Coronavirus und die Folgen "Bitte helfen Sie uns jetzt in New York"

In den USA steigen die Infiziertenzahlen rasant. New Yorks Gouverneur richtet einen dramatischen Appell an alle Ärzte und Krankenpfleger in den USA. Italiens Regierung will die Ausgangsperre auf Ostern ausdehnen. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen zur Corona-Krise im Newsblog.
Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo (M) richtet am Montag einen eindringlichen Appell an Ärzte und Krankenpfleger in den Vereinigten Staaten, dem Bundesstaat und der Metropole New York zur Hilfe zu eilen

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo (M) richtet am Montag einen eindringlichen Appell an Ärzte und Krankenpfleger in den Vereinigten Staaten, dem Bundesstaat und der Metropole New York zur Hilfe zu eilen

Foto: Foto: John Minchillo/AP/dpa

  • Der US-Einzelhandelsriese Macy's will angesichts der Corona-Krise einen Großteil seiner 130.000 Beschäftigten vor die Tür setzen.
  • Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis warnt vor der Pleite zahlreicher mittelständischer Unternehmen.
  • Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, schlägt Corona-Massentests vor. Alle die immunisiert seien, weil sie die Infektion hinter sich hätten, könnten wieder zur Arbeit gehen, sagt er. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz nennt den Präsidenten daraufhin "gefährlich ahnungslos".
  • Die Wirtschaftsweisen rechnen für Deutschland mit Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von im schlimmsten Fall 5,4 Prozent.
  • Die Zahlungsmoral deutscher Firmen sinkt angesichts der Corona-Krise.

22.45 Uhr - Die Topmanager des Autobauers Fiat Chrysler  kürzen vorübergehend ihre Bezüge. Konzern-Chef Mike Manley schreibt in einem Brief an die Mitarbeiter, er werde sein Gehalt für die kommenden drei Monate halbieren, um Stellenstreichungen im zweiten Quartal zu verhindern. Verwaltungsratschef John Elkann und die übrigen Mitglieder des Gremiums würden bis Jahresende auf ihre Löhne verzichten.

21.45 Uhr - Wo Ausgangsbeschränkungen andere Händler in den Ruin zu treiben drohen, profitiert der Kochboxen-Lieferdienst Hellofresh. Der Umsatz werde im ersten Quartal zwischen 685 und 710 Millionen Euro liegen, teilt das Berliner Unternehmen mit. Im Vorjahreszeitraum waren es rund 420 Millionen Euro. Operativ will Hellofresh mit 55 bis 75 Millionen Euro in die Gewinnzone kommen, nachdem im ersten Quartal 2019 noch ein Betriebsverlust anfiel. Wegen der Unsicherheiten durch die Coronakrise gibt das Unternehmen noch keinen Ausblick auf das Gesamtjahr. Details zum 1. Quartal will es am 5. Mai veröffentlichen.

21.30 Uhr - New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo ruft Ärzte und Krankenpfleger in anderen Regionen der USA auf, seinem Bundesstaat im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie zur Hilfe zu eilen. "Bitte helfen Sie uns jetzt in New York", sagt er bei einer Pressekonferenz am Nothospital im Jacob-K.-Javits-Konferenzzentrum in Manhattan. "Wir brauchen Entlastung." Im Gegenzug würde New Yorker Ärzte und Schwestern in anderen Regionen helfen, wenn diese vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt Unterstützung benötigten. In New York erhöhte sich die Zahl der Infektionen nach Cuomos Worten gegenüber dem Sonntag um etwa 7000 auf 66.497. 1218 New Yorker seien der Krankheit erlegen. Am Vortag hatte die Zahl der Toten noch bei 965 gelegen.

21.15 Uhr - Kalifornien berichtet von einem deutlichen Anstieg der schweren Fälle. Die Zahl der Coronavirus-Patienten auf den Intensivstationen habe sich in den vergangenen vier Tagen verdreifacht, berichtet Gouverneur Gavin Newsom. Genaue Zahlen nennt er nicht. Der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat hat etwa 40 Millionen Einwohner.

21.00 Uhr - Die italienische Regierung will die Ausgangssperre zur Eindämmung der Pandemie mindestens bis Ostern verlängern. "Unsere Bewertung ist, dass alle Beschränkungen mindestens bis Ostern (12. April) ausgedehnt werden sollten", sagt Gesundheitsminister Roberto Speranza. "Die Regierung wird sich in diese Richtung bewegen."

Dritter Coronavirus-Test ist negativ: Angela Merkel begab sich am 22. März in häusliche Quarantäne.

Dritter Coronavirus-Test ist negativ: Angela Merkel begab sich am 22. März in häusliche Quarantäne.

Foto: Clemens Bilan / Pool / Getty Images

20.30 Uhr - Der Büroimmobilien-Vermieter Alstria Office beklagt Mietausfälle wegen des Corona-Sondergesetzes und streicht die Dividende. Bis Montag hätten 90 Mieter mit einem monatlichen Mietvolumen von rund einer Million Euro eine Nichtzahlung ihrer Miete angekündigt. Das entspreche 6,8 Prozent der aktuellen Gesamtmiete. Ein in der vergangenen Woche verabschiedetes Notgesetz regelt, dass Mietern nicht gekündigt werden darf, wenn durch die Corona-Krise Zahlungsrückstände entstehen. Säumige Mieter haben bis Ende Juni 2022 Zeit, um die ausstehenden Mieten zu begleichen.


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- Die kanadische Regierung will jedes Unternehmen unterstützen, das einen Umsatzrückgang von 30 Prozent oder mehr erlitten hat. "Die Zahl Ihrer Beschäftigten wird nicht darüber entscheiden, ob Sie diese Hilfe erhalten oder nicht", sagt Ministerpräsident Justin Trudeau in Ottawa. Einzelheiten des Programms sollen am Dienstag bekanntgegeben werden.

20 Uhr - Finnland verlängert die Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Corona-Epidemie um einen Monat bis zum 13. Mai, teilt die Regierung am Montagabend mit.

- Frankreich hat die Schwelle von 3000 Corona-Toten überschritten. 3024 Menschen seien Covid-19 bisher erlegen, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Am Vortag hatte die Zahl der Toten noch bei 2606 gelegen. Frankreich ist damit das vierte Land weltweit mit mehr als 3000 Toten. Die Zahl der Infektionen stieg auf 44.550 von 40.174 am Vortag. 5107 Menschen würden beatmet, nachdem es am Vortag noch 4632 waren.

19.15 Uhr - Der Gouverneur des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro, Wilson Witzel, hat die Einschränkungen des öffentlichen Lebens am Montag um 15 Tage verlängert. Seit 17. März sind in dem Bundesstaat Schulen und Universitäten geschlossen, der Personenverkehr stark eingeschränkt, öffentliche Veranstaltungen untersagt und Touristenattraktionen gesperrt worden. Auch die meisten nicht unverzichtbaren Geschäfte mussten schließen. Der Bundesstaat Rio de Janeiro fährt damit einen ähnlichen Kurs wie der Bundesstaat São Paulo und legt es auf eine Konfrontation mit dem rechtskonservativen Präsidenten Jair Bolsonaro an. Der hatte die Maßnahmen der Gouverneure zum Schutz der Bevölkerung im Hinblick auf die wirtschaftlichen Folgen als "Verbrechen" bezeichnet. Laut Johns-Hopkins-Universität wurden im größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas bisher 4362 Infektionen mit dem Coronavirus und 141 Covid-19-Tote registriert.

