Montag, 21. Oktober 2019

Nerven vor Treffen in den USA angespannt Handelsgespräche - China schließt Scheitern nicht aus

Werden die USA und China bei ihren Handelsgesprächen aufeinander zugehen? Gibt es keine Forschritte bei den Verhandlungen, will Donald Trump - wie bereits angeordnet - den Zoll auf chinesische Importe ab kommenden Dienstag von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöhen.

Kurz vor der Fortsetzung der Bemühungen zur Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China zeichnen Beteiligte und Medienberichte ein widersprüchliches Bild. Während Vertreter der chinesischen Seite ein Scheitern der an diesem Donnerstag auf Regierungsebene beginnenden Gespräche nicht ausschließen, schöpften Investoren nach Berichten über Fortschritte Hoffnung auf eine Entspannung des Streits, der den weltweiten Handel bremst.

Chinesische Regierungsbeamte sagten am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, sie seien verärgert über den Beschluss von US-Präsident Donald Trump, chinesische Regierungsorganisationen und Unternehmen auf die schwarze Liste zu setzen. Es bestünde die Möglichkeit, dass die Gespräche diese Woche in einer Sackgasse endeten, erklärte ein chinesischer Beamter.

Die USA haben 28 chinesische Unternehmen und Regierungsorganisationen wegen des Vorgehens gegen die Uiguren und andere muslimische Minderheiten auf eine Schwarze Liste gesetzt.

Wie angefasst die Machthaber in China ganz offensichtlich sind, zeigt auch ein Dementi des Weißes Hauses: So trat die US-Regierung in der Nacht einen Bericht der South China Morning Post entgegen, in dem es heißt, der chinesische Vizepremier Liu He plane, Washington nach nur einem Tag das Treffen auf Ministerebene am Donnerstag zu verlassen. "Derzeit ist uns keine Änderung der Reisepläne des Vizepremiers bekannt", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses gegenüber CNBC.

Bericht: Trump könnte Embargo gegen Huawei zum Teil lockern

Nach einem Bericht der "New York Times" will die US-Regierung das Embargo gegen den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei in Teilen aufheben, so dass der Konzern wieder mit bestimmten Bauteilen beliefert werden kann. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet zudem, dass die amerikanische und chinesische Regierung in Währungs-Fragen auf dem Weg zu einer Einigung seien. Nach den Berichten drehte die japanische Börse ins Plus.

Sollten Forschritte bei den Verhandlungen ausbleiben, will Trump - wie bereits angeordnet - den Zoll auf chinesische Importe ab kommenden Dienstag von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöhen. Der chinesische Vize-Regierungschef Liu He wird an diesem Donnerstag und Freitag zu neuen Handelsgesprächen mit den USA in Washington erwartet. Trump hatte sich trotz der chinesischen Vorbehalte optimistisch über die anstehende Gesprächsrunde geäußert.

Die Zeitung "South China Morning Post" schrieb allerdings, die Gespräche zur Vorbereitung des Treffens der Verhandlungsdelegationen an diesem Donnerstag seien ohne Fortschritte beendet worden. Das Blatt berichtete, bei den Gesprächen am Montag und Dienstag hatten es die chinesischen Unterhändler abgelehnt über Technologie-Transfer zu sprechen - ein zentrales Anliegen der Amerikaner.

rei/dpa/Reuters/AP

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