Coronavirus und die Folgen Italien setzt Milliarden Euro gegen Corona ein

Das neuartige Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Die Lufthansa streicht bis Ende März mehr als 7000 Flüge. Eine britische Fluggesellschaft meldet Insolvenz an. Fußball-Champions-League-Spiele finden jetzt auch vor leeren Rängen statt. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen im Newsblog.
Italiener in einer Apotheke in Codogno: Das Land ist von der Covid-19-Ausbreitung besonders stark betroffen.

Italiener in einer Apotheke in Codogno: Das Land ist von der Covid-19-Ausbreitung besonders stark betroffen.

Foto: Luca Bruno / AP / DPA

19 Uhr - Die italienische Regierung stellt für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus und die Wiederankurbelung der Wirtschaft 7,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Dies kündigte am Donnerstagabend Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri an. Das Geld solle vor allem genutzt werden, "um die Ressourcen der Gesundheitsdienste, des Zivilschutzes und der Ordnungskräfte zu verstärken".

18 Uhr - Aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat die US-Kaffeehauskette Starbucks ihren Kunden untersagt, eigene Kaffeebecher mitzubringen. Trotzdem werde die umweltfreundliche Geste nach wie vor mit dem gewohnten Mini-Rabatt von zehn Cent belohnt, teilte Vize-Chefin Rossann Williams am Mittwoch mit. Nach ihren Angaben traf Starbucks eine Reihe von weiteren Maßnahmen gegen das Virus.

Unter anderem seien "Reinigung und Desinfektion" in allen Geschäfte verstärkt worden, erklärte Williams. Geschäftliche Flugreisen innerhalb der USA und im Ausland wurden demnach bis Ende März "eingeschränkt", Treffen an Starbucks-Standorten in den USA und Kanada verschoben. Das Unternehmen habe von seinen chinesischen Führungskräften, "die als erste mit dieser Epidemie konfrontiert waren, seine Lektionen gelernt", hieß es weiter. In China befinden sich nach den USA die weltweit meisten Filialen der Starbucks-Kette.

Weltweit wurden bislang mehr als 95.000 Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Mehr als 3300 Menschen starben an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

17 Uhr - Dass das Coronavirus die Nachfrage nach Privatflugzeugen antreibt, hatte manager magazin bereits berichtet: Zahlreiche vermögende Reisende meiden Linienflüge aus Angst vor einer Ansteckung und steigen stattdessen in individuelle Charterjets um.

Diesem Trend folgt nun offenbar auch Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund. Die Mannschaft will am Dienstag nicht wie gewohnt mit Sponsoren und Medienvertretern zusammen zum Champions-League-Spiel bei Paris Saint-Germain fliegen. Wie der Verein am Donnerstag bestätigte, wird das Team stattdessen separat im kleinen Kreis in die französische Metropole reisen. Das Hinspiel hatte der BVB gegen das Team von Dortmunds Ex-Trainer Thomas Tuchel mit 2:1 gewonnen.

Bereits unter der Woche hatte der Club mitgeteilt, dass Spieler und Trainer vorübergehend keine Selfies machen und Autogramme geben werden. Zudem werde es, "bis das Corona-Virus insgesamt eingedämmt ist", keine öffentlichen Trainingseinheiten geben. "Damit soll eine mögliche Tür für 'Covid-19' in die Mannschaftskabine geschlossen werden", hatte der BVB mitgeteilt.

15 Uhr - Die Lufthansa hat wegen der mit dem Coronavirus einbrechenden Nachfrage bis Ende März rund 7100 Flüge gestrichen. Das Streichen von ganzen Strecken und geringere Frequenzen entspreche rechnerisch einer Kapazität von 150 Flugzeugen, teilte der Konzern mit. Damit sind die Sitzplatzkontingente von 125 Kurz- und Mittelstrecken sowie 25 Langstreckenflugzeugen der insgesamt 770 Maschinen großen Flotte des Konzerns aus dem Flugplan genommen. Schwerpunkte der Stornierungen sind Flüge im Inland sowie im stark vom Coronavirus betroffenen Norditalien. Aber auch viele andere Strecken in Europa, insgesamt bis zu 25 Prozent aller Verbindungen, sind betroffen. Die Aktie der Lufthansa zählte am Donnerstagnachmittag bei Verlusten von mehr als 7 Prozent zu den größten Verlierern im Dax .

