Coronavirus breitet sich in Europa aus Gesundheitsminister sieht Deutschland "am Beginn einer Epidemie"

Die Ausbreitung des Coronavirus hat weltweit Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus. Hier erfahren Sie, was am heutigen Tag passiert ist.
US-Passagiere der "Diamond Princess" auf dem Weg zurück in die USA

US-Passagiere der "Diamond Princess" auf dem Weg zurück in die USA

Foto: Issei Kato/ REUTERS

19.12 Uhr: Auch in Rheinland-Pfalz ist bei einem Patienten das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Es handele sich um einen Soldaten, der im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt werde, teilte die Bundeswehr am Mittwoch mit.

18.37 Uhr: In Baden-Württemberg hat sich ein weiterer Mann mit dem Coronavirus infiziert. Der 32-Jährige aus dem Landkreis Rottweil sei aus dem Risikogebiet in Italien eingereist und habe keine Verbindungen zu den bislang gemeldeten drei Patienten im Südwesten, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Stuttgart mit.

18.10 Uhr: Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland bildet die Bundesregierung einen Krisenstab. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollten am Donnerstag in Berlin über die Einrichtung des gemeinsamen Krisenstabes ihrer Ministerien informieren, hieß es am Mittwoch in einer Einladung. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte zuvor erklärt, das Virus sei deutlich näher gerückt. In Deutschland waren seit Dienstagabend mehrere Fälle bekannt geworden.

17.43 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland "am Beginn einer Coronavirus-Epidemie". Er habe die Gesundheitsminister der Länder in einer Telefonkonferenz aufgefordert, ihre Pandemiepläne "zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten", sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. "Die Lage hat sich leider in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen", fügte der Minister hinzu.

17 Uhr: Die hohe Nachfrage nach Mundschutz- oder OP-Masken zum vermeintlichen Schutz vor dem Coronavirus führt vereinzelt zu extremen Preissprüngen. So bot zum Beispiel ein Händler bei Amazon  eine Box mit 50 Gesichtsmasken "mit elastischen Ohrschlaufen weiß 3-lagig" des Herstellers SF am Mittwoch für 79,90 Euro an. Versandapotheken hatten das gleiche Produkt vor kurzem noch für 3,95 Euro im Angebot gehabt - jetzt ist es ausverkauft. Dem US-Internetmagazin "Wired" zufolge hat Amazon einige überteuerte Angebote bereits von seinen Seiten entfernt und Händler gewarnt, keine unangemessenen Preise zu fordern. Ein Amazon-Sprecher sagte in München, Verkäufer setzten ihre Preise selbst fest, aber bei Verstößen gegen die Richtlinien werde Amazon Maßnahmen ergreifen. Ein SF-Mitarbeiter in Berlin sagte auf Anfrage, wegen der hohen Nachfrage habe es Preiserhöhungen gegeben, aber die Masken seien derzeit nicht mehr lieferbar. Das nutzten einige wohl spekulativ aus.

13.30 Uhr: Die Gäste in dem wegen eines Coronavirus-Falles abgesperrten Hotel auf Teneriffa müssen 14 Tage in Isolation bleiben. Dies teilen die Behörden auf den Kanaren mit.

- Die Behörden in Baden-Württemberg sind zuversichtlich, die Ausbreitung des Coronavirus im Land zu stoppen. Die Kontaktpersonen seien identifziert und isoliert worden, sagt der Leiter des Gesundheitsamts Göppingen, Heinz Pöhler, bei einer Pressekonferenz in Stuttgart. "Wir setzen darauf, dass wir mit diesen Maßnahmen die Ausbreitung des Virus verhindern können."

- Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat keine gesonderte Planung für Maßnahmen bei einer Ausbreitung des Coronavirus. Das Bundesamt verweist auf Anfrage aber auf seine generelle Checkliste für die private Notfallvorsorge, die immer gelte. Die Behörde empfiehlt darin ebenso wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung einen privaten Notvorrat an Nahrungsmitteln für zehn Tage.

13 Uhr - Die Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnet inzwischen rund 81.000 Infektionen mit dem Coronavirus weltweit. 96,5 Prozent der Fälle würden aus China gemeldet.

- Das Coronavirus hat für Konsum und Verfügbarkeit von Waren in Deutschland bisher keine Konsequenzen, sagte ein Sprecher des Einzelhandelsverbandes HDE. Zu Einschränkungen könnte bei einzelnen Produkten bei der Ausweitung von Quarantänezonen in den Lieferländern aber kommen.

- Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor der leichtfertigen Verwendung des Begriffs Pandemie. Der Begriff an sich habe keinen Nutzen, könne aber ungerechtfertigte Ängste und Stigamata vervielfachen und Systeme lahmlegen. Außerdem könnte die Verwendung des Wortes signalisieren, dass das Virus nicht einzudämmen sei. Dies aber sei nicht wahr.

- EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides fordert alle EU-Mitgliedsstaaten auf, ihre Pandemie-Notfallpläne zu überprüfen und die Gemeinschaft über ihre Vorbereitungen für solche Fälle informieren. Es gehe darum, unterschiedliche Ansätze im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden.

12.00 Uhr - In Italien ist ein zwölfter Coronavirus-Patient gestorben, wie die Behörden berichten. Durch die Ausbreitung des Coronavirus in Italien ist nach Einschätzung der Bundesregierung eine neue Situation in Europa entstanden. "Das Virus ist uns deutlich näher gerückt", sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Bundesregierung verstärke ihre Anstrengungen, eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Konkrete Maßnahmen nennt er nicht. Das Auswärtige Amt sieht keinen Anlass für eine Reisewarnung für Italien.

- Die wirtschaftliche Erholung in China legt nach Angaben des Politbüros an Tempo zu. Die Lage nach dem Coronavirus-Ausbruch in der Provinz sei allerdings weiter schlimm, berichtet das staatliche Fernsehen über des Treffen des Politbüros. Ein Wiederaufflammen der Epidemie in einigen Regionen bleibe ein Risiko.

- Griechenland bestätigt die erste Coronavirus-Infektion. Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruches für Europa lassen sich nach den Worten von EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni bisher noch nicht abschätzen.

- Großbritannien untersucht Grippekranke nach dem Zufallsprinzip auf das Coronavirus, um ein Frühwarnsystem für die Ausbreitung des Krankheitserregers auf der Insel zu haben. "Wir erhöhen unsere Wachsamkeit, nachdem sich das Virus offenbar außerhalb Chinas verbreitet", sagt der Chef der Gesundheitsbehörde, Paul Cosford, der BBC. Bisher verzeichnet Großbritannien 13 Infektionen mit dem Virus.

11.00 Uhr - Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) befürchtet enorme Belastungen durch das Coronavirus. "Das wird das bayerische Wirtschaftswachstum für dieses Jahr deutlich negativ beeinflussen", sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. "Durch das Auftreten des Virus in Norditalien wird diese Wirkung erheblich verstärkt, da die bayerische Wirtschaft mit Norditalien besonders verschränkt ist", so Brossardt. Die Auswirkungen auf den bayerischen Tourismus seien in ihrem Ausmaß noch nicht abschätzbar. Von der Bundesregierung erwarte die bayerische Wirtschaft jetzt, Wachstumsimpulse zu setzen.

- Die weltgrößte Tourismusmesse ITB verschärft auf Anweisung der Gesundheitsbehörden ihre Vorkehrungen gegen das Coronavirus. Menschen, die innerhalb der letzten 14 Tage in den Risikogebieten in China, Iran, Italien oder Südkorea waren, Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten oder Symptome wie Fieber oder Husten haben, erhalten keinen Zutritt zum Messegelände, teilt die ITB auf ihrer Webseite mit. Die ITB soll kommende Woche in Berlin stattfinden.

- Kommt es wegen des Coronavirus zu behördlich veranlassten Betriebsschließungen, haben die Beschäftigten dem Bundesarbeitsministerium zufolge Anspruch auf die Fortzahlung ihrer Löhne. "Die ausgefallenen Arbeitszeiten müssen grundsätzlich nicht nachgearbeitet werden", zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland einen Ministeriumssprecher. Derartige Fälle zählten zum Betriebsrisiko.

Der Präsident der Europäischen Handelskammer in China hält die wirtschaftlichen Folgen durch den neuartigen Coronavirus für "weit krasser als die meisten vermuten"

Der Präsident der Europäischen Handelskammer in China hält die wirtschaftlichen Folgen durch den neuartigen Coronavirus für "weit krasser als die meisten vermuten"

Foto: STR/ AFP

10.30 Uhr - Der Autobauer Toyota will die Produktion in Japan bis zum 2. März unverändert weiterlaufen lassen. Über die Zeit danach solle mit Blick auf die Zulieferungslage entschieden werden, erklärt der Konzern. Alle verzichtbaren Reisen für Mitarbeiter in Japan würden gestrichen.

