Dienstag, 2. Juni 2020

Coronavirus und die Folgen Bislang 8054 Corona-Tote in Deutschland

Magdeburg in Sachsen-Anhalt: Das Bundesland hebt das Einreiseverbot für Touristen auf
picture alliance/dpa
Magdeburg in Sachsen-Anhalt: Das Bundesland hebt das Einreiseverbot für Touristen auf

  • Siemens-Chef Joe Kaeser warnt davor, bei EU-Finanzhilfen zu kurz zu denken
  • Russlands Ministerpräsident Michail Mischustin nimmt nach überstandener Corona-Erkrankung seine Arbeit wieder auf.
  • Der Chef der Wirtschafsweisen rät bei der Erhöhung des Mindestlohns zur Zurückhaltung.
  • In Europa sind im April 76 Prozent weniger Autos neu zugelassen worden als im Vorjahresmonat.
  • Opel fährt seine Produktion wieder hoch.
  • US-Präsident Trump nimmt zur Corona-Prophylaxe täglich das umstrittene Malariamedikament Hydrodxychloroquin

20.30 Uhr - In Deutschland sind bis Dienstagabend mehr als 175.600 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 175.100 Infektionen). Mindestens 8054 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: mindestens 7974). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag bei 0,86 (Datenstand 19.5 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Laut RKI lag dieser Wert bei 0,81 (19.5. 0 Uhr). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

19.40 Uhr - Mehr als zwei Drittel der Deutschen planen einem Medienbericht zufolge für diesen Sommer keinen Urlaub im europäischen Ausland. Dies sei die Antwort von 67,7 Prozent der Befragten in einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey, wie das Nachrichtenportal t-online.de berichtet. Dagegen hätten 15,5 Prozent dies "auf jeden Fall" vor, heißt es laut redaktioneller Fassung.

18.00 Uhr - In Italien werden wieder mehr als 100 Tote an einem Tag gemeldet: Das Katastrophenschutzamt beziffert die Zahl mit 162 nach 99 am Vortag. Die Zahl der bekannten Neuinfektionen steigt mit 813 deutlich stärker als die 451 am Montag gemeldeten Fälle. Insgesamt sind in Italien 32.169 Todesfälle und 226.699 Infektionen verzeichnet.

17.00 Uhr - In Spanien ist die Zahl der bekannten Infektionen um 431 auf 232.037 gestiegen, teilt das spanische Gesundheitsministerium mit. Zugleich seien 83 weitere Todesfälle verzeichnet worden, insgesamt damit 27.778.

- Hessen hat bislang rund 87 Prozent der Anträge auf Corona-Soforthilfe von Firmen und Selbstständigen bewilligt. Von den 112.400 bearbeiteten Anträgen seien 98.000 positiv beschieden worden, teilt das Wirtschaftsministerium des Landes mit. Insgesamt hat Hessen seit Ende März 882 Millionen Euro an Corona-Soforthilfen ausgezahlt. Die Welle an Hilfsanträgen ist inzwischen abgeflaut. Seit Anfang Mai gingen nur noch knapp 7800 Anträge ein. In der ersten Woche - 30. März bis 5. April - wurden noch 79.000 Anträge gestellt. Neben den Corona-Soforthilfen, bei denen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern Zuschüsse über bis zu 30.000 Euro erhalten können, hat Hessen weitere Hilfen wie Bürgschaften aufgelegt.

15.30 Uhr - Berlin hebt Quarantäne für Einreisende aus europäischen Ländern auf. Menschen aus zahlreichen europäischen Staaten müssen bei der Einreise nach Berlin nicht mehr für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Das beschloss der Senat am Dienstag und setzte damit wie andere Länder eine Empfehlung des Bundes um. Nach Angaben von Innensenator Andreas Geisel (SPD) gilt die neue Regelung für Reisende aus allen EU-Ländern sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Großbritannien. Die Quarantäne-Bestimmungen galten seit Anfang April, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu bremsen.

15.15 Uhr - Italiens Ministerpräsident geht vorsichtig optimistisch in die nächste Phase der Pandemie. "Wir wissen, dass unser Kampf bei weitem noch nicht gewonnen ist", sagt Giuseppe Conte in einer Videoansprache an die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Italien gehört zu den am stärksten von dem neuartigen Coronavirus betroffenen Ländern. Inzwischen gibt es erste Lockerungen.

