfohlen, "sich zur Lageentwicklung über diese Reisehinweise und die Medien informiert zu halten". Trotz dieser Hinweise sieht der Reiseveranstalter Tui keine Auswirkungen für Pauschalurlauber, die in nächster Zeit nach Griechenland reisen wollen.

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EZB greift griechischen Banken weiter mit Notkrediten unter die Arme

14.43 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Notkredite für griechische Banken auf dem aktuellen Stand von rund 90 Milliarden Euro. Das teilte die Notenbank nach Beratungen des EZB-Rates am Sonntag in Frankfurt mit.

14.11 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft die Spitzen der im Bundestag vertretenen Parteien am Montag im Kanzleramt zusammen. Ein entsprechender Bericht der "Bild"-Zeitung wurde der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag aus Koalitionskreisen bestätigt. Das Treffen soll am Mittag stattfinden. Laut "Bild" will Merkel die Partei- und Fraktionschefs dabei über die aktuellen Entwicklungen unterrichten. Beschlüsse seien nicht zu erwarten.

Merkel sei auch am Samstag und Sonntag in die Krisendiplomatie eingebunden gewesen, verlautete aus Regierungskreisen. Es habe eine Reihe von Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung gegeben, sagt ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Details werden nicht genannt.

14.07 Uhr: Griechenland erwägt Finanzminister Yanis Varoufakis zufolge die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie eine Schließung der Banken am Montag. Das sagte der Politiker am Sonntag der BBC. Der griechische Finanzstabilitätsrat tritt nach eigenen Angaben um 15 Uhr zusammen.

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

Foto: REUTERS

13.37 Uhr: Die europäischen G7-Regierungen informieren ihre Partner über die jüngsten Entwicklungen. "Es gab ein G7-Debriefing auf der Ebene der Finanzstaatssekretäre", heißt es in Regierungskreisen.

13.13 Uhr: Die griechische Regierung hat nach Worten von IWF-Chefin Christine Lagarde noch immer Zeit, den Kurs zu ändern und die Vorschläge der anderen Euro-Länder zu akzeptieren. Lagarde sagt der BBC, das Referendum basiere zwar auf Bedingungen, die nicht mehr gültig seien, weil das aktuelle Hilfsprogramm auslaufe. Sollten die Griechen aber mit einem überwältigenden Votum für einen Verbleib im Euro und eine Stabilisierung der heimischen Wirtschaft stimmen, wären die Gläubiger zu weiteren Anstrengungen bereit.

Abwärts: 300 bis 400 Punkte tiefer taxieren Börsianer den Dax-Start am Montag

Abwärts: 300 bis 400 Punkte tiefer taxieren Börsianer den Dax-Start am Montag

Foto: Fredrik Von Erichsen/ dpa

12.33 Uhr: Die drohende Pleite Griechenlands wird Börsianern zufolge zu Wochenbeginn für einen Beben an den Finanzmärkten sorgen. "Der Dax wird am Montag mindestens 300 bis 400 Punkte tiefer eröffnen", sagte NordLB-Aktienstratege Tobias Basse am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. "Alles weitere hängt dann von der Nachrichtenlage ab." Die Verluste der griechischen Aktienmarkts würden voraussichtlich noch wesentlich deutlicher ausfallen.

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Niederlande warnen Griechenland-Urlauber

11.49 Uhr: Die Niederlande haben Touristen vor einer Reise in das Land zu erhöhter Aufmerksamkeit ermahnt. "Bereiten Sie Ihren Aufenthalt besonders gut vor, und achten Sie auf Veränderungen der Situation", schreibt das niederländische Außenministerium am Sonntag auf seiner Homepage. Urlauber sollten auf jeden Fall genügend Bargeld mitnehmen. "Sollte der Zahlungsverkehr durch die finanzielle Unruhe behindert werden, kann in Griechenland vielleicht kein Geld mehr gepinnt werden", warnt das Ministerium. Touristen wird auch dringend geraten, sich ständig über die jüngsten Entwicklungen in ihrem Urlaubsland zu informieren.

Taverne in Mykonos: "Achten Sie auf Veränderungen der Situation", warnt das niederländische Außenministerium Urlauber

Taverne in Mykonos: "Achten Sie auf Veränderungen der Situation", warnt das niederländische Außenministerium Urlauber

Foto: Corbis

10.58 Uhr: Der französische Premierminister Manuel Valls bezweifelt nach eigenen Worten, dass die Europäische Zentralbank die Unterstützung der griechischen Geldinstitute stoppen wird. Ganz anders sieht das die BBC. 

Die EZB müsse zu einer unabhängigen Entscheidung kommen, so Valls, denn in den nächsten Tagen werde eine weitere finanzielle Hilfe zweifellos erforderlich, sagte er am Sonntag im französischen Rundfunksender Europa 1.

Der Premier forderte die Griechen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei ein "reelles Risiko", wenn die Griechen bei dem angekündigten Referendum am kommenden Sonntag mit "nein" stimmen sollten.

10.13 Uhr: Wie geht es heute und in den kommenden Tagen weiter mit Griechenland? Diese Frage beantworten wir Ihnen hier.

9.44 Uhr: Das finanzielle Ausfallrisiko für die deutsche Staatskasse liegt nach derzeitigem Stand durch Verpflichtungen aus den verschiedenen Rettungsschirmen, inklusive des Anteils an den Leistungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bei mindestens "rund 80 Milliarden Euro", sagte der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, Gunter Krichbaum (CDU), der "Leipziger Volkszeitung".

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

Foto: REUTERS

9.27 Uhr: Nach Aussage von Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling scheint ein Grexit nun fast unausweichlich. Zunächst müsse Griechenland aber ein Ausscheiden aus der EU beantragen, die anderen Länder müssten dem zustimmen, sagt Schelling. (Alle Begriffe von "Grexit" bis "Geuro" klären wir in unserer Bildergalerie links.)

9.09 Uhr: Hier noch einmal der Hinweis: Nach Einschätzung von EU-Diplomaten wird die Europäische Zentralbank (EZB) noch heute beraten. Sie muss entscheiden, ob sie griechische Banken weiter stützt. Die EZB hilft dem Krisenland schon länger mit Notkrediten aus, um einen Zusammenbruch des Bankensektors zu verhindern, weil die Griechen Milliarden von den Konten räumen. Dreht die EZB den Geldhahn zu, dürfte dies zu Wochenbeginn die Bargeld-Versorgung im Land drastisch einschränken.

9.01 Uhr: Wie ernst die Lage derzeit ist, zeigt die Absage einer zweitägigen Israel-Reise durch Vizekanzler Sigmar Gabriel. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin teilte mit, Gabriel habe seine Staatssekretärin Brigitte Zypries zu dem Treffen mit Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geschickt.

Athen: Abgeordnete im Parlament applaudieren Ministerpräsident Tsipras

Athen: Abgeordnete im Parlament applaudieren Ministerpräsident Tsipras

Foto: AP/dpa

8.40 Uhr: Das griechische Parlament hat in der Nacht auf Sonntag den Weg für das von Ministerpräsident Alexis Tsipras vorgeschlagene Referendum freigemacht. Mit 179 Ja- und 120 Nein-Stimmen votierten die Abgeordneten für eine Volksabstimmung über die von den internationalen Gläubigern ursprünglich vorgelegten Spar- und Reformmaßnahmen.

Bei dem geplanten Referendum solle Griechenland ein "großes Nein zum Ultimatum" der Gläubiger aussprechen, forderte Tsipras. Er zeigte sich überzeugt, dass durch ein "stolzes Nein" die Verhandlungsstärke Griechenlands gegenüber den Gläubigern gestärkt werden würde. Zugleich sollten die Griechen "ein großes Ja zu Europa und zur Solidarität" aussprechen.