- Die deutsche Wirtschaft dürfte dem DIW-Institut zufolge auch wegen der Ausbreitung des Coronavirus im ersten Quartal nahezu stagnieren. Das Bruttoinlandsprodukt werde voraussichtlich nur "um ein knappes Zehntel gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr zulegen", geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Die Coronavirus-Epidemie störe Lieferketten und könne das Ausgabeverhalten privater Akteure vielerorts vorübergehend empfindlich dämpfen.

- Der Iran verzeichnet nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens bisher 19 Coronavirus-Tote. In den vergangenen 24 Stunden seien zudem 44 neue Infektionen bestätigt worden, berichtet das Fernsehen unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden.

10.00 Uhr - In Frankreich ist ein weiterer Coronavirus-Patient gestorben. Außerdem seien drei neue Infektionen festgestellt worden, erklärt die Gesundheitsbehörde. Die Gesamtzahl der Fälle in Frankreich liege damit bei 17.

- Der erste Coronavirus-Patient in Baden-Württemberg befindet sich nach Angaben des Sozialministeriums in stabilem Zustand. Der 25-jährige Mann, der sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt hat, ist in der Klinik am Eichert in Göppingen untergebracht, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Um 13.00 Uhr will Gesundheitsminister Manne Lucha gemeinsam mit Expertinnen und Experten die Presse informieren.

- Der für seine Luxushandtaschen und Seidentücher bekannte französische Modekonzern Hermes sieht in China Anzeichen für eine Rückkehr zur Normalität. Es seien wegen des grassierenden Coronavirus nur noch vier der insgesamt 43 Filialen auf dem Festland und in Gebieten um Hongkong und Macau geschlossen. "Bis vor zehn Tagen waren wir in der Situation, Geschäfte zu schließen, jetzt sind wir in der Situation, sie wieder zu eröffnen", sagte Hermes-Chef Axel Dumas.

09.30 Uhr - Geschlossene Bars und Restaurants in China wegen des grassierenden Coronavirus werden die Geschäftsentwicklung des Spirituosen-Herstellers Diageo belasten. Der Virus dürfte den Betriebsgewinn 2020 um bis zu 200 Millionen Pfund (239 Millionen Euro) drücken, teilte der Anbieter von Johnnie Walker Scotch Whisky, Smirnoff Wodka und Guinness-Bier mit. Der organische Nettoumsatz werde wohl um 225 Millionen bis 325 Millionen Pfund niedriger ausfallen. Trotz der zu erwartenden Einbußen wegen des Virus äußerte sich Diageo zuversichtlich über die Wachstumsmöglichkeiten in der Region China und Asien-Pazifik.

09.00 Uhr - Aus Sorge vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben die Veranstalter der Reifenmesse "Tire Technology Expo" in Hannover strenge Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Besucher oder Mitarbeiter, die in die Halle wollten, müssten schriftlich bestätigen, in den 17 Tagen vor ihrer Ankunft nicht in China gewesen zu sein, sagte Messe-Organisatorin Annika Gleichmann am Mittwoch. Auch müssten sie bestätigen, keine Grippe oder Lungenentzündung zu haben und kein Träger des Coronavirus zu sein. Beim Einlass werde bei jedem Besucher per elektronischem Screening zudem die Temperatur gemessen.

- Die Aktienmärkte in Asien wurden durch die Sorge vor den Auswirkungen des grassierenden Coronavirus auf die Weltwirtschaft belastet. An der Leitbörse in Tokio büßte der Nikkei-Index für 225 führende Werte in Tokio am Mittwoch weiter ein und notierte zum Handelsschluss einen Abschlag von 179,22 Punkten oder 0,79 Prozent beim Stand von 22.426,19 Punkten.

- Der Präsident der Europäischen Handelskammer in China, Jörg Wuttke, sagte in einem Interview er die mit der "Welt", dass er die wirtschaftlichen Folgen durch den neuartigen Coronavirus für "weit krasser als die meisten vermuten" halte. "Mich erreichen Hilfeschreie aus allen Ecken", sagte Wuttke der Zeitung vom Mittwoch. Viele in China tätige mittelständische Unternehmen trieben bereits auf den Bankrott zu. Zahlreiche dieser Firmen hätten seit Wochen keine Einnahmen mehr. "Für große Konzerne ist das meist kein Problem", sagte Wuttke. "Aber viele Mittelständler kommen schon jetzt in die Bredouille."