- Fußball-Champions-League vor leeren Rängen? Das Achtelfinal-Rückspiel zwischen dem FC Valencia und Atalanta Bergamo am nächsten Dienstag wird jedenfalls vor leeren Rängen stattfinden. Das hat das spanische Gesundheitsministerium als Schutz vor einer Ansteckung entschieden, teilte Atalanta mit. Die Fans sollen das Geld für ihre Eintrittskarten erstattet bekommen.

- Der Weltfußballverband Fifa erwägt wegen der Coronavirus-Epidemie die Verschiebung von Qualifikationsspielen in Asien für die Weltmeisterschaft 2022. Ein entsprechender Vorschlag würde den betroffenen Verbänden vorgelegt, teilt die Fifa mit. Am 26. und 31. März stehen mehr als zwei Dutzend Begegnungen im asiatischen Raum an.

14.00 Uhr - Das Ölkartell Opec will angesichts der Auswirkungen des neuartigen Coronavirus auf die Weltwirtschaft eine deutliche Verringerung der aktuellen Rohölförderung erreichen. Die Opec forderte am Donnerstag laut einer Mitteilung eine Förderkürzung um 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl pro Tag für das zweite Quartal. Eine Million Barrel sollen dabei die 14 Opec-Staaten einsparen, 500.000 Barrel die zehn Kooperationspartner, darunter Russland. Die Kürzung entspräche insgesamt rund 1,5 Prozent der weltweiten Ölproduktion. Ob Russland dem zustimmt, ist fraglich. Am Freitag beraten die Opec-Staaten mit ihren Kooperationspartnern über den Vorschlag.

Ölfeld in Saudi-Arabien: Der Ölpreis ist unter Druck geraten, die Opec will gegensteuern.

Ölfeld in Saudi-Arabien: Der Ölpreis ist unter Druck geraten, die Opec will gegensteuern.

Foto: epa Jamal Nasrallah/ picture-alliance/ dpa

Die Opec und ihre Partner stehen unter großem Druck, weil die Verbreitung des neuartigen Coronavirus weltweit zu wirtschaftlichen Problemen geführt hat. In den vergangenen Wochen ist der Ölpreis deutlich gefallen: Zum Jahreswechsel lag der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent bei mehr als 65 US-Dollar, am Donnerstagmorgen stand er dagegen unter 52 US-Dollar. Die "Opec+" versucht seit drei Jahren, mit Förderlimits den Ölpreis zu stabilisieren. Vor allem Saudi-Arabien hat großes Interesse an einem deutlich höheren Ölpreis.

13.00 Uhr - Die weltgrößte Fachmesse für Fernsehen, die "MIPTV" im französischen Cannes, fällt dieses Jahr aus Sorge vor dem Coronavirus aus. "In der jetzigen Lage haben viele unserer Kunden Bedenken geäußert, zu reisen", teilte Messe-Verantwortlicher Paul Zilk mit. Die "MIPTV" hätte vom 30. März bis 2. April stattfinden sollen.

- Japan entzieht Personen, die aus China und Südkorea ins Land gekommen sind, bereits erteilte Visa. Ministerpräsident Shinzo Abe kündigt an, dass die Betroffenen für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden sollen. Die Maßnahmen sollen ab Montag gelten.

- Laut einer Ipsos-Umfrage befürchte fast ein Fünftel (19 Prozent) der Deutschen, dass die Virus-Krise persönliche finanzielle Auswirkungen auf sie haben wird. Das seien acht Prozentpunkte mehr als bei der Erhebung vor zwei Wochen.

12.30 Uhr - Airbus denkt wegen der Coronavirus-Epedemie über eine Produktionskürzung nach. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Dabei soll es um eine mögliche Drosselung der Fertigung des Modells A330 gehen. Größter Abnehmer dieses Typs sei AirAsia, urteilte Analystin Sheila Kahyaoglu von der Investmentbank Jefferies. Knapp ein Viertel des aktuellen Auftragsbestandes von 330 Maschinen entfalle auf die malaysische Fluggesellschaft. Deren Tochter AirAisa X hatte vergangene Woche die Abnahme von 78 A330neo aufgeschoben. Ein Airbus-Sprecher sagte, die Entwicklung werde aufmerksam beobachtet. An der Börse geriet die Aktie von Airbus unter Druck.