Die Entwicklungen von Samstag kurz zusammengefasst:

  • Griechenland steuert nach gescheiterten Verhandlungen über eine Verlängerung des Hilfsprogramms auf eine Staatspleite zu;
  • die Milliardenhilfen laufen am Dienstag aus, wenn es nicht noch eine Einigung gibt;
  • die Euro-Finanzminister bereiten Maßnahmen vor, um sicherzustellen, dass die Stabilität der Eurozone gewährleistet bleibt;
  • der Rat der EZB will "zu gegebener Zeit" zusammenkommen, um über die ELA-Notkredite für griechische Banken zu beraten. Insider sprechen von einem Treffen am Sonntag;
  • in Griechenland strömen die Menschen aus Angst vor einem Grexit an die Geldautomaten;
  • zuvor hatte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras überraschend angekündigt, eine Volksabstimmung über das Spar- und Reformprogramm der Geldgeber abhalten zu wollen. Er selbst lehne das Programm aber ab.

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Linke: "Merkel muss jetzt eingreifen"

19.20 Uhr: Die Opposition im Bundestag sieht nun Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Pflicht. Merkel müsse jetzt eingreifen. "Das Schicksal Europas liegt in ihren Händen. Eine Verlängerung des so genannten Hilfsprogrammes um eine Woche muss drin sein", forderte die Führung der Linkspartei in einer Erklärung.

Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter sagte, es sei verantwortungslos, in diesen für Europa entscheidenden Stunden eine solche Entscheidung nur der Eurogruppe zu überlassen. "Wo sind die europäischen Regierungschefs, allen voran Merkel, die eine Lanze für den Verbleib von Griechenland im Euro und damit für Europa brechen?", fragte Peter.

19.11 Uhr: Der EZB-Rat werde zu gegebener Zeit zusammenkommen, teilte die Notenbank über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Die EZB beobachtet die Entwicklungen genau", hieß es zudem. Kreisen zufolge wollen die Notenbanker am Sonntag über die ELA-Notkredite für das griechische Bankensystem beraten. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen mit der Sache vertrauten griechischen Offiziellen.

Varoufakis auf seiner Pressekonferenz: "Glaubwürdigkeit Europas dauerhaft beschädigt"

Varoufakis auf seiner Pressekonferenz: "Glaubwürdigkeit Europas dauerhaft beschädigt"

Foto: DPA

18.26 Uhr: Varoufakis verlässt das Brüsseler Ratsgebäude hastig. Dem Journalisten, der fragt, ob das ein trauriger für ihn sei, entgegnet er: "Das ist ein trauriger Tag für Europa."

17.52 Uhr: Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis sagt, seine Regierung würde den Griechen vielleicht empfehlen, den Reformen zuzustimmen, wenn die Bedingungen besser wären oder das Hilfsprogramm verlängert würde. Die Ablehnung der Verlängerung um "einige Tage, einige Wochen" durch die Eurogruppe beschädige die Gläubwürdigkeit Europas in Griechenland dauerhaft, so Varoufakis.

Ist das Referendum also tatsächlich reine Verhandlungstaktik? Lesen Sie dazu den aktuellen Beitrag unseres Meinungsmachers Daniel Stelter.

17.45 Uhr: Pressekonferenz von Varoufakis. 

Gegenseitige Schuldzuweisungen: Eurogruppen-Chef Dijsselbloem

Gegenseitige Schuldzuweisungen: Eurogruppen-Chef Dijsselbloem

Foto: Olivier Hoslet/ dpa

17.43 Uhr: Eurogruppen-Chef Dijsselbloem beendet seine Pressekonferenz. Die Finanzminister der Eurozone kämen nun ohne ihren griechischen Kollegen Yanis Varoufakis zusammen, um zu beraten, wie sich die Währungsunion schützen kann. Die 18 Staaten würden über alle Punkte sprechen, die nötig sind, "um die Stärke und Glaubwürdigkeit der Euro-Zone zu erhalten". Auch in der gemeinsam vereinbarten Erklärung heißt es: "Die Euro-Zonen-Einrichtungen werden alles tun, was für die finanzielle Stabilität in der Euro-Zone nötig ist."

Später am Abend soll es noch eine Pressekonferenz geben.

17.42 Uhr: Ein Journalist fragt, ob es eine Wiederaufnahme der Hilfsprogramme geben wird, wenn die Griechen für das Reformprogramm stimmen? Dijsselbloem dazu: "Sie fragen: Was passiert, wenn ...? Ich kann das nicht beantworten."

17.36 Uhr: Ein griechischer Journalist fragt Dijsselbloem: "Wenn das Hilfsprogramm am 30. Juni ausläuft, wofür stimmen denn dann überhaupt die Griechen bei der Volksabstimmung?" Dijsselbloem antwortet: "Mit Verlaub, das müssen Sie die griechische Regierung fragen."

17.33 Uhr: Dijsselbloem sagt, die griechische Regierung habe sich derart negativ über das Angebot der Gläubiger geäußert, dass keine Verhandlungsgrundlage mehr gegeben sei.

17.30 Uhr: Hier gibt es eine Pressekonferenz mit Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem im Livestream. 

17.27 Uhr: Die Euro-Finanzminister treffen sich im Laufe des Tages nach Angaben von EU-Diplomaten eventuell erneut ohne den griechischen Vertreter Yanis Varoufakis. Das Treffen sei nur unterbrochen. Der griechische Finanzminister berate sich mit EZB-Vertretern. Danach sei eine weitere Eurogruppen-Sitzung mit Varoufakis geplant, im Anschluss daran womöglich ohne ihn.

17.08 Uhr: Die Euro-Länder haben eine Verlängerung des griechischen Hilfsprogramms über den 30. Juni hinaus abgelehnt, berichteten EU-Diplomaten am Rande des Sondertreffens der Euro-Finanzminister in Brüssel. Damit ist das schuldengeplagte Land nun akut pleitegefährdet.

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis kündigte laut den Diplomaten dennoch an, seine Regierung wolle an der für Sonntag kommender Woche angekündigten Volksabstimmung festhalten.

Das griechische Parlament debattierte derweil weiter über das Referendum. Aus Sicht der oppositionellen sozialistischen Partei Pasok darf über Finanzfragen keine Volksabstimmung durchgeführt werden. Zudem sei die Fragestellung irreführend. Mit einer Abstimmung wird noch am Abend gerechnet.

Erwartet Flexibilität der Geldgeber: Griechenlands Finanzminister Varoufakis

Erwartet Flexibilität der Geldgeber: Griechenlands Finanzminister Varoufakis

Foto: AFP

16.29 Uhr: Nach nur rund zwei Stunden haben die Euro-Finanzminister in Brüssel nach Angaben von Vertretern der Euro-Zone ihre Sondersitzung zu Griechenland beendet. Zu möglichen Ergebnissen wurde zunächst nichts bekannt.

15.30 Uhr: Die griechischen Banken sollen nach Angaben von Finanzminister Yanis Varoufakis trotz des erheblichen Kapitalabflusses nicht schließen. Die Zentralbank habe dafür zu sorgen, dass dies so bleibe, sagte Varoufakis. Seine Regierung wolle die Euro-Zonen-Partner auffordern, das am 30. Juni auslaufende Hilfsprogramm um einige Wochen zu verlängern. Damit solle es möglich werden, das von Athen für den 5. Juli geplante Referendum abzuwarten. Seine Regierung werde sich an das Ergebnis des Referendums halten und erwarte Flexibilität der Geldgeber.

Um den am Dienstag fälligen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzuzahlen, sollten die Gläubiger Griechenland die Einnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) aus den von ihr gehaltenen griechischen Anleihen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro zahlen.

Der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling sieht derweil keine Möglichkeit für eine Verlängerung. Schelling kritisierte, das Referendum sei viel zu spät angesetzt worden. Die Minister müssten nun über Alternativen diskutieren.