19.00 Uhr - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kann aufatmen: Auch bei ihrem dritten Test auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag mit. Er ergänzte: "Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen." Merkel hatte sich am 22. März in häusliche Quarantäne begeben, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft.

18.30 Uhr - Für Menschen, die eine Corona-Ansteckung überwunden haben, sollte nach Auffassung des Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, die Kontaktsperre gelockert werden. Dafür wäre es gut, möglichst viele Bundesbürger auf Antikörper zu testen. "Alle, die immun sind, weil sie die Infektion schon hinter sich haben, könnten dann wieder zur Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen", sagte Reinhardt der "FAZ"  (Dienstag). Sie seien weder gefährdet noch gefährdete sie andere. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, nannte Ärztekammerpräsident Reinhardt "gefährlich ahnungslos". Wenn jetzt geheilte Menschen in das Normalleben entlassen würden, bedeute dies Chaos für die Ordnungshüter. "Eine Kontrolle der Kontaktverbote wäre unmöglich. Schließlich hat ja auch niemand vor, amtliche Armbinden für 'von Corona Geheilte' auszugeben." Die Bundesregierung hat es am Montag abgelehnt, die Kontaktsperren schnell zu lockern.

8.00 Uhr - Die Zahl der Todesopfer in der Lombardei steigt einem Insider zufolge ungebremst. Sie sei um etwa 458 auf circa 6818 gestiegen, sagte eine mit den Daten vertraute Person. Am Sonntag waren 416 neue Todesfälle in der besonders stark betroffenen Region gemeldet worden. Die offiziellen italienischen Fallzahlen werden im Laufe des Abend erwartet.


US-Einzelhandelsriese setzt fast 130.000 Beschäftigte vor die Tür

Einer von vielen Läden des US-Einzelhandelsriesen Macy's. Der Konzern entlässt den Großteil seiner 130.000 Beschäftigten

Einer von vielen Läden des US-Einzelhandelsriesen Macy's. Der Konzern entlässt den Großteil seiner 130.000 Beschäftigten

Foto: Getty Images

17.45 Uhr - Die Corona-Krise zwingt den angeschlagenen US-Konzern Macy's zu einem spektakulären und harten Schritt. Mit 130.000 Beschäftigten gilt das Unternehmen als einer der größten Einzelhändler in den USA. Nun wird Macy's einen Großteil des Personals vor Tür setzen, berichtet das "Wall Street Journal"  am Montag exklusiv. Der Konzern reagiert damit auf die verordnete Schließung all seiner stationären Geschäfte seit dem 18. März, in deren Folge die Umsätze auf einen Bruchteil geschrumpft seien.

Dem Bericht zufolge teilte der Einzelhandelsriese seinen Beschäftigten mit, dass er "mindestens bis Mai" die Krankenversicherungsbeiträge zahlen werde, was sich auch als unbezahlter Zwangsurlaub interpretieren ließe.

Doch gilt Macy's in der Branche ohnehin als angeschlagen. Der Konzern hatte in der Vergangenheit bereits seine Prognose revidiert, die Dividende ausgesetzt und seine Kreditoptionen von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar voll ausgeschöpft sowie Zahlungen an Lieferanten ausgesessen. All das hat offenbar wenig geholfen. Die Aktien von Macy's hatten bereits im vergangenen Jahr fast 80 Prozent ihres Wertes verloren

Einen Teil der Mitarbeiter will das Unternehmen laut Wall Street Journal noch für den Onlinehandel, den Vertrieb und die Call-Center weiter beschäftigten. Details dazu nannte Macy's aber nicht. (rei)


17.30 Uhr - In Deutschland sind bis Montagnachmittag 61.296 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 14.437 nachgewiesenen Fällen und 133 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mindestens 14.219 Fällen und 125 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 120,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 73,7. Mindestens 512 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Spargelernte in Mecklenburg-Vorpommern

Spargelernte in Mecklenburg-Vorpommern

Foto: Jens Büttner / DPA

17.00 Uhr - Bayern hat sich wegen der Corona-Krise so viel Geld am Anleihenmarkt besorgt wie nie zuvor. Das Volumen der Anleiheemission habe bei drei Milliarden Euro gelegen, teilte die BayernLB als federführende Konsortialbank mit. Das Wertpapier habe eine Laufzeit bis zum März 2023 und sei trotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten deutlich überzeichnet gewesen. Zum Zinssatz und den anderen Konditionen wollte sich die Landesbank nicht äußern. Es sei die größte Kapitalmarkt-Emission des Freistaats.

16.45 Uhr - Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis warnt vor der Pleite zahlreicher mittlerer Unternehmen. Sie könnten auf die Stützungsprogramme von Bund und Ländern nicht zugreifen, sagte Schleweis dem "Handelsblatt". Denn im Rahmen des Kreditprogramms der staatlichen Förderbank KfW bekommen nur Unternehmen ein Darlehen, die es innerhalb von fünf Jahren voraussichtlich wieder zurückzahlen können. "Bei vielen Firmen aus Branchen, die unter der Corona-Krise besonders stark leiden, ist dies aktuell nicht der Fall", sagte Schleweis.

Moschee in Saudi-Arabien

Moschee in Saudi-Arabien

Foto: Ganoo Essa / REUTERS

16.30 Uhr - Der saudi-arabische König Salman will die Behandlung aller mit dem Coronavirus infizierten Bürger des Landes bezahlen. Dies kündigt der Gesundheitsminister des Königreichs an. Alle Menschen, die Symptome an sich feststellten, sollten sich testen lassen. In Saudi-Arabien sind bisher acht Menschen an Covid-19 gestorben. 1453 Menschen sind mit dem Coronavirus infiziert, das Land hat damit die höchste Zahl von Infektionen unter den sechs Golfstaaten.

16.00 Uhr - Die EU-Kommission plädiert für eine Grenzöffnung für Saisonarbeiter in der Landwirtschaft und regelmäßige Grenzgänger. EU-Staaten sollten einfache und schnelle Regelungen finden, um trotz teilweise geschlossener Landesgrenzen einen Übergang dringend gebrauchter Beschäftigter zu ermöglichen. Wichtig seien etwa Erwerbstätige im Gesundheitsbereich, Polizei und Verkehr sowie saisonale Kräfte in der Agrarwirtschaft.

15.00 Uhr - In der Schweiz werden pro Tag eine bis zwei Millionen Schutzmasken benötigt, sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Es gebe genügend Vorräte, um diese Nachfrage zu decken. Die Masken würden von Ärzten und anderem Gesundheits- und Pflegepersonal sowie Leuten, die in Kontakt mit Erkranken kommen, verbraucht. Das BAG hat sich gegen ein breites Tragen von Schutzmasken in der Bevölkerung ausgesprochen, weil dies keinen nachweislich zusätzlichen Schutz biete.