14.15 Uhr - Der weltweite Umgang mit der Coronavirus-Pandemie soll untersucht werden. Bei der Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lehnt keiner der 194 Mitgliedsstaaten einen entsprechenden Antrag ab, den die Europäische Union im Auftrag von mehr als 100 Ländern vorgelegt hat, darunter Australien, China und Japan. Als der Vorsitzende der Versammlung erklärt, die Resolution sei angenommen, brandet Applaus auf.

- Russlands Ministerpräsident Michail Mischustin nimmt nach überstandener Corona-Erkrankung seine Arbeit wieder auf. Präsident Wladimir Putin hebt nach Angaben des Kreml ein Dekret auf, mit dem die Aufgaben vorübergehend an Mischustins Vize Andrej Belusow übertragen worden waren. Russland ist nach Daten der Johns-Hopkins-Universität nach den USA das Land, das die höchsten Infektionszahlen aufweist. Die Zahl der Infektionen stieg am Montag um 9263 auf fast 300.000. Es ist jedoch der vierte Tag in Folge, an dem weniger als 10.000 Menschen positiv auf das Virus getestet wurden. Die Zahl der Toten wird mit 2837 angegeben, 115 mehr als am Sonntag.

14.00 Uhr - Sachsen-Anhalt hebt das wegen der Corona-Pandemie verhängte Einreiseverbot für Touristen auf. Von 28. Mai an dürfen Menschen aus Deutschland für Ausflüge, Urlaub und Besuche wieder ins Land kommen. Das hat Landesregierung am Dienstag entschieden.

13.30 Uhr - Bayern verschärft seinen Grenzwert im Frühwarnsystem für die Corona-Neuinfektionen. Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in München mitteilte. Das Frühwarnsystem sei ein "probates Mittel", um lokale Ausbruchsgeschehen schnell zu erkennen. Bund und Länder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hält dies für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet.

Markus Söder: Bayerns Ministerpräsident senkt den Grenzwert für Corona-Hotspots auf 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner
Matthias Balk/dpa
Markus Söder: Bayerns Ministerpräsident senkt den Grenzwert für Corona-Hotspots auf 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner

13.00 Uhr - Die unter den Corona-Folgen leidende deutsche Konjunktur hat laut Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) das Schlimmste hinter sich. Das Bruttoinlandsprodukt breche in diesem Jahr wegen der Pandemie um 7,1 Prozent ein, werde 2021 aber wieder um 7,2 Prozent wachsen, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Prognose. Im laufenden zweiten Quartal dürfte die Wirtschaft sogar um 11,3 Prozent schrumpfen. "Das markiert den größten Quartalsrückgang seit Bestehen der Bundesrepublik", sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. Indikatoren wie der Stromverbrauch oder die Passantendichte in Innenstädten deuteten aber darauf hin, dass der Tiefpunkt durchschritten sei und die ökonomische Aktivität mit den Lockerungen seit Anfang Mai wieder anziehe. Ab der zweiten Jahreshälfte sei wieder mit Wachstum rechnen. Der Aufholprozess vollziehe sich allerdings deutlich langsamer als der Einbruch. Das Vorkrisenniveau dürfte daher erst in der zweiten Hälfte 2021 wieder erreicht werden.

12.30 Uhr - Für die Werften in Europa und auf der ganzen Welt öffnet sich nach der Corona-Krise ein riesiges Auftragsloch. Es sei für längere Zeit mit einer äußerst geringen Nachfrage nach Schiffen aller Art zu rechnen, teilte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) am Dienstag in Hamburg mit. Das treffe die Branche in einer Phase, in der ohnehin schon seit Jahren die Auftragseingänge geringer sind als die Produktion und die globalen Schiffbaukapazitäten nicht ausgelastet seien. Vielen Betrieben werde die Arbeit ausgehen. In Europa sei ohne Gegenmaßnahmen ein vorübergehender Rückgang von 50 bis 75 Prozent möglich. Der Verband forderte deshalb, Aufträge für Schiffe der öffentlichen Hand vorzuziehen und ein Erneuerungsprogramm für die Handelsflotte aufzulegen, um moderne Antriebstechnologien voranzubringen.