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Stubb: "Plan B wird nun zu Plan A"

Bundesfinanzminister Schäuble (M.): "Sind in einer Lage, dass am Dienstag das Hilfsprogramm endet"

Bundesfinanzminister Schäuble (M.): "Sind in einer Lage, dass am Dienstag das Hilfsprogramm endet"

Foto: Julien Warnand/ dpa

14.18 Uhr: "Die Verhandlungen sind durch Herrn Tsipras für beendet erklärt worden, wenn ich das richtig verstehe", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble unmittelbar vor dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. "Nun müssen wir sehen, was daraus folgt." Keiner der Kollegen, mit dem er vorab gesprochen habe, "sieht irgendeine Möglichkeit, was nun noch zu machen ist", so Schäuble. "Wir sind damit in einer Lage, dass am Dienstag das Hilfsprogramm endet, weil es ja keine Verhandlungen mehr gibt."

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14.17 Uhr: Die Finanzminister der Eurozone wollen das Hilfsprogramm für Griechenland nicht verlängern. " Ich denke, Plan B wird nun zu Plan A", sagte der finnische Finanzminister Alexander Stubb ebenfalls unmittelbar vor dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Als Plan B bezeichnen die Unterhändler in Brüssel eine Staatspleite Griechenlands oder ein Ausscheiden aus dem Euro. Es liege kein anderer Vorschlag auf dem Tisch, so Stubb. Das stimme ihn "sehr traurig". Auf die Frage, ob die griechischen Banken am Montag geschlossen bleiben sollten, sagte Stubb, das sei Sache Griechenlands.

13.48 Uhr: "Ich bin sehr negativ überrascht", sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem unmittelbar vor dem Euro-Finanzministertreffen. Die griechische Regierung lehne die Vorschläge der drei Institutionen ab und habe "die Tür für weitere Gespräche zugeschlagen, die meiner Meinung nach zuletzt noch offen war", so Dijsselbloem weiter. Das griechische Volk sei schlecht beraten, gegen die Sparmaßnahmen zu stimmen.

Der belgische Finanzminister Johan Van Overtveldt bezeichnete die griechischen Referendumspläne als "bizarr". Es sei "etwas widersprüchlich, wenn die Regierung sagt 'Wir wollen das Volk befragen' und gleichzeitig betont, dass sie selbst das Programm ablehnt", sagte Overtveldt. Die Eurogruppe werde aber nicht über das Referendum reden. "Wir werden über das Programm diskutieren." Dabei sei klar, dass das bestehende Hilfsprogramm am Dienstag auslaufe. Zu möglichen Kapitalverkehrskontrollen wollte er sich nicht äußern.

13.36 Uhr: Die Ankündigung des Referendums wird nach Ansicht des deutschen Wirtschaftsforschers Clemens Fuest den Ansturm auf die griechischen Banken dramatisch verschärfen. "Nur mit Kapitalverkehrskontrollen ab Montag kann Griechenland bis zum 5. Juli Zeit gewährt werden, ein Referendum über das Rettungsprogramm abzuhalten." In Athen und anderswo gibt es bereits einen massiven Ansturm auf die Geldautomaten, Griechen lieferten sich mitunter sogar Rangeleien, um noch schnell an ihr Erspartes zu kommen.

13.07 Uhr: In Brüssel wartet ein Pressetross auf die Ankunft der Euro-Finanzminister. Die EU überträgt die Statements von Schäuble und Co. im Livestream. 

Kreisen zufolge ist heute nicht mit einer Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland zu rechnen. Mehrere Länder seien dagegen, sagte ein Vertreter der Euro-Zone.

12.59 Uhr: Zur Stunde berät das griechische Parlament über das von Regierungschef Alexis Tsipras vorgeschlagene Referendum. Eine Abstimmung der 300 Abgeordneten wird für heute Abend erwartet. Für die Abhaltung der Volksabstimmung ist eine Mehrheit von 151 Abgeordneten notwendig.

Der konservative Oppositionsführer Antonis Samaras kritisierte Tsipras als verantwortungslos. Griechenland werde gespalten und Tsipras fordere vom Volk eine Entscheidung, die er selbst nicht treffen wolle, so Samaras.

12.25 Uhr: Das von Athen angekündigte Reform-Referendum sorgt in Brüssel für Verärgerung. "Das geplante Referendum hat alles noch komplizierter gemacht", sagte ein EU-Diplomat. "Das ist noch einmal eine Volte der griechischen Regierung, um alles durcheinander zu bringen." Der Zeitplan sei nun nicht mehr einzuhalten. "Ich denke, dass jetzt über einen Plan B geredet werden muss", sagte der Diplomat. Damit wird üblicherweise eine Pleite oder ein Euro-Austritt Griechenlands umschrieben.

12.12 Uhr: Echte Demokratie oder brillante Verhandlungstaktik? Unser regelmäßiger Meinungsmacher Daniel Stelter erklärt, warum Griechen-Premier Tsipras gerade jetzt mit einem Referendum um die Ecke kommt.

11.17 Uhr: Trotz der griechischen Pläne für eine Volksabstimmung werden sich die Finanzminister der Euro-Zone wie geplant heute um 14 Uhr (MESZ) in Brüssel treffen, wie ein EU-Vertreter sagt.

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Griechen liefern sich Rangeleien vor den Geldautomaten

10.59 Uhr: Die rechtspopulistische Regierungspartei "Unabhängige Griechen" ruft die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Bürger sollten sich nicht einschüchtern lassen, sagte Parteichef Panos Kammenos im griechischen Fernsehen. Das Land werde sich nicht erpressen lassen. "Die Banken werden nicht schließen", so Kammenos, der auch Verteidigungsminister ist. Seinen Worten zufolge wird es an den Automaten weiter Geld geben.

Viele Griechen fürchten jedoch, dass egal was das Ergebnis des Referendums sein werde, ein Austritt Griechenlands aus der Eurogruppe unabwendbar sei und heben soviel Geld wie möglich ab.

Am zentralen Athener Platz von Kolonaki warteten heute Morgen Menschen vor dem Geldautomaten der National Bank of Greece. In anderen Stadtteilen gab es ähnliche Bilder. Einige Geldautomaten waren wegen des Ansturms leer, berichteten Augenzeugen. Experten sehen die Notwendigkeit für Kapitalverkehrskontrollen

Am zentralen Athener Platz von Kolonaki warteten heute Morgen Menschen vor dem Geldautomaten der National Bank of Greece. In anderen Stadtteilen gab es ähnliche Bilder. Einige Geldautomaten waren wegen des Ansturms leer, berichteten Augenzeugen. Experten sehen die Notwendigkeit für Kapitalverkehrskontrollen

Foto: Simela Pantzartzi/ dpa

10.12 Uhr: Nach der Ankündigung eines Reform-Referendums durch Premier Alexis Tsipras verstärkt sich die Grexit-Angst in Griechenland. Mehr Menschen als zuvor strömen an die Geldautomaten. "Ich habe Menschen gesehen, die in Hausschuhen und Pyjama kamen, um Geld abzuheben", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Giorgos Christides. Junge Frauen und Männer, die sich Freitagnacht zum Ausgehen getroffen hatten, hätten die Bars und Restaurants verlassen und den nächsten Bankautomaten aufgesucht." Andere riefen schnell Freunde und Familie an und rieten ihnen, aufzustehen und sich so viel Geld wie möglich zu sichern." Vereinzelt sei es an den Automaten zu Rangeleien gekommen.

9.41 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zeigt sich grundsätzlich offen für das von Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras angekündigte Referendum. Man wäre klug beraten, den Vorschlag nicht einfach abzutun, sagte Gabriel im Deutschlandfunk. Eine Volksabstimmung sei aber nur dann sinnvoll, wenn dann auch das Angebot der europäischen Geldgeber zur Abstimmung stehe.

9.08 Uhr: Kurz vor einer entscheidenden Sitzung der Euro-Finanzminister über die Rettung Griechenlands vor der drohenden Staatspleite hat Athen überraschend ein Referendum über die Sparprogramme angesetzt. Regierungschef Alexis Tsipras kündigte im Fernsehen die Abstimmung für den 5. Juli an. Da am Dienstag bereits eine Rückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) von rund 1,6 Milliarden Euro ansteht, wollte er "eine kleine Verlängerung" des laufenden Hilfsprogramms beantragen.

