Sonntag, 15. Dezember 2019

Linksbündnis Das sind Syrizas Wirtschaftsexperten

3. Teil: Georgios Stathakis - der Schattenminister

Youtube / Real.gr portal
An der Universität Kreta lehrt Georgios Stathakis "marxistische Analyse" für Studienanfänger. Auch er ist aber ein Mann, der moderate Töne anschlagen und internationale Fachdiskussionen führen kann. Im November stellte er sich Bankern in der Londoner City zum Dialog.

Seine ökonomische Ausbildung erhielt der Reedersohn in England, aktuell vertritt Stathakis Syriza im Parlament und gehört dem Ausschuss für öffentliche Unternehmen an. Staatsaufträge, Privatisierungen, Immobilien und vor allem Medienlizenzen formuliert Stathakis als Hebel, um die Macht der Oligarchen - darunter seine eigene Familie - zu brechen.

Wie Dragasakis begann auch Stathakis seine politische Karriere bei den Kommunisten. Aktuell versteht sich der als Schattenminister für wirtschaftliche Entwicklung gehandelte Ökonom aber besonders darauf, Ängste der internationalen Gemeinschaft zu zerstreuen. "Einen Plan B gibt es nicht", beharrt er auf der Perspektive, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibe und das Kreditprogramm bis zum Sommer nachverhandelt werde.

Die Idee einer einseitigen Erklärung der Staatsschulden als "illegitim", in der Partei und dem griechischen Volk populär, wies Stathakis schon Anfang 2014 in die Schranken: Eine Rechtsgrundlage lasse sich höchstens für 5 Prozent der Anleihen finden, die beispielsweise korrupte Rüstungsdeals oder die nie stattgefundene Elektrifizierung der Eisenbahn finanzieren sollten. Wenn es zum Bruch mit den Euro-Partnern kommt, soll es nicht an Syriza liegen.

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