14.45 Uhr - Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen sinkt angesichts der Corona-Krise. Demnach bezahlen die Firmen ihre Rechnungen derzeit im Schnitt 11,6 Tage nach dem Fälligkeitsdatum, nach 10,4 Tagen im Januar, wie die "Welt" unter Berufung auf Daten der Wirtschaftsauskunftei Creditreform berichtet. "Dieser Anstieg ist alarmierend", sagt Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht der Zeitung. "In den vergangenen Jahren ist der Wert in den schlimmsten Fällen um 0,5 Tage gestiegen, einen Anstieg um 1,2 Tage haben wir nie gesehen."

14.30 Uhr - In den Niederlanden wächst die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Vortag um 884 auf 11.750. Innerhalb dieser 24 Stunden sterben 93 Menschen an Covid-19. Damit erhöht sich nach Behördenangaben die Zahl der Toten auf 864.

14.00 Uhr - Die Textil- und Modeindustrie fordert angesichts der Coronavirus-Krise eine staatliche Direkthilfe für mittelständische Unternehmen. "Wenn es hier nicht schnell einen Hilfsfonds mit unbürokratischen Direkthilfen für die betroffenen Unternehmen gibt, verlieren wir in Deutschland eine mittelständische Branche", sagt die Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, Ingeborg Neumann. In vielen Textilunternehmen seien angesichts von Ladenschließungen und Produktionsstopps die Umsätze um bis zu 80 Prozent oder gar komplett weggebrochen. Ende vergangener Woche erst hatte sich das Modeunternehmen Esprit mit mehreren seiner deutschen Gesellschaften in ein Schutzschirmverfahren nach deutschem Insolvenzrecht geflüchtet. Der Verband kritisiert, dass die Beantragung von staatlichen Rettungskrediten zu lange dauere - deshalb brauche es Direkthilfen. "Mit langwierigen Kreditverhandlungen ist unseren Unternehmen nicht geholfen."

In Österreich müssen Menschen beim Einkaufen eine Schutzmaske tragen

In Österreich müssen Menschen beim Einkaufen eine Schutzmaske tragen

Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

13.30 Uhr - Der französische Autohersteller Renault öffnet seine wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Werke in China und Südkorea wieder. Die beiden Fabriken im chinesischen Wuhan und im südkoreanischen Busan hätten die Produktion wieder aufgenommen oder stünden kurz davor, erklärte Renault am Montag in Paris. Alle anderen Werke bleiben wegen der Pandemie dagegen vorerst weiter geschlossen. In Wuhan produziert Renault normalerweise rund 150.000 Fahrzeuge pro Jahr.

- Dubai verschiebt laut Insidern wegen der Corona-Pandemie die Weltausstellung. Die Expo 2020, zu der rund elf Millionen ausländische Besucher erwartet wurden, soll wohl erst 2021 stattfinden, sagen zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine offizielle Ankündigung werde im Laufe des Tages erwartet. Die Expo 2020 sollte eigentlich im Oktober starten und rund sechs Monate dauern.

- Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen fordert den Verzicht auf Patente bei Medikamenten und Impfstoffen. Zur Bekämpfung des Coronavirus müssen, so die Organisation, Pharmafirmen auf Patente für Medikamente, Impfstoffe und Tests verzichten. Regierungen müssen den Zugang zu diesen Instrumenten gegen Covid-19 sicherstellen, indem sie Patente aussetzen oder aufheben oder Preiskontrollen einführen, fordert Ärzte ohne Grenzen. Patentmonopole dürften nicht zu überhöhten Preisen, einem eingeschränkten Zugang und letztlich zum Verlust von Menschenleben führen.

13 Uhr - Die Commerzbank hat nach eigenen Angaben in der Corona-Krise bereits gut 15.000 Finanzierungsanfragen von Firmenkunden erhalten. "Insgesamt hat die Bank schon Corona-bedingte Kredite in Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt", sagt ein Commerzbank-Sprecher. Es gebe einen sehr hohen Beratungsbedarf zu den Förderprogrammen, und das Geldhaus arbeite mit Hochdruck daran, die Anträge zügig zu prüfen. "Klar ist, wir müssen eine individuelle Risikoprüfung vornehmen. Das verlangt die KfW von uns, und diese Verantwortung haben wir weiterhin als Bank."

- Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, sieht sogenanntes Helikoptergeld - also pauschale Auszahlungen an alle Bürger - nach US-Vorbild für Deutschland skeptisch. Wenn man davon ausginge, dass in solchen Fall die Europäische Zentralbank (EZB) Gutscheine an die Bevölkerung verteilen sollte, seien andere Instrumente der EZB zur Liquiditätsversorgung der europäischen Wirtschaft sinnvoller. Zudem sei Helikoptergeld in Deutschland auch vor der Hintergrund der sozialen Marktwirtschaft, von Möglichkeiten wie dem Kurzarbeitergeld und dem Hilfspaket der Bundesregierung nicht so notwendig wie in den USA. "Die USA haben eben diese automatischen Stabilisatoren nicht und müssen auf andere Instrumente zurückgreifen."

- Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Mittwochnachmittag in einer Telefonkonferenz über die Aufrechterhaltung der Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens beraten, wie es aus Kreisen der Koalition heißt. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte am Wochenende bereits angekündigt, dass es vor dem 20. April keine Lockerung geben solle.

- Nach Coronavirus-Fällen auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff vor Australien sind die ersten Passagiere per Flugzeug zurück in die Bundesrepublik geholt worden. "Zwei Maschinen sind bereits in Frankfurt gelandet", sagte ein Sprecherin des Bonner Reiseveranstalters Phoenix am Montag. In jeder hätten 215 Fluggäste Platz gefunden, neben einer Handvoll Crewmitgliedern habe es sich weit überwiegend um Passagiere des Schiffs gehandelt. Die Landung von zwei weiteren Flugzeugen wurde im Laufe des Montags erwartet. Das Kreuzfahrtschiff "Artania" - bekannt aus der ARD-Dokuserie "Verrückt nach Meer" - befindet sich seit Donnerstag im australischen Fremantle südlich von Perth. Die Besatzung hatte die australischen Behörden um Hilfe gebeten, weil mehrere Personen über Atembeschwerden geklagt hätten. Mittlerweile wurden nach Angaben des Reiseveranstalters 36 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet - sie seien in Quarantäne in Australien geblieben. Aus Australien war zunächst die Zahl von 38 Infizierten genannt worden.

12.45 Uhr - Die Zahl der nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus ist in der Schweiz auf 15.475 gestiegen. Am Vortag waren es noch 14.336 Fälle. 295 Menschen seien an Covid-19 gestorben, teilen die Gesundheitsbehörden mit.

