Coronavirus breitet sich immer weiter aus WHO erwartet erste Ergebnisse zu Impfstoffen in zwei Wochen

Das Coronavirus hat die Weltwirtschaft im Griff. In Deutschland breitet sich die Krankheit weiter aus. Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in unserem Newsticker.
Schutz vor dem Virus: Klini-Mitarbeiter in Essen

Schutz vor dem Virus: Klini-Mitarbeiter in Essen

Foto: Marcel Kusch/ dpa

17 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass es in einigen Wochen erste Ergebnisse zu Impfstoffen und Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus gibt. Derzeit seien weltweit mehr als zwanzig Impfstoffe in der Entwicklung, sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das Risiko der Ausbreitung sei weltweit auf einem sehr hohen Niveau. China habe in den vergangenen 24 Stunden 329 Neuinfektionen gemeldet, das sei der niedrigste Wert in mehr als einem Monat.

15 Uhr: Kirgistan verwehrt Menschen aus China, Iran, Italien, Südkorea und Japan die Einreise. Dies gelte von 1. März an, teilt die Regierung mit.

- In Mexiko gibt es den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem Coronavirus. Das teilt das mexikanische Gesundheitsministerium mit.

- Eurogruppen-Chef Mario Centeno ist nach eigenen Worten mit den europäischen Finanzministern wegen des Virus im Kontakt. Die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone müssten bereit sein, in abgestimmter Weise zu handeln, sollte die Epidemie längerfristige Folgen haben. "Es ist ein neues Risiko", sagt Centeno in einem Reuters-Interview.

- Eine Reiserücktrittversicherung übernimmt keine Stornogebühren, wenn Urlauber aus Angst vor dem neuen Coronavirus an ihrem Zielort eine Reise absagen. Versicherte hätten in diesem Fall keinen Kostenschutz, erklärt der Bund der Versicherten in Hamburg.

14.30 Uhr: Nach der Absage des Genfer Auto-Salons wegen des Coronavirus präsentieren die deutschen Autohersteller ihre neuen Modelle jetzt im Internet. Einhellig zeigten sie am Freitag Verständnis für die Entscheidung der Schweizer Regierung, wegen der Virus-Epidemie alle Großveranstaltungen und damit auch die Automesse zu verbieten.

Schweiz sagt Auto-Salon in Genf ab - nun wollen die Hersteller die Präsentationen per Internet zeigen

Schweiz sagt Auto-Salon in Genf ab - nun wollen die Hersteller die Präsentationen per Internet zeigen

Foto: Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

"Wir bedauern diese Situation, aber die Gesundheit aller Beteiligten ist für uns und unsere Aussteller absolute Priorität", sagte Auto-Salon-Chef Maurice Turrettini in Genf. "Dies ist ein Fall von höherer Gewalt. Für die Aussteller, die massiv in ihre Präsenz in Genf investiert haben, ist dies ein herber Verlust." Nun müsse der Abbau organisiert werden. Die bereits verkauften Eintrittskarten würden zurückerstattet.

- Ein Mitarbeiter des Chipanlagenbauers Aixtron ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Fall stehe im Zusammenhang mit den Fällen im Kreis Heinsberg, sagt ein Sprecher des Unternehmens aus Herzogenrath bei Aachen. Der Mitarbeiter habe nur mit wenigen Kollegen Kontakt gehabt, die nun zu Hause bleiben sollen. Der Geschäftsbetrieb von Aixtron gehe ohne Einschränkung weiter.

- Ein Brite, der Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" war, ist einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge gestorben. Das Schiff steht im japanischen Hafen Yokohama unter Quarantäne.

- Rumänien bestätigt zwei weitere Infektionsfälle. Ein Mann und eine Frau seien positiv getestet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Sie seien kürzlich aus Italien zurückgekehrt. Damit gibt es in Rumänien insgesamt drei bekannte Fälle.

- Im Iran werden alle Schulen von Samstag an für drei Tage geschlossen. Das teilt Gesundheitsminister Said Namaki im Staatsfernsehen mit.

