Dienstag, 26. Mai 2020

Exzentrische Charity-Aktion Chinese lädt 1000 "arme Amerikaner" zum Essen in den Central Park ein

Exzentriker: Der chinesische Milliardär Chen Guangbiao überrascht mit einem neuen PR-Coup

Er gilt als einer der exzentrischten Chinesen überhaupt, wollte die "New York Times" kaufen, vertreibt Luft in Dosen und feiert sich auf seiner Visitenkarte als Superheld. Jetzt hat der Millionär Chen Guangbiao ein neues Projekt: Er will 1000 Bedürftige zum Essen einladen und ihnen Geld schenken.

New York/Hamburg - Die Nachricht dürfte am avisierten Klientel wohl erst einmal vorbeigegangen sei. In einer ganzseitigen Anzeige in der "New York Times" und einer halbseitigen im "Wall Street Jourmal" kündigte der chinesische Millionär Chen Guangbiao Medienberichten zufolge ein Wohlfahrtsevent der etwas anderen Art an.

"Führender Menschenfreund verbündet sich mit bekannten amerikanischen Wohlfahrtorganisationen und gibt Mittagessen für 1000 arme und hilflose Amerikaner" lautet die Ankündigung, die die chinesische Zeitung "People Dayli" am Mittwoch abbildete. Darunter: "Lass die Welt von Liebe erfüllt sein."

Stattfinden soll das Event am 25. Juni im Restaurant "Loebs Boathaus" inmitten des Central Park, das für die Betroffenen ansonsten eher unerschwinglich sein dürfte. Das günstigste Mittagsgericht kostet dort 19 Dollar, eine Portion Fish&Chips 26 Dollar (knapp 20 Euro). Eine Mitarbeiterin des Hauses bestätigte am Mittwoch gegenüber manager magazin online eine entsprechende Reservierung. "Ja die existiert. Für 12.00 Uhr sind 250 Leute eingetragen", sagte sie.

Laut der"South China Morning Post" will Chen bei dem Event das Lied "We are the World" auf Englisch zum besten geben. Zusätzlich zu dem Essen, für das sich Bedürftigen per Internet registrieren können sollen, soll es 300 Dollar pro Person auf die Hand geben.

Guangbiao, der sein Vermögen mit dem Recyceln von Baumaterialien und Müll gemacht hat und dessen Vermögen von chinesischen Medien 2012 auf 740 Millioanen Dollar geschätzt wurde, ist in den USA kein Unbekannter. Vor einigen Monaten sorgte er mit der Ankündigung für Aufruhr, die "New York Times" kaufen zu wollen.

Er vertreibt Luft in Dosen, soll in einer PR-Aktion ein TV-Studio mit 100-Yuan-Noten tapeziert haben und sorgte zudem mit seiner Visitenkarte für Furore, auf der er sich selbst als "moralischer Führer", "extrem einflussreicher Chinese" und "Erdbeben Rettungs-Held" bezeichnete.

Gegenüber der "South China Morning Post" begründete Guangbiao seine neuste Aktion damit, dass er zeigen wolle, "dass es in China gute Philantrophen gibt und nicht alle nur wie verrückt Geld für Luxusgüter ausgeben". Sein Bestreben sei es, auch seine Landsleute "zu guten Taten zu animieren".

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