Mnuchin spricht von einer Billion Dollar Hilfen US-Regierung will Schecks an die Bürger verteilen

Das neuartige Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Weltweit spüren Unternehmen und Branchen die Folgen. Weltweit schränken Regierungen die Bewegungsfreiheit ihrer Bürger immer stärker ein. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen im Newsblog.

  • Robert Koch-Institut sieht erheblich gestiegene Gefahren für die Deutschen. Die Gefährdungslage wird ab heute auf "Hoch" eingestuft.
  • In Deutschland sind bislang knapp 8600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.
  • Die USA wollen im Kampf gegen das Corona-Virus jetzt das Militär einsetzen.
  • Mehrere Autokonzerne, darunter Daimler und Volkswagen, schließen einen Großteil ihrer Werke in Europa.
  • Berlin soll ein eigenes Krankenhaus für Covid-19-Patienten bekommen. Es soll auf dem Gelände der Messe Berlin Platz für bis zu 1000 Patienten bieten und in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr entstehen.
  • Friedrich Merz ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden.
  • Die Bundesregierung und die Bundesländer schränken die Kontakte und Bewegungsfreiheit der Menschen in Deutschland noch stärker ein. Auch Reisen im In- und Ausland sollen verboten werden.

20.30 Uhr - Die von der US-Regierung geplanten Hilfen zur Bewältigung der Auswirkungen der Coronavirus-Krise haben laut Finanzminister Steven Mnuchin ein Volumen von rund einer Billion Dollar. "Wir haben einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der eine Billion Dollar in die Wirtschaft pumpen würde", sagt Mnuchin nach einem Treffen mit republikanischen Senatoren. "Lassen Sie mich nur sagen, dass dies eine Kombination ist. Es handelt sich um eine Kombination von direkten Schecks an Einzelpersonen. Dies ist eine Kombination aus der Schaffung von Liquidität für kleine Unternehmen." Dies sei nicht die Zeit, sich um das Haushaltsdefizit zu sorgen, ergänzte Mnuchin. Die US-Börsen schlossen am Dienstag mit Gewinnen.

Steven Mnuchin: Geld gegen das Virus

Steven Mnuchin: Geld gegen das Virus

Foto: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

- In Italien ist die Zahl der Todesfälle im Zuge der Coronavirus-Epidemie in den vergangenen 24 Stunden um 345 auf 2503 gestiegen, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilt. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle legte von 27.980 auf 31.506 zu. Nun sollen 10.000 Medizinstudenten in den Dienst gestellt und ihre Abschlussprüfungen gestrichen werden, um dem angeschlagenen Gesundheitssystem zu helfen, mit dem Coronavirus fertig zu werden.

20.00 Uhr: Sorgen um die Bargeldversorgung in Deutschland sind nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel nicht nötig. Die Verfügbarkeit von Geld sei gewährleistet, betont Merkel. Es gebe keinerlei Grund, anderslautenden Gerüchten Glauben zu schenken. Ähnlich hatte sich zuvor die Bundesbank geäußert.

- In Frankreich ist die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus um 27 auf 175 gestiegen. Die Zahl der bestätigten Infektionen sei um 1097 auf 7730 angewachsen, wie die Gesundheitsbehörden mitteilen. 699 Menschen befänden sich in einem ernsten Zustand und bräuchten lebenserhaltende Maßnahmen.

- Die Bürger New Yorks müssen sich nach den Worten von Bürgermeister Bill de Blasio auf die Möglichkeit einer Ausgangssperre im Kampf gegen das Coronavirus einstellen. Diese würde die Menschen weitgehend in ihre Wohnungen verbannen. Eine Entscheidung darüber werde voraussichtlich in den kommenden 48 Stunden fallen.

19.30 Uhr: Das US-Präsidialamt berät mit dem Verteidigungsministerium darüber, wie das Militär im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie eingesetzt werden kann. Eine Möglichkeit ist der Aufbau von Notlazaretten, um ein erhöhtes Aufkommen von Patienten bewältigen zu können. Pioniere könnten Feldlazarette errichten, sogenannte "MASH"-Einheiten (Mobile Armee-Hospitäler), oder bei dem Umbau oder dem Ausbau bestehender Krankenhäuser helfen, sagt Vizepräsident Mike Pence.

Manöver der US-Marines: Beim Aufbau von Notlazaretten könnte das Militär eine Rolle spielen

Manöver der US-Marines: Beim Aufbau von Notlazaretten könnte das Militär eine Rolle spielen

Foto: Sakchai Lalit/ dpa

- Das Kieler Institut für Weltwirtschaft rechnet wegen der Virus-Krise mit einer schweren Rezession. "Ich fürchte, diese Rezession wird die Mutter aller Rezessionen", sagt IfW-Präsident Gabriel Felbermayr. Wenn sich die Wirtschaftstätigkeit in Deutschland einen Monat lang halbiere, koste das aufs Jahr gesehen vier Prozent Wirtschaftswachstum. Bei zwei Monaten seien es schon acht Prozent. "Das haben wir in Friedenszeiten noch nie erlebt."

- Die Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Im Irak werden die deutschen Soldaten vom Stützpunkt Tadschi bei Bagdad zunächst ins nordirakische Erbil verlegt, wie die Bundeswehr mitteilt. Das internationale Kommando hatte die Ausbildungsmission im Irak wegen der Coronavirus-Ausbreitung zuvor bis Mai ausgesetzt.

19 Uhr: Im Zuge der Coronavirus-Krise spannt die US-Regierung eine Kreditschutzschirm für Unternehmen im Volumen von zehn Milliarden Dollar auf. Das Finanzministerium habe einem Programm der US-Notenbank (Fed) zugestimmt, das amerikanischen Unternehmen kurzfristig Liquidität verschaffen soll, erklärt Finanzminister Steve Mnuchin. Der Kreditsschutz flankiert den von der Fed beschlossenen Ankauf kurzfristiger Unternehmensanleihen, wie es ihn in der Finanzkrise vor rund zehn Jahren schon einmal gegeben hat.

18.25 Uhr - In Großbritannien haben sich nach offiziellen Schätzungen bereits 55.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Nachgewiesen wurde die Infektion aber erst bei 1950 Menschen bis Dienstagmorgen. Dies entspreche einem Anstieg von 26 Prozent binnen 24 Stunden, berichteten Regierungsberater aus der Forschung in London.

18.00 Uhr - Bund und Länder haben am Dienstag im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einen Notfallplan für die Krankenhäuser in Deutschland beschlossen. In dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss heißt es, durch das "Auf-, Aus- und Umrüsten von Rehabilitationseinrichtungen, Hotels oder größeren Hallen können für die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden". Damit soll auch die Zahl der Intensivbetten verdoppelt werden. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es derzeit in Deutschland 28.00 Intensivbetten, von denen 25.00 Beatmungsmöglichkeiten haben.

17.50 Uhr - In Deutschland sind bislang knapp 8600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 3300, Bayern mit mehr als 1300 und Baden-Württemberg mit mehr als 1100 Fällen. 23 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, zwei weitere Deutsche nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

17.40 Uhr - Der weltgrößte Online-Händler Amazon priorisiert aufgrund der Coronavirus-Krise vorübergehend Lieferungen von Medikamenten und unerlässlichen Haushaltsgütern. Um die Verfügbarkeit dieser wichtigen Produkte sicherzustellen, würden sie anderen Artikeln gegenüber bis zum 5. April mit Vorrang in der Liefer- und Lagerlogistik behandelt.

17.15 Uhr - Nun auch Daimler: Der Autobauer stoppt wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Großteil seiner Produktion in Europa. Die Maßnahme beginne noch in dieser Woche und dauere zunächst zwei Wochen, teilte der Konzern am Dienstag mit.

17.10 Uhr - In der Coronavirus-Krise sollen die EU-Staaten freie Hand bekommen, Firmen jeweils bis zu 500.000 Euro direkte Finanzhilfe zu geben. Dies sieht ein am Dienstag veröffentlichter Vorschlag der EU-Kommission zur Anpassung der Beihilferegeln vor. Die Staaten dürften demnach auch Garantien für Kredite abgeben und Zinsen subventionieren. Normalerweise achtet die EU-Kommission streng darauf, dass die EU-Staaten nicht mit Subventionen den Markt verzerren.

Barcelona

Barcelona

Foto: Rainer Jensen/ dpa

17.00 Uhr - Spanien schnürt in der Corona-Krise das mit Abstand größte Hilfspaket aller europäischer Staaten. Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigte am Dienstag Maßnahmen im Volumen von 200 Milliarden Euro an. Das Paket umfasst direkte Finanzhilfen, Kreditbürgschaften sowie diverse Erleichterungen, etwa bei Hypothekenzahlungen. Das Paket entspricht rund 20 Prozent des spanischen Bruttoinlandsproduktes

16.50 Uhr - Der Chemiekonzern BASF verschiebt, wie auch schon andere Unternehmen zuvor, seine Hauptversammlung. Durch die Verschiebung könne BASF die Dividende nicht wie geplant am 6. Mai bezahlen. BASF wolle das Aktionärstreffen wie gesetzlich vorgeschrieben bis zum 30. Juni abhalten.

16.40 Uhr - Die Situation in Russland ist nach den Worten von Präsident Wladimir Putin weitgehend unter Kontrolle. Die seit Februar ergriffenen Maßnahmen, darunter die Schließung der Grenze nach China, hätten eine massive Ausbreitung des Virus im Land verhindert, sagte Putin am Dienstag bei einer Sondersitzung seines Kabinetts zur Corona-Krise. In Russland gibt es nach Angaben der Behörden bislang 114 bestätigte Infektionsfälle; Tote wurden noch keine gemeldet.

15.50 Uhr - Der Autohersteller Ford stellt einem Insider zufolge wegen der Coronavirus-Pandemie die Produktion in seinen Werken in Köln und Saarlouis vorerst ein. Der Produktionsstopp solle noch am Dienstag verkündet werden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Lufthansa-Maschinen

Lufthansa-Maschinen

Foto: Michael Dalder / REUTERS

15.40 Uhr - Größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik: Nach Schätzungen des Auswärtigen Amts sind derzeit noch mehr als 100.000 Personen vor allem in den Hauptreisegebieten für diese Jahreszeit unterwegs, die zu einem großen Teil mit Sonderflügen zurückgeholt werden sollen. Alleine in Ägypten sind es mehr als 30.000 in der Dominikanischen Republik etwa 10.000, in Marokko 4000 bis 6000, auf Malta 5000 und auf den Philippinen und in Argentinien jeweils rund 1000. Nicht in allen diesen Urlaubsländern ist der Flugverkehr nach Deutschland schon vollständig ausgesetzt, so dass Reisende teilweise noch mit regulären Flügen zurückkehren können.

15.20 Uhr - Berlin soll ein eigenes Krankenhaus für Covid-19-Patienten bekommen. Es soll auf dem Gelände der Messe Berlin Platz für bis zu 1000 Patienten bieten und in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr entstehen, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag nach der Sitzung des Senats mitteilte.

14.45 Uhr - Rund 1300 Urlauber vor allem aus Deutschland und Österreich sitzen im Hafen der südafrikanischen Stadt Kapstadt auf dem Kreuzfahrtschiff "Aida Mira" fest. Für sie sind nach Angaben der Reederei Rückflüge gebucht, die jetzt allerdings zu verfallen drohen. Im Hafen wurden sechs Passagiere von den lokalen Gesundheitsbehörden gebeten, sich "zur Abklärung eines Sachverhaltes" an Land zu begeben. Die übrigen Passagiere dürfen nun das Schiff nicht verlassen, bis die Ergebnisse der sechs Verdachtsfälle vorliegen. Das kann zwei bis drei Tage dauern.

- Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr erwartet, dass bis Ende März eine Großlieferung mit Material im Umgang mit der Corona-Epidemie Deutschland erreichen wird. Es seien 33 Verträge im Wert von 224 Millionen Euro vergeben worden, teilte die Präsidentin des Amtes, Gabriele Korb, mit. Darunter seien auch 300.000 Schutzbrillen und -masken. Die Behörde war vergangene Woche vom Bundesgesundheitsministerium mit der Beschaffung von geeignetem Material im Kampf gegen das Virus beauftragt worden war.

Friedrich Merz

Friedrich Merz

Foto: Kay Nietfeld/ DPA

14.16 Uhr - Der Kandidat für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz ist positiv auf das Coronavirus getestet. Sein Sprecher bestätigt entsprechende Presseberichte. "Zum Glück habe ich nur leichte bis mittlere Symptome", sagte Merz. Alle Termine habe er aber abgesagt. "Ich folge strikt den Anweisungen des Gesundheitsamtes", betonte der 64-Jährige.

14.15 Uhr - Laut einem Insider planen die Verkehrsminister der EU-Staaten für Mittwoch Krisengespräche.

14.09 Uhr - "Die Lebensmittelversorgung ist gesichert", sagt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Sie sei mehrmals wöchentlich mit Handel, Ernährungsindustrie und Landwirtschaft in Kontakt. "Die Supermärkte bleiben offen. Alles andere sind Falschmeldungen."

14.01 Uhr - Die nordrhein-westfälische Landesregierung will Möglichkeiten prüfen, um Unternehmen den Rücken zu stärken, die unter den Folgen der Ausbreitung des Coronavirus leiden. Die Landesregierung wolle mit der Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen beraten, sagt Ministerpräsident Armin Laschet. Ergebnisse sollen am Donnerstag vorgestellt werden.

- Die chinesische Regierung beschließt einen Nachlass auf die Exportsteuer für knapp 1500 Produkte, um den durch die Corona-Krise erlahmten Handel zu befeuern. Das Finanzministerium in Peking teilt mit, auf 1084 Produkte werde der Nachlass auf 13 Prozent, für weitere 380 Produkte auf neun Prozent erhöht.

- Die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines stellt alle Flüge von 21. März bis 19. April ein. Die Lufthansa erklärte zuletzt, in der ganzen Gruppe fielen ab Dienstag bis Mitte April bis zu 90 Prozent der Langstreckenflüge und 80 Prozent der Kurzstreckenflüge aus.

- Nordrhein-Westfalen plant in der Corona-Krise keine Schließungen der Grenzen zu Belgien und den Niederlanden. "Grenzschließungen helfen nicht", sagt Ministerpräsident Armin Laschet. Diese behinderten nur die für die Versorgung der Bevölkerung wichtigen Lieferketten. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zufolge sind in NRW bislang 3060 Menschen mit dem Virus infiziert, zwölf Menschen sind an den Folgen der Erkrankung verstorben.

13.30 Uhr - Der Fernbusanbieter Flixbus stellt den Betrieb bis auf weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht ein. FlixBus werde alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland ab 17. März 2020 24 Uhr aussetzen, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

13.20 Uhr - Die Regionalregierung der Balearen hat alle rund 25.000 auf Mallorca und den anderen spanischen Inseln noch verbliebenen Touristen dazu aufgerufen, schnellstmöglich in ihre Heimat zurückzukehren. Es mache keinen Sinn, dass die Menschen in den Hotels eingesperrt blieben, sagte Regionalpräsidentin Francina Armengol am Dienstag in einem Interview des Radiosenders "Cadena Ser".

Man arbeite an einer "Operation Rückkehr" für alle ausländischen und spanischen Besucher der Inseln, sagte sie. Wie andere Regionen Spaniens erwägen auch die Balearen, einige Hotels zu Krankenhäusern umzufunktionieren. Armengol appellierte außerdem erneut an die Zentralregierung, die Schließung aller Häfen und Flughäfen der Balearen anzuordnen.

12.50 Uhr - "Es kann von einem auf den anderen Tag sein, dass die Infektionen nach oben schnellen", sagte Bayern Ministerpräsident Markus Söder auf einer Pressekonferenz. Die Universitätskliniken würden ab sofort nicht mehr forschen, sondern nur noch versorgen. Um genug Material vorrätig zu haben, werde die bayerische Regierung notfalls auch Beschlagnahmungen durchführen. Söder kündigte weiter an, dass am Mittwoch der Betrieb der Geschäfte heruntergefahren werde. Neben der Schließung von Hotels für Touristen, würden auch Reisebusfahrten verboten. Bei Dienstleistungen jeder Art müsse ab sofort auf ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

EZB in Frankfurt am Main

EZB in Frankfurt am Main

Foto: Boris Roessler/ DPA

12.40 Uhr - Banken haben sich von der Europäischen Zentralbank (EZB) in einem ersten neuen Geschäft dieser Art Geldspritzen zu supergünstigen Zinskonditionen gesichert. Die Währungshüter wollen mit den Geldsalven angesichts der Coronavirus-Krise die Liquiditätsversorgung der Banken sicherstellen und den Kreditfluss an die Wirtschaft unterstützen. Die EZB teilte den Instituten insgesamt 109 Milliarden Euro zu, wie die Euro-Wächter am Dienstag in Frankfurt mitteilten. Sie hatte vergangene Woche auf ihrer Zinssitzung insgesamt 13 derartige Kreditsalven beschlossen, im Fachjargon "LTRO" genannt.

12.30 Uhr - Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geht wegen der Coronavirus-Infektion mehrerer Beschäftigter in Notbetrieb. Voraussichtlich bis zum 19. April werden keine mündlichen Verhandlungen stattfinden, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Nur noch "unaufschiebbare Angelegenheiten" würden bearbeitet. Das Gerichtsgebäude werde für die Öffentlichkeit geschlossen.

12.20 Uhr - Der Hamburger Kosmetik-Konzern Beiersdorf verschiebt wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus seine Hauptversammlung. Die für den 29. April geplante Aktionärsversammlung werde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Der neue Termin werde möglichst bald festgelegt.

12 Uhr - Die Lufthansa arbeitet der "Bild"-Zeitung zufolge angesichts der Ausbreitung des Coronavirus an einer Luftbrücke zur Warenversorgung der Bundesrepublik. "Lufthansa wird alles dafür tun, um auch die Lieferketten für die Versorgung der deutschen Bevölkerung aus der Luft aufrecht zu erhalten", zitiert das Blatt Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Luftbrücke für ganz Deutschland." Die 747-Flotte und LH Cargo spielten Szenarien durch, wie und wo Jumbos für Frachtflüge eingesetzt werden könnten.

- In Spanien sind mittlerweile 11.178 Infektionsfälle bekannt. Die Zahl der Todesfälle infolge einer Ansteckung mit dem Coronavirus sei auf 491 gestiegen, teilt das Gesundheitsministerium mit.

- Der Flughafen Wien stellt sich aufgrund des Coronavirus auf eine komplette Schließung aller Linienflüge in den kommenden Tagen ein. Für Frachtflüge und Rückholaktionen des Außenministeriums werde der Flughafen Wien aber weiterhin in Betrieb sein, sagt ein Flughafen-Wien-Sprecher.

- Die Verschiebung der Fußball-Europameisterschaft ist womöglich schon beschlossen, da die UEFA ihre Hotel-Buchungen im Austragungsort Kopenhagen gestrichen hat. So teilt das DGI-Byen Hotel der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass der Fußballverband bereits vor gut einer Woche seine Zimmerreservierungen aufgehoben hat. Das Hotel Marinelyst, das üblicherweise die niederländische Nationalmannschaft beherbergt, erklärt per Email, die UEFA habe die Reservierungen im Namen der niederländischen Seite abgesagt. Die UEFA berät am Dienstag mit ihren Mitgliedern über eine mögliche Verschiebung des Turniers auf das kommende Jahr.

11.45 Uhr - Der Handelskonzern Metro schickt mehr als 2000 Mitarbeiter ins Homeoffice. Das berichtet die "Lebensmittelzeitung". Grund sei ein Infektionsfall mit dem neuartigen Coronavirus. Die Märkte von Metro und Real sollen bislang jedoch nicht betroffen sein.

- Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine prüft wegen der Virus-Krise, welche Teile seiner Produktion weitergeführt und welche vorübergehend stark reduziert oder gänzlich herunter gefahren werden müssen. Bis auf weiteres würden Mitarbeiter, die in der Produktion, in der Instandhaltung und anderen betriebskritischen Bereichen tätig sind, vor Ort im Einsatz sein, teilte das Linzer Unternehmen am Dienstag mit.

- Die Intensivstationen der Krankenhäuser im südlichen Elsass (Département Haut-Rhin) sind nach Angaben der zuständigen Präfektur wegen der Coronavirus-Infektionen komplett belegt. Auch die Kliniken im angrenzenden Département Bas-Rhin seien bereits stark ausgelastet, sagte die Präfektin der an Deutschland grenzenden Region Grand Est, Josiane Chevalier, dem Radiosender France Inter am Dienstag. In den elsässischen Krankenhäusern fehle es an Betten mit Beatmungsgeräten, Material und Personal, sagte Chevalier.

Rolex schließt seine Produktionsstätten in der Schweiz

Rolex schließt seine Produktionsstätten in der Schweiz

Foto: Rolex

11.30 Uhr - Der Schweizer Luxusuhrenhersteller Rolex schließt von diesem Dienstag bis zum 27. März seine Produktionsstätten in Genf, Biel und Crissier. Der Konzern will so seine Angestellten und ihre Familien vor der Coronavirus-Pandemie schützen, wie ein Rolex-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP sagte. Die Dauer der Schließung könne je nach Entwicklung der Pandemie noch verlängert werden.

- In Italien rechnen viele Experten bei der Lungenkrankheit Covid-19 bald mit einem Höhepunkt der Ansteckungswelle. Auch nach einem sogenannten "Peak" wird die Gesamtzahl der Infizierten zwar weiter steigen, aber nicht mehr so schnell. "Wir erwarten, dass es sich in den kommenden Tagen, bis Sonntag, zeigt, ob sich die Entwicklung verlangsamt", sagte der für die Lombardei zuständige Koordinator Giulio Gallera am Dienstag.

- In Lettland sind seit Dienstag wegen der Coronakrise die Grenzen für den internationalen Personenverkehr geschlossen. Betroffen von der Maßnahme sind der Luft-, Schienen-, See- und Busverkehr. Ausgenommen sind lediglich heimkehrende lettische Staatsbürger und Ausländer mit dauerhaftem Wohnsitz in dem baltischen EU-Land. Umgekehrt können auch Ausländer, die in ihre Heimat zurückkehren wollen, die Grenze weiterhin passieren.

Merkel im O-Ton: Keine In- und Auslandsreisen mehr (Video)

Reuters

- Die staatliche Förderbank KfW wird nach Angaben der Volksbanken am Freitag die Details zu den vergangene Woche angekündigten Hilfsprogrammen und Liquiditätshilfen veröffentlichen. Dabei gehe es unter anderem darum, wie die Hilfen konkret abgerufen werden können, sagt Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) bei einer Pressekonferenz.

- Die Lokalzeitungen fordern eine sofortige unbürokratische Freigabe von Finanzhilfen. Zum Teil gingen Anzeigen und Beilagen im Lokalteil existenzbedrohend zurück, teilt der Verband der Deutschen Lokalzeitungen mit. "Die Menschen müssen über die Entwicklung der gesundheitlichen Lage vor Ort weiter auf dem Laufenden gehalten werden. Dies geschieht in erster Linie über die zu sichernden lokalen Tageszeitungen", sagt Geschäftsführer Martin Wieske.

- Die Industrie- und Handelskammern sagen Prüfungen ab. Dies gelte ab sofort und vorerst bis zum 24. April, teilen die IHKs mit. Bei dringenden Engpässen, die beispielsweise systemrelevante Unternehmen beträfen, könnte es im Einzelfall Ausnahmen geben. Wann die Prüfungen nachgeholt werden könnten, sei noch offen.