- Den US-Aktienmärkten drohen einer Prognose des Index-Anbieters MSCI zufolge kurzfristig weitere Kursverluste von 11 Prozent. Der Vorhersage liege die Annahme zugrunde, dass die Coronavirus-Epidemie das Wirtschaftswachstum um zwei Prozentpunkte schmälern werde.

12.00 Uhr - Im Iran ist die Zahl der Toten durch das Coronavirus um 15 auf insgesamt 107 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien zudem 591 weitere Personen positiv auf das Virus getestet worden, teilt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Somit gebe es insgesamt 3513 Infizierte. Alle Schulen und Universitäten blieben bis zum 20. März geschlossen, kündigt Gesundheitsminister Saeed Namaki an.

Die UN berichtet von sinkenden Lebensmittelpreisen - wie zum Beispiel für Palmöl

Die UN berichtet von sinkenden Lebensmittelpreisen - wie zum Beispiel für Palmöl

Foto: Hotli Simanjuntak/ dpa

- Die Ausbreitung des Coronavirus bremst laut den Vereinten Nationen (UN) die Nachfrage nach einigen Lebensmitteln und lässt die Preise sinken. Vor allem bei Palmöl ist ein Rückgang festzustellen, wie die UN-Ernährungsorganisation FAO mitteilt. Das habe den Preisindex für Pflanzenöle im Februar im Vergleich zu Januar um mehr als zehn Prozent einbrechen lassen. Grund sei, dass wegen der Epidemie eine weltweite Konjunkturschwäche befürchtet werde. Der Preis für Fleisch und Milchpulver sei gesunken, weil Großimporteur China weniger davon einführe. Der FAO-Index für die weltweiten Lebensmittelpreise insgesamt sank um ein Prozent, nachdem er vier Monate in Folge gestiegen war.

- Der EU-Indien-Gipfel wird nach Angaben des indischen Außenministeriums wegen des Coronavirus abgesagt. Das Gipfeltreffen hätte am 13. März in Brüssel stattfinden sollen.

Siemens schickt seine Mitarbeiter , die in Risikogebieten gereist sind, nach Hause - ein Schild an der Tür weist darauf hin

Siemens schickt seine Mitarbeiter , die in Risikogebieten gereist sind, nach Hause - ein Schild an der Tür weist darauf hin

Foto: manager magazin

- Das Robert-Koch-Institut (RKI) mahnt dazu, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus nicht nachzulassen. "Die Eindämmungsstrategie muss weitergefahren werden", sagt RKI-Präsident Lothar Wieler bei der täglichen Pressekonferenz. Bei 307 Infektionsfällen in Deutschland sei mittlerweile der Ansteckungsweg bekannt. "Der Großteil hängt mit Kontakten im eigenen Land zusammen." Ein geringerer Teil stehe im Zusammenhang mit Auslandskontakten, davon die meisten mit Italien (64) und Iran (14). Die in Deutschland gemeldeten Infizierten seien zwischen zwei und 91 Jahre alt. Das RKI geht zudem davon aus, dass es für Erkrankte bereits in Kürze Therapeutika geben wird. "Wir sind optimistisch, dass in den nächsten Wochen solche Medikamente dann auch in Deutschland eingesetzt werden", so Wieler weiter. Der Einsatz eines Impfstoffes werde aber nicht so schnell möglich sein.

11.30 Uhr - Israel: Nach Verhängung strenger Einreisebestimmungen aus Sorge vor der Ausbreitung des neuen Coronavirus befinden sich nach Medienberichten vom Donnerstag rund 100.000 Israelis in Heimquarantäne. Reisende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Spanien dürfen nach einer Entscheidung des Gesundheitsministeriums außerdem nicht mehr einreisen - es sei denn, sie können glaubhaft versichern, dass sie eine zweiwöchige häusliche Quarantäne einhalten können. Davon nicht betroffen sind Personen, die mit Transitflügen über diese fünf Länder nach Israel kommen. Die Auflagen gelten von Freitag um 07.00 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit) an.

