Freitag, 19. April 2019

Trump windet sich nach peinlichem Auftritt mit Putin Uuups, ein Versprecher !

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Bild: DC POOL, REUTERS PICTURES

Auf die scharfe Kritik für sein Auftreten beim Treffen mit Putin reagiert Trump mit einer Ausrede. Er habe sich versprochen - sagt der US-Präsident, um dann Russland zugleich Absolution zu erteilen. Schließlich habe Moskaus Vorgehen ja das Ergebnis der Präsidenten-Wahl nicht beeinflusst. Es könne ohnehin nicht schlecht sein, sich gut mit Russland zu stellen.

Nach der Kritik an seinem Verhalten gegenüber Russlands Staatschef Wladimir Putin rudert US-Präsident Donald Trump nun zurück. Er habe sich bei der Pressekonferenz mit Putin falsch ausgedrückt, sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) und damit mehr als 24 Stunden nach dem umstrittenen Auftritt in Helsinki.

Er habe sagen wollen, dass er keinerlei Grund sehe, warum es nicht Russland gewesen sei, das sich in die US-Präsidentenwahl eingemischt habe. Gesagt hatte er, er sehe keinerlei Grund, dass es Russland gewesen sei.

Trumps Auftritt mit Putin war in den USA parteiübergreifend kritisiert worden. Vor allem, dass Trump ungeachtet der Erkenntnisse der US-Geheimdienste Russland von einer Einmischung in den US-Wahlkampf freisprach, sorgte für Entrüstung. Zunächst hatte sich Trump verteidigt und der Presse eine falsche Darstellung vorgeworfen.

Der Präsident erklärte seine umstrittenen Äußerungen später damit, dass er in dem entscheidenden Satz die Verneinung ausgelassen habe. Er habe "would" gesagt statt "wouldn't". Er habe volles Vertrauen in die US-Geheimdienste und akzeptiere ihre Schlussfolgerung, dass Russland die Wahl beeinflusst habe.

Allerdings bekräftigte er dennoch, dass Russlands Vorgehen das Wahlergebnis nicht beeinflusst habe. Trump hatte sich bei der Präsidentenwahl 2017 gegen Hillary Clinton durchgesetzt.

Republikaner Paul Ryan: "Gedankenlos, gefährlich, schwach"

Nach der zum Teil scharfen Kritik in den USA hatte Trump zunächst auf Angriff geschaltet. Schon der Nato-Gipfel sei großartig gewesen und die Militärausgaben der Allianz würden deutlich aufgestockt - "nur meinetwegen", schrieb er auf Twitter. Das Treffen mit Putin sei "sogar noch besser" gewesen. Leider habe das die Fake-News-Presse nicht so berichtet.

Der republikanische Präsident des US-Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, sagte, es sei klar, dass Russland sich in die Wahl eingemischt habe. "Russland teilt unsere Werte nicht." Er sprach sich für weitere Sanktionen aus - wie auch der Fraktionschef der Demokraten im Senat, Charles Schumer. Er sprach zudem von einem beispiellosen Verhalten eines US-Präsidenten. Trump habe sich an die Seite Putins gegen die US-Justiz und -Geheimdienste gestellt. Das sei "gedankenlos, gefährlich und schwach".

Der republikanische Senator Lindsey Graham bemängelte, Trump habe die Chance vertan, eine klare Warnung an Russland zu senden, solche Einmischungen zu unterlassen. Am Dienstag erklärte Trump, seine Regierung werde mit Nachdruck für einen Schutz der Kongresswahlen im November sorgen.

Trump: "Russland hat uns geholfen, den Krieg zu gewinnen"

In einem Interview mit den Nachrichtensender Fox versuchte Donald Trump am Dienstag die Wogen weiter zu glätten und legte dabei verbal einen weiteren Eiertanz hin: Ob er womöglich zu große Sympathien für Russland hege, lautete eine Frage. "Ich bin nicht pro-russisch, ich bin für niemanden", antwortete Trump. "Ich möchte nur, dass das Land (die USA) sicher ist." Die USA und Russland kontrollierten 90 Prozent aller Atomwaffen. Mit Russland auszukommen, sei deshalb eine gute Sache und keine schlechte.

Auf die Frage, ob er Russland als größten Widersacher der USA sehe, sagte Trump: "Ich würde nicht einmal das Wort Widersacher benutzen. Wir können alle zusammenarbeiten." Es könne allen gut gehen und alle könnten in Frieden leben.

Trump erinnerte an die Rolle Russlands während des Zweiten Weltkrieges: "Russland hat 50 Millionen Menschen verloren und uns geholfen, den Krieg zu gewinnen."

rei/Reuters/dpa

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