08.30 Uhr - Der französische Lebensmittelkonzern Danone  stutzt seine Jahresziele für 2020 wegen der Auswirkungen des Coronavirus auf den chinesischen Markt zurecht. War das Management um Konzernchef Emmanuel Faber vor der Bilanzvorlage am Mittwoch für das laufende Jahr noch von einem flächenbereinigten Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent ausgegangen, sollen es nun 2 bis 4 Prozent werden, geht aus einer Unternehmensmitteilung hervor.

08.00 Uhr - In China verstärken lokale Behörden ihre Bemühungen, die Bewegungen von Bürgern im öffentlichen Raum zu überwachen. Mindestens 15 Provinzen und Städte mit einer Bevölkerung von mehr als 358 Millionen Menschen haben in diesem Monat entsprechende "Big Data"-Maßnahmen angekündigt. Damit soll die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Zugleich allerdings nähren diese Schritte auch die Sorge um den Datenschutz.

- Ein US-Soldat in Südkorea hat sich laut der Gesundheitsbehörde in den USA mit Covid-19 angesteckt. Die US-Regierung sprach mit Blick auf die weltweite Entwicklung von einer Pandemie-ähnlichen Situation. In den USA sei das einerRisiko einer Ansteckung derzeit gering.

Mitarbeiter aus dem Leber- und Infektionszentrum des Universitätsklinikum in Düsseldorf nehmen den ersten mit dem Coronavirus Infizierten in Nordrheinwestfalen in Empfang

Mitarbeiter aus dem Leber- und Infektionszentrum des Universitätsklinikum in Düsseldorf nehmen den ersten mit dem Coronavirus Infizierten in Nordrheinwestfalen in Empfang

Foto: Guido Kirchner/ dpa

- Das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen berät am Mittwoch über das weitere Vorgehen nach der ersten nachgewiesenen Coronvirus-Infektion in dem Bundesland. Es seien Gespräche geplant, um die Situation zu bewerten, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am frühen Mittwochmorgen. Der Zustand des ersten Coronavirus-Patienten in NRW sei unverändert kritisch. Bei der Ehefrau des Mannes, die ebenfalls mit Symptomen einer Viruserkrankung stationär behandelt wurde, handele es sich weiterhin um einen Verdachtsfall - ein Ergebnis liege noch nicht vor.

Hongkong gibt an seine Bewohner Bargeld aus

Hongkong gibt an seine Bewohner Bargeld aus

Foto: STR/ AFP

07.30 Uhr - Die Regierung in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong begegnet der drohenden Wirtschaftskrise wegen des Coronavirus-Ausbruchs mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Alle dauerhaft in der Finanzmetropole gemeldeten Bewohner erhalten 10.000 Hongkong-Dollar (1180 Euro) in bar, kündigte Finanzminister Paul Chan am Mittwoch an. Insgesamt stellt die Stadtregierung 120 Milliarden Dollar im (110 Milliarden Euro) im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie zur Verfügung.

- Um die enorme Bargeld-Ausgabe zu stemmen, bedient sich die Hongkonger Regierung dabei an den in den vergangenen Jahren aufgebauten Finanzreserven von über einer Billion Hongkong-Dollar. "Es entspricht garantiert den Erwartungen unserer Bevölkerung, dass wir unsere Finanzreserven sinnvoll nutzen, um Unternehmen zu unterstützen und die Not der Menschen zu lindern", erklärte Chan.

- In Bahrain ist die Zahl der bekannten Coronavirus-Infektionen um drei auf 26 gestiegen, medet die staatliche Nachrichtenagentur meldet.

- Nach einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen wird die Epidemie die Wirtschaft in den Nachbarstaaten Chinas spürbar bremsen oder sogar zum Schrumpfen bringen. Die Experten sagen voraus, dass Australien, Südkorea, Taiwan, Singapur und Thailand in den ersten drei Monaten des Jahres auf die schlechteste Wirtschafts-Entwicklung seit Jahren zusteuern.

- In China sollen Banknoten desinfiziert werden, um Neuansteckungen zu unterbinden. Der Zeitung "China Securities Journal" zufolge wurden entsprechende Vorgaben von der Finanzaufsicht CBIRC verbreitet. Demnach ist ferner vorgesehen, dass Banken auch ihre Schalter und andere von Kunden häufig besuchte Orte häufiger zu desinfizieren.

07.00 Uhr - In Brasilien ist der erste Coronavirus-Fall bestätigt worden. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Südamerika überhaupt handeln. In einer offiziellen Mitteilung des Gesundheitsministeriums hieß es, man untersuche zusammen mit den städtischen und bundesstaatlichen Gesundheitsbehörden einen Fall in Sao Paulo.