Siemens-Chef Joe Kaeser: "Wenn es alleine nur darum geht, wie notleidende Länder wieder auf die Beine kommen, dann wäre das zu kurz gedacht."
Kay Nietfeld / dpa
Siemens-Chef Joe Kaeser: "Wenn es alleine nur darum geht, wie notleidende Länder wieder auf die Beine kommen, dann wäre das zu kurz gedacht."

11.30 Uhr - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Mai den zweiten Monat in Folge gebessert. Wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte, stieg der von ihm erhobene Indikator um 22,8 Punkte auf 51,0 Zähler. Bereits im Vormonat hatte sich die Stimmung deutlich aufgehellt, nachdem sie im März wegen der Corona-Krise drastisch eingebrochen war. Analysten hatten für Mai im Mittel mit 30,0 Punkten gerechnet.

Im Gegensatz zu den Aussichten trübte sich die Bewertung der aktuellen Konjunkturlage weiter ein. Der Indikator fiel jedoch nur leicht um 2,0 Punkte auf minus 93,5 Zähler. "Die Zuversicht wächst, dass es ab Sommer zu einer konjunkturellen Wende kommen wird", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Der Aufholprozess werde allerdings lange andauern: "Erst 2022 soll die Wirtschaftsleistung wieder das Niveau von 2019 erreichen."

11.15 Uhr - Siemens-Chef Joe Kaeser hat eine Konzentration der EU-Finanzhilfen zur Bekämpfung der Corona-Krise auf Zukunftsbranchen gefordert. Kaeser begrüßte in einem am Dienstag veröffentlichten Reuters-Interview den deutsch-französischen Vorstoß für eine größere technologische EU-Souveränität. Dies könne zu einer besseren Positionierung der EU im weltweiten Wettbewerb führen. Allerdings mahnte er in Anspielung auf den vorgeschlagenen 500-Milliarden-Euro-Wiederaufbaufonds für schwer betroffene EU-Länder eine klare Ausrichtung an. "Wenn es alleine nur darum geht, wie notleidende Länder wieder auf die Beine kommen, dann wäre das zu kurz gedacht", sagte Kaeser. "Im Streben nach strategischer und technologischer Souveränität bringt dies Europa nicht weit voran."

Das könne nur gelingen, wenn die vielen Milliarden aus den EU-Programmen in Innovationsoffensiven flössen und nicht in rückwärtsgerichtete Bereiche, sagte Kaeser. "Europa mit seinen 500 Millionen Einwohnern kann schon der dritte große Spieler neben den USA und China sein. Aber dazu muss sich die Europa-Politik radikal fokussieren", mahnte er. Die Förderung müsse sich auf die Gebiete konzentrieren, in denen die EU und Deutschland noch führend seien in der Welt. Als Beispiele nannte er Mobilität, Automatisierung, Gesundheitstechnik und Umwelttechnik. Skeptisch sieht Kaeser dagegen Anstrengungen zur Schaffung einer europäischen Cloud. Die nötige Größenordnung sei wegen der "Kleinteiligkeit der nationalen Interessen" kaum zu erreichen.

10.45 Uhr - Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München wird im Zuge der Corona-Pandemie gemeinsam mit Real Madrid und Inter Mailand 2021 ein Turnier austragen, dessen Nettoerlöse in die medizinische Infrastruktur in Italien und Spanien fließen sollen. "Die Corona-Pandemie hat auch Europa schwer getroffen", begründete Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge die Aktion. "Wir in Deutschland haben bei allem Leid und allen Problemen vielleicht das Glück, dass sich unser Gesundheitssystem in dieser Krise belastbar zeigt. Auch wir haben allerdings die furchtbaren Bilder aus Italien und Spanien gesehen, beide Länder hat es in Europa mit am härtesten getroffen."

In Abhängigkeit vom Spielkalender und besonders davon, wann wieder vor Zuschauern Fußball gespielt werden kann, werden die drei Vereine in einem Gruppenmodus gegeneinander antreten. Die Partie Real gegen Inter wird in Madrid ausgetragen, das Spiel Inter gegen FC Bayern in Mailand. Sportlicher Höhepunkt ist aus deutscher Sicht die Begegnung Bayern gegen Real Madrid, die in der Allianz Arena in München steigt. Das Turnier, das auch im Fernsehen zu sehen sein wird, dürfte einen beachtlichen Millionenerlös einspielen. Der FC Bayern will 5000 Schwestern, Pfleger und Ärzte zum Spiel in München einladen.

