Dienstag, 28. Januar 2020

Quantitative Easing Warum Anleihekäufe der EZB der Euro-Zone schaden

Euro in Not: Kauft die EZB Staatsanleihen auf, läuft dies auf eine Sozialisierung der Schulden hinaus. So entsteht ein Schuldentilgungsfonds durch die Hintertür - selbst dann, wenn die nationalen Notenbanken die Schulden des jeweiligen Landes aufkaufen
Stuart Minzey/Getty Images
Euro in Not: Kauft die EZB Staatsanleihen auf, läuft dies auf eine Sozialisierung der Schulden hinaus. So entsteht ein Schuldentilgungsfonds durch die Hintertür - selbst dann, wenn die nationalen Notenbanken die Schulden des jeweiligen Landes aufkaufen

4. Teil: Die EZB sollte den Bürgern das Geld direkt überweisen - das wäre effizienter

Wer jetzt denkt, dies sei doch alles zu schwarz gemalt, den möchte ich an die Vorgänge in Irland im Jahre 2013 erinnern. Verpackt in einigen komplizierten Transaktionen - wohl mit der Absicht es zu verschleiern, wie die Financial Times bemerkte - hat damals die irische Notenbank den Staat direkt finanziert.

Immerhin 31 Milliarden Euro - nicht ganz 20 Prozent des irischen BIP - konnte sich der Staat damals direkt von der Notenbank leihen. Die Anleihen haben eine Laufzeit zwischen 25 und 40 Jahren, sind zunächst tilgungsfrei und die Zinsen werden von der Notenbank direkt wieder als Gewinn an den Staat ausgeschüttet. Urteil der Financial Times: "Das ist direkte Staatsfinanzierung".

Die EZB hat dies damals "nur zur Kenntnis" genommen und wohl erwartet, dass niemand dies durchdringt. Dabei war es nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Krisenländer diesen Weg gehen wollen.

Die Grundlage wird nun dafür gelegt, wie sehr sich Mario Draghi und die EZB auch bemühen, es zu verschleiern. Angesichts dieser Aussichten bleibe ich bei meinem Vorschlag: es wäre allemal fairer und effizienter, den Bürgern das Geld direkt zu überweisen.


Diesen Text veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung von Daniel Stelter, beyond the obvious.

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