- Die verhängten Einschränkungen der Staaten im Kampf gegen das Virus könnten laut Robert Koch-Institut notfalls zwei Jahre in Kraft bleiben müssen. "Im extremen Fall bestünde diese Möglichkeit", sagt RKI-Chef Lothar Wieler auf die Frage, ob die Beschränkungen länger in Kraft bleiben müssten. Die Lage müsse immer wieder neu bewertet werden, sagt Wieler. Nach seiner Einschätzung könnte die Pandemie zwei Jahre dauern.

11 Uhr - Das Robert Koch-Institut geht von einer mehrjährigen Dauer der weltweiten Infektionen aus. "Wir gehen von einem Zeitraum von zwei Jahren aus", sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Man wisse, dass Pandemien in Wellen verliefen. Deren Geschwindigkeit kenne man aber nicht genau. Es werde Jahre dauern, bis der erwartete Infektionsanteil von 60 bis 70 Prozent erreicht sei. Stark hänge die Dauer auch davon ab, wann ein Impfstoff eingesetzt werden könne. Dies könne ab nächstes Jahr der Fall sei.

- Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing ruft angesichts der Corona-Krise nach dem Staat. Das Unternehmen aus Seattle bestätigte am Montagabend (Ortszeit) Gespräche mit der US-Regierung und führenden Kongress-Mitgliedern über kurzfristige Staatshilfen für sich und die gesamte Luftfahrtindustrie. Für Fluggesellschaften, Flughäfen, Hersteller und Zulieferer sei der kurzfristige Zugriff auf staatliche und private Liquidität "der wichtigste Schritt", um wieder auf die Beine zu kommen, erklärte Boeing.

- Das Robert Koch-Institut verlangt eine schnelle Vorbereitung der Kliniken auf eine wachsende Zahl von schwer Erkrankten. "Wir erwarten von allen Hospitälern, dass sie ihre Intensivkapazitäten mindestens verdoppeln", sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Eine von fünf Infektionen werden einen schweren Verlauf nehmen. "Wir wissen noch nicht, wie die Sterberate am Ende aussieht." Klar sei, dass Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet seien.

- Die EU und China haben ihren für Ende März geplanten Gipfel auf unbestimmte Zeit verschoben. Darauf hätten sich beide Seiten verständigt, sagt eine EU-Sprecherin. Sowohl China als auch die Europäische Union könnten sich somit auf den Kampf gegen das Coronavirus konzentrieren. Der Gipfel sollte in Peking stattfinden, EU-Diplomaten zufolge am 30. und 31. März. Mit der Absage bestätigte die Sprecherin einen Reuters-Bericht vom 12. März.

- Das Robert Koch-Institut sieht erheblich gestiegene Gefahren für die Deutschen. Die Gefährdungslage werde ab heute auf "Hoch" eingestuft, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Grund sei die Dynamik der Pandemie. Es gebe vermehrt Alarmsignale selbst von gut ausgestatteten Kliniken. Die Zahl der schweren Erkrankungen steige.

- Die Zahl der Infizierten ist laut Robert Koch-Institut (RKI) weltweit inzwischen größer als in China. In China seien es 81.000 und im Rest der Welt 86.000, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. "Zur Zeit ist Europa im Fokus der Pandemie."

10.00 Uhr - Der Mitfahrdienst Uber bietet in den USA und Kanada keine Fahrgemeinschaften mehr an. Die Funktion, mit der man sich die Fahrt mit bis zu drei weiteren Personen, die in dieselbe Richtung wollten, teilen konnte, wurde deaktiviert, teilt Uber mit. Damit ließ sich der Fahrpreis reduzieren. Uber wolle dazu beitragen, die Ansteckungskurve des Coronavirus abzuflachen. Ähnliche Schritte in anderen Ländern würden von Fall zu Fall geprüft.

10.30 Uhr - Der Münchner Triebwerksbauer MTU Aero Engines will für das abgelaufene Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie doch keine Dividende zahlen. Die Hauptversammlung, die über die Dividende entscheidet, wird zudem verschoben und nicht wie geplant am 7. Mai stattfinden. Sie soll wie vorgeschrieben bis spätestens Ende August nachgeholt werden, teilte das Unternehmen mit.

- Kurz vor Beginn der nächsten großen Vorwahl-Runde in den USA hat die Gesundheitsbehörde im Bundesstaat Ohio wegen der Coronavirus-Pandemie angeordnet, dass die Wahllokale geschlossen bleiben sollen. Gouverneur Mike DeWine verbreitete das entsprechende Dokument am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter. Es sei inakzeptabel, Wähler und Wahlhelfer während einer solchen Gesundheitskrise einem Infektionsrisiko auszusetzen, schrieb DeWine dort. Der für Wahlen zuständige Minister Frank LaRose werde sich aber mittels der Gerichte um andere Optionen bemühen, um Wählern die Abgabe ihrer Stimme trotzdem zu ermöglichen, schrieb DeWine weiter.

10 Uhr - Die japanischen Banken haben sich angesichts erhöhter Unsicherheit infolge der Coronavirus-Krise bei ihrer Notenbank mit einem hohen Betrag an US-Dollar eingedeckt. Nach Angaben der Bank of Japan vom Dienstag floss den Banken die Gesamtsumme von rund 32 Milliarden US-Dollar zu. Das ist die höchste Summe an Dollar-Liquidität, die die Banken seit der Finanzkrise im Jahr 2008 abgerufen haben.

- Die russische Hauptstadt Moskau baut im Eiltempo ein Krankenhaus für die Behandlung von Patienten mit dem Coronavirus. Derzeit seien mehr als 2000 Arbeiter auf der Baustelle am Stadtrand im Einsatz, sagte der für Stadtplanung zuständige Vize-Bürgermeister Andrej Botschkarjow der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" (Dienstag). In dem künftigen Zentrum für Infektionskrankheiten sollen demnach bis zu 500 Menschen behandelt werden können.

- Der weltgrößte Online-Händler Amazon will einem starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Das Unternehmen kündigte am Montag an, in den USA 100 000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können. Zudem will Amazon die Stundenlöhne für Beschäftigte in den USA, Kanada und Europa erhöhen. Dafür will der Konzern über 350 Millionen Dollar aufwenden.

- In Ungarn sind seit Dienstag wegen der Coronavirus-Pandemie die Grenzen für den Personenverkehr geschlossen. Ausgenommen sind lediglich Tagespendler in den grenznahen Regionen und heimkehrende ungarische Staatsbürger. Auch Lastwagen sollen die Grenzen weiterhin ungehindert passieren können. Veranstaltungen sind grundsätzlich verboten. Gaststätten, Caféhäuser und Geschäfte - ausgenommen Lebensmittelläden, Apotheken, Drogerieläden und Tankstellen - müssen um 15.00 Uhr schließen. Schon seit Montag sind in Ungarn die Schulen und Kindergärten geschlossen.

Außenminister Heiko Maas startet Rückholaktion für Deutsche - gleichzeitig wurde weltweit eine Reisewarnung ausgesprochen

Außenminister Heiko Maas startet Rückholaktion für Deutsche - gleichzeitig wurde weltweit eine Reisewarnung ausgesprochen

Foto: John MacDougall/ AFP

9.30 Uhr - Wegen der international verschärften Virus-Krise legt die Bundesregierung ein 50 Millionen Euro schweres Rückholprogramm auf, um im Ausland gestrandete Urlauber in die Heimat zurückzubringen. Das gab Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin bekannt. Die Regierung beauftrage Reiseanbieter mit den Flügen in die Urlaubsgebiete. Es gehe insbesondere um Marokko, die Dominikanische Republik, die Philippinen, Ägypten und die Malediven.

- Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Das sagte Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten.

Ikea schließt seine Filialen in Deutschland

Ikea schließt seine Filialen in Deutschland

Foto: Matt Rourke/ AP/ DPA

9.15 Uhr - Der Möbelhändler Ikea schließt ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Man komme der Verantwortung als großer Einzelhändler nach, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev laut einer Mitteilung. Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres. Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden. Ikea ist Deutschlands größter Möbelhändler.

9.00 Uhr - Der Iran hat vorübergehend rund 85.000 Gefangene freigelassen. Darunter seien auch politische Häftlinge, teilt ein Justizsprecher mit. In den Gefängnissen würden zudem Vorkehrungen getroffen, um den Ausbruch des Coronavirus einzudämmen.

- Volkswagen stoppt wegen der Coronavirus-Krise seine Produktion in den meisten Werken in Deutschland und Europa. Der Konzern werde am Vormittag bekanntgeben, dass diesen Freitag die letzte Schicht sei, hieß es in einem Brief des Betriebsrats an die Mitarbeiter. Während im Bürobereich bei VW Abstandsgebote wegen der Corona-Epidemie gälten, arbeiteten die Kollegen in der Produktion Schulter an Schulter, hieß es in dem Brief. "Die Beschäftigten haben sich und uns Betriebsräte gefragt, warum sie dieses deutlich höhere Ansteckungsrisiko tragen müssen", schrieb Betriebsratschef Bernd Osterloh.

- Das Coronavirus macht immer mehr österreichischen Firmen zu schaffen und die Zahl der Arbeitslosen steigt. Alleine am Montag gab es 16.000 Anträge auf Arbeitslosengeld, sagte der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf. Überraschend sei dies nicht, denn etwa die Tourismusbetriebe hätten vorzeitig die Wintersaison beenden müssen. Normalerweise laufe die Saison bis nach Ostern. Der AMS-Chef empfiehlt den Unternehmen, vor allem das Kurzarbeitsmodell zu erwägen.

- In Shanghai müssen nun auch alle Reisenden, die in den 14 Tagen zuvor in Großbritannien, der Schweiz, Schweden, Belgien, Norwegen, den Niederlanden, Dänemark oder Österreich waren, bei ihrer Ankunft für zwei Wochen in Quarantäne. Die Regelung galt bislang schon für Reisende, die zuvor in Frankreich, Spanien, Deutschland, den USA, Südkorea, Italien oder dem Iran waren.

Vapiano will Staatshilfen beantragen

Vapiano will Staatshilfen beantragen

Foto: Oliver Berg/DPA

8.00 Uhr - Bundesfinanzminister Olaf Scholz will eine europaweite Koordination von Konjunkturprogrammen. Eine Debatte über Hilfen für Euro-Länder aus dem europäischen Rettungsschirm sei verfrüht, sagt er dem "Handelsblatt".

- Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erwartet kein schnelles Ende der Corona-Krise. "Ich gehe davon aus, dass wir sicherlich den ganzen Monat April und den ganzen Monat Mai mit den Folgen zu tun haben", sagt er RTL/ntv. Es werde in der Zeit noch eine "erhebliche Zahl von Neuinfektionen" geben. "Deshalb würde ich niemandem raten, darauf zu setzen, dass das in acht Tagen wieder vorbei ist." Gelder, Bürgschaften und Kredite müssten jetzt schnell bereitgestellt werden. "Wir haben nicht Wochen, wir haben Tage, damit das alles steht."

07.30 Uhr - Airbus hält die Produktion in seinen Werken in Spanien und Frankreich für die nächsten vier Tage an. In dieser Zeit sollten die Arbeitsplätze auf die neuen Vorgaben zur Hygiene, Reinigung und dem nötigen Abstand zwischen den Mitarbeitern umgerüstet werden, teilt der Flugzeugbauer mit. Zugleich solle die Effizienz unter den neuen Arbeitsbedingungen verbessert werden. Wo immer möglich, sollten die Mitarbeiter in diesen Ländern von zu Hause arbeiten. Zu den deutschen Werken äußerte sich Airbus nicht.

Fotostrecke

China beginnt klinische Tests, Pharmariesen kooperieren: Wer an der Impfung gegen Covid-19 arbeitet

Foto: Gonzalo Fuentes / Pool / Reuters / AP / dpa

- Die französische Regierung stellt den Unternehmen 45 Milliarden Euro für Krisenmaßnahmen bereit. "Wir wollen keine Pleiten", sagt Finanzminister Bruno Le Maire dem Hörfunksender RTL. Die Wirtschaft werde in diesem Jahr voraussichtlich um 1 Prozent schrumpfen. Die Börse werde nicht dichtgemacht. Bevor man die Märkte schließe, solle man erst Leerverkäufe untersagen.

