Samstag, 25. Mai 2019

Linksbündnis Das sind Syrizas Wirtschaftsexperten

Die linke Syriza-Partei will den Ruf als Schrecken der Märkte loswerden. Fünf Ökonomen profilieren sich als wirtschaftspolitische Stimme, mit sehr verschiedenen Tönen.

Bigsofo / Wikipedia
Wenn Griechenland einen Popstar-Ökonomen hat, dann ist es Giannis Varoufakis - der ohne Umschweife einräumt, dass er selbst das Fach nie studiert hat. Mit der Leidenschaft zum radikalen und systematischen Nachdenken hat der Mathematiker es dennoch zu Wirtschaftsprofessuren in Cambridge, Sydney, Athen und zuletzt im texanischen Austin gebracht. Ein Global Player, der die griechische Heimat vor allem im Herzen trägt.

Der Elfenbeinturm ist nicht sein Ding - Varoufakis will sich einmischen, mit einem populären englischsprachigen Blog ("Gedanken für die Welt nach 2008"), mit dem Bestseller "Der Globale Minotaurus", mit Beiträgen für internationale Medien, mit einem gemeinsam mit dem linken US-Starökonom James Galbraith verfassten Aufruf. Und nebenbei findet er noch Zeit, im Auftrag der Videospielfirma Valve ("Counter-Strike") die digitale Ökonomie zu erforschen.

Die Krise hat ihn radikalisiert - zuerst der Kollaps des weltweiten Finanzsystems, bald darauf die früh gewonnene Erkenntnis der Insolvenz des griechischen Staats. Mit der Opposition gegen die Notkredite für Griechenland und gegen die Machenschaften der heimischen Banker entfernte er sich von den Sozialdemokraten, die er einst beriet.

Nun kandidiert er als Parteiloser für Syriza, nachdem er deren Parteichef Alexis Tsipras bereits zur Europawahl 2014 unterstützte - mit dem Ziel, bei "Verhandlungen mit Berlin, Brüssel und Washington" eine Rolle zu spielen. Sein Leitmotiv ist die Einheit der Euro-Zone, die aus seiner Sicht nach innerer Solidarität verlangt - und nach einem Schuldenerlass für Griechenland. Varoufakis will "Vorschläge machen, die nicht einmal Wolfgang Schäuble ablehnen kann".

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