- Die Fahrradbranche lässt die Corona-Krise bereits weitgehend hinter sich. Bei Verbandsumfragen zeigten sich zwei Drittel der Händler und 69 Prozent der Werkstätten und anderen Dienstleister überzeugt, im laufenden Jahr den gleichen oder sogar einen höheren Umsatz zu erzielen als im Vorjahr. 54 Prozent der Händler hätten berichtet, dass sich der Absatz bereits normalisiert habe, berichtete der Zweirad-Industrie-Verband am Dienstag in Bad Soden bei Frankfurt.

10.00 Uhr - Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, plädiert bei der im Sommer anstehenden Entscheidung über eine Erhöhung des Mindestlohns für Zurückhaltung. "Gerade Branchen mit eher geringen Lohnniveaus sind von der Krise besonders erfasst worden. Meines Erachtens kann deshalb in dieser tiefen Rezession der Mindestlohn nicht weiter erhöht werden", sagte Feld der "WirtschaftsWoche". "Wir haben eine Ausnahmesituation, der wir nicht mit 'business as usual' begegnen können." Der Freiburger Ökonom ist beratendes Mitglied der Mindestlohn-Kommission, die im Juni ihre turnusmäßige Empfehlung an die Bundesregierung formulieren wird. Nach den bisherigen rechtlichen Vorgaben müsste die gesetzliche Lohnuntergrenze zum 1. Januar 2021 auf rund 9,80 Euro steigen. Derzeit liegt sie bei 9,35 Euro.

09.30 Uhr - Österreich beharrt im Ringen um Corona-Hilfen für Krisenstaaten auf die Vergabe von rückzuzahlenden EU-Krediten. "Wir werden uns weiterhin solidarisch zeigen und Länder, die am stärksten von der Coronakrise betroffen sind, unterstützen. Jedoch muss dies über Kredite erfolgen und nicht über Zuschüsse", heißt es aus dem Bundeskanzleramt in Wien.

08.30 Uhr - Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet für Deutschland 513 Neuinfektionen und damit den zehnten Tag in Folge weniger als 1000 neue Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen auf 175.210, wie das RKI mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 72 auf 8007 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 155.700, rund 1100 mehr als am Vortag.

08.00 Uhr - Der europäische Automarkt ist im April wegen der Coronavirus-Pandemie regelrecht zusammengebrochen. In der Europäischen Union (EU) wurden 270.682 Pkw neu zugelassen, das waren 76,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der zuständige Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte. Bereits im Januar und Februar waren die Zulassungszahlen zurückgegangen, ehe sie dann im März um mehr als die Hälfte absackten. Der Einbruch im April im Zuge der sich zuspitzenden Virus-Krise fiel nun nochmals deutlich herber aus.

Wegen der Pandemie seien die meisten Autohäuser den gesamten Monat geschlossen gewesen, hieß es. Jeder der 27 EU-Märkte habe Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen müssen. In den besonders stark von der Corona-Krise gebeutelten Ländern Italien (minus 97,6 Prozent) und Spanien (minus 96,5 Prozent) fiel das Minus am stärksten aus. Auch Frankreich verbuchte mit einem Rückgang von 88,8 Prozent einen heftigen Einbruch. In Deutschland gingen die Neuzulassungen den Angaben zufolge um 61,1 Prozent zurück.

06.30 Uhr - Mehr als drei Wochen nach der vorläufigen Einstellung der Rückholflüge des Auswärtigen Amts sitzen immer noch Hunderte Deutsche im Ausland fest. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr, befindet sich alleine in Marokko noch eine "hohe dreistellige Zahl" rückkehrwilliger deutscher Staatsbürger, die wegen der Kappung der Flug- und Fährverbindung in der Corona-Krise nicht wegkommen. "In Südafrika gehen wir von einer mittleren dreistelligen Zahl von ausreisewilligen Deutschen aus, in Argentinien und Pakistan von einer jeweils niedrigen bis mittleren dreistelligen Zahl", heißt es aus dem Ministerium. Die Botschaften versuchen weiter in jedem Einzelfall, Rückkehrmöglichkeiten etwa mit den vereinzelten kommerziellen Flügen zu finden.