07.15 Uhr - DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht für die Wirtschaft zwei Gefahren durch die Coronavirus-Pandemie: eine Pleitewelle bei den Unternehmen und zusätzlich eine Finanzkrise. So bestehe die Sorge, dass den Banken die Kredite wegbrechen und sie in eine Schieflage geraten könnten, sagt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Deutschlandfunk. Es bestehe die Hoffnung, dass es keine lang anhaltende Rezession gebe und es mit der Wirtschaft rasch wieder aufwärts gehe. "Aber ich glaube, diese Hoffnung erweist sich immer stärker als unrealistisch."

07.00 Uhr - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet als Folge der Coronakrise den schlimmsten Einbruch der Weltwirtschaft seit der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009. Den deutschen Unternehmen mache vor allem die rückläufige Konjunktur in China zu schaffen, sagte der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wenn in den nächsten Wochen die Daten zum deutsch-chinesischen Handel vorlägen, "werden wir ein böses Erwachen erleben", sagte Treier voraus. Der DIHK rechne mit "zweistelligen Rückgängen" im Vergleich zum Vorjahr. Die deutsche Exportwirtschaft ist in hohem Maße von den Beziehungen zu China abhängig, wo die wirtschaftliche Tätigkeit infolge der Corona-Krise einen starken Rückgang erlitten hat.

6.30 Uhr - Der mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Hollywood-Star Tom Hanks ist aus dem Krankenhaus in Australien entlassen worden. Eine Woche nach dem positiven Coronavirus-Test habe der US-Schauspieler die Isolierstation in einem Krankenhaus im ostaustralischen Bundesstaat Queensland verlassen können, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Hanks' ebenfalls mit dem Coronavirus infizierte Frau Rita Wilson befindet sich demnach weiter im Krankenhaus. Hanks soll in die Luxuswohnung in Gold Coast zurückgekehrt sein, die er und seine Frau in Australien angemietet haben. Hanks war wegen der Dreharbeiten an einer Filmbiographie über Elvis Presley nach Australien gereist.

06.00 Uhr - Die chinesische Stadt Wuhan, in der der Ausbruch des Coronavirus Ende Dezember begann, stellt alle Rückkehrer aus Übersee ab Dienstag für 14 Tage zentral unter Quarantäne. Für die Kosten müsse die einreisende Person selbst aufkommen, teilt die städtische Kommission zur Seuchenkontrolle auf ihrer Internetseite mit.

05.20 Uhr - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert einem Medienbericht zufolge bei Kurzarbeit angesichts der Corona-Krise Sonderregelungen für Geringverdiener. "Wenn nur 60 oder 67 Prozent des Lohnausfalls bei Kurzarbeit ersetzt werden, bedeutet das für viele Beschäftigte erhebliche Einkommensverluste. Da müssen Auffanglösungen her", sagt DGB-Chef Reiner Hoffmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagausgaben). "Die Arbeitgeber bekommen 100 Prozent der Sozialabgaben bei Kurzarbeit erlassen. Mit einem Teil davon könnte man das Kurzarbeitergeld auf 80 bis 90 Prozent aufstocken."

Japans Regierungschef Shinzo Abe hält an der Ausrichtung der Sommer-Olympiade in diesem Jahr (noch) fest

Japans Regierungschef Shinzo Abe hält an der Ausrichtung der Sommer-Olympiade in diesem Jahr (noch) fest

Foto: Vincenzo Pinto / AFP

05.00 Uhr - Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, fordert angesichts der Coronakrise die Einschränkung des Flugverkehrs. Zur Begründung führt Radek an, dass nach wie vor Flüge unter anderem aus dem Iran in Deutschland einträfen, obwohl das Land als Hochrisikozone gelte und dass offenbar keine medizinische Kontrollen stattfänden oder Passagiere zurück gewiesen würden. "Wenn wir die Grenzen an Land schließen, dann müssen wir auch den Luftverkehr einschränken", sagt Radek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). Am besten sei, wenn bestimmte Maschinen "gar nicht erst starten". Dies sei mit den Herkunftsstaaten der Fluggesellschaften zu klären. Mit Blick auf den Iran fügte er hinzu: "Man muss Maßnahmen treffen, dass so etwas nicht möglich ist."

Im Iran war nach Angaben des RND die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus zuletzt innerhalb eines Tages um 129 gestiegen. Insgesamt gab es in dem Land laut offizieller Darstellung bereits 853 Covid-19-Tote und 14.991 Infektionsfälle. Allerdings wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Fotostrecke

China beginnt klinische Tests, Pharmariesen kooperieren: Wer an der Impfung gegen Covid-19 arbeitet

Foto: Gonzalo Fuentes / Pool / Reuters / AP / dpa

04.07 Uhr - Die philippinische Börse schließt ab Dienstag auf unbestimmte Zeit, der Devisen- und Anleihehandel ist ausgesetzt. Die Behörden führen für die erste weltweite Marktschließung Risiken für die Sicherheit der Händler an. Bislang hatten einige Börsen nur das Handelsparkett gesperrt oder den Handel nach drastischen Kurseinbrüchen unterbrochen. Obwohl die Schließung der Börse aus gesundheitlichen Gründen geschieht, erhöht dies die Sorge der Anleger und Analysten, dass andere Börsen folgen könnten.


Lesen Sie auch: Warum vieles für eine Handelspause an den Börsen spricht


03.45 Uhr - Der US-Bundesstaat Ohio verschiebt die für Dienstag anstehenden Wahlen zur Präsidentschaftskandidatur. Die Entscheidung sei unter Berufung auf einen Gesundheitsnotstand, der durch die Bedrohung durch das Coronavirus verursacht wurde, gefallen, sagt Gouverneur Mike DeWine auf Twitter. Ein neuer Termin steht noch aus.

03.30 Uhr - In Hongkong werden ab Donnerstag Mitternacht (Ortszeit) alle Menschen, die die chinesische Sonderverwaltungszone betreten, für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Dies kündigt die Leiterin des asiatischen Finanzzentrums, Carrie Lam, an und rät den Bürgern, alle nicht zwingend notwendigen Reisen zu vermeiden.

03..15 Uhr - Der Werkabsatz von Hyundai Motors in China ist im Februar von 38.017 im Jahresvergleich auf 1007 Fahrzeuge zurückgegangen. Die Unternehmensdaten zeigen damit einen Absatzrückgang von 97 Prozent. Der weltweite Absatz des Autobauers fällt im Februar auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren, da Coronavirus-Sorgen die Käufer fernhielten. Die Unternehmenszahlen sind ein erster wichtiger Indikator für die wirtschaftlichen Schäden im weiteren Automobilsektor infolge der Epidemie.

03.00 Uhr - Der US-Flugzeughersteller Boeing führt Gespräche mit hochrangigen Vertretern des Weißen Hauses und Kongressführern über kurzfristige Finanzhilfen für sich selbst und den gesamten Luftfahrtsektor. Schneller Zugang zu öffentlicher und privater Liquidität sei eine der "wichtigsten Möglichkeiten" für Fluggesellschaften, Flughäfen, Lieferanten und Hersteller, sich zu erholen, so Boeing. Die gesamte US-Luft- und Raumfahrtindustrie, die "mehr als 2,5 Millionen Arbeitsplätze und 17.000 Zulieferer unterstützt - steht vor einer dringenden Herausforderung, die sich aus der Coronavirus-Pandemie ergibt."

US-Fluggesellschaften und Frachtfluggesellschaften haben erklärt, dass sie mindestens 58 Milliarden Dollar an Krediten und Zuschüssen sowie zusätzliche Steuervergünstigungen anstreben, Flughäfen haben bislang 10 Milliarden Dollar beantragt. Boeing lehnte eine Auskunft über die Höhe der angeforderten Unterstützung ab. Der Airbus-Rivale kämpft bereits nach zwei tödlichen Unfällen um die Zustimmung der Aufsichtsbehörden für die Rückkehr seiner 737 MAX in den Flugbetrieb.

Emmanuel Macron: "Wir sind im Krieg - gegen das Virus"

Emmanuel Macron: "Wir sind im Krieg - gegen das Virus"

Foto: MARTIN BUREAU/ AFP

02.30 Uhr - Die Mongolei meldet drei neue Coronavirus-Fälle, die von gecharterten Flugzeugen aus Deutschland und Südkorea zurückgeführt wurden. Der Patient aus Deutschland befände sich in einem kritischem Zustand. Die Mongolei, die ihre südliche Grenze zu China geschlossen hat, bestätigte letzte Woche ihren ersten Coronavirus-Fall, einen französischen Staatsangehörigen, der in dem Land arbeitet.

02.15 Uhr - Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro kündigt eine landesweite Quarantäne an. "Es ist notwendig, es ist unverzichtbar, es ist die Antwort", sagt Maduro in einer Ansprache im Staatsfernsehen. "Die Rohöl-Krise, die Krise, fängt gerade erst an." Das Land hatte am Montag eine Quarantäne in einer Handvoll Staaten begonnen, die Maduro zufolge erfolgreich war. Aber viele in der wirtschaftskrisengeplagten Nation gingen trotzdem zur Arbeit, da sie es sich nicht leisten konnten, nicht zu arbeiten. Die einst wohlhabende OPEC-Nation leidet unter einer lähmenden Wirtschaftskrise. Maduro erklärt, dass das Land Lieferungen von Medikamenten aus Kuba und Schutzausrüstung und "Tausende" von Testkits aus China erhalten würde. Er sagte, die Regierung werde Leistungen für die Bürger ankündigen, ohne Details zu nennen.

Der Einbruch der Ölpreise in der vergangenen Woche aufgrund eines Nachfragerückgangs im Zusammenhang mit Coronaviren sowie eines Preiskriegs zwischen den Top-Produzenten Saudi-Arabien und Russland droht die sechsjährige Rezession in Venezuelas ölabhängiger Wirtschaft zu verschärfen. Maduro sagt, dass bei den aktuellen Ölpreisen der Wert eines Barrels venezolanischen Öls unter den Produktionskosten liege.

02.00 Uhr - Führende US-Technologieunternehmen - darunter Microsoft, Facebook, Alphabets Google und Twitter - wollen Fehlinformationen über das Coronavirus auf ihren Plattformen möglichst unterbinden. Die Unternehmen, zu denen auch LinkedIn, Reddit und YouTube gehören, wollen in Abstimmung mit staatlichen Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt arbeiten, um auf ihren Plattformen Nutzer über wichtige Updates zum Corona-Virus zu informieren. Viele der beteiligten Unternehmen sind in der Gemeinde rund um San Francisco ansässig: In der Region wurde eine dreiwöchige weitgehende Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Vorus zu verlangsamen. Rund 3,5 Millionen Arbeitsplätze mit einer Wirtschaftsleistung von 877 Milliarden Dollar sind davon betroffen.

01.40 Uhr - Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe gibt bekannt, dass die Gruppe der sieben Staats- und Regierungschefs sich bereiterklärt habe, "umfassende" Olympischen Spiele zu unterstützen. "Wir tun alles in unserer Macht stehende, um uns für die Spiele vorzubereiten, und wir wollen ein komplettes Ereignis als Beweis dafür liefern, dass die Menschheit das neue Coronavirus besiegen kann", so Abe. Die Staats- und Regierungschefs bekunden ihre Unterstützung, sagt er Reportern gegen Mitternacht in Tokio, nachdem sich die Staats- und Regierungschefs der G7 per Videokonferenz abgestimmt hatten. Auf die konkrete Frage, ob ein G7-Vertreter eine Verschiebung der Spiele angesichts der Coronavirus-Pandemie vorgebracht habe, weicht Abe aus. Die Sportwettkämpfe sind in Europa zum Erliegen gekommen und behindern die Vorbereitung der Athleten auf die Olympischen Spiele. Die Olympischen Spiele sollen vom 24. Juli bis zum 9. August in Tokio stattfinden.