Agenturen berichten von ersten Hamsterkäufen - Supermärkte und Discounter erhöhen Lagerbestände

Agenturen berichten von ersten Hamsterkäufen - Supermärkte und Discounter erhöhen Lagerbestände

Foto: er deutlich sichtbar. Foto: Martin Gerten / DPA

14.00 Uhr: Die Angst vor dem Coronavirus sorgt inzwischen für erste Hamsterkäufe in Deutschland. Der Discounter Lidl teilte mit: "In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe." Vor allem haltbare Lebensmittel wie Konserven und Nudeln, aber auch Toilettenpapier und Desinfektionsmittel würden aktuell stark nachgefragt. Auch Aldi Süd berichtete von einer verstärkten Nachfrage. Das Unternehmen betonte: "Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände."

Aldi Nord meldete "vereinzelt" höhere Absatzmengen bei haltbaren Lebensmitteln und Hygieneprodukten. Die Supermarktkette Rewe verzeichnete "nicht flächendeckend, aber durchaus bundesweit" eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln. Die Warenversorgung für die Rewe-Märke und die konzerneigene Discountkette Penny gestalte sich aber weiter normal. Ähnlich äußerte sich die SB-Warenhauskette Real. Ein Sprecher sagte, das Unternehmen habe seine Lagerbestände bereits erhöht und beobachte die Entwicklung genau.

- Der am Donnerstag gemeldete Corona-Infizierte in Bayern hat sich bei einer Unternehmensveranstaltung in München angesteckt. An dem dreitägigen Meeting der nicht genannten Firma mit etwa zehn Teilnehmern habe ein Italiener teilgenommen, der schon während des Treffens Fieber bekommen, aber deswegen nicht zuhause geblieben sei, erklärt das Landesgesundheitsamt. Aus dem Kreis der Teilnehmer stammten neben dem Infizierten aus Erlangen auch zwei Corona-Kranke aus Baden-Württemberg sowie ein Schwede. Eine Kontaktperson aus Frankreich zeige Fiebersymptome.

- Das Virus wird nach Angaben der Bundesbank nach derzeitigem Stand nicht über Euro-Banknoten verbreitet. Die EZB und die nationalen Notenbanken untersuchten regelmäßig den möglichen Einfluss von Produktion und Umlauf der Euro-Scheine auf die öffentliche Gesundheit, teilt die Bundesbank mit. Dies schließe auch Viren ein. Bislang gebe es keine Anzeichen dafür, dass das Virus über Euro-Geldscheine verbreitet worden sei.

13.30 Uhr: Gewinner an der Börse: Die Anteile des Medizin- und Sicherheitstechnikkonzerns Drägerwerk sind am deutschen Aktienmarkt die Gewinner der Coronavirus-Krise. Die Papiere legten am Freitag im Kleinwerteindex um fast 20 Prozent zu. Der Grund ist klar: Dräger stellt Atemschutzmasken her, die derzeit sehr stark nachgefragt werden. Mit dem aktuellen Kurszuwachs haben die Aktien seit Jahresanfang gut 10 Prozent dazu gewonnen.

Messe abgesagt: Aus für den Genfer Autos-Salon

Messe abgesagt: Aus für den Genfer Autos-Salon

Foto: RICHARD JUILLIART/ AFP

- Die bayerische Staatsregierung will Messen und andere Großveranstaltungen im Freistaat nicht generell absagen. Man empfehle aber den Veranstalter, Aussteller und Teilnehmer aus Corona-Risikogebieten auszuladen, sagt Gesundheitsministerin Melanie Huml. Nur wenn das nicht möglich sei, sollten Messen und andere Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abgesagt werden. Bayern wolle "maßvoll und adäquat" reagieren.

- Gesundheitsminister Jens Spahn will die Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen überarbeiten. So sollte der Bund bei der zentralen Unterbringung etwa von Rückkehrern mit Coronavirus-Verdacht eine größere Rolle spielen, sagt Spahn in einem vorab verbreiteten Interview mit dem Deutschlandfunk. Sein Eindruck sei auch, dass etwa Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sehr unterschiedlich übten, wie Maßnahmen des Nationalen Pandemieplans umgesetzt werden könnten.

