Montag, 30. März 2020

Coronavirus und die Folgen Trump will Lockdown bald wieder lockern - "Heilmittel ist schlimmer als das Problem"

Nordrhein-Westfalen will Verstöße gegen Auflagen und Regeln in der Corona-Krise mit Bußgeldern ahnden. Die USA könnten schon bald zum Epizentrum der Corona-Pandemie werden - doch der US-Präsident spielt die Gefahr herunter. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen zur Corona-Krise am Dienstag.

  • Schleswig Holstein will wegen der Corona-Krise die Abiturprüfungen absagen
  • Unternehmen können ihre Sozialbeiträge wegen der Krise später zahlen
  • Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland ist innerhalb eines Tages um 4764 gestiegen. In den USA ist die Zahl der Infektionen um 10.779 auf 44.138 Menschen gestiegen. US-Präsident Donald Trump will dennoch die Ausgangsbeschränkungen möglichst rasch wieder aufheben
  • Als erstes Bundesland hat NRW einen detaillierten Bußgeldkatalog bei Verstößen gegen Corona-Auflagen formuliert.
  • Die Deutschen telefonieren in der Krise nicht nur viel mehr, sondern auch deutlich länger.
Vordenker Donald Trump: "Die USA sind nicht für eine Schließung gemacht"
Evan Vucci / AP Photo
Vordenker Donald Trump: "Die USA sind nicht für eine Schließung gemacht"

20 Uhr: Nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump könnten die Beschränkungen zur Eindämmung der Virus-Epidemie selbst zu Todesopfern führen. "Wir müssen das Land wieder zurück an die Arbeit bringen", sagt Trump dem Sender Fox News mit Blick auf Reisebeschränkungen und Schließungen von Schulen und Firmen in weiten Teilen des Landes. "Dieses Heilmittel ist schlimmer als das Problem. Noch einmal: Menschen, viele Menschen - meiner Meinung nach mehr Menschen - werden sterben, wenn wir das weiter geschehen lassen."

19.30 Uhr : Trump rechnet damit, dass die Beschränkungen in den USA schon bald wieder aufgehoben werden können. Er würde sich freuen, wenn dies bis Ostern der Fall sei, sagt Trump dem Fernsehsender Fox. Der Ostersonntag fällt in diesem Jahr auf den 12. April. Die USA seien nicht für eine Schließung gemacht. Man könne ein Land so auch zerstören. Die US-Bürger könnten seiner Auffassung nach zueinander Abstand halten und zur Arbeit gehen. In den USA steigt unterdessen die Zahl der Todesopfer und Infektionsfälle deutlich. Binnen 24 Stunden seien 144 Menschen an Covid-19 gestorben, die Gesamtzahl sei damit auf 544 gestiegen, teilen die Gesundheitsbehörden CDC mit. Bei mittlerweile 44.183 Menschen in den USA sei das Coronavirus nachgewiesen worden, das sei ein Anstieg um 10.779. Infektionen werden aus allen 50 US-Bundesstaaten und dem District of Columbia gemeldet.

19 Uhr: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hofft, dass er die drastische Einschränkung des öffentlichen Lebens bald lockern kann. Berichte, seine Regierung plane eine Verlängerung bis Ende Juli, weist er zurück. Sie würden "weit vorher" aufgehoben. Zugleich kündigt Conte Strafen von 400 bis 3000 Euro für diejenigen an, die sich nicht an die Ausgangssperren halten.

- In Italien ist die Zahl der Todesopfer binnen eines Tages um 743 auf 6820 angestiegen. Das teilt die Zivilschutzbehörde mit. Damit ist nach einem geringeren Anstieg der Opferzahl am Montag (602 Tote) und Sonntag (650) die Zahl wieder deutlich nach oben gesprungen. Am Samstag war mit 793 Todesfällen die höchste Zahl an einem einzigen Tag vermeldet worden. Mittlerweile wurde bei 69.176 Menschen das Coronavirus nachgewiesen. Am Montag lag die Zahl der bestätigten Infektionen noch bei 63.927.