06.00 Uhr - Große Teile der deutschen Autozulieferindustrie stellen sich laut einer Mitgliederumfrage des Branchenverbands VDA im Fall anhaltend schwacher Fahrzeugverkäufe auf drastische Jobverluste ein. Allein in den 132 teilnehmenden Firmen sollen demnach schon bis zu 12.500 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen, falls die Nachfrage nicht bald anzieht. Die Ergebnisse der Befragung mittelständischer Zulieferer lagen der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend vor. Die analysierte Stichprobe steht für zusammen rund 187.000 Beschäftigte.

"Unter unveränderten Bedingungen werden bis Ende Juni 39 Prozent der Unternehmen Personal abbauen", so der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin. "Bis Ende Juli werden es 65 Prozent sein." Derzeit liefen bereits in jedem zehnten Betrieb Stellenstreichungen. Konkrete Pläne hierzu hätten aktuell 3 von 5 Zulieferern. Manche Firmen erwägen demzufolge die Kürzung von bis zu 40 Prozent der Jobs.

05.30 Uhr - Der Autobauer Opel fährt seine Produktion nach dem coronabedingten Stopp vor rund zwei Monaten schrittweise wieder hoch. Das berichteten die Tageszeitungen der VRM-Gruppe unter Berufung auf eine Mitteilung von Opel-Chef Michael Lohscheller an die Beschäftigten. Ein Opel-Sprecher bestätigte den Bericht.

Demnach hat das Werk in Kaiserslautern, in dem Komponenten und Motoren gefertigt werden, bereits am Montag wieder die Produktion aufgenommen. "Auch in Rüsselsheim und Eisenach bereiten wir uns wieder schrittweise auf den Wiederanlauf vor, der dann ebenfalls sehr zeitnahe erfolgen wird", schrieb Lohscheller. Konkrete Termine nannte die Tochter des französischen PSA -Konzerns nicht.

02.00 Uhr - US-Präsident Donald Trump nimmt nach eigenen Angaben seit eineinhalb Wochen zur Vorbeugung gegen Covid-19 das Medikament Hydroxychloroquin ein - täglich eine Tablette. "Was hat man zu verlieren?" sagt er vor Journalisten am Montag. Es sei gut möglich, dass die Arznei etwas bewirke. Trump pries bereits in der Vergangenheit das Anti-Malaria-Mittel an. EU-Experten sehen dagegen keinen Beleg, dass es gegen Covid-19 wirkt. Gegenwärtig laufen mehrere Studie zur Klärung der Frage. Hydroxychloroquin hat Nebenwirkungen und kann etwa zu Herzproblemen führen. Auch die US-Arzneimittelbehörde FDA ist sich "der Berichte über schwerwiegende Herzrhythmusstörungen" bei Patienten mit Covid-19 bewusst, die mit Hydroxychloroquin oder Chloroquin behandelt wurden. Trump, der täglich auf das Virus getestet wird, sagte, er habe den Arzt des Weißen Hauses konsultiert, ob es in Ordnung sei, das Medikament zu nehmen. Der Arzt hätte ihm gesagt: "Nun, wenn du es nehmen willst."

- Brasilien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums 674 neue Todesfälle durch Coronaviren. Insgesamt sind 254.220 Fälle bestätigt. Damit ist Brasilien das Land mit der dritthöchsten Anzahl von Infektionen hinter den USA und Russland. Inzwischen sind 16.792 Menschen an Covid-19 gestorben, teilt das Ministerium mit. Die Stadt Sao Paulo ist nach offiziellen Angaben mit 63.066 Fällen und 4823 Todesfällen nach wie vor am stärksten von dem Ausbruch betroffen. Rio de Janeiro liegt mit 26.665 Infektionen und 2852 Todesfällen an zweiter Stelle.

00.00 Uhr - Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA nach Angaben von Wissenschaftlern mehr als 90.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das ging am Montagabend (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen in den USA lag der Uni zufolge bei mehr als 1,5 Millionen. Weltweit sind mehr als 4,7 Millionen Fälle bekannt.

Noch vor wenigen Wochen war das Institut IHME der Universität Washington in Seattle davon ausgegangen, dass sich die Opferzahl im Hochsommer bei etwa 90 000 stabilisieren würde. Mittlerweile gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten in den USA bis Ende des Monats auf rund 110 000 Tote ansteigen könnte. Erst ab Ende Juli könnte sich die Opferzahl dann bei rund 145 000 stabilisieren.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung