Fed-Konjunkturbericht US-Wirtschaft steuert auf schwere Zeiten zu

Die hohe Inflation und fehlende Arbeitskräfte werden die US-Wirtschaft weiter belasten, schreibt die US-Notenbank Fed in ihrem aktuellen Konjunkturbericht. Die Aussichten für das kommende Jahr sind trüb.
Unter Spannung: Die US-Wirtschaft leidet unter hoher Inflation und fehlenden Arbeitskräften – das wird noch eine ganze Zeit lang so bleiben, prognostiziert die US-Notenbank in ihren Konjunkturbericht

Unter Spannung: Die US-Wirtschaft leidet unter hoher Inflation und fehlenden Arbeitskräften – das wird noch eine ganze Zeit lang so bleiben, prognostiziert die US-Notenbank in ihren Konjunkturbericht

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IlluPics / IMAGO

Die US-Wirtschaft steuert nach Einschätzung der US-Notenbank Fed wegen der hohen Preise und wegen fehlender Arbeitskräfte in vielen Bereichen auf schwere Zeiten zu. Die Aussichten für die Wirtschaft seien schwach und dürften sich im kommenden Jahr weiter eintrüben. Im Juli und August trat sie unter dem Strich auf der Stelle. Das geht aus dem am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington veröffentlichten Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed (Beige Book) hervor.

Das Preisniveau sei insgesamt hoch geblieben, die Nachfrage dürfte sich in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abschwächen, heißt es in dem Bericht weiter. Etwas Hoffnung gebe es aber zumindest beim Blick auf die weiter sehr hohe Inflationsrate. Hier gebe es Anzeichen, dass sich der Anstieg etwas verlangsame.

Am Aktien- und Devisenmarkt kam es zu keinen stärkeren Bewegungen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial  zog zunächst leicht an, schloss aber am Ende mit einem Plus von 1,4 Prozent praktisch auf dem Niveau, das er bereits vor der Veröffentlichung des Konjunkturberichts innehatte. Der Dollar bewegte sich zum Euro unter dem Strich ebenfalls kaum, auch wenn der Eurokurs wieder über die sogenannte Parität stieg und damit wieder mehr als einen Dollar kostete. Auch die Anleihen reagieren kaum.

Die Federal Reserve stemmt sich seit Längerem gegen die hohe Inflation. Im Juli hatte sich die jährliche Inflationsrate auf 8,5 Prozent etwas abgeschwächt, nachdem sie noch im Juni mit 9,1 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren gestiegen war. Die Daten für den August stehen am Dienstag in der kommenden Woche (13. September) an. Von Bloomberg befragte Experten gehen dabei von einem Plus von 8,1 Prozent aus.

Weitere Anhebung der Zinsen gilt als sicher

Der Konjunkturbericht der Federal Reserve gibt nicht die Wahrnehmung der Fed wieder, sondern stellt die Sichtweise wichtiger Kontaktpersonen etwa aus großen Unternehmen dar. Der aktuelle Konjunkturbericht wurde von der regionalen Notenbank von San Francisco verfasst. Er beschreibt die konjunkturelle Lage in den Vereinigten Staaten von Anfang Juli bis Ende August.

Das Beige Book wird achtmal im Jahr jeweils zwei Wochen vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschuss der Fed, bei der über die Zinspolitik entschieden wird, veröffentlicht. Bei der Sitzung in zwei Wochen wird eine weitere Anhebung der Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt auf 2,75 bis 3,00 Prozent erwartet, nachdem die US-Notenbank diese in den vergangenen beiden Sitzungen sogar jeweils um 0,75 Prozentpunkte erhöht hatte. Anfang März hatte die Spanne für den Leitzins noch bei 0 bis 0,25 Prozent gelegen, bevor die US-Notenbank die Zinswende einleitete. Wegen der zuletzt stark steigenden Preise wurde der Kurs zuletzt massiv verschärft.

rei/dpa-afx, Reuters
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