- In Italien finden in den am schwersten vom Coronavirus betroffenen Regionen im Norden des Landes unter der Woche keine Gottesdienste mehr statt. Die Bischofskonferenz entschließt sich dazu, die Messen von Montag bis Samstag in der Lombardei, Venetien, Emilia-Romagna sowie in den Provinzen Savona in der Region Ligurien und Pesaro und Urbino in der Region Marken zu streichen. Der Schritt ist im katholisch geprägten Italien beispiellos. Während der Fastenzeit gehen üblicherweise mehr Gläubige auch unter der Woche in die Kirchen.

- "Je länger so eine Situation andauert, desto weniger können wir uns ihren Folgen entziehen", sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in einem Interview der "Wirtschaftswoche". Das sei die Schattenseite der Globalisierung. "Die Epidemie wird Auswirkungen auf die Volkswirtschaft haben."

Indien verbietet vorerst die Ausfuhr bestimmter Generika-Medikamente und -Stoffe

Indien verbietet vorerst die Ausfuhr bestimmter Generika-Medikamente und -Stoffe

Foto: Frank May/ dpa

- Indien untersagt die Ausfuhr von Generika-Medikamenten. Aus Furcht vor den Folgen der Infektion mit dem Coronavirus wurde die Ausfuhr von 26 Stoffen und den daraus produzierten Medikamenten vorerst unterbrochen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Darunter fällt auch das Schmerzmittel Paracetamol. Die WHO prüfe derzeit mögliche Versorgungsengpässe, heißt es in dem Artikel. Indische Unternehmen kontrollieren rund 26 Prozent des europäischen Generika-Marktes.

11.00 Uhr - Die indische Regierung prüft eine Luftbrücke nach China, um dringend benötigte Elektronikteile für die eigene Industrie einzufliegen. Das Technologieministerium fordert Elektronik- und Handy-Firmen auf, eine Liste mit benötigten Komponenten zusammenzustellen, sagen zwei Regierungsmitarbeiter. Hintergrund sind logistische Probleme in China, wo nach dem massiven Coronavirus-Ausbruch die Produktion vieler Fabriken in der Elektronikindustrie langsam wieder hochfährt. Indien hat sich zu einem wichtigen Standort für die Smartphone-Produktion entwickelt und benötigt etwa Kameramodule und Bildschirme aus China.

Britischer Regionalflieger Flybe meldet Insolvenz an

Britischer Regionalflieger Flybe meldet Insolvenz an

Foto: REUTERS

- Der internationale Luftfahrtverband Iata rechnet wegen der Coronavirus-Krise mit deutlich höheren Umsatzeinbußen im Passagiergeschäft. Je nach Verlauf der Epidemie dürften die Airlines weltweit in diesem Jahr 63 bis 113 Milliarden Dollar weniger einnehmen. Bei seiner vorherigen Einschätzung am 20. Februar war der Verband noch davon ausgegangen, dass sich das Minus auf 29,3 Milliarden Dollar belaufen werde.

- Der iPhone-Hersteller Apple und das US-Filmportal Netflix haben ihre Teilnahme am South by Southwest Music and Tech Festival (SXSW) abgesagt. Ob das Mammutevent, dass jährlich zehntausende Vertreter der Film-, Musik- und Technologiebranche im texanischen Austin zusammenbringt, stattfindet, blieb unklar. Der Veranstalter war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. Vergangene Woche hatte er erklärt, das Festival werde wie geplant Mitte März ausgetragen. Am Montag hatte Facebook seine Teilnahme abgesagt.

- Der Modekonzern Hugo Boss bekommt die Auswirkungen des Coronavirus vor allem in Asien zu spüren. Der Vorstand rechnet zwar damit, dass sich die Geschäfte bis zur Jahresmitte größtenteils wieder normalisieren. Dennoch wird über das Jahr gesehen mit Belastungen gerechnet. Der Vorstand peilt daher 2020 bestenfalls ein Umsatzplus von zwei Prozent an, hält aber auch eine Stagnation für möglich.

- In einem Münchener Büro der Hypovereinsbank ist ein Mitarbeiter eines externen Dienstleisters positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Beschäftigten, die mit der Person kürzlich in engerem Kontakt gestanden hätten, arbeiteten nun 14 Tage lang von zu Hause aus, teilt die UniCredit-Tochter mit. Unabhängig von dem aktuellen Fall müssen UniCredit-Mitarbeiter, die sich in den vergangenen zwei Wochen in Risikogebieten aufgehalten haben, von zu Hause aus arbeiten. Falls dies nicht möglich sei, erhielten die Beschäftigten bezahlten Urlaub. Nicht notwendige Geschäftsreisen sind konzernweit verboten.