- Während einige große Unternehmen Mietzahlungen eingestellt haben, bekräftigt Siemens-Chef Joe Kaeser die Zahlungsbereitschaft seines Konzerns in der Corona-Krise. "Wir werden unsere Lieferanten bezahlen und erwarten von unseren Kunden auch, dass sie uns bezahlen", schrieb er am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Allerdings fügte er auch hinzu, man werde sich im Fall, dass eine der beteiligten Seiten Probleme habe, "zusammensetzen und sehen, was wir tun können". Kaeser rief in seinem Tweet auch zur Solidarität auf: Die aktuelle Situation sei "gewaltig" und "erst der Anfang". "Wir müssen näher zusammenrücken während wir Abstand halten." Der scheidende Siemens-Chef ist für seine oft auch politischen Äußerungen auf Twitter bekannt. Zuletzt hatten Konzerne wie Adidas oder H&M mit der Ankündigung, für Läden in Deutschland, die wegen der Corona-Krise geschlossen sind, Mietzahlungen einzustellen, für Aufsehen und Kritik gesorgt.

Bayern: Ausgangsbeschränkungen werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert

Bayern: Ausgangsbeschränkungen werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert

Foto: Felix Hörhager/dpa

- Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. In Bayern sind inzwischen 14.437 Menschen positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden, teilte Söder mit. Den Angaben zufolge sind bislang 133 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben. Söder betonte, dass die Ausgangsbeschränkungen aber erste Wirkungen zeigten, "die Kurve flacht ab". Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten alle 5 Tage, vor den Maßnahmen habe sich die Zahl alle 2,8 Tage verdoppelt. Söder wolle erst Mitte April mit den anderen Bundesländern über eine mögliche Lockerung der Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Coronakrise sprechen. Das weitere Vorgehen solle bundesweit koordiniert werden, so der Ministerpräsident.

- Im schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien sind binnen 24 Stunden 812 neue Todesopfer gezählt worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mit. Damit waren bereits am dritten Tag in Folge mehr als 800 Tote zu beklagen. Die Zahl erfasster Nachweise lag Montag bei mehr als 85 000 - gut 6000 mehr als am Vortag.

12.30 Uhr - Die Bundesregierung rechnet durch die Corona-Krise mit Umsatzeinbußen der Kultur- und Kreativwirtschaft in Höhe von bis zu fast 28 Milliarden Euro. Der anhaltende Coronavirus-Stillstand in diesem Bereich lasse dieses gravierende Szenario wahrscheinlicher werden, heißt es in einer am Montag verbreiteten Berechnung des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Die als mildes Szenario bezeichneten Folgen lägen bei Einbußen von 9,5 Milliarden Euro, ein mittleres Szenario geht von 14,7 Milliarden Euro aus.

12.15 Uhr - Airbus unterbricht erneut den Großteil der Produktion in Spanien wegen Verschärfungen der Maßnahmen im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Einige Schlüsselaktivitäten in den Bereichen Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber sowie Verteidigung und Raumfahrt seien nach wie vor unerlässlich, teilte der Luft- und Rüstungskonzern am Montag in Toulouse mit. Dazu zählten etwa Mindestaktivitäten etwa bei Sicherheit, IT und Technik. "Alle anderen Aktivitäten in den Bereichen Verkehrsflugzeuge, Verteidigung und Raumfahrt sowie Hubschrauber in Spanien werden bis zum 9. April, dem Datum, an dem die Beschränkungen voraussichtlich aufgehoben werden, ausgesetzt", so Airbus.

- In Spanien ist der Arzt und Epidemiologe Fernando Simón positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES) im Madrider Gesundheitsministerium gehört inzwischen wohl zu den bekanntesten Spaniern. Er tritt seit Ausbruch der Krise jeden Tag im Regierungssitz Palacio de la Moncloa am frühen Nachmittag vor die Kameras, um die neuesten Zahlen mitzuteilen und eine Einschätzung abzugeben. Der 57-Jährige warte nun auf das Ergebnis des zweiten Tests, der die Infektion zweifelsfrei bestätigen soll, berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien am Montag unter Berufung auf die Regierung in Madrid. Am Montag werde er nun wegen des positiven ersten Tests abgelöst, hieß es.

12.00 Uhr - Nach dem positiven Coronavirus-Test bei Boris Johnson ist nun auch ein führender Berater des britischen Premierministers wegen Covid-19-Symptomen in Quarantäne. Dominic Cummings habe am Wochenende Symptome bekommen und sich zu Hause selbst isoliert, teilt ein Regierungssprecher mit. Johnson war am Freitag positiv auf das Virus getestet worden, ebenso Gesundheitsminister Matt Hancock. Zudem ist der medizinische Chefberater der Regierung, Chris Whitty, in Quarantäne.

- Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hält eine schrittweise Aufhebung der flächendeckenden Schließung von Schulen und Universitäten frühestens im Mai für möglich. "Wenn sich die Zahlen weiter so entwickeln wie jetzt, sollten wir im Mai damit rechnen können, dass Schulen wieder aufmachen in Regionen, die nicht extrem belastet sind", sagt der Präsident der Bundesärztekammer "Bild". Man müsse aber auch bereit sein, regional Schulen wieder zu schließen, wenn sich die Lage ändere.

- Der Wirtschaftsweise Volker Wieland fordert von der Politik, in der Viruskrise ein Ausstiegsszenario zu entwickeln und bald zu kommunizieren. "Man kann anhand gewisser Kriterien klarstellen: Wie kann es weiter gehen?", sagt der Ökonom in einer Videoschalte mit Journalisten. Dies könne die wirtschaftliche Situation stabilisieren und Vertrauen schaffen.

-In Indien sollen Zehntausende Wanderarbeiter isoliert werden, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Die Menschen haben sich zu Fuß auf den Weg aus Städten in ihre oft Hunderte Kilometer entfernten Heimatdörfer gemacht, nachdem sie wegen einer dreiwöchigen Ausgangssperre ihr Einkommen verloren. Sie waren auch plötzlich gestrandet, weil keine Züge und Busse mehr in Richtung ihrer Dörfer fahren. Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land.

- Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie müssen die Menschen in Österreich künftig eine Schutzmaske beim Einkaufen tragen. Ab Mittwoch werden alle Supermarktketten am Eingang Schutzmasken verteilen, die dann verpflichtend getragen werden müssen, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Mittelfristig soll dieser Mund- und Nasenschutz überall dort getragen werden, wo man an Menschen vorbeigeht.

11.30 Uhr - Eine Website, auf der Neuseeländer Verstöße gegen die Ausgangssperre wegen des Coronavirus melden können, ist wegen des großen Ansturms nach kurzer Zeit zusammengebrochen. Die am Sonntagnachmittag bereitgestellte Website sei von meldewilligen Neuseeländern geradezu überrannt worden, sagte Polizeisprecher Mike Bush am Montag. Innerhalb kürzester Zeit habe es bereits rund 4200 Meldungen gegeben.

- Der britische Gesundheitsdienst NHS hat bei Airlines nach Hilfe durch deren Beschäftigen gefragt. Die Mitarbeiter der Fluggesellschaften könnten Ärzte und Pflegepersonal in verschiedenen Bereichen unterstützen wie das Wechseln der Betten, die Pflege der Patienten. Laut "Washington Post" hätten Easyjet und Virgin Atlantic die Anfrage an tausende Mitarbeiter weitergeleitet.