Tsipras im Fernsehen: "Manche der Institutionen und der Partner haben wohl die Absicht, ein ganzes Volk zu demütigen"

Tsipras im Fernsehen: "Manche der Institutionen und der Partner haben wohl die Absicht, ein ganzes Volk zu demütigen"

Foto: POOL/ REUTERS

"Manche der Institutionen und der Partner haben wohl die Absicht, ein ganzes Volk zu demütigen", warf Tsipras den Geldgebern vor. "Morgen (Samstag) wird das Parlament tagen, um diese Volksabstimmung zu genehmigen. Ich werde das Ergebnis Eurer Entscheidung akzeptieren", sagte Tsipras. "Die Partner haben uns ultimativ aufgefordert, noch mehr Sparlast zu akzeptieren." Dies würde aber ein weiteres Schrumpfen der griechischen Wirtschaft bewirken. "Wir tragen die historische Last, die Demokratie zu festigen. Diese Verantwortung zwingt uns, auf Grund des Willens des Volkes zu entschieden."

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Gläubiger bieten Griechenland Milliarden an

Freitag, 14.30 Uhr: Die Europäische Zentralbank stützt die griechischen Banken weiter mit Notkrediten. Das maximale Volumen der sogenannten ELA-Nothilfen für die Banken sei aber den dritten Tag in Folge unverändert geblieben, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Seit Mittwoch liegt das Niveau laut den Kreisen bei knapp 90 Milliarden Euro. Die Lage der Banken in Griechenland ist dramatisch. Die Liquiditätshilfen sind nötig, weil Verbraucher und Unternehmen viel Geld von ihren Konten abheben, um es bei einem Zusammenbruch der Banken nicht zu verlieren. Technisch kommen die Liquiditätshilfen mit Billigung des EZB-Rates von der griechischen Zentralbank.

13.30 Uhr: Das Griechenland-Hilfsprogramm soll nach dem Plan der Gläubiger-Institutionen um fünf weitere Monate bis Ende November verlängert werden. Das geht aus Unterlagen der Gläubiger-Institutionen hervor, die an Bundestagsabgeordnete geleitet wurden und die verschiedenen Nachrichtenagenturen am Freitag vorlagen. Den Vorschlägen müssen die Eurogruppe und Griechenland noch zustimmen.

Bis Ende November sollen bislang für die Bankenrettung vorgesehene Mittel in Milliardenhöhe teilweise zur Finanzierung des griechischen Staates umgewidmet werden. Um die am 30. Juni fällige Rate beim Internationalen Währungsfonds (IWF) bezahlen zu können und so die Pleite im letzten Moment abzuwenden, sollen Athen noch vor Dienstag 1,8 Milliarden Euro an Zinsgewinnen der Europäischen Zentralbank (EZB) überwiesen werden, heißt es in dem Finanzierungsplan weiter.

Erst gestern trafen sie sich in Brüssel: Heute sprachen Kanzlerin Merkel und Griechenlands Premier Tsipras erneut miteinander

Erst gestern trafen sie sich in Brüssel: Heute sprachen Kanzlerin Merkel und Griechenlands Premier Tsipras erneut miteinander

Foto: Olivier Hoslet/ dpa

Damit der Plan umgesetzt werden kann, müssen sich Athen und die Institutionen aus IWF, EZB und EU-Kommission zunächst auf eine Spar- und Reformliste einigen und die Euro-Finanzminister diese Liste auf ihrer Sitzung am Samstagnachmittag billigen. Danach müsste dann das griechische Parlament zahlreiche Maßnahmen beschließen, anschließend ist noch die Zustimmung nationaler Parlament in den Euroländern - darunter der Bundestag - erforderlich. Erst dann kann Geld an Athen überwiesen werden.

12 Uhr: Ob der Zeitpunkt bewusst so spät gewählt wurde? Die Finanzminister der Euro-Länder jedenfalls werden sich am Samstag um 17 Uhr in Brüssel zu ihren Beratungen treffen, wird nun offiziell mitgeteilt.

11.30 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann will über ein mögliches Scheitern der Gespräche mit Griechenland nichts wissen, sondern setzt auf eine Lösung: "Ich will, dass wir mit voller Kraft an Plan A arbeiten."

11.13 Uhr: Einen Tag vor der entscheidenden Sitzung der Eurogruppe zum Thema Griechenland trifft sich der griechische Ministerpräsident Tsipras mit Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Hollande. Dies teilten Kreise der Regierung in Athen am Freitag mit. Das griechische Staatsfernsehen (ERT1) berichtete, das Treffen habe gegen 11 Uhr MEZ begonnen. Details wurden nicht bekannt.

Will sein Land in der Euro-Zone halten: Spricht aber von "seltsamen Forderungen" der Gläubiger, die Griechenland nicht erfüllen könne

Will sein Land in der Euro-Zone halten: Spricht aber von "seltsamen Forderungen" der Gläubiger, die Griechenland nicht erfüllen könne

Foto: DPA

10.17 Uhr: Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir geht davon aus, dass die Entscheidung im Schuldenstreit mit Griechenland am Sonntag fällt. Die am Samstag beginnende Krisensitzung der Euro-Finanzminister werde sich bis in den folgenden Tag hinziehen. "Das wird wirklich das letzte Treffen zu diesem Thema", fügte er hinzu. Entweder werde es dann eine Lösung geben, oder man müsse sich mit den technischen Details für eine Pleite eines Euro-Zonen-Mitglieds auseinandersetzen, warnte er.

9.40 Uhr: Obwohl die griechische Regierung mit dem Rücken zur Wand steht, zeigt Finanzminister Yanis Varoufakis zeigt aktuell keine Kompromissbereitschaft. Sein Land sei noch immer mit Forderungen konfrontiert, die es nicht erfüllen könne, sagte der Minister dem irischen Rundfunksender RTE. Dabei habe Athen alles getan, um den "seltsamen Forderungen" der Geldgeber entgegenzukommen. Griechenland sei entschlossen, in der Euro-Zone zu bleiben, betonte Varoufakis.

9.05 Uhr: Mangelnde Fortschritte bei der Lösung der griechischen Schuldenkrise machen auch dem deutschen Aktienmarkt am Freitag zu schaffen. Der Dax verliert zum Handelsstart 0,5 Prozent auf 11.411 Punkte.

8.30 Uhr: Die anhaltende Ungewissheit über Griechenland setzt den Aktienmärkten in Fernost zu. Die Börsenbarometer gaben zum Wochenausklang zum Teil deutlich nach. Zuvor hatten die EU-Staats- und Regierungschefs das für Samstag anberaumte neuerliche Treffen der Euro-Finanzminister zum entscheidenden Datum erklärt. "Der Markt ist nervös, aber nicht panisch", sagte Aktienexperte Stefan Worrall von Credit Suisse. "Er hält erwartungsvoll den Atem an." In Tokio schloss der Leitindex Nikkei  0,3 Prozent schwächer bei 20.706 Punkten.

8.00 Uhr: EU-Kommissar Günther Oettinger hält einen Grexit für unvermeidbar, sollte es in den nächsten Tagen keine Einigung geben. Es werde alles versucht, um Griechenland in der Euro-Zone zu halten, sagte Oettinger am Freitag im Deutschlandfunk. "Der Grexit wäre für uns kein Ziel, aber er wäre unvermeidbar, wenn wir in den nächsten fünf Tagen keine Lösung bekommen." Oettinger zufolge gibt es nennenswerte Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern. Es gebe aber auch noch Meinungsverschiedenheiten.

Freitag, 6.20 Uhr: In der Griechenland-Krise setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf das Treffen der Euro-Finanzminister am Wochenende. "Der Eurogruppe am Samstag kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Denn die Zeit drängt", sagte Merkel am Freitagmorgen in Brüssel. "Wir setzen darauf, dass eine Einigung erreicht werden kann", betonte sie nach dem Ende des ersten Tages des EU-Gipfels in Brüssel.