10.30 Uhr - Die Zahl der bestätigten Coronavirusfälle in Deutschland ist bis Donnestagfrüh auf 349 gestiegen. Das waren rund hundert mehr als am Vortag, wie aus den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorging. Die meisten Fälle gab es nach wie vor in Nordrhein-Westfalen. Dort wurden wurden 175 bestätigte Infektionen gemeldet, die meisten im Landkreis Heinsberg. In Baden-Württemberg wurden 65 und in Bayern 52 Fälle registriert.

In allen anderen Bundesländern traten bislang meist Einzelfälle auf. Sachsen-Anhalt ist bisher das einzige Land, aus dem noch keine bestätigte Coronainfektion gemeldet wurde.

- Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Polen hat sich zuvor längere Zeit im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen aufgehalten. "Der Mann hat uns in einem Gespräch erklärt, dass er etwa zwei Wochen während der Karnevalssaison dort war", sagte die Sprecherin der Universitätsklinik in Ziolona Gora

In der Schweiz ist erstmals eine mit dem Coronavirus infizierte Patientin gestorben

In der Schweiz ist erstmals eine mit dem Coronavirus infizierte Patientin gestorben

Foto: DENIS BALIBOUSE/ REUTERS

10.00 Uhr - In der Schweiz ist erstmals eine mit dem Coronavirus infizierte Patientin gestorben. Das teilte die Polizei im Kanton Waadt am Donnerstag mit. Die 74-jährige Frau sei eine Risikopatientin gewesen, weil sie Vorerkrankungen hatte. Sie wurde seit dem 3. März im Krankenhaus in Lausanne am Genfersee behandelt. Schweizweit gehen die Behörden inzwischen von mehreren Dutzend Infektionen aus. Rund 60 wurden bereits von einem Referenzlabor in einem zweiten Test definitiv bestätigt. Bei weiteren etwa 40 Menschen wurden das Virus in einem ersten Test nachgewiesen.

09.30 Uhr - - In Ungarn wurden erstmals Infektionen mit dem neuen Coronavirus festgestellt. Infiziert sind zwei Studenten aus dem Iran, wie das ungarische Gesundheitsamt am Mittwochabend mitteilte. Wahrscheinlich hätten sich die beiden im Iran infiziert, erklärte die Behörde weiter. Sie wurden in ein Budapester Krankenhaus gebracht. Einer der beiden Patienten studiert den Angaben zufolge in Budapest, der andere in der westungarischen Stadt Györ.

09.00 Uhr - In Österreich gibt es nach Angaben des Sozialministeriums mittlerweile 37 bestätigte Infektionen. Das sind um acht mehr als Mittwoch. Die meisten Erkrankungen verlaufen mild, hieß es aus dem Ministerium.

- Der für Anfang April geplante Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Japan wird wegen der Coronavirus-Epidemie verschoben. Beide Länder seien übereingekommen, sich zunächst auf den Kampf gegen die Krankheit zu konzentrieren, erklärt die Regierung in Tokio. Ein neuer Besuchstermin werde später vereinbart. Das Coronavirus grassiert besonders stark in China, wo über 80.000 Patienten registriert sind.

08.30 Uhr - Facebook schließt in Seattle eine Niederlassung, nachdem dort bei einem freien Mitarbeiter eine Coronavirus-Infektion festgestellt wurde. Das Büro bleibe bis zum 9. März zu, teilt das soziale Netzwerk mit. Zudem würden Mitarbeiter in allen Niederlassungen in Seattle ermutigt, bis Ende März von zu Hause aus zu arbeiten. In der Stadt im nordwestlichen Bundesstaat Washington gibt es mit mindestens 39 bestätigten Erkrankungen die meisten Corona-Fälle der USA.