18 Uhr: Die Spitzenverbände der Sozialversicherungen erleichtern es Arbeitgebern, die Zahlung der Sozialbeiträge aufzuschieben. "Wenn Arbeitgeber aus nachvollziehbaren Gründen wegen der Corona-Epidemie die Sozialversicherungsbeiträge nicht bezahlen können, können sie diese vorübergehend stunden, also später zahlen", sagt Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, der Nachrichtenagentur Reuters. "Ausnahmsweise werden dafür keine Zinsen fällig." Auch auf die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung wird laut einem GKV-Rundschreiben verzichtet. Demnach ist die Stundung vorerst bis Mai möglich.

Abitur: In Schleswig Holstein sollen die Prüfungen ausfallen. Abschlusszeugnisse soll es auf Basis der bisherigen Noten geben
Thomas Warnack/ DPA
Abitur: In Schleswig Holstein sollen die Prüfungen ausfallen. Abschlusszeugnisse soll es auf Basis der bisherigen Noten geben

16.30 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie sollen in Schleswig-Holstein die Abitur- und andere Schulabschluss-Prüfungen ausfallen. Bildungsministerin Prien will stattdessen Abschlusszeugnisse auf Basis bisheriger Noten vergeben. Das Kabinett entscheidet darüber am Mittwoch. "In der derzeitigen Situation und der besonderen Herausforderung nicht nur für unser Schulsystem, sondern auch jeden Einzelnen von uns, halte ich diese Entscheidung für geboten", sagte Prien am Dienstag.

15.30 Uhr - - US-Präsident Donald Trump hat Südkorea gebeten, medizinische Ausrüstung für den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in die USA zu schicken. Das teilt das südkoreanische Präsidialamt mit. Präsident Moon Jae In habe in dem 23 Minuten dauernden Telefonat angeboten, Ausrüstung bereitzustellen, wenn Südkorea welche übrig habe. Das Gespräch sei auf Trumps dringende Bitte verabredet worden. Südkorea hat - anders als die USA - von Anfang an umfassend auf das Virus getestet und so nach einer anfangs raschen Ansteckungswelle die Zahl der Neuinfektionen drastisch verringert..

15.00 Uhr - Die FDP-Fraktionsführung will ihrer Fraktion vorschlagen, am Mittwoch für die Aussetzung der Schuldenbremse zu stimmen. Der Parlamentarische Geschäftsführer, Marco Buschmann, begründet dies mit einer außergewöhnlichen Situation durch die Coronavirus-Krise. Die Koalition werde für die nötige Mehrheit wegen etlicher Corona-Infektionen und häuslicher Quarantäne von Abgeordneten wohl nicht die nötigen Stimmen haben, sondern auf die Unterstützung der Opposition angewiesen sein. Die Bundesregierung müsse dazu aber einen Tilgungsplan für die Schulden vorlegen, die nun aufgenommen werden sollen. Finanzminister Olaf Scholz wolle entsprechende Pläne in der FDP-Fraktionssitzung erklären, fügt er hinzu.

- Die griechische Wirtschaft wird dieses Jahr wegen der Coronakrise in eine Rezession rutschen, sagt Finanzminister Christos Staikouras. Die Rezession werde aber zeitlich begrenzt sein.

Nancy Pelosi: Einigung auf Hilfspaket in Kürze möglich
Ting Shen/XinHua/DPA
Nancy Pelosi: Einigung auf Hilfspaket in Kürze möglich

14.30 Uhr: Die Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus, die Demokratin Nancy Pelosi, äußert sich zuversichtlich, dass sich der Kongress in Kürze auf ein Konjunkturpaket zur Eindämmung der Corona-Krise einigen wird. "Ich denke, es gibt wirklichen Optimismus, dass wir in den nächsten Stunden etwas hinbekommen können", sagt sie im Interview mit dem Sender CNBC. Die US-Börsen starteten am Dienstag mit deutlichen Gewinnen in den Tag.