01.20 Uhr - In China werden für Montag 21 neue Infektionen gemeldet. Am Sonntag waren es 16 Fälle. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf 80.881. Die Zahl der Todesopfer durch den Ausbruch in China liegt zum Ende des Montags nach offiziellen Angaben bei 3226, 13 mehr als am Vortag. Auf die zentrale Provinz Hubei entfallen dabei 12 Todesfälle, 11 allein auf die Provinzhauptstadt Wuhan.

01.15 Uhr - In den USA stellen McDonald's und Starbucks ihre Filialen auf Take-away und Lieferdienste um, die Gastronomiebereiche sind geschlossen. Die weltgrößte Burger-Kette erklärt, sie werde auch Selbstbedienungs-Getränkebars und -Kioske sowie die Kinderbereiche und Spielplätze in den firmeneigenen Restaurants schließen. Die Richtlinien würden auch von seinen Franchisenehmern unterstützt, auf die 95 Prozent der gesamten Restaurants entfielen, erklärt der Burger-Riese. Starbucks würde auch in Gegenden mit einer hohen Anzahl von Coronavirus-Fällen sowie in Einkaufszentren und in Universitäten für mindestens zwei Wochen schließen, so die größte Kaffeekette der Welt. Auch die Hipster-Burger-Restaurants Shake Shack gibt an, in den USA vorübergehend auf ein Take-out-Modell umzustellen. Das Unternehmen zog seine Prognosen für 2020 unter Berufung auf "beispiellose Marktbedingungen" zurück. Die Aktien von McDonald's, Shake Shack und Starbucks schlossen rund 16 Prozent im Minus.

00.25 Uhr - Die australische Fluggesellschaft Qantas Airways streicht ihre internationalen Flüge bis mindestens Ende Mai um 90 Prozent. Die Reisenachfrage nach Australien sei wegen neuer Beschränkungen für Einreisende im Zusammenhang mit dem Coronavirus deutlich zurückgegangen, berichtet der Konzern. Auch Inlandsflüge würden um 60 Prozent zurückgefahren. Laut Mitteilung versucht die Airline die Auswirkungen teils durch bezahltem und unbezahlten Urlaub der Beschäftigten aufzufangen. Zudem soll es zu erheblichen "erheblichen Gehaltskürzungen für die Konzernleitung und Vorstandsmitglieder und die Streichung aller jährlichen Boni" geben, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Fast die gesamte Großraumflotte mit rund 150 Flugzeugen bleibe damit am Boden. Qantas-Rivale Air New Zealand reduziert seine Langstreckenkapazität um 85 Prozent, bei Virgin Australia wurde die Kreditwürdigkeit herabgestuft.

Frankreich, Spanien und Italien verhängen Ausgangssperre - das passierte bis 00.00 Uhr

22.30 Uhr - Auch die Millionenmetropole San Francisco an der US-Westküste verhängt wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangssperre. Die Bürgermeisterin der Stadt, London Breed, kündigte am Montag auf Twitter an, ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag 08.00 Uhr MEZ) seien die Bewohner San Franciscos aufgefordert, zu Hause zu bleiben, "außer für grundlegende Bedürfnisse".

21.45 Uhr - Der schon vor der Corona-Krise angeschlagenen Restaurantkette Vapiano geht angesichts der Coronavirus-Krise finanziell die Luft aus. Das Kölner Unternehmen brauche kurzfristig mindestens 13,6 Millionen Euro, nachdem fast alle Restaurants in Österreich, den Niederlanden, Luxemburg und den USA auf Anordnung der zuständigen Behörden wegen der Ansteckungsgefahr geschlossen worden seien, teilte Vapiano am Montagabend mit. Auch Frankreich habe Schließungen angeordnet. Gleiches sei auch in Deutschland für viele Filialen zu erwarten. Der Bedarf an flüssigen Mitteln werde daher eher noch steigen. Deshalb werde man Staatshilfe in mehreren Ländern beantragen, in Deutschland etwa über die Staatsbank KfW. "Darüber hinaus wird Vapiano Kurzarbeit sowie die Stundung von Steuerzahlungen beantragen", hieß es in der Mitteilung.

Vapiano ging es schon vor der Corona-Krise nicht gut. Jetzt beantragt die Restaurantkette Staatshilfen.

Vapiano ging es schon vor der Corona-Krise nicht gut. Jetzt beantragt die Restaurantkette Staatshilfen.

Foto: Oliver Berg/DPA

21.30 Uhr - Der Versandhändler Amazon will 100.000 Mitarbeiter für Lager und Auslieferung in den USA einstellen, um den Anstieg der Online-Bestellungen wegen der Coronavirus-Epidemie zu bewältigen. Das Unternehmen werde 350 Millionen Dollar investieren, um die Stundenlöhne der Beschäftigten in den USA um zwei Dollar und in Europa um etwa zwei Euro zu erhöhen, teilte Amazon am Montagabend (MEZ) mit. In den USA haben die Mitarbeiter derzeit einen Stundenlohn von 15 Dollar.

- Die Fußball-Europameisterschaft 2020 soll einem Bericht der "Financial Times" zufolge wegen des Virus-Ausbruchs .verschoben werden

21.00 Uhr - Die Zahl der Toten durch die Epidemie steigt in Frankreich auf 148. Dies sei eine Zunahme um etwa 16 Prozent, erklärt die Gesundheitsbehörde. Insgesamt gebe es inzwischen 6633 bestätigte Infektionen, über 20 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor.

20.30 Uhr - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verhängt wegen der Epidemie eine weitgehende Ausgangssperre. Die Bewegungsfreiheit werde ab Dienstagmittag für 15 Tage stark eingeschränkt, kündigt Macron an. Alle Menschen würden angewiesen, zuhause zu bleiben und nur aus triftigem Grund die Wohnung zu verlassen. Das könnten Einkäufe, Arztbesuche und gegebenenfalls auch der weg zur Arbeit sein. Alle Firmen seien aber angewiesen worden, ihren Mitarbeitern Heimarbeit zu ermöglichen. Verstöße gegen die Ausgangssperre würden bestraft. Zuvor hatten bereits Italien und Spanien eine Ausgangssperre verhängt.

19.00 Uhr - Auch Kanada macht zur Abwehr der Virus-Pandemie die Grenzen weitgehend dicht. Personen, die keine Staatsbürger sind oder keinen Wohnsitz in Kanada haben, dürften nicht einreisen, sagt Premierminister Justin Trudeau. Es werde einige Ausnahmen geben, beispielsweise für US-Bürger. Auch sei der Güterverkehr nicht von der Grenzschließung betroffen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz ruft die in Not geratenen Unternehmen in Deutschland auf, die angebotenen Staatshilfen auch anzunehmen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz ruft die in Not geratenen Unternehmen in Deutschland auf, die angebotenen Staatshilfen auch anzunehmen

Foto: Michele Tantussi/ REUTERS

- Die Barmer schließt ihre bundesweit rund 400 Geschäftsstellen. Zur Begründung verweist die Krankenkasse auf die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus und die "von Bund und Ländern vorgesehenen drastischen Einschränkung des öffentlichen Lebens". Für den Kundenservice stünden zahlreiche alternative Kontaktwege zur Verfügung. Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung werde über das Telefon, via E-Mail und Internet gewährleistet.

- Bundesfinanzminister Olaf Scholz ruft von der Krise betroffene Unternehmen auf, die angebotenen Staatshilfen auch anzunehmen. "Kein Unternehmen sollte jetzt zögern, bei Bedarf diese Liquiditätskredite anzunehmen. Die Wirtschaft kann sich darauf verlassen, dass wir sie nicht hängen lassen werden - nicht heute, nicht morgen, nicht übermorgen." Man werde überlegen, wie die durch die Hilfen entstandene Schuldenlast für die Unternehmen reduziert werden könne.

18.40 Uhr - Die Zahl der Toten durch die Coronavirus-Pandemie ist in Italien erneut gestiegen - auf 2158 Menschen. Bis Montag zählten die Behörden insgesamt 27.980 Infizierte im ganzen Land. Das waren rund 3000 mehr als am Vortag. Diese Zahlen teilte der Zivilschutz am Montagabend in Rom mit. Italien ist in Europa das am härtesten von der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit getroffene Land.

Angela Merkel am Montagabend

Angela Merkel am Montagabend

Foto: Maja Hitij - Pool/Getty Images

18.20 Uhr - Um das Coronavirus einzudämmen, sollen die Deutschen keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr unternehmen. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin nach der Sitzung mehrerer Gremien, die sich mit der Ausbreitung der Corona-Pandemie befasst hatten.

17.20 Uhr - Die Schweiz führt wegen der rasanten Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen Notrecht ein. Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe müssen bis am 19. April 2020 geschlossen bleiben, ordnete die Regierung am Montag an. Ausgenommen seien unter anderem Lebensmittelläden und die Gesundheitseinrichtungen. Die Regierung bewilligte zur Unterstützung von Spitälern, der Logistik und des Sicherheitsbereichs den Einsatz von bis zu 8000 Armeeangehörigen.

17.15 Uhr - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat weit reichende Einreisebeschränkungen in die Europäische Union für zunächst 30 Tage vorgeschlagen. Darüber habe sie die Chefs der G7-Länder am Montag in einer Videokonferenz zu den Auswirkungen der Coronavirus-Ausbreitung informiert, sagte von der Leyen. Ausnahmen solle es unter anderem für Nicht-EU-Bürger mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, Angehörige von EU-Bürgern, Diplomaten, Ärzte, Krankenpfleger, Forscher und Experten geben.

17.10 Uhr - Nach dem Autobauer Daimler hat auch die Deutsche Telekom ihre Hauptversammlung verschoben. Die für den 26. März geplante Hauptversammlung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

16.50 Uhr - Die Europäische Kommission geht davon aus, dass Europas Wirtschaft infolge der Coronavirus-Krise dieses Jahr um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen wird. Ursprünglich war die EU-Behörde von einem Plus von 1,4 Prozent ausgegangen.

15.50 Uhr - Im Kampf gegen die Corona-Krise sollen Restaurants in Deutschland demnächst spätestens um 18 Uhr schließen und frühestens um 6 Uhr öffnen. Das geht aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Überdies werden Gottesdienste sowie Treffen in Vereinen verboten und Spielplätze gesperrt werden. Im gleichen Beschluss seien zudem Regelungen zu erlassen, "dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können."

15.30 Uhr - Die Bundesregierung schlägt den Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Schließung einer Vielzahl von Geschäften vor. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses zur Coronakrise aus Regierungskreisen erfuhr.

- Die USA könnten schon bald ihre strategischen Ölreserven mit Zukäufen aus dem eigenen Land aufstocken. Wie ein Insider aus dem Energieministerium weiter mitteilt, dürften die Käufe binnen Wochen anlaufen und die Reserven innerhalb von Monaten aufgefüllt sein. US-Präsident Donald Trump hatte eine Aufstockung angeordnet. Diese steht im Kontext mit dem Ölpreisverfall, der die einheimischen Produzenten - insbesondere von Schieferöl - hart trifft.

- Bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gibt es in der Zentrale in Basel einen Coronafall. Die Person sei positiv auf das Virus getestet worden, teilt die BIZ mit. Neun ihrer Mitarbeiter arbeiteten nun vorsorglich von zu Hause aus.

- In Paris werden bis auf weiteres die städtischen Parks und Gärten geschlossen, um das Coronavirus einzudämmen.

- Das Fest- und Mobilnetz des Schweizer Telekomkonzerns Swisscom hält der massiv gestiegenen Nutzung teilweise nicht stand. "Seit heute 09.00 Uhr können Privat- und Geschäftskunden punktuell Anrufe nicht aufbauen", erklärt eine Sprecherin. Swisscom verzeichne dreimal mehr Anrufe über das Mobilfunknetz als üblich und auch im Festnetz sei das Volumen massiv gestiegen. Der Konzern arbeite intensiv an einer Kapazitätserweiterung. Aktuell bestünden keine Beeinträchtigungen. Beim Konkurrenten Sunrise gebe es keine Netzprobleme oder -überlastungen, sagte eine Sprecherin.

