Kurz nach Nato-Antrag Russland stellt Gaslieferung an Finnland ein

Unmittelbar nachdem Finnland die Mitgliedschaft in der Nato beantragt hat, will Russland offenbar kein Gas mehr an das Land liefern. Der Versorger Gasum gibt sich gut vorbereitet auf die neue Situation, doch es bleiben Zweifel.
Finnisches Gasunternehmens Gasum: Die Auswirkungen des angekündigten Lieferstopps sind noch unklar

Finnisches Gasunternehmens Gasum: Die Auswirkungen des angekündigten Lieferstopps sind noch unklar

Foto: VESA MOILANEN / AFP

Nach Angaben des staatlichen finnischen Gasunternehmens Gasum stellt Russland Gasexporte nach Finnland ab Samstagmorgen ein. "Es ist sehr bedauerlich, dass die Erdgaslieferungen im Rahmen unseres Liefervertrags nun eingestellt werden", wird Unternehmenschef Mika Wiljanen in einer Mitteilung  zitiert. Der Schritt erfolgt nur wenige Tage, nachdem Finnland und sein skandinavischer Nachbar Schweden in Brüssel die Aufnahme in das westliche Verteidigungsbündnis Nato beantragt haben.

Die Auswirkungen des angekündigten Lieferstopps sind noch unklar. "Wir haben uns jedoch sorgfältig auf diese Situation vorbereitet, und vorausgesetzt, dass es keine Unterbrechungen im Gastransportnetz gibt, werden wir in der Lage sein, alle unsere Kunden in den kommenden Monaten mit Gas zu versorgen", sagte Gasum-Chef Wiljanen. In den kommenden Monaten sollten die Kunden aus anderen Quellen über die Balticconnector-Pipeline, die Finnland mit Estland verbindet, versorgt werden. Die Gastankstellen von Gasum würden weiterhin normal betrieben.

Gasum bereitet der Lieferstopp dennoch Sorgen. Wegen der begrenzten Lieferkapazitäten am Markt gilt es als fraglich, ob das Unternehmen die nun fehlenden Importe ersetzen kann. Wie andere europäische Länder weigert sich Finnland zudem, Gasimporte in Rubel zu begleichen – obwohl der russische Präsident Wladmir Putin (69) dies angeordnet hat.

sio/dpa
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