Donnerstag, 23. Januar 2020

Ölmanager und Putin-Freund ExxonMobil-Chef Tillerson wird US-Außenminister

ExxonMobil-Chef Tillerson: Ein Ölmanager und Putin-Freund

Der Geschäftsführer des Mineralölkonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, soll neuer Außenminister der USA werden. Das bestätigte der designierte US-Präsident Donald Trump am Dienstagmorgen in einer Mitteilung.

Der Republikaner bezeichnete Tillerson als einen der erfolgreichsten Unternehmer der Welt. Er lobte den 64-Jährigen in einem Interview des Senders Fox News in den höchsten Tönen. Tillerson habe nicht nur ein Riesenunternehmen erfolgreich gelenkt: "Er ist viel mehr als ein Geschäftsmanager. Er ist ein Weltklasse-Spieler. Er kennt viele der Spieler, und er kennt sie gut. Er schließt massive Verträge mit Russland ab - für das Unternehmen, nicht für sich selbst."

Tillerson steht seit 2006 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze von ExxonMobil. Der 64-Jährige Texaner hat seine gesamte berufliche Karriere bei Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen verbracht und verfügt über keinerlei diplomatische Erfahrungen auf dem politischen Parkett. Allerdings bohrt und forscht der Konzern in mehr als 70 Ländern auf allen Kontinenten.

Keine politische Erfahrung, aber: "Er schließt Verträge mit Russland ab"

So schloss Exxon 2011 einen Vertrag mit dem staatlich kontrollierten russischen Unternehmen Rosneft zu gemeinsamen Probeölbohrungen und Erschließungen in der Arktis und in Sibirien. Zwei Jahre später ehrte der Kreml Tillerson mit dem "Orden der Freundschaft", einer Auszeichnung für Ausländer. Tillerson, der Zeitungsberichten zufolge persönlich mit Putin-Vertrauten getafelt hat, ist auch ein Gegner der westlichen Sanktionen gegen Russland.

Vor diesem Hintergrund äußerten die prominenten republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham am Samstag auch Bedenken gegen die mögliche Nominierung. Putin sei ein "Verbrecher, ein Tyrann und ein Mörder, und jeder, der ihn anders beschreibt, lügt", sagte McCain. "Wenn jemand vom Kreml eine Auszeichnung erhält, dann wird es einige Fragen geben", erklärte Graham. Der Senat muss bei der Besetzung von Kabinettsposten grünes Licht geben, und die Äußerungen der beiden prominenten Republikaner deuten auf ein zumindest sehr lebhaftes Bestätigungsverfahren hin.

Eine Entscheidung für Tillerson passt in zweifacher Hinsicht in das bisherige Trump-Konzept: Der Republikaner hat im Wahlkampf wiederholt seinen Wunsch nach verbesserten Beziehungen zu Russland bekundet. Und er hat bereits mehrere Posten mit wohlhabenden Geschäftsleuten ohne politische Erfahrung besetzt.

Goldman-Sachs-Manager bevölkern Trumps Milliardärs-Kabinett

So holt er nach übereinstimmenden Medienberichten auch einen dritten Manager der Investmentbank Goldman Sachs an seine Seite. Demnach soll der 56-jährige Gary Cohn aus der Führung des Unternehmens an die Spitze des nationalen Wirtschaftsrates wechseln und damit die gesamte Wirtschaftspolitik koordinieren. Anders als Kabinettsmitglieder müsste er nicht vom Senat bestätigt werden.

Auch der designierte Finanzminister Steve Mnuchin und der künftige Chefstratege im Weißen Haus, Stephen Bannon, haben für Goldman Sachs gearbeitet. Während des Wahlkampfs hatte Trump noch über einen längeren Zeitraum immer wieder betont, seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton werde von dem Unternehmen "total kontrolliert".

mg/dpa-afx

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