Dienstag, 18. Juni 2019

Nach 100 Tagen Amtszeit Trumps Umfragewerte auf Rekordtief

Zumindest ein Superlativ bleibt: Trump ist nach 100 Tagen Amtszeit der unpopulärste US-Präsident

Donald Trump geht als unpopulärster US-Präsident der modernen Geschichte in sein 100-Tage-Amtsjubiläum am Samstag. Doch seine Basis ist zufrieden mit ihm. Allerdings konnte er sie in den ersten drei Monaten im Weißen Haus nicht verbreitern. Das sind die Kernergebnisse einer Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

Demnach stimmen nur 42 Prozent Trumps Amtsführung zu - das schlechteste Ergebnis nach den ersten 100 Tagen, das in der Zeitspanne seit Dwight D. Eisenhower gemessen wurde. 53 Prozent missbilligen Trumps Politik. Zum Vergleich: Das schlechteste Ergebnis vor Trump nach rund 100 Tagen im Amt wies nach Angaben der "Washington Post" der Demokrat Bill Clinton im April 1993 auf, dessen Kurs 39 Prozent ablehnten. Barack Obamas Sympathiewerte lagen um diese Zeit vor acht Jahren bei 69 Prozent, nur 26 Prozent missfiel seine Amtsführung.

Trumps Stammwähler stehen weiter zu ihm

Die meisten, die Trump im November gewählt haben, unterstützen ihn der Umfrage zufolge weiter: In dieser Gruppe liegt die Zustimmung zu seinem Kurs bei 94 Prozent, unter den Republikanern bei 84 Prozent. Auf die Frage, ob sie bedauerten, Trump gewählt zu haben, antworteten zwei Prozent mit ja, 96 Prozent stehen zu ihrem Votum. 96 Prozent würden Trump auch wiederwählen - ein besserer Wert als der, den seine unterlegene demokratische Rivalin Hillary Clinton aufweisen kann. Der "Washington Post" zufolge würden 83 Prozent ihrer Wähler sie erneut unterstützen. Trump war am 29. Januar in sein Amt eingeführt worden.

Trump macht Druck zum Abbau der Regulierungen im Finanzsektor

Trump hat zudem weitere Schritte zum Regelabbau im Finanzsektor eingeleitet. Mit der Unterzeichnung von zwei Erlassen ordnete Trump am Freitag die Überprüfung von Teilen der Gesetzesreform Dodd-Frank an. Die Reform war unter Trumps Vorgänger Barack Obama beschlossen worden, um die USA besser vor Finanzkrisen zu schützen.

US-Finanzminister Steven Mnuchin hat unterdessen Deutschland bei der IWF-Frühjahrstagung in Washington mit deutlichen Worten zum Abbau seiner Exportüberschüsse aufgefordert. "Nach unserer Ansicht sind exzessiv hohe Exportüberschüsse, genauso wie Exportdefizite, nicht dienlich, um ein freies und faires Handelssystem zu unterstützen", heißt es in einem Statement Mnuchins, dass er am Samstag bei der Sitzung des Steuerungskomitees des Internationalen Währungsfonds einbrachte. Zuvor hatte bereits IWF-Chefin Christine Lagarde Deutschland zum Abbau seines Exportüberschusses aufgefordert.

la/dpa

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