Sonntag, 22. September 2019

200 Milliarden Dollar Extrazölle gegen Importe aus China Trump verschont Apple bei neuen Milliarden-Strafzöllen

Apple montiert sein wichtigstes Produkt in China: Und so nimmt Donald Trump das iphone und andere Produkte zunächst von den neuen Strafzöllen aus

Donald Trump spitzt den Handelskonflikt mit China drastisch zu. Im bisher größten Schritt seiner Zollkampagne belegt er nun Importe aus der Volksrepublik im Wert von 200 Milliarden Dollar mit Extrazöllen. In China hergestellte Apple-Produkte sollen aber verschont bleiben.

US-Präsident Donald Trump hat in seinem bisher größten Schlag im Handelsstreit die Hälfte aller Warenimporte aus China mit Sonderzöllen belegt. Den bisher verhängten Sonderzöllen auf Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar werden am 24. September Zölle auf Waren im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar folgen, kündigte die US-Regierung in der Nacht zu Dienstag (MEZ) an. Damit haben die USA den Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt auf eine bisher nicht gekannte Eskalationsstufe getrieben.

Die Zölle werden zunächst 10 Prozent betragen, ab Beginn des Jahres 2019 sollen 25 Prozent erhoben werden. Der Technologiekonzern Apple aber auch einzelne andere Unternehmen, die in China produzieren oder montieren lassen, haben es offenbar geschafft, dass eine Reihe ihrer Produkte zunächst nicht mit Strafzöllen belegt werden.

Im Video: Neue Strafzölle - Gnade für Apple (und andere)

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Bild: REUTERS

Dazu gehören unter andrem die Smart Watches von Apple, AirPods-Ohrhörer oder das ebenfalls in China montierte iPhone des Konzerns. Ausgenommen seien unter anderem auch Hochstühle und Autositze für Kinder. Apple hatte vor wenigen Wochen darauf hingewiesen, dass die Zölle auch amerikanische Zulieferer treffen würden. Auch andere US-Unternehmen hatte sich gegen die Zölle ausgesprochen.

Falls China nun mit Gegenmaßnahmen gegen die US-Landwirtschaft oder andere Industriezweige antworten würde, würde die US-Regierung eine weitere Phase - die dann dritte - einläuten, sagte Trump. Dann würden noch weitere 267 Milliarden Warenimporte aus China mit Extrazöllen belegt. "Wenn andere Länder keinen fairen Handel treiben, werden sie mit Zöllen belegt", twitterte Trump. Negativeffekte für die USA seien bisher kaum messbar.

China will Gespräche mit den USA jetzt offenbar abbrechen

China hatte bereits vor einer weiteren Zuspitzung des Handelskonflikts gewarnt. Eine Sprecherin des Pekinger Handelsministeriums bekräftigte, dass die Volksrepublik mit "Gegenmaßnahmen" reagieren werde. Man werde sich "entschlossen verteidigen". China erwägt im Handelsstreit nun, das Gesprächsangebot der US-Administration über drohende Strafzölle auszuschlagen. China werde nicht mit vorgehaltener Pistole verhandeln, berichtete das "Wall Street Journal".

Der Shanghai Composite beendete den Handel am Montag mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 2651 Punkten. Damit rutschte die chinesische Leitbörse auf den tiefsten Stand seit vier Jahren.

Die USA und China haben sich bereits gegenseitig mit Strafzöllen auf Waren im Wert von jeweils rund 50 Milliarden US-Dollar überzogen. Die Möglichkeiten Chinas, mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA Vergeltung zu üben, sind jedoch begrenzt: Die USA führen lediglich Waren im Wert von 130 Milliarden US-Dollar nach China aus.

Beobachter wiesen jedoch daraufhin, dass Peking andere Möglichkeiten habe, um Washington unter Druck zu setzen. So könnte etwa US-Unternehmen wie Starbucks, Apple oder Nike, die seit Jahren enorm von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren, die Geschäfte in China erschwert werden. Noch scheint das nicht der Fall zu sein.

rei/Reuters/dpa-afx

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