Die Euro-Finanzminister wollen sich nach mehreren ergebnislosen Gesprächsrunden wieder am Samstag treffen. Am Dienstag läuft das aktuelle europäische Hilfsprogramm für Griechenland aus. Zu diesem Termin muss das Land auch rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen.

Bundeskanzlerin Merkel: "Setzen darauf, dass eine Einigung erreicht werden kann"

Bundeskanzlerin Merkel: "Setzen darauf, dass eine Einigung erreicht werden kann"

Foto: AFP

Merkel bekräftigte, dass sich die Staats- und Regierungschefs nicht in die Verhandlungen einmischen wollten. "Es muss sehr viel technische Arbeit geleistet werden", sagte sie. Zunächst müsse Griechenland mit den Geldgebern an einer Lösung arbeiten.

Auf die Frage, ob es Meinungsverschiedenheiten mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in der Beurteilung der Lage gebe, sagte Merkel, sie habe mit dem Minister telefoniert. Auf die Bewertung des deutschen Finanzministers werde sie sich "ein Stück weit verlassen".

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Der IWF bleibt hart

Donnerstag, 18.30 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird Griechenland keinen Aufschub für die am Dienstag fällige Ratenzahlung gewähren. Es sei seit langem die Regel beim IWF, "Zahlungsfristen nicht zu verlängern", sagte ein Sprecher. Sollte Athen am 30. Juni nicht die fälligen rund 1,6 Milliarden Euro überwiesen haben, sei das Land "unmittelbar im Zahlungsrückstand". Am 30. Juni läuft auch das aktuelle europäische Hilfsprogramm für Griechenland aus. Als Voraussetzung für eine Verlängerung gelten konkrete Reformzusagen Athens. Hier stellte die Bundesregierung bereits klar, dass es eine Entscheidung nur mit dem IWF geben werde.

17.45 Uhr: Börsianer brauchten heute starke Nerven. Der Verhandlungsmarathon in Brüssel mit teils sehr unterschiedlichen Wasserstandsmeldungen sorgte für kräftige Ausschläge an der Frankfurter Börse. Letztlich ging der Leitindex Dax  kaum verändert mit plus 0,02 Prozent auf 11.473 Punkte aus dem Handel. Der MDax  stieg um 0,30 Prozent auf 20.295 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,41 Prozent auf 1696 Zähler nach oben.

17.05 Uhr: Das Gezerre um eine Lösung im griechischen Schuldenstreit geht also ins Wochenende. Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert in Brüssel bei einem Treffen mit den Chefs konservativer Parteien Europas eine Einigung bis zur Öffnung der Finanzmärkte am Montagmorgen ein. Das berichten zwei Teilnehmer des Treffens, das kurz vor dem noch laufenden EU-Gipfel stattfand. Die Bundesregierung werde sich von Griechenland nicht erpressen lassen, habe Merkel unterstrichen. Andere Teilnehmer des Treffens wollten diese Aussagen Merkels nicht bestätigen.

16.551 Uhr: Mehrwertsteuer und Renten seien unverändert die Streitpunkte in den Verhandlungen mit Griechenland, sagt EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Zudem werde weiter diskutiert, wie Griechenland seine Haushaltsziele erreiche.

16.41 Uhr: Die Finanzminister der Euro-Gruppe haben ihre Sitzung nach drei Stunden beendet, wie ihr Chef Jeroen Dijsselbloem mitteilt. Der EU-Gipfel werde über den Stand der Verhandlungen unterrichtet. Ein EU-Vertreter kündigt an, das nächste Treffen der Euro-Gruppe sei für Samstagmorgen anberaumt. Es geht also weiter, und entschieden ist nichts.

16.05 Uhr: Peter Spiegel  , Büro-Chef der "Financial Times" in Brüssel und gut verdrahtet, berichtet via Twitter, die Euro-Finanzminister hätten ihre Beratungen unterbrochen. Es sehe aber eher nach einer Pause denn nach dem Abbruch der Gespräche aus.

15.46 Uhr: Aus Brüssel sind sehr widersprüchliche Einschätzungen zur Chance einer Einigung mit Griechenland zu vernehmen. Hatte sich EU-Ratspräsident Donald Tusk vor 20 Minuten noch optimistisch über ein mögliche Einigung geäußert, dämpft Kanzlerin Angela Merkel nun wieder: Es gebe noch nicht die nötigen Fortschritte, an einigen Stellen sogar eher Rückfall, sagte sie am Nachmittag. Frankreichs Präsident François Hollande wird wiederum mit den Worten zitiert, eine Einigung mit Griechenland "ist nicht fern". Im Schatten der Griechenland-Krise treffen sich die europäischen Staats- und Regierungschefs zu ihrem Gipfel heute ebenfalls in Brüssel.

Gemischte Signale - Happy End trotz Rückschritten?

15.31 Uhr: Hier eine kleine aber nicht ganz unwichtige Randnotiz: Ein EU-Austritt Großbritanniens schreckt die europäischen Banker deutlich mehr als ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro. "Die Frage, ob Großbritannien in Europa bleiben wird, ist viel wichtiger als die Frage, ob Griechenland im Euro bleibt", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing am Donnerstag auf dem Europatreffen des Internationalen Bankenverbandes IIF in Frankfurt.

15.23 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk hat sich optimistisch gezeigt, dass es in den Verhandlungen mit Griechenland eine Lösung geben wird. "Ich habe ein gutes Gefühl, dass die Griechenland-Geschichte ein Happy-End haben wird", sagte Tusk vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Die letzten Stunden seien entscheidend gewesen, sagte er zu den Verhandlungen der griechischen Regierung mit den drei Institutionen Internationaler Währungsfonds (IWF), Europäische Zentralbank (EZB) und EU-Kommission. Auch der belgische Ministerpräsident Charles Michel zeigte sich hoffnungsvoll. Es sei normal, dass die letzten Stunden einer Verhandlung die schwierigsten seien, sagte Michel.

14.47 Uhr: Alexis Tsipras hat seinen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos per Telefon über den Verlauf der Verhandlungen mit den Gläubigern informiert, wie das Büro des griechischen Regierungschefs mitteilte. Details wurden nicht bekannt. Griechische Analysten werteten das Telefonat als schlechtes Zeichen.

14.37 Uhr: "FT"-Kollege Spiegel twittert:  "Maltas Finanzminister Edward Scicluna bestätigt, dass Giannis Varoufakis der Eurogruppe einen eigenen Vorschlag geschickt hat." Sonst noch jemand eine Idee für die Rettung Griechenlands?

14.18 Uhr: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagt, es liege bisher keine Einigung mit Griechenland vor. In der Sitzung der Euro-Gruppe werde Griechenland mitteilen müssen, auf welche Maßnahmen man sich verständigen könne. Schäuble dazu: "Die Entscheidung liegt ausschließlich bei den Verantwortlichen in Griechenland."

13.40 Uhr: Die Beratungen der Euro-Finanzminister haben begonnen. Die erhoffte Einigung zwischen Athen und seinen Gläubigern liegt bei dem Treffen nicht auf dem Tisch. Dafür wie berichtet zwei konkurrierende Papiere: eines der Geldgeber-Institutionen (EU-Kommission, EZB, Internationaler Währungsfonds) und eines der griechischen Regierung. Griechenland droht die Pleite, weitere Hilfszahlungen soll es aber nur im Gegenzug für konkrete Reformzusagen erhalten.

13.26 Uhr: In wenigen Minuten beginnt das Treffen der Euro-Finanzminister. Dauer-Skeptiker Schäuble erklärt beim Betreten des Gebäudes, er sei "nicht sehr zuversichtlich" für die heutige Sitzung. Es seien nicht viele Fortschritte gemacht worden. Die Regierung Tsipras hätte sich "eher rückwärts als vorwärts bewegt". Und: "Es gibt eher eine größere Differenz als eine Annäherung." Ganz anders Berufsoptimist und EU-Währungskommissar Pierre Moscovici: Er sehe eine Einigung mit Griechenland "in Reichweite".