13.00 Uhr: Die Deutsche Post schränkt wegen der wirtschaftlichen Abkühlung in Asien durch das Corona-Virus ihre Jahresprognose für 2020 ein. Auch der Elektro-Transporter StreetScooter belastet das Ergebnis.

- Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus strebt die Bundesregierung bundesweit einheitliche Maßstäbe etwa für den Umgang mit Großveranstaltungen an. Der in Berlin eingerichtete Krisenstab wolle Handlungsorientierung geben, damit die zuständigen Behörden in Ländern und Kommunen bei vergleichbaren Situationen auch vergleichbare Entscheidungen treffen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag.

12.30 Uhr: Die Messe Berlin will bis Freitagabend bekanntgeben, ob die Reisemesse ITB in der nächsten Woche angesichts des neuartigen Corona-Virus wie geplant stattfinden kann. Derzeit stimme man sich mit Bundes- und Landesbehörden zum weiteren Vorgehen ab, teilte das Unternehmen am Freitagmittag mit. Verwiesen wurde auch auf die Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung am Freitag. Die fünftägige Messe mit rund 10.000 Ausstellern soll eigentlich am Mittwoch beginnen.

- Für die Münchener Rück steht bei einer weltweiten Pandemie infolge des Coronavirus viel auf dem Spiel. Allein die Ausfallversicherungen von Großveranstaltungen gegen eine erzwungene Absage wegen Massen-Infektionen summierten sich für den weltgrößten Rückversicherer auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek am Rande der Bilanzpressekonferenz am Freitag. An der Versicherung gegen eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio ist die Münchener Rück als Mitglied eines Konsortiums mit einer dreistelligen Millionensumme beteiligt. Ob aber die Spiele, die am 24. Juli in der japanischen Hauptstadt beginnen sollen, auch gegen eine Pandemie abgesichert wären, wollte Jeworrek unter Verweis auf Verschwiegenheitspflichten aber nicht sagen.

12.00 Uhr: Bei dem ersten im Norden an dem neuen Coronavirus erkrankten Mann handelt es sich um einen Arzt. Das sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz. Er arbeitet in der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Nach Angaben der Senatorin wurden etwa 50 Kontaktpersonen des Erkrankten aus Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) identifiziert.

- Die japanische Insel Hokkaido hat wegen der Coronavirus-Epidemie den Notstand ausgerufen. Die Behörden forderten am Freitag zudem alle Bewohner auf, am kommenden Wochenende zu Hause zu bleiben. Der Notstand soll bis zum 19. März gelten, wie Gouverneur Naomichi Suzuki mitteilte. Die Situation erfordere "beispiellose und drastische Maßnahmen".

Schweiz untersagt Veranstaltungen mit über 1000 Menschen

Schweiz untersagt Veranstaltungen mit über 1000 Menschen

Foto: Martial Trezzini/ dpa

11.45 Uhr: Der Genfer Autosalon ist wegen des sich rasant ausbreitenden Coronavirus abgesagt worden. Die bekannte internationale Fahrzeugmesse entfalle in diesem Jahr, teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Die Entscheidung wurde von Antonio Hodgers, Regierungschef des Kantons Genf, im Kurzbotschaftendienst Twitter verkündet, schreibt die Nachrichtenagentur afp.

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Reuters hatte zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, die Messegesellschaft Palexpo habe Autobauer und Zulieferer über diese Entscheidung informiert. Die Schweizer Regierung hatte am Vormittag Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagt, um die Ansteckungsgefahr einzudämmen. Eine offizielle Bestätigung der Messegesellschaft steht indes noch aus.

