USA sagen Handelsgespräche ab Trump "will jetzt nicht mit China sprechen"

Die USA gehen derzeit hart gegen chinesische Konzerne vor und vergiften die Stimmung. Eigentlich wäre es höchste Zeit, wieder mit Peking zu sprechen. Doch Donald Trump will nicht.
"Ich will jetzt nicht mit China sprechen": Donald Trump

"Ich will jetzt nicht mit China sprechen": Donald Trump

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

Die USA haben geplante Gespräche mit China zur Überprüfung der erzielten Fortschritte seit dem Abschluss eines Teilhandelsabkommen im Januar bis auf Weiteres abgesagt. Das erklärte US-Präsident Donald Trump (74) am Dienstag (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in der Stadt Yuma im südwestlichen Bundesstaat Arizona.

Mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie, die ihren Ursprung um den Jahreswechsel in China genommen hatte, sagte Trump: "Ich will jetzt nicht mit ihnen verhandeln. Nach dem, was sie diesem Land und der Welt angetan haben, will ich jetzt nicht mit China sprechen."

Die ursprünglich für das vergangene Wochenende angesetzten Gespräche sollten unter anderem prüfen, inwieweit sich die Vertragspartner an die von ihnen im Januar gemachten Zusagen halten. Peking hatte in dem Abkommen eine deutliche Erhöhung seiner Importe aus den USA versprochen, unter anderem von landwirtschaftlichen Produkten. Beobachtern zufolge hat Peking seine Ziele bislang nicht erfüllt, unter anderem wohl auch wegen der Corona-Krise.

Die Beziehung der beiden Länder hat infolge der Pandemie - die in den USA eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst hat und Trumps Wiederwahl im November gefährden könnte - einen neuen Tiefststand erreicht. Auch mit Europa liegen die USA im Clinch. Die Hoffnung, dass der von den oppositionellen Demokraten gerade offiziell zum Kandidaten für die Präsidentenwahl am 3. November gekürte Joe Biden (77) alles wieder gut machen könnte, dürfte jedoch trügen.

Immer mehr chinesische Konzerne im Visier

Zugleich erhöht Trump den Druck auf chinesische Konzerne oder deren Tochterfirmen in den USA. So verschärfte die US-Regierung Anfang der Woche die Sanktionen gegen den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Zudem ordnete der US-Präsident an, dass der Mutterkonzern ByteDance und die in den USA beliebte Video-App TikTok sich binnen Monaten von allen Nutzerdaten in den Vereinigten Staaten trennen müssen. Auch dürfe ByteDance in den USA danach kein Eigentum mehr besitzen, das für den Betrieb von TikTok genutzt werde. Schließlich erwägt Trump ein Verbot des chinesischen Technologie-Giganten Alibaba in den USA.

Die Regierung in Washington glaubt, dass chinesische Konzerne Daten von US-Amerikanern an Behörden in Peking weiterreichen oder Einfluss auf die kommenden Wahlen nehmen könnten. Die chinesischen Konzerne als auch die chinesische Staatsführung haben das immer wieder dementiert.  

rei/Reuters/dpa
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