13.30 Uhr - Wegen der Auswirkungen der Corona-Krise hat die angeschlagene Restaurantkette Maredo einen Insolvenzantrag gestellt. "Letztlich Auslöser waren die massiven Auswirkungen der Corona-Krise, die zuerst zu einem gravierenden Umsatzeinbruch und dann zur Schließung aller Restaurants geführt haben", schreibt das Unternehmen. Gleichzeitig müssten Mieten und Gehälter weiterbezahlt werden. Man habe deshalb Ende vergangener Woche einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Sollte die Steakhaus-Kette Staatshilfen erhalten können, könne das eingeleitete Insolvenzverfahren wieder zurückgenommen werden. Maredo hat in Deutschland 35 Restaurants und rund 900 Beschäftigte. Zuvor hatte bereits die angeschlagene Kette Vapiano die Zahlungsunfähigkeit bekanntgegeben. Auch für das börsennotierte Kölner Unternehmen kommt es nun auf Staatshilfen an.

13.25 Uhr - Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler zieht aufgrund der Corona-Pandemie die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2020 zurück. In Anbetracht der sich weltweit ausweitenden Corona-Krise sei es derzeit nicht möglich, den weiteren Verlauf und die wirtschaftlichen Folgen verlässlich abzuschätzen, der am Dienstag Konzern am Dienstag mit. Der Vorstand werde eine neue Prognose abgeben, sobald dies möglich ist. Ursprünglich wollte Schaeffler am Dienstag seine Strategie und Mittelfristziele für die kommenden Jahre skizzieren.

13.15 Uhr - Die olympischen Spiele werden um ein Jahr verschoben. Darauf habe er sich mit IOC-Präsident Thomas Bach verständigt, sagt Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Die Spiele sollten nun spätestens im Sommer 2021 stattfinden. Lesen Sie Details dazu hier.

12.20 Uhr - Ölkonzerne sind vom Verfall des Ölpreises und den Folgen der Corona-Pandemie besonders betroffen. Der US-Ölkonzern Chevron streicht nun seine Förderpläne und Investitionen zusammen. Auch der Rückkauf eigener Aktien werde vorerst gestoppt, teilte der Konkurrent des Ölriesen Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen mit. Statt 20 Milliarden US-Dollar will Chevron in diesem Jahr nur noch 16 Milliarden Dollar in sein Geschäft investieren. Die Produktion im texanischen Permbecken soll 20 Prozent geringer ausfallen als zuletzt geplant. Zudem werde das jährliche Aktienrückkaufprogramm von 5 Milliarden Dollar ausgesetzt. Seit dem Jahreswechsel habe Chevron für 1,75 Milliarden Dollar eigene Anteile vom Markt zurückerworben. Die Dividenden sollen dennoch weiter fließen. Im vorbörslichen US-Handel legte die Aktie von Chevron Börsen-Chart zeigen rund 7 Prozent zu. Seit Jahreswechsel hat sie schon mehr als die Hälfte ihres Werts verloren.

Noch fahren die U-Bahnen in New York. Doch die Lage in der Metropole und auch im Bundesstaat New York spitzt sich zu. Die USA drohen neues Epizentrum der Corona-Pandemie zu werden, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO.
Foto: John Minchillo/AP/dpa
Noch fahren die U-Bahnen in New York. Doch die Lage in der Metropole und auch im Bundesstaat New York spitzt sich zu. Die USA drohen neues Epizentrum der Corona-Pandemie zu werden, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO.

12 Uhr - Die USA könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO das neue Epizentrum der Coronavirus-Pandemie werden. Die Vereinigten Staaten hätten das Potenzial dazu, da die Fallzahlen dort sehr rasch anstiegen, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris. 85 Prozent der Neuinfektionen, die in den vergangenen 24 Stunden gemeldet worden seien, entfielen auf die USA und Europa. Zur Lage in Italien, wo bislang am meisten Corona-Tote gezählt wurden, äußerte sie sich vorsichtig optimistisch. Es gäbe einen Hoffnungsschimmer, nachdem weniger Neuerkrankungen und Toten-Zahlen gemeldet worden seien.


