Zum zweiten Mal seit 2009 Frankreich rutscht in die Rezession

Die Wirtschaft Frankreichs ist im ersten Quartal zum zweiten Mal seit 2009 in die Rezession gerutscht. Im Gegensatz zum Wachstumsmotor Deutschland, der die Euro-Zone 2014 aus der Rezession ziehen dürfte, bleibt Berlins wichtigster Euro-Partner wegen fehlender Reformen das Sorgenkind der Ökonomen.
Frankreichs Präsident Francois Hollande: Lediglich die gestiegenen Staatsausgaben haben das BIP gestützt

Frankreichs Präsident Francois Hollande: Lediglich die gestiegenen Staatsausgaben haben das BIP gestützt

Foto: CHARLES PLATIAU/ Reuters

Paris - Von Januar bis März sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Frankreichs zum Vorquartal um 0,2 Prozent gesunken, teilte die französische Statistikbehörde Insee am Mittwoch in Paris auf Basis einer zweiten Erhebung mit. Damit bestätigte Insee eine erste Schätzung.

Belastet wurde die Wirtschaftsentwicklung im Quartalsvergleich vor allem durch gesunkene Investitionen und private Haushaltsausgaben. Zudem fielen die Exporte, während die Importe stiegen. Gestützt wurde das Bruttoinlandsprodukt lediglich durch gestiegene Staatsausgaben.

Bereits im vierten Quartal 2012 war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone um 0,2 Prozent zum Vorquartal geschrumpft. Volkswirte sprechen von einer Rezession, wenn eine Volkswirtschaft in zwei Quartalen in Folge schrumpft.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die französische Wirtschaftsleistung in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,4 Prozent. Auch hier wurde die erste Schätzung bestätigt. Im Vorquartal war das BIP im Jahresvergleich um 0,3 Prozent geschrumpft.

Deutschland zieht Euro-Land aus der Rezession - Sorgen um Frankreich

In Deutschland dagegen stehen die Zeichen auf Wachstum. Das Münchener Ifo-Institut rechnet in den kommenden Monaten mit einer Belebung der deutschen Wirtschaft. "In den Frühjahrsmonaten hat die deutsche Konjunktur deutlich Fahrt aufgenommen", sagte Ifo-Konjunktur-Chef Kai Carstensen. Angesichts des schwachen Jahresstarts korrigierte das Institut seine Wachstumsprognose für 2013 zwar von 0,7 auf 0,6 Prozent nach unten. Für 2014 erwarten die Forscher allerdings ein Plus bei der Wirtschaftsleistung von 1,9 Prozent.

Deutschland bleibe damit die Lokomotive auch für die europäische Konjunktur. Der Euro-Raum werde in diesem Jahr zwar weit in der Rezession bleiben und um 0,6 Prozent schrumpfen, im kommenden Jahr dürfte es um 0,7 Prozent nach oben gehen - dank Deutschland.

Größtes Sorgenkind aus Sicht der Wirtschaftsforscher ist Frankreich. Zwar werde das Nachbarland in diesem Jahr aus der Rezession kommen. "Der bevorstehende konjunkturelle Aufschwung dürfte jedoch recht mühsam vonstatten gehen."

Auch nach Italien und Spanien blicken die Forscher mit einiger Sorge. Alle Vorhersagen stehen ohnehin unter dem Vorbehalt, dass die Reformen in den Krisenländern weitergehen und damit auch die Bekämpfung der Eurokrise weitergeht.

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.