Samstag, 25. Januar 2020

US-Boom Fracking-Bonanza für deutsche Firmen

Fracking-Anlage in Texas: Das BIP im US-Bundesstaat wächst derzeit zwei Mal so schnell wie in den USA

2. Teil: 28 Milliarden Dollar Investitionen - ein Fest für deutsche Maschinenbauer

Dank des Booms haben die USA im Monat Oktober erstmals seit den 90er Jahren mehr Öl produziert als sie einführten. Texas ist im Zuge dieser Expansion größter Industriestandort und Exporteur der USA geworden. Rund die Hälfte der Produktion entfällt auf Raffinerien und die Chemie. Ein Fünftel der US-Ölförderung und knapp ein Drittel des Erdgases stammen von hier.

Aufgrund dieses Booms hat die Citigroup den USA bis 2020 Unabhängigkeit von eingeführtem Öl vorhergesagt. Die Internationale Energieagentur wagt diese Prognose bis zum Jahr 2035.

Das Eagle-Ford-Vorkommen, das auf der Landkarte wie eine Banane westlich von Houston verläuft, gilt laut dem Branchenspezialisten Wood Mackenzie als größtes Öl- und Gasvorkommen der Welt. Rund 28 Milliarden Dollar investieren Energiefirmen hier. Langfristig sollen es sogar 100 Milliarden Dollar sein.

Deutschland viertgrößter Handelspartner des Hafens

Das gepumpte Öl und Gas wird zu einem guten Teil im Hafen von Houston verarbeitet. Entlang des 70 Kilometer langen Hafenkanals spannt sich bis zum Meer eine Raffinerielandschaft mit 150 Firmen. Die dampfenden Anlagen sind bis zum Anschlag ausgelastet.

Die Firmen hier investieren laut der Hafenbehörde zusammen rund 50 Milliarden Dollar in die Erweiterung. "Wir wollen unsere Kapazität binnen zehn Jahren um 150 Prozent steigern", sagt der Hafendirektor Leonard Waterworth, "vor allem Plastikprodukte sollen dabei eine große Rolle spielen." Die sind laut der offiziellen Statistik mit 5,6 Milliarden Dollar für 2012 bereits das führende Exportgut, vor Maschinen und Chemieprodukten.

Deutschland war 2012 wertmäßig der viertgrößte Handelspartner des Hafens, nach den BRICS-Ländern Indien, China und Brasilien. "Unsere Exporte werden bis 2016 um 30 Prozent zulegen", sagt Hafenchef Leonard Waterworth.

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