06.00 Uhr - Thailand meldet drei neue Fälle des Coronavirus. Damit steigt die Gesamtzahl der Infektionen auf 40, wie ein Beamter des Gesundheitsministeriums mitteilt. Zwei der neuen Patienten - allesamt Thailänder - seien aus dem Urlaub von Japans nördlicher Insel Hokkaido zurückgekehrt und hätten Kontakt mit dem Dritten gehabt, sagt Sukhum Kanchanapimai, Sekretär des Ministeriums.

US-Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" verlassen das Schiff

US-Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" verlassen das Schiff

Foto: Issei Kato/ REUTERS

04.30 Uhr - Laut "Finanical Times" hat Japan, das immer noch erwartet, die Olympischen Spiele 2020 in Tokio in diesem Sommer auszurichten, darum gebeten, dass professionelle Sportwettkämpfe und Musikkonzerte in den nächsten zwei Wochen abgesagt oder verschoben werden. Damit soll die Verbreitung des Virus eingedämmt werden. So Tokios Baseball-Team "Yomiuri Giants" wurden beispielsweise zwei Tokios Baseball-Team "Yomiuri Giants" Vorrundenspiele von Tokios Baseball-Team "Yomiuri Giants" im leeren Stadion austragen.

- Das Schulamt in Japans nördlicher Präfektur Hokkaido wird der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge ab Donnerstag alle öffentlichen Grund- und Mittelschulen für eine Tage schließen. In der Region sind bisher 35 mit dem Virus infizierte Personen bestätigt, darunter Schüler, Lehrer und Schulbusfahrer. Die japanische Regierung verspricht, ein Team von Spezialisten nach Hokkaido zu entsenden, um die größte Anzahl an Erkrankungen außerhalb Tokios einzudämmen.

04.00 Uhr - Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention in Südkorea bestätigen 169 neue Coronavirus-Erkrankungen. Von den neuen Fällen stammen 134 aus der Stadt Daegu, wo sich die Shincheonji-Kirche Jesu befindet, die mit Ausbrüchen in Verbindung gebracht wird. Die Gesamtzahl der mit dem Virus infizierten Personen steigt damit in Südkorea auf 1146.

03.30 Uhr - In zwei deutschen Bundesländern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, sind erstmals Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Der Zustand des Patienten in NRW war laut Behörden kritisch, er wurde in der von einem Krankenhaus in Erkelenz ins Uni-Klinikum Düsseldorf gebrachtNacht zu Mittwoch von einem Krankenhaus in Erkelenz ins Uni-Klinikum Düsseldorf gebracht. Der Patient in Baden-Württemberg, ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen, war mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt. Er soll in eine Klinik gebracht und dort isoliert untergebracht und behandelt worden sein.

- Die Sorge über eine Mögliche Absage der Olympischen Spiele in Tokio diesen Jahres lässt die japanischen Anleger nicht los. Die Aktien der größten japanischen Werbeagentur Dentsu rutschen den sechsten Tage in Folge auf ein Sieben-Jahres-Tief ab. Das Unternehmen ist bisher für die Spiele 2020 von Rekordeinnahmen in Höhe von mehr als 3 Milliarden Dollar für inländische Sponsoring-Einnahmen durch bedeutende Verträge für die Fackelstaffel sowie Eröffnungs- und Abschlusszeremonien ausgegangen. Offizielle Stellen haben bestritten, dass die Olympischen Spiele verschoben oder abgesagt würden. Aber die Regierung in Tokio war gezwungen, das Training für Freiwillige zu verschieben und Großveranstaltungen wie der Tokio-Marathon wurden bereits abgesagt. In der Konzernzentrale wurde ein Dentsu-Mitarbeiter mit dem Virus diagnostiziert.

- Die Sorge vor den Folgen des grassierenden Coronavirus für die Weltwirtschaft belastet weiter die Aktienmärkte in Asien. An der Leitbörse in Tokio verlor der Nikkei-Index für 225 führende Werte in Tokio am Mittwoch im frühen Geschäft weiter an Boden. Eine Stunde nach Handelsbeginn notierte das Börsenbarometer einen Verlust von 465,94 Punkten oder rund zwei Prozent beim Zwischenstand von 22 139,47 Punkten.