Wirtschaftsweise rechnen mit Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von im schlimmsten Fall 5,4 Prozent

Wirtschaftsweise rechnen mit Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von im schlimmsten Fall 5,4 Prozent

Foto: Sebastian Kahnert / DPA

11.10 Uhr - Die deutsche Volkswirtschaft wird wegen der Corona-Pandemie deutlich schrumpfen. Die sogenannten Wirtschaftsweisen rechnen in einem am Montag veröffentlichen Sondergutachten mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von im schlimmsten Fall 5,4 Prozent im Gesamtjahr. Bei einer kürzeren Dauer der Einschränkungen wegen der Krise und einer schnellen Erholung der Wirtschaft könnte das BIP demnach auch nur um 2,8 Prozent zurückgehen. (Lesen Sie hier weitere Details)

- Ein Konsortium aus mehreren Formel-1-Teams sowie Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Luftfahrt soll Großbritannien mit mehr als 10.000 Beatmungsgeräten beliefern. Die Produktion soll noch diese Woche anlaufen. Das Konsortium, zu dem Airbus, BAE Systems, Ford, Rolls-Royce, Meggitt und sieben Teams aus der Formel 1 gehören, soll gemeinsam die Produktion des Beatmungsgeräteherstellers Smith hochfahren. Dafür wurden auch Mitarbeiter von anderen Projekten abgezogen. Konsortiums-Leiter Dick Elsy sagte am Montag, er sei zuversichtlich, mit vereinten Kräften Leben retten zu können. Wann die neuen Geräte zur Verfügung stehen, blieb zunächst offen.

Airbus, BAE Systems, Ford, Rolls-Royce und Formel 1-Teams produzieren jetzt Beatmungsgeräte für Großbritannien

Airbus, BAE Systems, Ford, Rolls-Royce und Formel 1-Teams produzieren jetzt Beatmungsgeräte für Großbritannien

Foto: REUTERS

11 Uhr - Der Nutzfahrzeugzulieferer SAF Holland fährt die Produktion wegen der Coronavirus-Pandemie teilweise herunter. Die Kapazitäten der weltweiten Werke sollen standortspezifisch angepasst werden, wie das SDax -Unternehmen am Montag in Luxemburg mitteilte. In Deutschland seien die Standorte am Hauptsitz in Bessenbach bei Aschaffenburg und in Singen betroffen. Auch die Produktions- oder Montagestandorte in der Türkei, Italien, Brasilien, Indien und Südafrika sowie einige Vertriebsgesellschaften gehörten dazu. Die Maßnahmen reichten von der Einführung teilweiser Kurzarbeit in Deutschland bis hin zu vorübergehenden Standortschließungen, hieß es. Das erste Quartal sei in der Produktion überwiegend planmäßig verlaufen.

- Ein Stellenabbau wird für die deutschen Maschinenbauer in der Corona-Krise zunehmend ein Thema. "Personalabbau - auch von Teilen der Stammbelegschaft - ist für 12 Prozent der Unternehmen bereits Thema", sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA am Montag mit Blick auf eine Umfrage des Verbandes. Daran hatten sich 965 Mitgliedsfirmen beteiligt. Die exportorientierte Branche, die schon im vergangenen Jahr die weltweite Konjunkturabkühlung zu spüren bekommen hatte, beschäftigt mehr als eine Million Mitarbeiter.

Video: Donald Trump verlängert Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung

Reuters

- Der Gewinn des Apple-Zulieferers Foxconn ist im Schlussquartal des vergangenen Jahres um fast 24 Prozent auf umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro gefallen. Der weltgrößte Auftragsfertiger begründete den Einbruch nicht. Der größte Kunde Apple hatte seinen Ausblick für das erste Quartal mit Blick auf Lieferprobleme in China und Ausgangssperren zurückgenommen. Foxconn zählt mehr als eine Million Mitarbeiter, ein Großteil davon arbeitet in China. Das Unternehmen musste in Folge des Covid-19-Ausbruchs seine Fabriken in der Volksrepublik zeitweise stilllegen. Im Februar brach der Foxconn-Umsatz so stark ein wie in rund sieben Jahren nicht.

10.30 Uhr - In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen nach offiziellen Angaben den vierten Tag in Folge gesunken. Am Sonntag habe es 31 neue Fälle gegeben, nach 45 am Samstag, teilte die Nationale Gesundheitskommission am Montag mit. Nahezu alle Neuerkrankungen seien bei Einreisenden festgestellt worden, nur in einem Fall habe es eine Virus-Übertragung vor Ort gegeben. Damit gebe es in Festland-China nun 81.470 bestätigte Covid-19-Infizierte. Die Zahl der Toten sei bis Sonntagabend um vier auf 3304 gestiegen.

- Das Leben in Großbritannien dürfte sich nach Expertenangaben frühestens in etwa einem halben Jahr normalisieren. Ein zu schnelles Aufheben der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie könnte eine zweite Infektionswelle auslösen, warnte Jenny Harries, die die Regierung in Medizinfragen berät, am Sonntagabend in London. "Das bedeutet aber nicht, dass wir sechs Monate lang eine komplette Ausgangssperre haben werden." Die Maßnahmen müssten regelmäßig überprüft und angepasst werden. In Großbritannien sind bereits mehr als 1200 Menschen an den Folgen der Covid-19-Lungenkrankheit gestorben, darunter mindestens zwei Ärzte. Die Regierung steht unter starkem Druck, weil sie nach Ansicht vieler Kritiker zu spät und zu lasch auf den Ausbruch reagiert habe.

Die Regierung von NRW unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) arbeitet an einem Notstandsgesetz, das dem Land mit weitreichenden Kompetenzen einräumt

Die Regierung von NRW unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) arbeitet an einem Notstandsgesetz, das dem Land mit weitreichenden Kompetenzen einräumt

Foto: Bernd Thissen/ DPA

- Die Landesregierung von NRW arbeitet dem WDR zufolge an einem Gesetzentwurf, mit dem die Regierung auf die aktuelle Corona-Epidemie und künftige Krankheitswellen gewappnet sein will. Der Entwurf, den das Kabinett am Samstag beschlossen habe räume der Regierung weitreichende Eingriffsmöglichkeiten im Krisenfall ein - eine Art Notstands-Gesetz. Demnach könnte das Gesundheitsministerium Krankenhäuser dazu zwingen, Behandlungskapazitäten zu schaffen, zudem soll dann medizinisches Material bei Firmen sichergestellt werden können und Ärzte, Pfleger und Rettungskräfte sollen verpflichtet werden können, gegen die Epidemie zu kämpfen. Auch für Schulen gebe es eine Regelung. Laut Bericht könnten in diesem Jahr die Abschlussprüfungen an allen Haupt- und Realschulen ausfallen, auch könnte in diesem Schuljahr niemand Sitzenbleiben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Gesetz verabschiedet würde.

10.10 Uhr - Der Versicherer der Volks- und Raiffeisenbanken erwartet in diesem Jahr Bremsspuren durch die Coronavirus-Pandemie. Die zu erwartende steigende Zahl der Insolvenzen werde sich auch bei der R+V niederschlagen, der Wunsch von Kunden nach Beitragsfreistellungen werde den Umsatz schmälern, teilte die R+V mit. Daher sei damit zu rechnen, dass sich das Neugeschäft im Privat- und Firmenkundenbereich 2020 verlangsamen werde. Im Januar und Februar war das Neugeschäft in der Erstversicherung noch um elf Prozent gestiegen.