13.17 Uhr: Der Kollege Torben Schultz hat das Papier der Gläubiger für die Finanzminister kurz überflogen: Es beinhaltet unter anderem eine Reform der Mehrwertsteuer sowie eine Rentenreform. Dies soll auf Jahresbasis jeweils gut 1 Prozent des BIP einbringen. So soll die Mehrwertsteuer ab dem 1. Juli im Allgemeinen 23 Prozent betragen und auch für den Tourismus- und Gastronomiesektor (Hotels, Restaurants, Catering) gelten. Ausgenommen sollen Grundnahrungsmittel, Energie und Wasser sein, hier soll der Satz 13 Prozent betragen. Den geringeren Satz darf man als Entgegenkommen an die Regierung Tsipras verstehen. Der hatte höhere Sätze für jene Bereiche strikt abgelehnt, die vor allem arme Bevölkerungsteile in Griechenland treffen könnten.

Im Rahmen der Rentenreform soll insbesondere die Frühverrentung gestoppt und das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben werden.

13.03 Uhr: Das Papier der Gläubiger mit eigenen Lösungsvorschlägen zur Beratung für die Euro-Finanzminister umfasst zehn Punkte. Die Kollegen der "Financial Times" haben es zugespielt bekommen und im Netz veröffentlicht. Sie können es hier in englischer Sprache nachlesen .

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Die Stimmung in Brüssel ist schlecht

12.53 Uhr: Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kritisiert die permanenten Nothilfen für angeschlagene griechische Banken scharf. Inzwischen seien diese Notkredite der Athener Zentralbank die einzige Finanzierungsquelle für die Institute. "Das nährt Zweifel an ihrer finanziellen Solidität", sagt Weidmann bei einer Konferenz in Frankfurt. Inzwischen entscheidet der Rat der EZB, dem auch Weidmann angehört, täglich darüber, ob diese Notkredite weiter gewährt werden dürfen.

Zweifelt die Solidität der griechischen Banken an: Bundesbankpräsident Jens Weidmann

Zweifelt die Solidität der griechischen Banken an: Bundesbankpräsident Jens Weidmann

Foto: DPA

12.40 Uhr: Die Lage spitzt sich zu. Im Ringen darum, eine Griechenland-Pleite abzuwenden, haben die Gläubiger-Institutionen und Athen den Euro-Finanzministern konkurrierende Lösungsvorschläge vorgelegt. Ein neues Dokument der Institutionen sei mit der griechischen Delegation "nicht abgestimmt", sagte ein EU-Diplomat. Aus der griechischen Delegation hieß es, sie halte an ihren eigenen Vorschlägen fest und werde diese bei dem Ministertreffen einbringen.

12.15 Uhr: Wie "Faz.net" unter Berufung auf den österreichischen Finanzminister Hans Jörg Schelling berichtet , haben die Euro-Finanzminister nun bis 16 Uhr Zeit, um sich zu dem Reformpapier zu äußern. Dann soll der EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs beginnen. Laut Schelling beinhaltet das Dokument keine Sparmaßnahmen, nur Steuererhöhungen. Die Stimmung in Brüssel sei entsprechend schlecht.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Schelling, der für 13 Uhr geplante Beginn des Finanzministertreffens sei um eine halbe Stunde verschoben worden. Wie die dpa meldet, prüfen die Minister derzeit das Reformpapier. Wenn heute dieses Papier nicht akzeptabel sei für die Finanzminister, "dann werden wir über die Vorbereitung von Alternativen auch nachzudenken haben", so Schelling. "Es ist wirklich aus meiner Sicht verwunderlich, wie sorglos die griechische Regierung mit ihrem Laden umgeht." Eine Einigung werde "von Minute zu Minute schwieriger", l etzte Möglichkeit sei nun Sonntag.

11.52 Uhr: "Habemus paper", twittert die "Capital"-Kollegin Ines Zoettl  - "wir haben ein Papier".

11.41 Uhr: Institutionen und Griechenland arbeiten an einem "Machbarkeitsentwurf", twittert "FT"-Kollege Peter Spiegel  ohne Angabe von Quellen. Das Papier solle als Verhandlungsbasis für das Treffen der Euro-Finanzminister dienen. Wie die "FT" zudem erfahren haben will, soll die Zusammenkunft eine halbe Stunde nach hinten verlegt werden auf 13.30 Uhr.

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Ultimatum verstreicht - Gespräche gehen weiter

11.33 Uhr: Trotz verstrichenen Ultimatums setzen die Geldgeber die Gespräche mit der griechischen Seite fort. Es würden weiter Papiere ausgetauscht, twittert der Brüsseler Büroleiter der "Financial Times" ("FT"), Peter Spiegel,   unter Berufung auf EU-Offizielle. Wirkt also die Frist der Institutionen an die Regierung Tsipras?

11.19 Uhr: Die internationalen Geldgeber haben der griechischen Regierung ein Ultimatum gesetzt. Die griechische Seite solle den Institutionen von EU-Kommission, EZB und IWF bis 11 Uhr (MESZ) eine neue Liste mit Reformvorschlägen präsentieren, , berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Vertreter der Euro-Zone. Geschehe dies nicht, würden die Gläubiger den Euro-Finanzministern um 13 Uhr ihre eigenen Vorschläge vorlegen. Die Frist ist bereits verstrichen. Ob die Regierung Tsipras eine entsprechende Liste überreicht hat, ist noch unklar.

10.44 Uhr: Die EZB geht nicht davon aus, dass sich die Griechenland-Krise auf Banken in Europa auswirkt. Das sagt die oberste EZB-Bankenaufseherin, Daniele Nouy, laut Redetext vor einem Ausschuss des Europaparlaments in Brüssel.

10.16 Uhr: Anleger kaufen zu: Der Dax hat seine deutlichen Anfangsverluste wieder wett gemacht und notiert 0,2 im Plus bei 11.495 Punkten. Analyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets sieht den deutschen Leitindex "zwischen Hoffen und Bangen".

9.31 Uhr: Bis 11 Uhr wollen die Unterhändler in Brüssel ein gemeinsames Dokument ausarbeiten, twittert die Kollegin Suzanne Lynch von der Irish Times  unter Berufung auf EU-Kreise. Die Euro-Finanzminister sollen um 13 Uhr ja auch was zum Beschließen haben. Ob das klappt?

9.08 Uhr: Der Dax ist erwartungsgemäß schwach in den Handel gestartet. Der deutsche Leitindex notierte zunächst ein halbes Prozent tiefer bei 11.416 Punkten.

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Moscovici: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg"

9.01 Uhr: Die Geldgeber Griechenlands nehmen einen neuen Anlauf, um mit Athen ein Reform- und Sparpaket zu vereinbaren. In der EU-Kommission hat soeben ein Spitzentreffen begonnen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, IWF-Chefin Christine Lagarde, EZB-Chef Mario Draghi, Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und dem Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling. Die Spitzenrunde hatte in der Nacht ergebnislos getagt.

Das Reformpaket ist Voraussetzung für die Auszahlung von 7,2 Milliarden Euro blockierten Hilfen. EU-Diplomaten zufolge gibt es bislang nur minimale Annäherung. Die Griechen hätten in quasi allen von den Geldgebern geforderten Punkten - etwa bei Rentenkürzungen und Steuererhöhungen - noch Einwände. "Die beißen einfach nicht an", sagte ein Diplomat.

Um 13 Uhr sollen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammenkommen, am Nachmittag wird der EU-Gipfel in Brüssel beginnen. EU-Währungskommissar Pierre Moscovici schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

Nicht gerade hilfreich für Tsipras dürften Äußerungen von Parteikollegen aus Griechenland sein: "Die Forderung der Geldgeber, vernichtende Maßnahmen wieder auf den Tisch zu legen, belegt, dass die Erpressung einen neuen Höhepunkt erreicht", sagte der Sprecher der Syriza-Parlamentsfraktion, Nikos Filis, dem Fernsehsender Mega TV. Seine Partei beharre darauf, dass eine Einigung eine Schuldenerleichterung beinhalten müsse. Das sieht Arbeitsminister Panos Skourletis genauso. Eine Einigung ohne Maßnahmen bei den Schulden könne es nicht geben, sagte er dem staatlichen Sender ERT.