03.00 Uhr - Die Zahl der Virus-Erkrankungen in Festland-China steigt nach Angaben der Behörden um 406 an. Am Vortag hatte es 508 neue Fälle gegeben. Damit liegt die Zahl der Erkrankten demnach insgesamt nun bei 78.064. Die Zahl der Toten steigt um 52, nach 71 am Tag zuvor. Alle Toten sind in der Provinz Hubei gemeldet sowie 401 der aufgetretenen 406 Neuerkrankungen. Insgesamt starben damit bislang 2715 Menschen in China an den Virus-Folgen.


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- El Salvador verhängt ein Einreiseverbot für Reisende aus Italien und Südkorea. Salvadorianische Staatsangehörige und Diplomaten, die aus diesen Ländern anreisen, müssen 30 Tage in Quarantäne verbringen, schreibt Präsident Nayib Bukele auf seinem Twitter-Account. Südkorea verzeichnet die meisten Virusfälle in Asien außerhalb Chinas, wo das Virus erstmals im Dezember 2019 in der Provinz Hubei entdeckt wurde. El Salvador hat bisher keine Coronavirus-Fälle gemeldet.

- In Brasilien ist am Dienstag vermutlich der erste Coronavirus-Fall registriert worden, wie das brasilianische Gesundheitsministerium auf Twitter mitteilte. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Südamerika überhaupt handeln. In der offiziellen Mitteilung des Ministeriums hieß es, man untersuche zusammen mit den städtischen und bundesstaatlichen Gesundheitsbehörden einen Fall in São Paulo.

Diesen soll nach einem Bericht des Portals "G1" das Krankenhaus Albert Einstein festgestellt haben. Demnach habe ein 61 Jahre alter Mann, der zwischen dem 9. und 21. Februar nach Norditalien gereist war, die Symptome der Krankheit wie Husten gezeigt haben.

02.00 Uhr - Infolge der Ausbreitung des Coronavirus auf immer mehr Länder dehnen Fluggesellschaften und Hotelketten ihre kostenfreien Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten aus. Bei Delta Air Lines kommen Reservierungen bis zum 2. März auf Flügen nach Bologna, Mailand und Venedig in Norditalien für eine Umplanung infrage. Air Canada hat auch Teile Italiens in ihre Liste aufgenommen. United Airlines und American Airlines Group haben ihre kostenfreien Umbuchungsmöglichkeiten noch nicht auf weitere Länder ausgedehnt, man beobachte die Entwicklungen in Italien noch. Hyatt Hotels gibt Reisenden aus Südkorea, Japan und Italien die Möglichkeit, ihre Hotelbuchungen kostenlos zu stornieren oder zu ändern.

Die Stornierungen oder Buchungsänderungen bei Hyatt gelten für Buchungen, die bis zum 31. März getätigt werden, teilt der US-Hotelbetreiber auf seinem offiziellen chinesischen Social-Media-Konto auf WeChat mit. Hyatts-Rivalen Marriott und Hilton haben bisher Stornierungsverzichtserklärungen bis zum 31. März für Gäste erlassen, die von dem Ausbruch auf dem chinesischen Festland, Hongkong, Macau und Taiwan betroffen sind. Die Hotelketten reagierten nicht sofort auf Bitten um Stellungnahme, ob sie den Verzicht auch auf Südkorea, Japan und Italien ausdehnen würden.

00.30 Uhr - Der Präsident der US-Notenbank (FED) in Dallas, Robert Kaplan, sieht nach Angaben des "Wall Street Journal" noch keine Notwendigkeit, auf die wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Virus mit kurzfristigen Zinssenkungen zu reagieren. Kaplan sagte, wenn es um die Zinspolitik der Zentralbanken und das Coronavirus gehe, "ist es zu früh, um ein Urteil darüber zu fällen, in welchem Verhältnis es zur Geldpolitik stehen könnte", so der Bericht. Die FED werde in den kommenden Wochen weiter die Lage beobachten, und entscheiden, ob eine Kursänderung erforderlich sei.

- Die US-Westküstenmetropole San Francisco hat wegen Befürchtungen einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Notstand ausgerufen. Dies sei ein "proaktiver" Schritt, teilte die Stadtverwaltung mit. "Zwar gibt es unter den Einwohnern von San Francisco noch keine bestätigten Fälle, aber die globale Lage ändert sich rasch und wir müssen die Vorsorge verstärken", sagte Bürgermeisterin London Breed.

Per Notstandserklärung können im Ernstfall rasch Gelder und andere Hilfsmittel mobilisiert werden. In Kalifornien wird bei Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Erdbeben oft der Notstand ausgerufen, um Soforthilfe besser zu koordinieren.

dpa/rtr/ap/afp