Brüder im Geiste So umschmeichelt Trump den neuen Briten-Premier Johnson

Straßenkunst in Großbritannien: Schon vor der Brexit-Abstimmung waren die Sympathien zwischen Trump und Johnson offensichtlich.

Straßenkunst in Großbritannien: Schon vor der Brexit-Abstimmung waren die Sympathien zwischen Trump und Johnson offensichtlich.

Foto: Matt Cardy/ Getty Images

Da haben sich zwei gefunden: US-Präsident Donald Trump hat schon häufig seine Sympathien für den britischen Konservativen Boris Johnson zu erkennen gegeben, lange bevor dieser britischer Premierminister wurde. Jetzt, da Johnson im Amt ist, knüpft Trump an seine Linie nahtlos an: Der US-Präsident attestierte dem Brexit-Hardliner, er werde "ein großartiger Premierminister sein". Zudem stellte Trump dem neuen britischen Premierminister den Abschluss eines "sehr umfassenden Freihandelsabkommens" in Aussicht. Ob auf diese großen Worte auch Taten folgen werden, erscheint wie immer bei Trump allerdings fraglich.

Bislang habe die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union ein solches Abkommen verhindert, sagte Trump am Freitag nach einem Telefonat mit Johnson. Der bilaterale Handel könne deutlich ausgeweitet werden.

Freihandelsabkommen werden von der EU zentral für alle Mitgliedsstaaten vereinbart. Großbritannien wird voraussichtlich ab November kein EU-Mitglied mehr sein und kann in Zukunft dann wieder bilaterale Handelsabkommen abschließen.

Trump hatte London für den Fall des Ausscheidens aus der EU schon zuvor ein Freihandelsabkommen in Aussicht gestellt. Experten sehen dies jedoch sehr skeptisch: Das Aushandeln solcher Abkommen ist sehr langwierig, zudem hat Großbritannien deutlich weniger Verhandlungsmacht als die EU als Ganzes. Ein geplantes Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA etwa wurde nach der Wahl Trumps 2016 auf Eis gelegt.

Bemerkenswert am Rande: Besonders treffend brachte zuletzt Musikkomiker Helge Schneider die Sache auf den Punkt. Schneider stellte nach der Wahl von Boris Johnson zum neuen britischen Premierministers dessen politische Kompetenz infrage. "Jetzt ist der zweite blonde Fiffi - sag ich mal - Bundeskanzler von England geworden", so der Spaßmacher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, und die Anspielung auf US-Präsident Donald Trump ist offensichtlich.

"Und man fragt sich: Haben die jetzt wat im Kopf oder nicht? Ich weiß es nicht", so Schneider. Der 63-Jährige kritisierte, es mischten immer mehr Menschen in der Politik mit, ohne die notwendigen Kompetenzen dafür zu haben. "Populismus nennt man das, ne? Das ist so der neue Style", sagte Schneider weiter.

Johnson, ein führender Brexit-Befürworter, ist seit Mittwoch als Nachfolger von Theresa May Regierungschef von Großbritannien.

cr/dpa