8.44 Uhr: Und noch einer fürchtet faule Kompromisse im Schuldenstreit: Commerzbank-Chef Martin Blessing hat Brüssel vor zu viel Nachgiebigkeit gewarnt. "Das Schlechteste wäre ein fauler Kompromiss, der anderen das Signal gibt, ich muss jetzt auch nichts mehr tun", sagte Blessing Reuters TV. In die gleiche Kerbe hatte heute auch schon BDI-Präsident Grillo (Eintrag von 7.15 Uhr) geschlagen.

Commerzbank-Chef Blessing: "Das Schlechteste wäre ein fauler Kompromiss, der anderen das Signal gibt, ich muss jetzt nichts mehr tun"

Commerzbank-Chef Blessing: "Das Schlechteste wäre ein fauler Kompromiss, der anderen das Signal gibt, ich muss jetzt nichts mehr tun"

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

8.18 Uhr: Eine dreiviertel Stunde vor Handelsstart lässt der Dax-Indikator X-Dax eine 0,5 Prozent schwächere Eröffnung des deutschen Leitindex erwarten. Nach einem fulminanten Wochenauftakt und weiteren Kursgewinnen am Dienstag hatte das Börsenbarometer am Mittwoch 0,6 Prozent tiefer bei 11.471 Punkten geschlossen. Auf Unterstützung von den Übersee-Börsen können Anleger nicht hoffen: Bei den asiatischen Aktienkursen dominierten die negativen Vorzeichen, zuvor war der Dow Jones mit Verlusten aus dem Handel gegangen.

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Schuldenkrise drückt Kauflaune der Deutschen

8.04 Uhr: Die Schuldenkrise um Griechenland trübt nun auch die gute Stimmung der deutschen Verbraucher. Das Barometer für das Konsumklima im Juli sank um 0,1 auf 10,1 Punkte, wie die Nürnberger GfK-Marktforscher mitteilten. Das ist das erste Rückgang seit Oktober 2014. Experten hatten mit einer Stagnation auf dem Niveau des Vormonats gerechnet. Das Szenario einer Pleite und eines Euro-Austritts Griechenlands verunsichert die Konsumenten nach Ansicht von GfK-Experte Rolf Bürkl: "Weil die Folgen eines Ausstiegs derzeit nicht absehbar sind, schätzen sie die Konjunkturaussichten weniger optimistisch ein."

Grillo: Der BDI-Präsident fordert "glasklare Abmachungen"

Grillo: Der BDI-Präsident fordert "glasklare Abmachungen"

Foto: Stephanie Pilick/ dpa

7.15 Uhr: Aus der deutschen Wirtschaft kommen noch einmal mahnende Worte: "Griechenland kann nicht um jeden Preis in der Währungsunion gehalten werden", sagt BDI-Präsident Ulrich Grillo in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Faule Kompromisse darf es nicht geben." Grillo fordert "glasklare Abmachungen". Die griechische Regierung müsse "genau beschreiben und quantifizieren, welche Reformen sie plant und wann diese kommen". Nur unter diesen Bedingungen dürfe es weitere finanzielle Hilfe geben, so Grillo.

5.30 Uhr: Unmittelbar vor dem EU-Gipfel versuchen die Europäer weiter, die Griechenland-Krise zu entschärfen. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will um 9 Uhr erneut mit Spitzenvertretern der Geldgeber über sein Reform- und Sparpaket beraten, wie aus EU-Kreisen verlautete. Die Verhandlungen waren in der Nacht ohne einen Durchbruch beendet worden. Die Euro-Finanzminister kommen um 13 Uhr zu einem neuen Sondertreffen zusammen. Beratungen der Ressortchefs am Mittwochabend waren nach 90 Minuten ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

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Schäuble: "Sind noch nicht viel weiter als am Montag"

Mittwoch, 23.15 Uhr: In kleiner Runde wird weiter verhandelt. Teilnehmer sollen Griechenlands Ministerpräsident Tsipras, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Eurogruppenchef Dijsselbloem, Junckers Vize Dombrowski sowie EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sein. Bis zum Treffen der Eurogruppe am Donnerstag um 13 Uhr soll es Ergebnisse geben. Der anhaltende Streit der Euroländer belastet auch die Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Mittwoch 0,98 Prozent auf 17.966 Zähler nach.

21.05 Uhr: Das Treffen der Eurogruppe zu Griechenland ist nach nicht einmal einer Stunde wieder beendet worden. "Das ist es für heute Abend", schrieb der finnische Finanzminister Alexander Stubb am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter. "Wird morgen um 13.00 Uhr fortgesetzt." Man habe, so Stubb vor Journalisten, über nichts verhandeln können. "Es lag nichts auf dem Tisch."

20.30 Uhr: Ministerpräsident Alexis Tsipras wird laut einem griechischen Regierungsvertreter nach dem Treffen der Euro-Finanzminister seine Gespräche mit den Gläubigern fortsetzen. Dies sei nötig, da EU-Kommission, EZB und IWF neue Vorschläge gemacht hätten, die Rentner und Angestellte "in einer unfairen Weise" belasten würden, so der Regierungsvertreter.

20.05 Uhr: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich unmittelbar vor Beratungen der Eurogruppe zur Griechenland-Krise skeptisch geäußert. "Der Stand der Vorbereitungen ist nicht so, dass man optimistisch sein kann, dass wir heute ein Ergebnis erzielen", sagte er am Mittwochabend in Brüssel. "Mein Gefühl ist: Wir sind noch nicht viel weiter als am Montag. Aber jetzt fangen wir ja erst an", betonte Schäuble. Über eine mögliche Fortsetzung der Verhandlungen in der Eurogruppe am Donnerstag wollte er nicht spekulieren.

19.30 Uhr: Die Griechenland-Beratungen dürften sich nach Worten des Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, bis tief in die Nacht hinziehen. Es gebe Fortschritte, aber auch weiter offene Fragen.

Böse Blicke: Griechenlands Premier Alexis Tsipras will den IWF nicht mehr am Tisch haben - und am liebsten nur noch mit den Euro-Partnern über die Schulden verhandeln

Böse Blicke: Griechenlands Premier Alexis Tsipras will den IWF nicht mehr am Tisch haben - und am liebsten nur noch mit den Euro-Partnern über die Schulden verhandeln

Foto: THIERRY CHARLIER/ AFP

19.10 Uhr: Die Euro-Finanzminister warten nach den Worten des slowakischen Finanzministers Peter Kazimir weiter auf einen Abschluss bei den Beratungen von Kommission, EZB, IWF und Griechenland, den so genannten Vorverhandlungen.

19 Uhr: Der Beginn des Treffens der EU-Finanzminister zur Lösung der Griechenland-Krise dürfte sich deutlich verzögern. Es gebe noch eine Menge ungelöster Probleme, verlautete aus der griechischen Delegation am Mittwochabend in Brüssel. Bei EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dauerten die Vorverhandlungen auf Spitzenebene an. Am Tisch saßen unter anderen der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Es sei kein Ende dieser Runde absehbar, hieß es aus Diplomaten-Kreisen. Bevor diese Gespräche nicht fertig seien, werde die Eurogruppe nicht beginnen.

18.55 Uhr: Ein Knackpunkt sei, dass Athen eine Verlagerung der Schulden auf den Euro-Rettungsschirm ESM verlange. Das lehnten die Geldgeber ab. Das Treffen der Finanzminister war ursprünglich auf 19.00 Uhr angesetzt.

18.30 Uhr: Laut Informationen der griechischen Seite gibt es unter anderem Differenzen bei der Mehrwertsteuer. Die Geldgeber forderten, dass der Satz für Restaurants auf 23 Prozent angehoben werde. Das sei ein großes Problem für das vom Tourismus abhängende Land. Der IWF wolle Kürzungen bei den Renten, aber keine Erhöhung der Unternehmensteuer, wie sie zuletzt die Griechen vorschlugen.