14.30 Uhr - Die Lufthansa fährt wegen der Einreisestopps von immer mehr Ländern in der Corona-Krise den Flugplan massiv zurück. Ab Dienstag werden nur noch zehn Prozent der Langstreckenflüge und 20 Prozent der Flüge in Europa abheben, teilte die Airline am Montag mit. In dieser Woche seien noch mehr als 20 Sonderflüge von Lufthansa, Eurowings und Austrian Airlines geplant, damit rund 6000 Passagiere nach Hause zurückkehren könnten, erklärte ein Sprecher. Der reduzierte Flugplan für alle Lufthansa-Airlines gelte zunächst bis zum 12. April.

14 Uhr - Erstmals ist in Hamburg ein Todesfall infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Es handele sich um einen Bewohner einer Seniorenresidenz, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Montag. Der Mann sei bereits am Freitag gestorben, man habe nun bei Untersuchungen posthum das Virus festgestellt.

- Italien wird laut dem Entwurf für ein Dekret die angeschlagene Alitalia übernehmen. Zugleich schießt der Staat der bereits vor der Viruskrise arg gebeutelten Fluggesellschaft demnach zusätzlich 600 Millionen Euro für das laufende Jahr zu.

- Bei Audi stockt die Produktion im Werk Brüssel, weil Mitarbeiter aus Sorge um ihre Gesundheit die Arbeit vorübergehend niedergelegt haben. Die Bedenken seien in Gesprächen zwischen Gewerkschaftsvertretern und Management ausgeräumt worden. Unabhängig davon kämpft Audi in Brüssel seit Monaten mit Nachschubproblemen bei Batteriekomponenten für seinen Vorzeige-Elektrowagen E-Tron. An allen übrigen Audi-Standorten läuft die Produktion nach Angaben des Sprechers normal.

- Die Stadt Moskau will ein neues, eigens für Coronavirus-Patienten betriebenes Krankenhaus bauen. Wie die Behörden der russischen Hauptstadt mitteilen, soll das Hospital eine Kapazität von 500 Betten haben und in "naher Zukunft" fertiggestellt sein. In Russland gibt es bislang 63 registrierte Infizierte, gestorben ist nach Behördenangaben noch niemand an den Folgen des Virus.

13.30 Uhr - Der Mutterkonzern des Autobauers Opel, die französische PSA-Gruppe, schließt wegen der Coronavirus-Pandemie in den kommenden Tagen alle Werke in Frankreich. Begonnen werde am Montagnachmittag mit dem Werk in Mülhausen im Elsass, sagte der Vertreter der Gewerkschaft CFTC, Franck Don, der Nachrichtenagentur AFP. Die anderen Fabriken würden folgen. Die Gewerkschaft CFDT erklärte, sie habe die Geschäftsführung von PSA zu der Entscheidung gedrängt. Grund sei die "Panik" unter den Beschäftigten.

Griechenland verhängt eine zweiwöchige Quarantäne für Menschen, die aus dem Ausland einreisen. Einzelhandelsgeschäfte sollen ab Mittwoch geschlossen bleiben. Supermärkte, Apotheken und Essenlieferdienste seien davon ausgenommen, sagt ein Regierungssprecher in Athen.

- Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, ruft die Regierungen dazu auf, weltweit zusätzliche Haushaltsmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft zu unternehmen. Angesichts der Ausbreitung des Virus werde es dabei zunehmend wichtiger, koordiniert und synchron vorzugehen, schreibt sie in einem Blog-Beitrag auf der Website des IWF. Womöglich könnten Fiskalmaßnahmen in einem Umfang wie während der Finanzkrise 2008/09 nötig sein.

13.15 Uhr - Der Touristikkonzern FTI Group sagt wegen der Coronavirus-Krise alle Reisen bis Ende März ab. Buchungen jeder Reiseart würden ab sofort bis einschließlich 31. März storniert, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. "Das Wohl unserer Gäste wie auch unserer Mitarbeiter ist unsere oberste Maxime, daher setzen wir unsere Operationen vorerst aus". Der Veranstalter, der zu den großen in Deutschland zählt, beantragte zudem Staatsgarantien zur Überbrückung, "um perspektivisch wieder zum Routinegeschäft zurückkehren zu können."

- Die EU wird in den nächsten Stunden Maßnahmen an ihren Außengrenzen umsetzen, erklärt das französische Präsidialamt. Darauf hätten sich Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel geeinigt.

- Die auf Live-Sport spezialisierten Medienunternehmen Sky und DAZN haben noch keine Entscheidungen über Kulanz-Regelungen wegen ihres stark reduzierten Programms getroffen. Das sagten Sprecher des Pay-TV-Senders und des ebenfalls kostenpflichtigen Streamingdienstes am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sky und DAZN haben wegen der Absage fast aller Sportveranstaltungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus momentan keine Live-Übertragungen im Angebot. Sie zeigen derzeit vor allem Dokumentationen und Aufzeichnungen früherer Fußballspiele.

13.00 Uhr - Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat noch nicht über ein Einstellen des Flugverkehrs wegen der Coronavirus-Pandemie an den Flughäfen des Landes beraten. Dieses Thema sei noch nicht erörtert worden, sagt Familienminister Joachim Stamp. Baden-Württemberg hatte entsprechende Schritte angekündigt.

- Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums stellt klar, dass der innerdeutsche Regionalverkehr der Deutschen Bahn planmäßig verlaufe. Die Bahn halte die Fahrpläne ohne Einschränkung aufrecht.

- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußert sein Missfallen über einseitige Grenzkontrollen einiger EU-Staaten. Zuvor telefonierte er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiteren EU-Vertretern. Deutschland hat vorübergehende Kontrollen an den Grenzen eingeführt.

- In Armenien hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Die Regelung gilt bis zum 16. April.

- Die Bank von England (BoE) steht Gewehr bei Fuß, den Kampf gegen die Folgen der Viruskrise zu forcieren. Der neue BoE-Chef Andrew Bailey kündigt bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seinem Amtsantritt in der BBC an, bei Bedarf "weitere Sofortmaßnahmen" zur Stützung der Wirtschaft zu ergreifen. Die Notenbank sei sehr darauf bedacht, dass die Konjunktur nicht dauerhaft Schaden nehme.

12.30 Uhr - Der Sprecher des Bundesinnenministeriums stellt klar, Deutschland habe die Grenzen nicht geschlossen, sondern lediglich die Kontrollen verstärkt. EU-Bürger müssten allerdings mit Beschränkungen bei der Einreise rechnen. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ergänzt, der Warenverkehr verlaufe ungehindert. Es könne aber zu Zeitverzögerungen kommen. Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass Tausende Deutsche im Ausland zurück in ihre Heimat wollten. Von Reisen ins Ausland rate das Ministerium ausdrücklich ab. Die Bundespolizisten sucht derweil an der Grenze mit den Reisenden das Gespräch, um festzustellen, wer einen triftigen Grund für die Einreise habe. Deutsche und Berufspendler dürften passieren.

- In Spanien melden die Gesundheitsbehörden nun 8744 (Sonntag: 7753) bekannte Infektionen und 297 (288) Todesfälle.

Justizministerin Christine Lambrecht will bis September Insolvenzantragspflicht aussetzen

Justizministerin Christine Lambrecht will bis September Insolvenzantragspflicht aussetzen

Foto: John Macdougall/ AFP

12.15 Uhr - Die Bundesregierung bereitet eine gesetzliche Regelung vor, um von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen vor Insolvenzen zu schützen. Vorbild seien dabei Regelungen, die schon bei den Hochwasserkatastrophen 2002, 2013 und 2016 angewendet worden waren, teilte das Justizministerium am Montag in Berlin mit. "Wir wollen verhindern, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen. Die reguläre Drei-Wochen-Frist der Insolvenzordnung ist für diese Fälle zu kurz bemessen", erklärte Justizministerin Christine Lambrecht. "Deshalb flankieren wir das von der Bundesregierung bereits beschlossene Hilfspaket mit einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 für die betroffenen Unternehmen."

- Der Sprecher des Bundesinnenministeriums stellt klar, Deutschland habe die Grenzen nicht geschlossen, sondern lediglich die Kontrollen verstärkt. EU-Bürger müssten allerdings mit Beschränkungen bei der Einreise rechnen. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ergänzt, der Warenverkehr verlaufe ungehindert. Es könne aber zu Zeitverzögerungen kommen. Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass Tausende Deutsche im Ausland zurück in ihre Heimat wollten. Von Reisen ins Ausland rate das Ministerium ausdrücklich ab.

11.55 Uhr - Im Iran meldet das Gesundheitsministerium einen Anstieg der bestätigten Infektionen von 1053 auf 14.991 und einen Zuwachs der Todesfälle um 129 auf 853.

- Ungarn wird nach Worten von Ministerpräsident Viktor Orban seine Grenzen für Reisende aus anderen Ländern schließen. Zudem kündigt Orban im Parlament eine Absage von Kultur- und Sportveranstaltungen sowie eine Schließung entsprechender Einrichtungen an. Alle Geschäfte außer Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien müssen schließen. Die Öffnungszeiten von Restaurants werden verkürzt.

- In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sind die Coronavirus-Ansteckungen sprunghaft angestiegen. Bis Sonntag wurden Behördenangaben zufolge 2200 Personen positiv auf den Erreger getestet und 1563 Fälle offiziell bestätigt. Mindestens 13 Personen sind an den Folgen der Erkrankung gestorben. Das Schweizer Parlament hat seine vierteljährlichen politische Beratungen vorzeitig beendet. Die Ratsbüros haben beschlossen, die Frühjahrssession abzubrechen und die dritte Sitzungswoche abzusagen, erklärt der Parlamentsdienst.

- Ryanair kündigt an, den größten Teil der eigenen Flugzeugflotte in Europa in den nächsten sieben bis zehn Tagen am Boden zu halten. Das Management erwartet nach eigenen Angaben, die Sitzkapazität in den kommenden beiden Monaten um 80 Prozent zu reduzieren.

Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen

Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen

Foto: DPA

12.00 Uhr - Die Landesregierung von Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in Stuttgart. Reisende aus dem Ausland würden aber noch zurückgeholt. Wer aus einer Krisenregion komme, müsse in Quarantäne. Der Beschluss soll demnach im Lauf der Woche in Kraft treten.

- Das Volkswagen-Werk in der Nähe von Lissabon meldet eine 16-prozentige Reduzierung der täglichen Produktion. Grund sei ein Mangel an Arbeitern, nachdem die portugiesische Regierung die Schließung aller Schulen angeordnet hatte.

- In der Coronakrise arbeitet der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einer Sicherung der Patientenversorgung mit Spenderblut. Derzeit sei die Versorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten "noch auf niedrigstem Niveau gesichert", erklärte der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Torsten Tonn, am Montag in Berlin.

- Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat die Menschen auf den Höhepunkt der Viruskrise vorbereitet. "Die Wissenschaftler sagen uns, dass wir den Höhepunkt noch nicht erreicht haben, dass dies die riskantesten Wochen sind und wir die größte Vorsicht walten lassen müssen", sagte Conte der Zeitung "Corriere della Sera" (Montag). Italien ist so schlimm von der Covid-19-Lungenkrankheit betroffen wie kein anderes Land außer China. Mehr als 1800 Menschen sind bereits gestorben, mehr als 20 000 sind infiziert. Das gesamte Land ist Sperrzone, niemand darf das Haus verlassen, wenn nicht unbedingt notwendig. Trotz der Sperrungen geht die Zahl der Infizierten weiter nach oben.

