Sonntag, 19. Januar 2020

Nach Zinserhöhung - Trump-Rally als Gefahr für die Weltwirtschaft Dollar auf Steroiden - die große Sorge für 2017

3. Teil: Die Trump-Rally zwingt China zum Dumping

Exportnation wider Willen: China ist zu längerem Dasein als Billigstandort verdammt
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Exportnation wider Willen: China ist zu längerem Dasein als Billigstandort verdammt

Zu den unbeabsichtigten Folgen, die Gary Cohn anspricht, zählt die sinkende Wettbewerbsfähigkeit von Amerikas Exportindustrie. Je stärker der Dollar, desto teurer werden in Dollar-Kosten gefertigte Produkte im Ausland. Der Kostenvorteil für beispielsweise chinesische Fabrikate steigt hingegen.

Die USA haben schon ein gewaltiges Handelsdefizit, und das dürfte erneut steigen. Für sein Versprechen, Industriejobs zurückzuholen, müsste Trump den Unternehmen schon gewaltige Steuergeschenke machen - und käme wohl doch kaum gegen die ungleich größerer Macht des Dollars an, der ein Vielfaches an Exportchancen zunichte macht.

Ironischerweise droht die Trump-Rally genau den unfairen Vorteil Chinas zu befördern, vor dem Trump warnt - und ihm so den Anlass für einen Handelskrieg zu liefern. Die chinesische Führung hingegen ist seit Jahren davon abgerückt, den Yuan zu Dumping-Zwecken nach unten zu manipulieren und stützt ihn dagegen verzweifelt. Der starke Dollar macht alle Bemühungen zunichte, den langwierigen Umbau von der verlängerten Werkbank des Westens zur Konsumnation anzugehen.

Als Alternative macht das Wort von einem "Trump-Tower-Abkommen" die Runde, in Anlehnung an das Plaza-Abkommen von 1985, als sich die damals führenden westlichen Wirtschaftsmächte einigten, Reagans Dollar-Rally zu beenden. Doch heute haben Europa und Japan kaum Interesse daran, etwas gegen ihre Weichwährungen zu unternehmen. Sie können etwas importierte Inflation bestens gebrauchen. Und glaubt man Hyun Song Shin, ist das noch die harmloseste Negativ-Folge der Dollar-Stärke ...

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