08.00 Uhr - Der Medizintechnik-Konzern Drägerwerk spürt wegen des neuartigen Coronavirus derzeit eine erhöhte Nachfrage nach Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräten für Krankenhäuser. Insgesamt entstehe durch die Epidemie jedoch Unsicherheit für die Geschäftsentwicklung, teilte das im SDax gelistete Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in Lübeck mit. Außerdem nähmen die Risiken für die Gesamtwirtschaft zu. Im abgelaufenen Jahr steigerte Dräger seinen Umsatz um 7 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg um 6 Prozent auf 66,6 Millionen Euro. Der Nettogewinn allerdings ging um 3 Prozent auf 33,8 Millionen Euro zurück. Die Dividenden für die Stamm- und Vorzugsaktien sollen mit 13 und 19 Cent stabil bleiben.

- In Griechenland melden die Gesundheitsbehörden den zehnten Infektionsfall. In drei Landkreisen im Westen des Landes bleiben die Schulen geschlossen und sind öffentliche Versammlungen verboten.

07.00 Uhr - Die Industrie sieht die Gefahr einer Rezession in Deutschland angesichts massiver Folgen für die Wirtschaft durch den neuartigen Coronavirus erheblich gestiegen. Ohne wirtschaftliche Normalisierung in den von der Corona-Epidemie betroffenen Ländern im zweiten Quartal erwartet der BDI für Deutschland für das Gesamtjahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung, heißt es im neuen Quartalsbericht des Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Es wäre die erste Rezession der lange Jahre von Wachstum verwöhnten deutschen Wirtschaft seit 2009. Der BDI hatte bisher ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 0,5 Prozent erwartet. Dies liegt aber auch daran, dass das Jahr mehr Arbeitstage hat. 2019 war die deutsche Wirtschaft um 0,6 Prozent gewachsen, das war deutlich weniger als in den beiden Vorjahren.

Apotheke in Codogno, Italien

Apotheke in Codogno, Italien

Foto: Luca Bruno / AP / DPA

05.00 Uhr - In Italien schließen wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab diesem Donnerstag alle Schulen und Universitäten bis zum 15. März. Das hatte Bildungsministerin Lucia Azzolina am späten Mittwochabend mitgeteilt. Italien ist der größte Herd des Virus in Europa. In Deutschland sind flächendeckende Schulschließungen weiterhin nicht geplant. Gegen generelle Schulschließungen sprachen sich sowohl die Kultusministerkonferenz als auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus.

04.00 - Die britische Regionalfluggesellschaft Flybe hat Insolvenz angemeldet. Die bereits angeschlagene Fluggesellschaft konnte dem durch das Coronavirus verursachten Rückgang der Reisenachfrage nicht länger standhalten. "Alle Flüge bleiben am Boden und das Geschäft ist mit sofortiger Wirkung eingestellt", erklärt die Fluggesellschaft. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY werde die Abwicklung übernehmen. Die Pleite gefährdet rund 2000 Arbeitsplätze und kommt für Premierminister Boris Johnson ungelegen, der die regionalen Verkehrsverbindungen stärken will.

Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, erklärt auf einer Pressekonferenz wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand. Seine Entscheidung erfolgte nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des ersten Todesfalls in dem Westküsten-Staat.

Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, erklärt auf einer Pressekonferenz wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand. Seine Entscheidung erfolgte nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des ersten Todesfalls in dem Westküsten-Staat.

Foto: Foto: Rich Pedroncelli /AP / dpa

03.30 Uhr - Kalifornien hat am Donnerstag wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen. Die Entscheidung erfolgte nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des ersten Todesfalls in dem Westküsten-Staat. Per Notstandserklärung können im Ernstfall rasch Gelder und andere Hilfsmittel mobilisiert werden. In Kalifornien wird bei Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Erdbeben oft der Notstand ausgerufen, um Soforthilfe besser zu koordinieren. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA auf elf. In den USA sind bislang mehr als 100 Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt.

03.00 Uhr - Der japanische Minister für die Olympischen Sommerspiele in Tokio, Seiko Hashimoto, erklärte: Japan bereite sich wie geplant noch auf die Sommerspiele vor, "eine Absage oder Verzögerung der Spiele wäre für die Athleten inakzeptabel", sagt Hashimoto vor dem Haushaltsausschuss. Er fügt hinzu, dass die Organisatoren und das Internationale Olympische Komitee weiterhin eng zusammenarbeiten würden.