RKI: 4838 bestätigte Fälle in Deutschland - mehr als 1000 neue Infektionen

RKI: 4838 bestätigte Fälle in Deutschland - mehr als 1000 neue Infektionen

Foto: REUTERS

11.30 Uhr - Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft inzwischen auch die US-Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York als Coronavirus-Risikogebiete ein. Dort gebe es nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörden eine anhaltende Virusübertragung innerhalb der Bevölkerung, begründete RKI-Vizepräsident Lars Schaade den Schritt am Montag in Berlin. Bisher sind Italien und Iran sowie Regionen in China, Südkorea, Frankreich (Region Grand Est), Österreich (Bundesland Tirol) sowie Madrid in Spanien als Risikogebiete eingestuft. In Deutschland gilt der Kreis Heinsberg in NRW als "besonders betroffen".

- Südkoreas Präsident Moon Jae In sagt, er sei "zunehmend zuversichtlich", dass das Land den Virus-Ausbruch überwinde. Die Zahl der festgestellten Neuinfektionen nimmt in Südkorea kontinuierlich ab.

- Der Ferienflieger Condor hat etliche Flüge in beliebte Feriengebiete gestrichen, weil deutsche Bürger dort nicht mehr einreisen dürfen. Betroffen sind unter anderem die USA, die Dominikanische Republik, die Türkei und Marokko, teils mit unterschiedlichen Fristen. Das Unternehmen schickt in diesen Tagen noch Flugzeuge in die Zielgebiete, um Urlauber zurückzuholen. "In die Türkei fliegen wir leer hin, um die Menschen nach Hause zu holen", sagte eine Sprecherin am Montag in Frankfurt. Man kooperiere auch eng mit den Reiseveranstaltern, die eine Vielzahl von Pauschalreisen absagten.

- Die Pressekonferenz von Bundesfinanzminister Olaf Scholz zum Haushalt 2021 und der mittelfristigen Finanzplanung bis 2024 wird abgesagt. Sie war eigentlich für Mittwoch geplant gewesen. Die Corona-Krise wird zu deutlichen Mehrausgaben des Staates führen, die damit auch den Haushalt verändern.

- Österreichs Notenbank-Chef Robert Holzmann sieht die Bargeldversorgung trotz höherer Abhebungen in den letzten Tagen gesichert. "Die Österreichische Nationalbank hat genügend Bargeldreserven, um die Banken selbst, die Automaten, aber auch die Wirtschaft in beliebiger Höhe zu versorgen", sagt er. Finanzminister Gernot Blümel kündigt an, dass für die Wirtschaft, zusätzlich zum beschlossenen Vier-Milliarden-Euro-Hilfspaket, zwei Milliarden Euro Garantien über die Kontrollbank für Kredite zur Verfügung gestellt werden. Der Bankensektor zeige eine große Bereitschaft für Kreditstundungen und flexible Handhabung von Kreditkosten.

- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will gegen 20.00 Uhr (MEZ) per Fernsehansprache eine Rede an die Nation halten, wie Macrons Büro mitteilt. Im Land gibt es Spekulationen, dass die Regierung weitere Maßnahmen zur Bewältigung der Virus-Krise plant. Für den Tagesverlauf ist eine hochrangige Kabinettssitzung angesetzt.

- Georgien verbietet allen Ausländern die Einreise, wie ein Regierungssprecher mitteilt. In dem Land wurden nach Behördenangaben bislang 33 Infektionen festgestellt.

- Das große Informationsbedürfnis der Bürger in der Corona-Krise schlägt sich in den Einschaltquoten für die Nachrichtensendungen nieder. 9,89 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 26,7 Prozent) schalteten am Sonntagabend um 20 Uhr die "Tagesschau" in der ARD ein. Die "heute"-Sendung um 19 Uhr im ZDF erreichte 5,88 Millionen Menschen (19,8 Prozent), das "heute-journal" später 5,59 Millionen (17,9 Prozent). Bei "RTL aktuell" um 18.45 Uhr informierten sich 4,54 Millionen (16,2 Prozent). Die ARD-"Tagesthemen" kamen am späten Abend noch auf 4,92 Millionen Zuschauer (24,9 Prozent).

11.15 Uhr - Der Sanitätsdienst der Bundeswehr hat auf seinen Aufruf an Reservisten wegen der Corona-Krise seit Freitag 730 Anfragen erhalten. "Davon können recht zeitnah 380 Reservistinnen und Reservisten beim Sanitätsdienst der Bundeswehr eingesetzt werden", sagte ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe sich auch Fachpersonal gemeldet, das vorher nicht in der Bundeswehr gearbeitet habe. Diese Interessenten seien an zivile Hilfsorganisationen, wie das DRK, die Johanniter oder die Malteser verwiesen worden.

Um Reservisten kurzfristig für den Dienst in sogenannten stationären Gesundheitseinrichtungen der Bundeswehr zu gewinnen, hat der Sanitätsdienst eine Hotline unter der Nummer 0261 896 32444 eingerichtet. Gesucht werden militärisch ausgebildete Pflegefachkräfte, Krankenpfleger, Notfallsanitäter, Laborassistenten und pharmazeutisch-technische

11 Uhr - Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gibt es in Deutschland mittlerweile 4838 laborbestätigte Fälle einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Das seien 1043 mehr als noch am Sonntag registriert, sagt RKI-Vize-Präsident Lars Schaade in Berlin. Bislang seien zwölf Menschen in Deutschland an dem Virus gestorben. Die Zahl der neu Infizierten steige nach wie vor "relativ rasch" an, sagt Schaade. Es gehe jetzt darum, die eingeleiteten Maßnahmen schnell umzusetzen.

- Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat der Landwirtschaft Unterstützung wegen fehlender Saisonkräfte aus dem Ausland zugesagt. Dabei wolle sie auch "unkonventionelle Wege" gehen, sagte Klöckner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. "Ob diejenigen Mitarbeiter, die in der Gastronomie leider immer weniger zu tun haben, in der Landwirtschaft einspringen können und möchten - auch so etwas müssen wir überlegen." Es müsse geprüft werden, welche bürokratischen Anforderungen während der Krise gegebenenfalls heruntergefahren werden können.

- Die norwegische Finanzaufsicht FSA fordert von den Banken des Landes wegen der Coronavirus-Krise, ihre geplanten Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe zu überdenken. Seit der Entscheidung über die Gewinnausschüttungen hätten sich die Rahmenbedingungen komplett verändert, erklärte die FSA.

- Österreichs EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann zufolge wird die Europäische Zentralbank falls nötig weitere Schritte ergreifen, um den Ländern bei der Bekämpfung der Auswirkungen des Coronavirus zu helfen. "Wenn Notwendigkeit besteht, im Bereich der Staatsanleihen einzugreifen, werden sicherlich die nächsten Schritte im geeigneten Maße erfolgen", sagt Holzmann.

- Russland legt einen Anti-Krisen-Fonds im Volumen von 300 Milliarden Rubel (3,7 Milliarden Euro) auf. Das kündigt Ministerpräsident Michail Mischustin an.

- Die schwedische Regierung präsentiert ein Maßnahmenpaket im Volumen von 300 Milliarden Schwedischen Kronen (rund 28 Milliarden Euro) zur Stützung der Wirtschaft. So soll der Staat etwa im April und Mai zur Entlastung der Unternehmen die komplette Lohnfortzahlung im Krankheitsfall übernehmen ebenso wie die Hauptlast der Kosten im Fall von temporären Entlassungen im Zusammenhang mit der Krise.

Bayern ruft Katastrophenfall aus und stellt Milliarden Hilfsprogramm für die bayerische Wirtschaft zur Verfügung

Bayern ruft Katastrophenfall aus und stellt Milliarden Hilfsprogramm für die bayerische Wirtschaft zur Verfügung

Foto: Peter Kneffel/ dpa

- 10.30 Uhr - In Bayern gilt wegen der Coronavirus-Krise ab sofort der Katastrophenfall - für die nächsten zwei Wochen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit. Bayern weitet die Beschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus noch einmal weiter aus. Nicht nur Kinos, Clubs, Vereinsräume und ähnliches werden ab Dienstag geschlossen, sondern auch Sportplätze und Spielplätze werden gesperrt, sagte Söder weiter. Zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Coronakrise stellt der Freistaat Bayern zudem bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. "Wir lassen niemanden allein", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Die Schuldenbremse wird zudem außer Kraft gesetzt.

Um die Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Produkten sicherzustellen, weitet Bayern die Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte aus: Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Banken und einige weitere Geschäfte dürfen werktags bis 22.00 Uhr öffnen und auch sonntags geöffnet haben, dann bis 18.00 Uhr. Restaurants und Betriebskantinen in Bayern nur noch von 6.00 bis 15.00 Uhr öffnen.

10 Uhr - Der Privatbankenverband BdB sagt den Bankentag am 22. und 23. April mit bis zu 800 Teilnehmern ab.

- EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton sagt für die EU eine Rezession in diesem Jahr voraus. "Wir sind im Krieg mit dem Virus, einem Wirtschaftskrieg", sagt Breton dem Radiosender BFM Business. Die bisherige Wachstumsprognose für die Europäische Union habe bei plus 1,4 Prozent gelegen. "Jetzt erwarten wir eine negative Auswirkung von zwischen zwei und 2,5 Prozent."

- Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska nennt Grenzschließungen eine Option, die erwogen werde. Diese und andere Maßnahmen werde er mit seinen EU-Kollegen besprechen, sagt Grande-Marlaska dem Radiosender Cadena Ser.

Deutsche Post arbeitet bisher ohne Einschränkungen

Deutsche Post arbeitet bisher ohne Einschränkungen

Foto: Sebastian Gollnow/ DPA

- Bei der Deutschen Post hat die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland bislang keine Auswirkungen auf die Zustellung. "Wir haben keine Einschränkungen bei Brief und Paket in der Bundesrepublik", sagt ein Sprecher.

- In Frankreich beklagt sich die Regierung darüber, dass viele Landsleute nicht den Aufrufen folgen, zu Hause zu bleiben. So könne der Virus-Ausbruch nicht eingedämmt werden, warnt der oberste Gesundheitsbeamte des Landes, Jerome Salomon. Die Behörden erwägen eine teilweise Ausgangssperre.

- Großbritannien wird heute neue Maßnahmen zur Eindämmung der Krise bekanntgeben, wie Premierminister Boris Johnsons Berater Dominic Cummings der Nachrichtenagentur Reuters sagt. Nach Worten von Verkehrsminister Grant Shapps wird die Regierung über Hilfen für die schwer angeschlagene Luftfahrtindustrie beraten. Unterstützung haben bereits Virgin Atlantic und Easyjet gefordert.

- er Autobauer Fiat Chrysler Automobiles (FCA) schließt wegen des Ausbruchs des Coronavirus vorübergehend die meisten Werke in Europa. Davon ist auch die Maserati-Produktion betroffen. In Italien sind bis Ende März sechs Produktionsstätten betroffen, in Serbien und Polen jeweils eine, teilte das italienisch-amerikanische Unternehmen am Montag mit.

- Spanien wird nach Worten von Verkehrsminister Jose Luis Abalos die Einschränkungen zur Eindämmung des Virus wohl über die geplante Zeitspanne von 15 Tagen hinaus verlängern. Dies sei "offensichtlich", sagt er dem Radiosender RNE.

- Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, will Coronatests strikt vom normalen Klinikbetrieb trennen. In der "Passauer Neue Presse" vom Montag forderte Reinhardt die Einrichtung von Zeltstationen vor den Krankenhäusern, um mögliche Coronapatienten zu testen. "So lässt sich die Übertragung auf anders Erkrankte besser verhindern", sagte der Ärztepräsident. "Das muss jetzt präventiv geschehen, bevor uns die große Welle erreicht." Demnächst solle das Thema bei einem Krisentreffen mit dem Gesundheitsministerium besprochen werden.

10 Uhr - In Österreich gibt es ein zweites Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In Nacht auf Montag ist eine Steirerin, die mit dem Corona-Virus infiziert war, gestorben, gab die Landessanitätsdirektion Steiermark bekannt. Die Verstorbene, geboren 1944, befand sich in stationärer Behandlung und hatte mehrere Vorerkrankungen. Insgesamt ist die Zahl der Coronavirus-Fälle in Österreich laut Gesundheitsministerium bis Montagvormittag auf 959 gestiegen. Das sind um 99 mehr als am Sonntagnachmittag. Sechs Personen seien wieder genesen. Bislang wurde nur ein Todesfall gemeldet.

- In der Türkei haben sich die bestätigten Coronavirus-Fälle verdreifacht. Man habe 18 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, teilte der Gesundheitsminister Fahrettin Koca in der Nacht zu Montag mit. Bislang hatte die Türkei sechs Erkrankungen gemeldet. Zwei der neuen Fälle stünden in Verbindung mit dem ersten gemeldeten Patienten von vergangenem Mittwoch. Sieben seien von Europareisen zurückgekehrt, drei aus den USA.

Commerzbank schließt Hunderte Filialen

Commerzbank schließt Hunderte Filialen

Foto: Hauke-Christian Dittrich / DPA

9.30 Uhr - Wegen der Coronavirus-Epidemie setzt der Die Commerzbank schließt vorsorglich mehrere Hundert Filialen. Die genaue Zahl lasse sich noch nicht beziffern, sagte ein Commerzbank-Sprecher. Von den rund 1000 Filialen deutschlandweit seien vor allem die kleineren Standorte von den Schließungen betroffen. Die größeren Standorte sollen nach Möglichkeit offen bleiben.

- China wertet das Einschleppen des Virus über Menschen, die in die Volksrepublik einreisen, inzwischen als Hauptproblem, wie ein Sprecher des Außenministeriums sagt. Laut dem Sender China Central Television wurden in Peking sechs neue solcher Fälle von eingeschleppten Infektionen festgestellt.

- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird heute zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen über die Virus-Krise und das Thema Grenzkontrollen sprechen, wie Macrons Büro mitteilt.

- Die zum Google-Mutterkonzern Alphabet gehörende Gesundheitstechnologiefirma Verily startet in zwei kalifornischen Bezirken die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Internetseite zum Coronavirus. Erwachsene seien aufgerufen, Fragen zu ihrer Gesundheit und jüngsten Reisen zu beantworten, teilt Verily mit. Es gehe darum, herauszufinden, wer sich auf das Coronavirus testen lassen müsse.

- Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich optimistisch gezeigt, dass Deutschland den Kampf gegen das Coronavirus bewältigt. "Wir werden das Virus besiegen", sagt er im Interview mit t-online. "Aber in was für einer Gesellschaft wir danach leben werden, und in was für einer Welt, das hängt davon ab, wie wir heute handeln." Steinmeier verteidigt drastische Einschränkungen im alltäglichen Leben.

Fritz Joussen, CEO des Reisekonzerns Tui, will Staatsgarantien beantragen

Fritz Joussen, CEO des Reisekonzerns Tui, will Staatsgarantien beantragen

Foto: picture alliance / Daniel Bockwoldt

9 Uhr - Wegen der Coronavirus-Epidemie setzt der Reiseveranstalter TUI einen Großteil seines Geschäftsbetriebs vorerst aus. Betroffen seien unter anderem Pauschalreisen, Kreuzfahrten und der Hotelbetrieb, teilte der Konzern in der Nacht zum Montag mit. Mit der Einstellung dieser Reiseaktivitäten wolle das Unternehmen einen Beitrag dazu leisten, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Der TUI-Vorstand kündigte darüber hinaus die Beantragung von Staatsgarantien an, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden könne.

- An den Grenzen zu Frankreich und Luxemburg haben die Kontrollen begonnen. An der Grenze zum Saarland sind am Montagmorgen bereits erste Autofahrer aus Frankreich abgewiesen worden. Sie hätten keinen triftigen Reisegrund angeben können, sagte Karsten Eberhardt, Sprecher der Bundespolizei, am Grenzübergang Goldene Bremm in Saarbrücken. Es versuchten aber nicht nur Franzosen einzureisen, sondern auch Menschen anderer Nationalitäten. Seit Montagmorgen wird der Einreiseverkehr nach Deutschland unter anderem an Grenzübergängen zu Frankreich und Luxemburg streng kontrolliert, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Grenzkontrollen: Beamte der Bundespolizei halten ein Auto an, das aus Frankreich nach Deutschland einreist.

Grenzkontrollen: Beamte der Bundespolizei halten ein Auto an, das aus Frankreich nach Deutschland einreist.

Foto: Oliver Dietze/ dpa

- Deutschland hat seine Grenze nach Dänemark am Montagmorgen um 8.00 Uhr weitgehend geschlossen. Die Schließung gelte für Touristen und andere Reisende aus dem Ausland, nicht aber für Pendler oder den Güterverkehr, hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Vortag nach einem Telefonat mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) mitgeteilt. Dänemark hatte die Grenze zu Deutschland bereits am Samstag um 12.00 Uhr geschlossen. Ein Verkehrschaos blieb am Montagmorgen zunächst aus.

- Der britische Billigflieger Easyjet ruft Europas Regierungen angesichts der Coronavirus-Pandemie auf, die Branche mit Finanzhilfen zu unterstützen. "Europas Luftfahrtbranche steht vor einer unsicheren Zukunft", sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren am Montag. Es brauche eine koordinierte Unterstützung durch die europäischen Regierungen, damit die Branche überlebe und nach dem Ende der Krise ihren Betrieb fortsetzen könne. Das Management schließt nicht aus, dass Easyjet wie andere Airlines den Großteil der Flotte wegen der geltenden Reisebeschränkungen und der Buchungseinbrüche in Kürze am Boden lassen muss.

- Nach der US-Zentralbank Fed stemmt sich auch die japanische Notenbank mit weiteren Schritten gegen die wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Coronavirus-Krise. Damit sollen die Finanzmärkte beruhigt werden und weitere Liquidität zur Verfügung gestellt werden. Wie die Bank of Japan am Montagmorgen mitteilte, sollen etwa deutlich mehr Anteile von Indexfonds am Markt gekauft werden. Die Börse in Tokio reagierte in nur einer ersten Reaktion positiv auf die Schritte und drehte kurz ins Plus.

- Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald hat mit Tierversuchen zur Erforschung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 begonnen. Ausgewählt wurden dafür Schweine, Hühner, Frettchen und Nilflughunde, eine Fledermausart, wie FLI-Präsident Thomas Mettenleiter der Deutschen Presse-Agentur sagte. Diese Versuche seien derzeit das dringlichste Forschungsvorhaben auf der Insel Riems. "Es ist wichtig zu wissen, ob wir durch das Virus auch Schwierigkeiten in der Nutztierhaltung bekommen könnten", erklärte der Wissenschaftler. Mit Ergebnissen wird frühestens Ende April gerechnet. "Wasserstandsmeldungen" gebe er nicht, sagte er.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte stellt der Wirtschaft 25 Milliarden Euro zur Verfügung

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte stellt der Wirtschaft 25 Milliarden Euro zur Verfügung

Foto: Tiziana Fabi / AFP

8 Uhr: Die italienische Regierung will ihre Maßnahmen zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise weiter hochfahren. "Was bislang genehmigt wurde, reicht nicht aus", sagt Ministerpräsident Giuseppe Conte im Interview mit der Tageszeitung "Corriere della Sera". "Wir brauchen einen richtigen Plan zum Wiederaufbau." Bislang sind insgesamt 25 Milliarden Euro vorgesehen, um die Wirtschaft zu stützen.

6.00 Uhr - Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern geht nach Beratungen mit dem Finanzministeriums davon aus, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus größer sein könnten, als die Weltwirtschaftskrise 2007. "An diesem Punkt können wir uns der Auswirkungen nicht sicher sein, aber wir können sicher sein, dass sie erheblich sein werden", sagt Ardern. Das für Dienstag angekündigte Paket der Regierung zur Aufrechterhaltung der Geschäftskontinuität werde "bedeutend" sein, kündigt sie an.

- Die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines teilt mit, dass sie im März 1,5 Milliarden Dollar weniger Umsatz erzielen werde als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. United gehe davon aus, dass sich die Situation infolge des Virus bis in die Sommerreisezeit noch verschlimmern werde und kündigt weitere Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen des Ausbruchs an. In einer Mitteilung erklärt United, dass es die Gehälter von Führungskräften im April und Mai um 50 Prozent senke und die Flugkapazität um etwa 50 Prozent reduziere. "Selbst mit diesen Kürzungen erwarten wir, dass die Flugkapazität in den Bereich von 20-30 Prozent fallen wird - und das ist, wenn es nicht schlimmer wird", sagen United-Chef Oscar Munoz und Präsident Scott Kirby in dem Memo.

Skyline von New York: Die Stadt kommt zur Ruhe

Skyline von New York: Die Stadt kommt zur Ruhe

Foto: Yuri Gripas/ REUTERS

- Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio lässt ab Dienstag Geschäfte, Restaurants, Theater und Kinos schließen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Restaurants, Bars oder Cafés könnten weiterhin Lieferservice oder Take-Away anbieten, so der Bürgermeister. Mehr als 50.000 Restaurants in New York sind davon betroffen. Nach Angaben der National Restaurant Association erwirtschaften diese einen Jahresumsatz von mehr als 51 Milliarden Dollar und beschäftigen mehr als 800.000 Mitarbeiter.

- Japans Gesundheitsministerium identifiziert 15 neue Herde an Coronavirus-Infektionen im ganzen Land. Die größte Ansammlung befände sich laut Angaben des Ministeriums in der Gegend von Osaka, mit mehr als 50 betroffenen Personen. Die Ansteckung sei bei einer Musikveranstaltung erfolgt. Die Präfekturen Hokkaido, Aichi und Wakayama und die Stadt Tokio berichten jeweils von mehr als 10 infizierten Personen.

5.00 Uhr: Ab Montag werden die Sicherheitsmaßnahmen im Weißen Haus verschärft. Bei jedem, der die Regierungszentrale in Washington betritt, werde die Temperatur gemessen, erklärt ein Sprecher des Weißen Hauses.

- In China werden für Sonntag 16 neue Infektionen gemeldet. Am Samstag waren es 20 Fälle. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf 80.860. Die Zahl der Todesopfer durch den Ausbruch in China liegt zum Ende des Sonntags bei 3.213, 14 mehr als am Vortag. Auf die zentralen Provinz Hubei entfallen dabei alle neue Todesfälle, darunter 13 allein auf die Provinzhauptstadt Wuhan.

- Mehrere afrikanische Regierungen schließen ihre Grenzen, streichen Flüge und erlassen strenge Einreise- und Quarantäneauflagen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hat den nationalen Notstand ausgerufen und warnt, dass der Ausbruch "potenziell dauerhafte" Auswirkungen auf die am weitesten entwickelte Wirtschaft des Kontinents haben könnte, die sich bereits in einer Rezession befände. "Jedem Ausländer, der in den letzten 20 Tagen Länder mit hohem Risiko besucht hat, wird ein Visum verweigert", sagt er.

- Die Finanzminister der Europäischen Union wollen sich am Montag auf eine koordinierte wirtschaftliche Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie einigen. "Unsere Eurogruppe am Montag wird sich der Reaktion auf Covid-19 widmen", erklärt der Vorsitzende der Finanzminister der Eurozone, Mario Centeno aus Portugal, auf Twitter. "Der größte Teil der ersten politischen Maßnahmen kommt aus den Hautstädten, aber ich werde unsere Gruppe dazu bringen, sich auf eine umfassende und koordinierte wirtschaftspolitische Reaktion der EU auf diese Gesundheitskrise zu einigen", sagte er.

05.00 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet einen Anstieg der laborbestätigten Infektionen auf 4838 in Deutschland. Am Samstag waren es noch 3795. Die Zahl der Todesfälle wurde mit zwölf angegeben.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.