- Der kriselnde Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni rechnet für das laufende Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem deutlich schlechteren Abschneiden als zuvor geplant. Bereits im vergangenen Jahr war der Konzern wegen der Marktschwäche und weiteren Problemen tief in die roten Zahlen gerutscht, der Verlust unterm Strich bezifferte sich auf 435 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Nürnberg mitteilte. Im Jahr zuvor hatte Leoni noch einen Gewinn von 73 Millionen Euro eingefahren.

10 Uhr - EZB-Vize Luis de Guindos hält gemeinsame Anleihen der EU-Länder nicht für die schärfste Waffe im Kampf gegen die wirtschaftlichen Pandemie-Folgen. "Es ist weder das einzige Verteidigungswerkzeug noch sicherlich das wirkmächtigste", sagte der Stellvertreter von EZB-Chefin Christine Lagarde am Montag dem spanischen Radiosender Cadena Cope. Unter den EU-Ländern sind sogenannte gemeinsame "Corona-Bonds" hochumstritten. Während eine Reihe von EU-Staaten, darunter Frankreich und Italien, sie fordern, sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel stattdessen den Euro-Hilfsmechanismus ESM als das geeignete Werkzeug.

- Französische Unternehmen, die in der Corona-Krise Staatshilfe erhalten, dürfen keine Aktien zurückkaufen. "Aktienrückkäufe werden nicht mit der Inanspruchnahme staatlicher Unterstützung vereinbar sein", sagt Finanzminister Bruno Le Maire dem Sender BFM TV. Bereits am Freitag hatte die Regierung erklärt, dass finanziell unterstützte Unternehmen keine Dividende an die Aktionäre zahlen dürfen.

- Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rechnet mit der Eröffnung der neu errichteten Corona-Klinik in Berlin für bis zu tausend Patienten im April oder Mai. Die Vorbereitungen liefen "ganz gut", sagte Kalayci am Sonntagabend im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Sie denke, "dass wir April, Mai dann auch starten können". Kalayci wies darauf hin, dass die Lage in der Hauptstadt derzeit "noch bewältigbar" sei. Das Behandlungszentrum für Corona-Patienten soll in einer Messehalle entstehen und im Fall eines Engpasses genutzt werden. Für den Betrieb werden nach Angaben von Projektkoordinator Albrecht Broemme bis zu 800 Mitarbeiter benötigt. In Berlin gab es mit Stand vom Montagmorgen 2462 bestätigte Infizierte und elf Tote.

- Die Europapokal-Wettbewerbe der kommenden Saison könnten zugunsten der aktuellen Spielzeit verkürzt werden. Über entsprechende Planspiele der Europäischen Fußball-Union (UEFA) berichtete am Montag die britsche Tageszeitung "The Times". Um die "verheerenden Auswirkungen" der Coronavirus-Krise zu minimieren, könnten die Champions League und die Europa League in diesem Jahr demnach erst im August enden.

9.30 Uhr - Japan verschuldet sich im Kampf gegen die Auswirkungen der Virus-Krise nach Angaben von Insidern mit weiteren umgerechnet rund 134 Milliarden Euro. Das Land werde ab Juli zusätzliche Staatsanleihen im Volumen von 16 Billionen Yen begeben, heißt es aus Regierungskreisen. Das Vorhaben habe in etwa den Umfang des Pakets, das die Regierung 2009 im Kampf gegen die globale Finanzkrise geschnürt habe. Regierungschef Shinzo Abe hat massive Hilfen zur Stützung der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft in der Virus-Krise angekündigt, das Volumen ist aber bislang offen.

- In Großbritannien gibt es einem führenden Epidemiologen zufolge Hoffnung auf eine Verlangsamung der Coronavirus-Epidemie. "Wir nehmen an, dass sich die Epidemie in Großbritannien im Moment gerade verlangsamt", sagte Experte Neil Ferguson vom Imperial College London, der die Regierung berät, im BBC-Hörfunk. Es gebe erste Anzeichen dafür. Ein Drittel oder sogar 40 Prozent der Menschen bekämen zudem keine Symptome. Neu entwickelte Antikörpertests könnten bereits in wenigen Tagen einsatzbereit sein.

9.15 Uhr - Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht angesichts der Coronavirus-Krise Jobs in der Branche bedroht. "Wir machen uns Sorgen um die Arbeitsplätze und die Zukunft", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Montag im ARD-Morgenmagazin. Momentan sehe sie allerdings Unternehmen, die sehr verantwortungsvoll mit ihren Mitarbeitern umgingen. Firmen schöpften die Instrumente voll aus, um die Menschen auch an Bord zu halten. Einen Ausblick auf die Zukunft der Branche wollte Müller nicht geben: "Wir möchten uns im Moment noch nicht beteiligen an Spekulationen, wie hoch eine Rezession ausfallen wird." Zwar sei es richtig, im Hintergrund verschiedene Szenarien zu entwickeln. Es helfe aber nicht, wirre Spekulationen zu verbreiten./

- Der Autobauer Renault hat seine Werke weltweit geschlossen - außer in China und Südkorea. "Der Konzern plant, die Produktionsaktivitäten in den betroffenen Ländern wieder aufzunehmen, sobald die Bedingungen dies zulassen, und wird geeignete Maßnahmen ergreifen, um effektiv auf die kommerzielle Nachfrage zu reagieren", fügte Renault am Montag hinzu.

- Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) verschiebt wegen der Corona-Pandemie die Hauptversammlung. Diese war ursprünglich für den 19. Mai vorgesehen und soll nun später im Jahr stattfinden, teilte der Dax -Konzern am Montag mit. Der Beschluss über die Verwendung des Bilanzgewinns und die Auszahlung der Dividende werde sich dadurch ebenfalls verschieben. Sobald die Voraussetzungen für eine verlässliche Planung wieder gegeben sind, will Fresenius Medical Care einen neuen Termin bekanntgeben.

9.00 Uhr - Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann fordert einem Bericht der "Bild" (online) zufolge, die Lufthansa wegen der Corona-Krise zeitweise zu verstaatlichen. "Ich bin dafür, dass wir die Lufthansa über eine gewisse Zeit verstaatlichen, bis die Krise überstanden ist", sagte der SPD-Politiker der Zeitung. "Die Lufthansa ist existenziell für den Wirtschaftsstandort Frankfurt", so Feldmann. "Und Frankfurt ist das Drehkreuz der Wirtschaft für Deutschland. Deshalb wäre ich dafür, dass wir Lufthansa verstaatlichen."

- Die Furcht vor einer sinkenden Nachfrage durch die Coronavirus-Krise schickt den Ölpreis erneut auf Talfahrt. Der Sorte Brent aus der Nordsee rutschte am Montag um bis zu 7,6 Prozent ab und war mit 23,03 Dollar je Barrel (159 Liter) so billig wie zuletzt vor mehr als 17 Jahren.

- Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert, dass Deutschland die dringend benötigte Schutzkleidung selbst in großem Umfang produziert. Dafür müssten Gesundheitsminister Jens Spahn und Wirtschaftsminister Peter Altmaier den gesetzlichen Rahmen schaffen, sagte die erste Vorsitzende Susanne Johna dem SWR. Jetzt brauche es die Unterstützung der Industrie und unkonventionelle Lösungen, um möglichst schnell in Deutschland große Mengen produzieren zu können. Die Voraussetzungen gebe es: "Wir sind nicht nur das Land der Dichter und Denker, sondern auch der Ingenieure und Maschinenbauer." Wenn man den ganzen Fokus darauf setze, sei das relativ schnell möglich.

- Der größte deutsche Wohnungsvermieter Vonovia verschiebt seine Hauptversammlung auf Ende Juni und will im Gegensatz zu vielen Banken eine Dividende ausschütten. Um eine Präsenz-Hauptversammlung durchführen zu können, werde das Aktionärstreffen auf den 30. Juni 2020 gelegt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Eigentlich hätte die Veranstaltung am 13. Mai stattfinden sollen.

- Der Ausrüster der Chipindustrie ASML rechnet wegen der Corona-Pandemie mit weniger Umsatz für das erste Quartal als geplant. Zudem will das Unternehmen den Rückkauf eigener Aktien im zweiten Quartal nicht weiter fortsetzen, wie ASML am Montag in Veldhoven mitteilte. (Lesen Sie hier, einen Hintergrundbericht über ASML )

-Die chinesische Notenbank greift der Wirtschaft des Landes im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise mit niedrigeren kurzfristigen Zinsen für die Banken unter die Arme. Der Zinssatz für Notenbankgeld, das den Geschäftsbanken den Landes im Rahmen sogenannter Repo-Geschäfte für einen Zeitraum von sieben Tagen zur Verfügung gestellt wird, werde von zuvor 2,4 Prozent auf 2,2 Prozent gesenkt, teilte Chinas Zentralbank am Montagmorgen mit.

Die Airline Easyjet lässt alle ihre Maschinen am Boden

Die Airline Easyjet lässt alle ihre Maschinen am Boden

Foto: Arne Immanuel Bänsch / DPA

8.30 - Der britische Billigflieger Easyjet hat wegen der Reisebeschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus den Flugbetrieb eingestellt, die gesamte Flotte ist am Boden. Um die Auswirkungen auf die Bilanz möglichst gering zu halten, würden Kosten reduziert. Zudem wurde mit der Gewerkschaft eine Urlaubsregelung für das Kabinenpersonal getroffen, die ab 1. April für einen Zeitraum von zwei Monaten gilt. In der Zeit erhält die Besatzung 80 Prozent ihres Durchschnittslohns.

- Nach einem Gewinneinbruch im vergangene Jahr erwartet der chinesische Autobauer Geely, der auch bei Daimler beteiligt ist, für das Jahr 2020 als Folge der Coronakrise einen erheblichen Druck auf das Ergebnis. Als Grund nannte die Volvo-Mutter Probleme bei der Lieferkette und Absatzeinbußen. 2020 sei möglicherweise "eines der schwierigsten Jahre" in der Geschichte, da der Druck aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf Produktion und Verkauf in naher Zukunft wohl anhalten wird.

Jeder vierte Industriebetrieb vor Kurzarbeit wegen Virus

Jeder vierte Industriebetrieb vor Kurzarbeit wegen Virus

Foto: Sebastian Kahnert / DPA

8.00 Uhr - Die Kurzarbeit in der deutschen Industrie wird einer Prognose des Ifo-Instituts zufolge bald drastisch steigen. 25,6 Prozent aller Firmen erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit, wie die Münchner Forscher unter Berufung auf ihre Unternehmensumfrage mitteilen. Das ist der höchste Stand seit 2010. Vor drei Monaten lag der Anteil noch bei 15,3 Prozent. Überdurchschnittlich betroffen sind demnach die Schlüsselbranchen Automobile (41 Prozent), Maschinenbau (33 Prozent) und Elektro (32 Prozent). "Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist in all diesen Zahlen vermutlich noch nicht berücksichtigt, denn die meisten Antworten liefen ein bis Mitte März", erläutert Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

- Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist mehr als jeder zehnte Mittelständler durch die Corona-Krise von einer Pleite bedroht. "Besorgniserregend ist dabei nicht nur die absolute Zahl der befürchteten Pleiten, sondern die rasante Zunahme der konkreten Insolvenzsorgen innerhalb von nicht einmal drei Wochen", sagte Eric Schweitzer, Präsident des DIHK.

- Die Handelsminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) werden einem Medienbericht zufolge noch im Tagesverlauf in einer Videokonferenz über die Zusammenarbeit bei den Lieferketten beraten. Konkret werde es in den Krisenberatungen um die Aufrechterhaltung und Stärkung der Lieferketten gehen, berichtet die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei".

- Australien hat ein umgerechnet rund 72 Milliarden Euro schweres Paket zur Rettung von Arbeitsplätzen in der Corona-Krise geschnürt. Es umfasst auch eine Prämie für Arbeitgeber zur Stellen-Sicherung, wie Ministerpräsident Scott Morrison erläutert. Diese "Job Keeper"-Zahlung von gut 830 Euro (1500 Australische Dollar) soll alle zwei Wochen für jeden Arbeitnehmer an die Arbeitgeber fließen. "Wir werden die Arbeitgeber dafür bezahlen, dass sie ihre Mitarbeiter bezahlen", sagt Morrison.

7.30 Uhr - Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt plädiert für eine breite Debatte darüber, wie sich die Beschränkungen des öffentlichen Lebens wieder zurückfahren lassen. "Wir müssen jetzt darüber reden, wie es gehen kann", sagt sie im Deutschlandfunk. Ein Zeitpunkt könne derzeit aber nicht genannt werden. Zunächst müssten die Voraussetzungen für Lockerungen geschaffen werden. Göring-Eckardt nannte in dem Zusammenhang die Aufstockung der Kapazitäten in Krankenhäusern und in den Gesundheitsämtern sowie eine bessere Versorgung der Bevölkerung etwa mit Atemschutzmasken.

- FDP-Chef Christian Lindner fordert Nachbesserungen bei den staatlichen Hilfen für Unternehmen zur Bewältigung der Corona-Krise. Er befürchte, dass die jetzt gewährten Hilfen nicht zielgerichtet genug seien, nicht schnell genug gewährt würden und noch zu bürokratisch seien, sagt Lindner in der ARD. Daher sollte es Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ermöglichen, dass Unternehmen aller Größen bei einem Umsatzeinbruch einen Antrag stellen können, dass gezahlte Steuern zurückerstattet werden. Später könne man dann genau abrechnen. Das wäre noch treffsicherer als ein Zuschuss, aber vor allen Dingen wäre es schneller. "Ich glaube, dass wir jetzt in der Fläche Arbeitsplätze und wirtschaftliche Aktivität erhalten müssen."

7.00 Uhr - Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts um 4751 auf 57.298 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle infolge der Covid-19-Erkrankung nahm demnach um 66 auf 455 zu. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 62.435 Infizierte und 541 Tote.