02.30 Uhr - Das US-Technologieunternehmen Microsoft fordert seine Mitarbeiter zur Heimarbeit bis zum 25. März auf. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigende Zahl der Coronavirus-Infektionen in Seattle, dem Firmensitz des Soft- und Hardwareherstellers. Vizepräsident Kurt DelBene schreib in einem Blogeintrag: Für Mitarbeiter, für die "es wichtig ist, im Büro oder anderen Arbeitsumgebungen zu sein" - wie Rechenzentrum und Einzelhandelsmitarbeiter - sollten weiterhin an ihren Arbeitsplatz gehen. Das Unternehmen folge den Regierungsrichtlinien zur Desinfektion der Standorte, so DelBene.

02.00 Uhr - Israel verwehrt Touristen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz ohne im Voraus getroffenene Quarantänevorkehrungen die Einreise. Zudem müssen Israelis, die aus einem der betroffenen Länder nach Hause fliegen, 14 Tage zu Hause bleiben. Israel hat bisher 15 Coronavirus-Fälle gemeldet. Etwa 5000 Bürger, die aus von dem Virus betroffenen Gebieten zurückgekehrt sind, sind zu Hause unter Quarantäne gestellt. Israel hatte die Regelung bereits für Flüge aus Italien, China und Singapur erlassen.

01.30 Uhr - Die Zahl der Neuinfektionen in China steigt wieder leicht an. Die Behörden melden für Mittwoch 139 Neuinfektionen, tags zuvor waren es 119. Damit klettert die Gesamtzahl der Infizierten auf 80.409. Die Zahl der Toten steigt um 31 auf 3012. Tags zuvor waren 38 gemeldet worden. Auf die zentrale Provinz Hubei entfallen dabei alle Todesfälle - darunter 23 in der Stadt Wuhan - und 134 der Neuinfektionen.

01.00 Uhr - Der Vorsitzende des Finanzausschusses des US-Senats, Chuck Grassley, fordert die Regierung in Washington auf, China angesichts des durch das Coronavirus verursachten Konjunkturabschwungs einen gewissen Spielraum bei der Umsetzung des ersten Handelsabkommens einzuräumen. Grassley sagt der Nachrichtenagentur Reuters, er sehe keine Beweise dafür, dass China beabsichtige, seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zu entgehen. Aber das Coronavirus könnte einige Anpassungen erfordern und würde wahrscheinlich den Beginn der Verhandlungen über ein zweites Handelsabkommen verzögern.

00.30 Uhr - Australiens Finanzministerium schätzt, dass sich das Coronavirus im ersten Quartal 2020 negativ auf das Wachstum auswirken wird. "Zu diesem Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass das Virus im Märzquartal 2020 um mindestens einen halben Prozentpunkt auf das Wachstum drücken wird", sagt Finanzminister Steven Kennedy. Noch sei es zu früh, um eine längerfristige Bewertung der Auswirkungen des Virus vorzunehmen. Die vorläufige Schätzung berücksichtige die direkten Auswirkungen auf den Tourismus, die internationalen Bildungsprojekte und einige Wechselkurseffekte. Sie schließe keine Störungen der Lieferkette oder andere umfassendere Auswirkungen ein, so Kennedy.

- Das US-Repräsentantenhaus stellt für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus neue Finanzmittel in Höhe von 8,3 Milliarden US-Dollar bereit. Ein entsprechendes Nothilfegesetzes wurde am Mittwoch mit 415 zu 2 Stimmen vom Repräsentantenhaus angenommen. Es muss nun noch vom Senat verabschiedet werden, der anderen Kammer im Kongress. "Wir müssen diese Gesetzgebung schnell umsetzen - Leben stehen auf dem Spiel", erklärte die demokratische Ausschussvorsitzende Nita Lowey.

00.00 Uhr - Die USA fordern den Online-Versandhändler Amazon auf, bei Artikeln zum Schutz gegen das Coronavirus Preistreiberei auf seiner Plattform zu unterbinden. Eine Schachtel mit kleinen Handdesinfektionsflaschen, die normalerweise für 10 Dollar verkauft werden, würde online für 400 Dollar gelistet, schreibt US-Senator Edward Markey in einem Brief an den Handelsriesen. Ein Drittanbieter listet eine Flasche des Mittels für 600 Dollar. Allerdings würde eine große Flasche der Amazon-Marke weiterhin für 8,25 Dollar angeboten, so Markey.

mit Nachrichtenagenturen