11.30 Uhr: Der deutsche Maschinenbauverband VDMA fordert eine rasche Umsetzung der von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Hilfsmaßnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie. Angesichts der sich verschärfenden Situation brauchen die Unternehmen neben der Möglichkeit zu Kurzarbeit auch Liquidität zur Überbrückung möglicher Finanzengpässe aufgrund von Produktionsausfällen, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

11.00 Uhr: Es gibt zwei neue Infektionen in Baden-Württemberg. Damit steigt die Zahl der Fälle in dem Bundesland nach Angaben der Behörden auf 16. Bei einem der neuen Ansteckungen handele es sich um einen Mann, der innerhalb der so genannten Influenza-Surveillance "herausgefischt" worden sei. Dabei seien Proben, die negativ auf Influenza getestet wurden, automatisch auch auf das Coronavirus hin untersucht werden. Dies ist der erste Fall, der auf diese Art ermittelt worden sei. Beim zweiten Neuerkrankten handele es sich um einen Mann, der zuvor im Ski-Urlaub in Südtirol gewesen sei.

- In Großbritannien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 19. Eine erste Infektion sei in Wales, zwei weitere Ansteckungen in England festgestellt worden, teilt das Gesundheitsministerium mit.

- Die Niederlande bestätigen den zweiten Fall eines Infizierten. Erkrankt sei eine Person in der Hauptstadt Amsterdam, teilen die Behörden mit. Der Fall habe nichts mit dem ersten Erkrankten in der Stadt Tilburg zu tun. Beide Personen seien zuletzt in Norditalien gewesen. Sie seien jetzt isoliert worden.

10.30 Uhr: Wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen hat die Schweiz bis auf Weiteres alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen abgesagt. Das teilte Innenminister Alain Berset am Freitag mit. "Wir wollen weitere Ansteckungen so gut es geht in Grenzen halten", sagte er. Damit erscheint so gut wie ausgeschlossen, dass die Messe Genfer Auto-Salon noch stattfindet. Die Messe sollte am Montag beginnen, im vergangenen Jahr waren 600.000 Besucher gekommen.

In der Erklärung der Schweizer Regierung heißt es, angesichts der Ausbreitung des Coronavirus habe der Bundesrat die Situation als "speziell" im Sinne des Epidemiengesetzes eingestuft, womit Großveranstaltungen untersagt werden. Das Verbot trete sofort in Kraft und gilt mindestens bis zum 15. März. Eine Sprecherin des Genfer Auto-Salons sagte am Freitagvormittag, die Situation werde gerade beraten. Die Messe hatte jedoch schon zuvor mitgeteilt, sie werde den Vorgaben des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit folgen.

Neben dem Genfer Autosalon dürfte das Verbot auch die Basler Fasnacht betreffen. Zudem tagt zur Zeit auch in Genf der UN-Menschenrechtsrat, an dem normalerweise im Zeitraum von vier Wochen 10.000 Menschen teilnehmen, darunter etwa 4000 aus dem Ausland. Bürogebäude mit mehr als 1000 Personen würden nicht geschlossen, sagte Berset.

In der Schweiz seien bis Freitag 15 Menschen positiv auf das neue Virus Sars-CoV-2 getestet worden, sagte Berset. Mehr als 100 Menschen seien in Quarantäne. Infiziert war nach Informationen der lokalen Behörden bei Basel auch eine Frau, die in einer Kindertagesstätte arbeitete.

- Die Wirtschaftsforscher des Mannheimer ZEW-Instituts fordern wegen der Coronavirus-Epidemie ein europäisches Konjunkturpaket. Ökonomisch sei die Situation so gefährlich, weil gleichzeitig das Angebot der Unternehmen und die Nachfrage der Konsumenten gestört werde, sagte der ZEW-Forscher Friedrich Heinemann am Freitag. Die Seuche sei kein vorgeschobener Grund, um neue Schulden zu machen, sondern ein zweiter Lehrbuchfall nach der weltweiten Finanzkrise von 2008/09, um sich koordiniert gegen einen Konjunktureinbruch zu stemmen.

- Das Robert-Koch-Institut rät vom Gebrauch von Atemschutzmasken ab und hält auch Desinfektionsmittel im Alltag für unnötig. "Wasser und Seife reicht", sagt Vizepräsident Lars Schaade. Gesichtsschutz hält er ebenfalls für ungeeignet. "Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, dass das irgendeinen Sinn hat."

