Anstieg schwächt sich ab Deutsche Exporte wachsen zwölften Monat in Folge

Die Dynamik lässt nach, aber dennoch sind die deutschen Exporte im April noch gewachsen. Der Wert der Ausfuhren in die USA wuchs dabei um 60 Prozent - im China-Geschäft betrug die Steigerung nur 16 Prozent.
Containerhafen Hamburg: Das meistgenutzte Transportmittel für ferne Ausfuhren sind immer noch Schiffscontainer

Containerhafen Hamburg: Das meistgenutzte Transportmittel für ferne Ausfuhren sind immer noch Schiffscontainer

Foto: Fabian Bimmer/ dpa

Die deutschen Exporteure haben ihre Ausfuhren dank der starken Nachfrage aus den USA, China und der EU den zwölften Monat in Folge gesteigert. Sie wuchsen im April allerdings nur noch um 0,3 Prozent zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Ökonomen hatten mit 0,5 Prozent gerechnet, nach 1,3 Prozent im März. Die Importe fielen zugleich mit 1,7 Prozent unerwartet deutlich. Damit lagen die Exporte um 0,5 Prozent unter und die Importe 5,5 Prozent über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

"Genügend Nachfrage ist da, jetzt sind vor allem produktionsseitig Lieferengpässe zu überwinden"

Chefvolkswirt Alexander Krüger, Bankhauses Lampe

"Die Materialknappheiten und der Mangel an Vorprodukten lastet auf der Industrieproduktion", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. "Aber immerhin gelingt es der Industrie, Waren in den Export zu geben." Dem pflichtete der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger, bei. "Genügend Nachfrage ist schon da, jetzt sind vor allem produktionsseitig bestehende Lieferengpässe zu überwinden", sagte er. "Lieferengpässe bleiben vorerst nicht nur ein Konjunktur-, sondern vor allem auch ein Inflationsthema." Im April hatte in einer Ifo-Umfrage fast jeder zweite Industriebetrieb über zu wenig Material geklagt, was von Halbleitern bis Holz reichte. Das treibt die Preise in die Höhe, zumal die Nachfrage angesichts der weltweiten Konjunkturerholung steigt.

Ausfuhren in die USA wuchsen am stärksten

Im April verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 111,8 Milliarden Euro ins Ausland. Verglichen mit April 2020 - dem ersten vollen Lockdown-Monat in der Corona-Krise - ist das eine Zunahme von 47,7 Prozent. Dabei wuchsen die Ausfuhren zum wichtigsten Exportkunden USA um 59,9 Prozent, die nach Großbritannien um 64,1 Prozent und die nach China um 16,0 Prozent. Das Auslandsgeschäft mit den EU-Ländern legte um 58,6 Prozent zu.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Exportprognose wegen der von den USA und China angeführten Erholung der Weltwirtschaft kürzlich erhöht. Deutsche Firmen dürften demnach 2021 acht Prozent mehr ausführen. Zuvor lag die Erwartung bei sechs Prozent. Wegen der Corona-Krise waren die Ausfuhren 2020 um mehr als neun Prozent eingebrochen.

rei/Reuters
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