Montag, 19. August 2019

Zölle auf Stahl und Aluminium verhängt Trump riskiert Handelskrieg mit dem Rest der Welt

 "Nationale Sicherheit bedroht": Aluminium- und Stahlwerke in den USA leiden unter einer schwachen Auslastung
Brian Snyder/REUTERS
"Nationale Sicherheit bedroht": Aluminium- und Stahlwerke in den USA leiden unter einer schwachen Auslastung

2. Teil: Überschwemmt Billigstahl jetzt verstärkt Europa?

Der deutsche Europaabgeordnete Manfred Weber (CSU) warf Trump vor, eine "sehr gefährliche Entwicklung" zu provozieren. SPD-Handelsexperte Bernd Lange und ebenfalls Europa-Parlamentarier sagte: "Das ist rücksichtloser Nationalismus und Protektionismus in Reinform." Den Amerikanern müsse mit harten Gegenmaßnahmen geantwortet werden.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dieter Kempf, kritisierte die Haltung der US-Regierung. "Trump riskiert weltweite Handelskonflikte und eine Spirale des Protektionismus, die am Ende auch amerikanische Jobs kosten werden", sagte er.

Trump steht innenpolitisch unter schweren Druck. Erst tags zuvor hatte seine Kommunikationschefin Hope Hicks ihren Rückzug bekanntgegeben, über die Ablösung des Nationalen Sicherheitsberaters Herbert Raymond McMaster und sogar die seines Beraters Jared Kushner, seinem Schwiegersohn, wird spekuliert. US-Medien mutmaßten, die mit harter Hand gefasste Entscheidung könne auch der Versuch eines Befreiungsschlags gewesen sein.

Billigkonkurrenz: Werke in den USA nicht mehr ausgelastet

Bei einer Expertenrunde mit Stahl-Unternehmern sagte Trump am Donnerstag, die USA würden aus anderen Ländern mit massivem Dumping unter Druck gesetzt. "Es bringt unsere Unternehmen um."

Die Billigkonkurrenz aus dem Ausland laste auf den Stahl- und Aluminiumhütten in den USA: Die Stahlindustrie ist derzeit nur bei 73 Prozent Auslastung und soll mit Hilfe der Zölle auf 80 Prozent gebracht werden. Beim Aluminium soll der Auslastungsgrad von derzeit nur 48 Prozent auf 80 Prozent gehoben werden. In den USA mussten seit dem Jahr 2000 zehn Stahlwerke schließen. Die Beschäftigung ging in den vergangenen 20 Jahren um 35 Prozent zurück.

Die weltweite Stahlproduktion sei seit 2000 um 127 Prozent gestiegen, während die Nachfrage langsamer gewachsen sei, heißt es vom Ross-Ministeriums. Allein China schaffe mehr Überkapazität am Weltmarkt als die USA insgesamt verbrauchten.

rei mit dpa

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