10.00 Uhr: Die Volkswirte der Deutschen Bank befürchten aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus eine Rezession in Deutschland. In ihrem Basisszenario für die weitere Ausbreitung der Virus-Erkrankung geht das Bankhaus zudem davon aus, dass es auch in der gesamten EU und global zu einer leichten Rezession kommen wird, wie Chefvolkswirt David Folkerts-Landau am Donnerstagabend in einer Videokonferenz mit Journalisten ausführte.

Italien würde schwer getroffen werden. "Das wäre meine beste und maximalwahrscheinlichste Vorhersage," sagte der Ökonom. Dabei nimmt er an, dass die Zahl der Infizierten weltweit auf rund drei Millionen steigt. In dem Szenario würde zudem die Zahl der Todesfälle aufgrund der Erkrankung bei etwa 30.000 liegen.

Bei einem Mitarbeiter des Universitätsklinikums Eppendorf in Hamburg ist das Coronavirus nachgewiesen werden

Bei einem Mitarbeiter des Universitätsklinikums Eppendorf in Hamburg ist das Coronavirus nachgewiesen werden

Foto: Georg Wendt/ dpa

- Das Robert-Koch-Instituts (RKI) hält das Risiko für Menschen in Deutschland weiter für gering bis mäßig. Die Infektions-Fälle konzentrierten sich im Wesentlichen auf drei regionale Schwerpunkte. Seit gestern habe es 27 neue Fälle gegeben, insgesamt seien es in Deutschland seit Jahresbeginn 53, sagt Experte Lars Schaade vom RKI. Nur ein Patient sei schwer erkrankt.

9.30 Uhr: Der Deutsche Aktienindex hat vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus zum Handelsstart erneut fast 4 Prozent verloren. Der Dax rutschte am Freitagvormittag in Frankfurt am Main unter die Marke von 12.000 Punkten. Erfahren Sie mehr zur aktuellen Entwicklung aus unserem Börsenbericht.

- Aus China ist derweil zu hören, dass Coronavirus-Patienten, die nach ihrer Genesung aus dem Krankenhaus entlassenen und wieder positiv getestet wurden, sich nach staatlichen Angaben nicht mehr als infektiös erwiesen haben. Ein Vertreter der Nationalen Gesundheitskommission betonte in diesem Zusammenhang auf einer täglichen Pressekonferenz in Peking zudem, man müsse mehr über das neuartige Virus lernen und den Gesundheitszustand der genesenen Patienten genauer beobachten.

9.00 Uhr: Bundsinnenminister Horst Seehofer (CSU) spricht sich für eine Absage der Internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin aus. Der "Wirtschaftswoche" sagte er, "Ich persönlich bin der Meinung, dass man sie nicht durchführen sollte." Bereits am Mittwoch hatte die ITB die Anforderungen für Aussteller verschärft. Demnach müssen Messeaussteller eine Erklärung zu Covid-19 ausfüllen, das gilt jedoch nicht für die Besucher. Mittlerweile haben verschiedene Aussteller ihre Teilnahme an der Messe bereits absagt. An diesem Freitag will sich der Krisenstab des Bundesgesundheits- und Bundesinnenministeriums mit dem Thema ITB befassen.

- Die British-Airways-Mutter IAG teilt mit, das Unternehmen wage wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus keine Gewinnprognose für 2020. Wegen der anhaltenden Unsicherheit über die Auswirkungen und die Dauer der Epidemie sei eine belastbare Prognose derzeit nicht möglich. Zu dem Konzern gehören die Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level.

8.30 Uhr: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus streicht die britische Airline Easyjet Flüge und legt zudem ein Sparprogramm auf. Vor allem Verbindungen nach und aus Norditalien, wo zahlreiche Infektionen gemeldet wurden, seien betroffen, teilte Easyjet am Freitag in Luton bei London mit. Dort, aber auch in anderen Regionen Europas, sei die Nachfrage zuletzt zurückgegangen. Der Billigflieger kündigte zudem ähnliche Maßnahmen wie zuvor schon die Lufthansa an, um die Folgen der Virusausbreitung auf das Geschäft zu verringern.