- Die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) warnt laut "Handelsblatt" angesichts der Knappheit von Toilettenpapier in Teilen Deutschlands vor Risiken für das Abwassernetz. Demnach greifen Verbraucher auf Feuchttücher, Haushaltsrollen oder Papiertaschentücher zurück, doch diese drohen Abwasserleitungen zu verstopfen.

- In Südkorea sollen die meisten Familien zur Krisenbewältigung eine Hilfszahlung in bar über umgerechnet bis zu 740 Euro erhalten. Das kündigt Präsident Moon Jae In an. Ausgenommen ist das einkommensstärkste Drittel der Haushalte. Moon will einen weiteren Sonderhaushalt vorbereiten, dem das Parlament im April zustimmen soll. Ferner soll es zusätzliche Hilfen für kleine und mittelgroße Unternehmen geben. So sollen diese bei Versicherungs- und Stromkosten entlastet werden.

06.30 Uhr - In Singapur hat die Zentralbank (MAS) ihre Geldpolitik angesichts der erwarteten Rezession erwartungsgemäß deutlich gelockert. Volkswirte sprechen von dem aggressivsten Schritt seit der Finanzkrise 2009. Die MAS steuert ihre Geldpolitik vor allem über die Festlegung von Wechselkursen für den heimischen Singapur-Dollar.

5 Uhr - Russland will mit einer arbeitsfreien Woche die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Das ist eine von mehreren Maßnahmen, die an diesem Montag in Kraft tritt. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin sollen große Teile der russischen Geschäftswelt ruhen. Die Löhne sollen aber weiter gezahlt werden. Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser bleiben geöffnet. Die Bevölkerung sollte jetzt "Disziplin und Verantwortung" zeigen und zu Hause zu bleiben, hatte Putin an seine Landsleute appelliert.

04.30 Uhr - Chinas Zentralbank senkt unerwartet den Zinssatz für umgekehrte Pensionsgeschäfte. Die Peoples Bank of China (PBOC) erklärt auf ihrer Website, dass sie den 7-Tage-Reverse-Repo-Satz von 2,40 Prozent auf 2,20 Prozent senke. Die PBOC pumpt 50 Milliarden Yuan (7 Milliarden Dollar) über siebentägige Reverse-Repos in die Geldmärkte und bricht damit mit ihrer üblichen Pause von 29 Handelstagen ohne neue Kapitalspritzen über das Liquiditätsinstrument.

4.00 Uhr - Dem chinesischen Staatsfernsehen zufolge will der chinesische Präsident Xi Jinping die Förderpolitik für kleine und mittlere Unternehmen umgehend anpassen, um sie vor den Auswirkungen des Coronavirus zu schützen. Während eines Sonntagsbesuchs in einer Fabrik in Ningbo sagte Xi, dass chinesische Firmen aktiv den Betrieb und die Produktion wieder aufnehmen sollten, auch wenn die Bemühungen zur Bekämpfung des Coronavirus weitergehen, so der Bericht.

- Argentiniens Präsident Alberto Fernandez verlängert die landesweite Ausgangssperre bis Mitte April. Diese war zunächst bis Ende März angedacht. Sie werde nun bis zum Ende der Osterwoche in Kraft sein, sagt er.

02.45 Uhr - China berichtet 31 neue Coronavirus-Fälle. Darunter befindet sich laut Angaben der Nationalen Gesundheitskommission nur eine lokal übertragene Infektion. Tags zuvor lag die Zahl der Neuerkrankungen bei 45. Die Kommission meldet vier neue Todesfälle, wodurch die Gesamtzahl der Todesopfer durch den Ausbruch des Coronavirus auf dem Festland auf 3.304 steigt. Die Gesamtzahl der Infektionen beziffert sich nach Behördenangaben auf 81.470.

Bayer: Eine Million Einheiten Chloroquin als Spende in die USA

Bayer: Eine Million Einheiten Chloroquin als Spende in die USA

Foto: AP

02.30 Uhr - Das US- Gesundheitsministerium (HHS) akzeptiert Medikamentenspenden der Pharmaunternehmen Novartis und Bayer AG. Novartis habe 30 Millionen Einheiten des Mittels Hydroxychloroquin, Bayer eine Millionen Einheiten seines Arzneistoffes Chloroquin zur Verfügung gestellt, so die Behörde. Beide Präparate kommen bei der Therapie und Prophylaxe der Malaria zum Einsatz.

01.30 Uhr - Japan weitet sein Einreiseverbot auf Bürger aus den USA, China, Südkorea und dem größten Teil Europas aus, berichtet die Zeitung "Asahi". Die Regierung überlege, auch die Einreise aus einige Länder Südostasiens und Afrikas verbieten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf mehrere Regierungsquellen.

00.30 Uhr - US-Präsident Donald Trump sagt, er werde die Richtlinien zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus bis zum 30. April verlängern. Ursprünglich hatte er die Maßnahmen bis zum Osterwochenende vorgesehen. Trump fügt hinzu, dass die Todesfälle durch das Coronavirus um Ostern herum ihren Höhepunkt erreichen könnten.

- Die Regierung in Australien wird alle ausländischen Neu-Investitionen während der Dauer der Coronavirus-Krise von seinem Foreign Investment Review Board (FIRB) bewerten lassen, um einen Ausverkauf der infolge des Virusausbruchs wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen zu verhindern. "Dies ist kein Investitionsstopp. Australien ist offen für Unternehmen und erkennt an, dass Investitionen zu diesem Zeitpunkt von Vorteil sein können, wenn sie im nationalen Interesse liegen", sagt Schatzmeister Josh Frydenberg. "Diese Maßnahmen sind notwendig, um das nationale Interesse zu wahren, da der Ausbruch des Coronavirus die australische Wirtschaft und die australischen Unternehmen stark unter Druck setzt."

00.30 Uhr - US-Präsident Donald Trump wirft den Krankenhäusern vor, Beatmungsgeräte zu horten. Wir haben einige Mitarbeiter im Gesundheitswesen, einige Krankenhäuser, die Geräte, einschließlich Beatmungsgeräte, bunkern", sagt Trump im Weißen Haus. "Sie müssen diese Beatmungsgeräte freigeben - vor allem Krankenhäuser, die sie nie benutzen werden." Trump, dessen Kritiker ihm vorwerfen, er versuche, die Schuld über seinen Umgang mit der Krise abzuwälzen, nennt keine Beweise, um seinen Vorwurf zu untermauern. Unklar bleibt auch, auf welche medizinischen Einrichtungen er sich bezieht.

00.00 Uhr - Forscher des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) raten einem Medienbericht zufolge vom Einsatz des Euro-Rettungsschirms ESM in der derzeitigen Corona-Krise ab. In einer Analyse hätten die Ökonomen untersucht, wie die Mitgliedstaaten der EU einander in der Corona-Krise finanziell gegenseitig stützen könnten, berichtet "Welt" vorab. Sie seien darin zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einsatz vorsorglicher Kreditlinien des Euro-Rettungsschirms ESM (ECCL) unter den gegenwärtigen Bedingungen gefährlich sei. Sie warnten davor, dass solche Kredite die Situation der betroffenen Staaten sogar noch verschlimmern könnte.

mit dpa/rtr/ap/afp
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