18.15 Uhr: Unstimmigkeiten in Brüssel: Griechenland wolle eine Diskussion über Schuldenerleichterungen, sagte ein Vertreter der Regierung am Mittwoch vor Journalisten. Die Gläubiger beharrten jedoch darauf, dass zuerst das Thema Reformen geklärt werde. Die Verhandlungen in Brüssel dauerten aber an. Er hoffe nach wie vor auf eine Einigung bis Donnerstag Abend. Dann beginnt ein zweitägiger Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs.

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

Foto: REUTERS

17.45 Uhr: Die griechische Regierung will nach Angaben eines Vertreters Athens über eine Schuldenerleichterung sprechen. Die Gläubiger wollten jedoch zuerst eine Einigung über Reformen.

17.30 Uhr: Die Vorschläge der Gläubiger sind nach Ansicht eines griechischen Regierungsvertreters in der jetzigen Form nicht akzeptabel. Die Verhandlungen dauerten aber an. Die Regierung in Athen hoffe nach wie vor auf ein Abkommen heute oder morgen.

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Lagarde: Athen darf Reformplan nicht nur auf höhere Steuereinnahmen stützen

16.55 Uhr: Eine griechische Erholung erfordert nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde nicht nur Reformen. Auch die europäischen Gläubiger müssten sich bewegen, um sicherzustellen, dass die Schuldenlast tragbar sei.

16.20 Uhr: Der griechische Reformplan darf sich nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde nicht alleine auf Steuererhöhungen stützen. Zugleich sagte sie in einem Interview mit einem französischen Magazin, dass sie keinen Grexit wolle.

15.30 Uhr: Der Ausgang der Brüsseler Gespräche zwischen Griechenland und seinen Gläubigern ist nach Angaben eines Insiders immer noch sehr ungewiss. Ein Abkommen stehe bislang nicht. Nach unbestätigten Informationen aus Verhandlungskreisen hat Griechenland die Gegenvorschläge der Gläubiger seinerseits abgelehnt - eine grundsätzliche Einigung noch heute Abend ist daher fraglich. Es sei unmöglich, die Vorschläge der Gläubiger anzunehmen, verlautete aus Athener Regierungskreisen. Eine strittige Forderung darin: Griechenland solle einen Teil der staatlichen Stromgesellschaft DEI verkaufen. Ein Kritikpunkt des IWF an den griechischen Vorschlägen lautete, dass diese nur zu einem geringen Teil auf Sparanstrengungen beruhen und zu einem Großteil auf (höchst ungewissen) Steuermehreinnahmen.

14.52 Uhr: Die Bundesregierung stellt klar: Die Geldgeber lassen sich in der Schuldenfrage von Griechenland nicht spalten und Schuldenerleichterungen seien derzeit kein Thema. Das heißt auch: Weitere Milliarden nach Athen fließen erst, wenn sich IWF (Internationaler Währungsfonds), EZB (Europäische Zentralbank) und EU-Kommission in der Bewertung der Frage, was Griechenland an Reformen genau zu leisten hat, einig sind. "Für uns ist eine Lösung ohne den IWF nicht denkbar", hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. "Daran wird sich auch in den kommenden Tagen nichts ändern." Zuletzt hieß es in Berichten, der IWF verfolge gegenüber Athen eine härtere Linie als die EU-Kommission und die EZB.

14.23 Uhr: Der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagt, in den Verhandlungen mit Griechenland sei noch "ein weites Stück Weg" zurückzulegen. Es sei an den Griechen, sich zu bewegen. Das hört sich nicht gut an und kommt einem aus den zurückliegenden Tagen doch bekannt vor.

13.55 Uhr: Der Euro ist am Mittwoch trotz der Unsicherheit um Griechenland gestiegen. Im Mittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1200 US-Dollar.

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

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13.30 Uhr: Die Unionsfraktion macht den Zeitpunkt einer Bundestags-Abstimmung über die Auszahlung neuer Milliardenhilfen an Griechenland vom Fortgang der Verhandlungen in Brüssel abhängig. Solange es dort keine Entscheidung gebe, könne kein seriöser Zeitplan aufgestellt werden, hieß es am Mittwoch aus der Fraktionsspitze.

13 Uhr: In Brüssel sind die Verhandlungen mit Griechenland nicht abgebrochen worden, heißt es in EU-Kreisen. Das Treffen der Geldgeber mit Tsipras werde wie geplant stattfinden. Griechenlands Gläubiger haben Athen neue Gegenvorschläge präsentiert, um die Differenzen zu überbrücken, wie ein Insider aus dem Umfeld der Verhandlungen sagte.

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Athener Sparvorschläge nicht ausreichend - Tsipras hadert mit dem IWF

12.30 Uhr: Die Ratingagentur S&P sieht im schleppenden Fortschritt der Gespräche ein Zeichen dafür, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone weiter möglich ist. Allerdings geht S&P weiter davon aus, dass Griechenland im Währungsraum bleibe.

12.15 Uhr: Tsipras hat vor seinem Abflug nach Brüssel die Haltung der Geldgeber zu den griechischen Reformvorschlägen kritisiert. Athen habe Maßnahmen präsentiert, die den Anforderungen der Gläubiger genügten, sagte Tsipras am Mittwoch. Nach übereinstimmenden Berichten der griechischen Presse soll der Internationale Währungsfonds (IWF) zahlreiche Athener Sparvorhaben als Maßnahmen kritisiert haben, die die Rezession förderten. Tsipras bezweifelte daraufhin das Interesse der Geldgeber an einer Einigung.

EU, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds stimmen sich vor dem abendlichen Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel ab. Tsipras sollte gegen 13 Uhr dazustoßen.

11.55 Uhr: Die Geldgeber Griechenlands haben einem Bericht von Bloomberg  zufolge die neuen Sparvorschläge Athens angeblich nicht akzeptiert. Dies habe Ministerpräsident Alexis Tsipras vor seiner Abreise zu einem Treffen nach Brüssel seinem Kabinett mitgeteilt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Leitindex in Athen wie auch der Dax drehten daraufhin klar ins Minus. Später beruft sich Bloomberg auf einen Twitter-Post von Tsipras selbst: Dort wettert der Griechen-Premier gegen die Gläubiger, so hätten sich die Institutionen gegenüber den ehemaligen Krisenländer Irland oder Portugal nicht verhalten.

Zuvor hatten mehrere Zeitungen in ihren Ausgaben heute berichtet, dass sich die Gläubiger Griechenlands keineswegs einig sind. Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellten sich bei den Verhandlungen offenbar quer. Auch einzelne Euro-Staaten scheinen verärgert darüber, dass Juncker die am Montag eingereichten Reformvorschläge aus Athen bereits positiv begrüßt hat. "Dieses Foulspiel ist inakzeptabel", zitiert das "Handelsblatt" einen verärgerten Spitzenmann aus der Euro-Gruppe.

Immer eine warme, freundschaftliche Hand für Griechenlands Premier: EU-Kommissionspräsident Juncker

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Foto: AP

Kritiker wie der IWF monierten, heißt es in verschiedenen Zeitungsberichten am Mittwoch, die in den Reformvorschlägen Griechenlands versprochenen Maßnahmen seien zu unkonkret und setzten zu sehr auf Steuer- und Abgabenerhöhungen statt auf Ausgabenkürzungen. Die Süddeutsche Zeitung wiederum zitiert einen EU-Diplomaten mit den Worten: "Der IWF scheint an einem Deal nicht interessiert zu sein."

Die griechische Regierung hatte am Montag neue Reformvorschläge vorgelegt. Sie sehen unter anderem eine Reform der Mehrwertsteuer, Steuererhöhungen für Unternehmen, die Abschaffungen von Frühverrentungen und eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters vor.

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la/rei/ts/soc mit Material von Reuters und dpa-afx
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