So würden unternehmensweit Einstellungen und Beförderungen zurückgestellt sowie nachrangige Projekte und Ausgaben verschoben. Mitarbeitern werde unbezahlter Urlaub angeboten. Kosten sollen auch in der Verwaltung gespart werden, Prämien werden gestrichen.

8.15 Uhr: Die Bundesagentur für Arbeit zahlt für Beschäftigte, deren Betriebe vom neuartigen Coronavirus betroffen sind, Kurzarbeitergeld. "Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss", teilte die Bundesagentur am Freitag mit.

Ein unabwendbares Ereignis liege auch dann vor, wenn etwa wegen staatlicher Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen würden. Wichtig sei aber, dass die Betriebe die Kurzarbeit vorab bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigten. Erste Anfragen seien bereits eingegangen, teilte die Bundesagentur mit. Zahlreiche Betriebe in Deutschland sind bei ihrer Produktion etwa auf Lieferungen von Materialien und Komponenten aus China angewiesen. Volkswirte befürchten erhebliche Einbußen, sollte sich die Situation rund um das Virus nicht vergleichsweise rasch entspannen.

8.00 Uhr: Zwei positive Test auf das neuartige Coronavirus haben zur Absage der UAE Tour der Radprofis in den Vereinigten Arabischen Emiraten geführt. Das teilte der Veranstalter in der Nacht zwei Etappen vor dem Ende zum Freitag mit. Demnach sollen zwei italienische Mitglieder eines Teams das Virus in sich tragen. "Die Entscheidung wurde getroffen, um den Schutz alle am Rennen Beteiligter zu gewährleisten", heißt es in der Mitteilung.

7.30 Uhr: Auch der weltgrößte Chemiekonzern BASF rechnet mit deutlichen Coronavirus-Belastungen für die Weltwirtschaft. "In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft", sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller bei Vorlage der Jahreszahlen am Freitag in Ludwigshafen. Mit dem Coronavirus sei ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belaste. Eine geringere Nachfrage und Produktionsausfälle in vielen Branchen seien Folgen der Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus.

Vor allem im ersten und zweiten Quartal rechnet Brudermüller mit negativen Effekten. Zudem erwarte er nicht, "dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können."

5.00 Uhr: Erstmals ist in Hamburg eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Es handele sich um einen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), teilten die Klinik und die Hamburger Behörde für Gesundheit am Donnerstagabend mit. Der Mann sei in Italien im Trentino im Urlaub gewesen und am Sonntag an seinen Wohnort nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt.

Weil der Mann am Montag noch gearbeitet und erst am Dienstag Symptome entwickelt habe, gehen nun alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit ihm hatten, für 14 Tage in Quarantäne. Auch andere Mitarbeiter gehen in eine häusliche Isolation.

Am späten Donnerstagabend wurde auch ein Fall in Hessen gemeldet. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infektionen innerhalb eines Tages um mehr als das Dreifache auf über 30. Allein in Nordrhein-Westfalen sollen zudem geschätzt rund 1000 Menschen in Quarantäne sein.

3.30 Uhr: Die Ratingagentur Moody's rechnet als Folge des Ausbruchs des Coronavirus in der ersten Jahreshälfte mit einer Rezession weltweit. Die anfängliche Einschätzung, dass das Virus auf China beschränkt werden könne, sei zu optimistisch gewesen. Die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie steige.

1.00 Uhr: Am Donnerstag hat es in China, wo das Coronavirus seinen Anfang nahm, 327 neue Fälle gegeben. Einen Tag zuvor waren es noch 433, wie die Nationale Gesundheitsbehörde mitteilt. Damit gibt es auf dem Festland Chinas insgesamt 78.824 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte. Die Zahl der Toten stieg um 44 auf insgesamt 2788.

luk/ dpa-afx, dpa, rtr
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