Coronavirus-Fälle in New York explodieren geradewegs

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo
Foto: John Minchillo/AP/dpa
Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo

Nach einem Bericht des US-TV-Senders CNBC hat der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo die Krankenhäuser angewiesen, ihre Kapazitäten um 50 zu erhöhen, da die Zahl der Coronavirus-Fälle im ganzen Bundesstaat über Nacht um fast 38 Prozent auf auf 20.875 angestiegen sei. New York ist der am stärksten betroffene Bundesstaat der USA, noch vor New Jersey, Kalifornien und dem Bundesstaat Washington. Allein in New York City seien 12.305 bestätigte Infektionen zu verzeichnen.

In New York und New Jersey sind die Coronavirus-Fälle mindestens fünfmal so hoch wie in anderen Teilen des Landes, bestätigte ein hoher Beamter, der für die Pandemiebekämpfung im Weißen Haus zuständig ist.

Cuomo geht davon aus, dass die Extremlage noch Monate andauern werde. "Niemand kann Ihnen sagen, ob es vier, sechs, acht oder neun Monate sind. Aber es sind mehrere Monate", zitiert CNBC den New Yorker Gouverneur. Er schätzt, dass bis zu 80 Prozent der mehr als 19,4 Millionen Einwohner des US-Bundesstaaates von dem Coronavirus befallen sein werden. "Viele Menschen werden das Virus bekommen, aber nur wenige werden wirklich in Gefahr sein." (rei)


11.30 Uhr - Volkswagen will wegen Problemen bei den Lieferketten in der Corona-Krise nun auch die Produktion in Russland vorübergehend einstellen. Ab der kommenden Woche solle die Fertigung für zunächst zwei Wochen pausieren, teilte der Konzern mit. VW ist in den Werken Kaluga und Nischni Nowgorod auch auf Zulieferungen von Bauteilen etwa aus Westeuropa angewiesen. Die Versorgung von Händlern und Kunden sei derzeit aber sichergestellt.

Die meisten Fahrzeuge produziert Volkswagen in Russland am Standort Kaluga, rund 190 Kilometer südwestlich von Moskau. Dort können pro Jahr bis zu 225.000 Wagen fertiggestellt werden. Im vergangenen Jahr lieferten die Marken der VW-Gruppe in dem Land insgesamt 233.600 Fahrzeuge aus, 1,6 Prozent mehr als 2018.

Der Chef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, muss sich in Quarantäne begeben

- Kurzarbeit bei Profifußball-Clubs? Gibt es. Im Kampf gegen die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise schickt der schwedische Fußball-Erstligist AIK Stockholm seine Spieler und andere Angestellte vorübergehend in Kurzarbeit. Die Maßnahme gelte ab 1. April für mindestens einen Monat. "In dieser Situation des Vereins ist es wichtig, dass alle ihren Beitrag leisten", wurde AIK-Kapitän Henok Goitom in einer Vereinsmitteilung zitiert. Die Spieler wüssten, dass sie für einen großen Teil der Vereinskosten stünden, insbesondere während keine Spiele stattfinden könnten. "Für uns alle im Team war klar, dass wir tun, was wir können, um die Kosten zu erleichtern."

10.20 Uhr - Bahnchef Richard Lutz hat sich in häusliche Quarantäne begeben. Dies geschehe vorsorglich, teilte das Bundesunternehmen am Dienstag mit. In Lutz' direktem beruflichen Umfeld sei eine Person positiv auf Covid-19 getestet worden. Die für diesen Donnerstag geplante Bilanz-Pressekonferenz sagte die Bahn ab. Stattdessen werde schriftlich informiert. Der Aufsichtsrat wird seine reguläre Sitzung an diesem Mittwoch als "Tele-Präsenzsitzung" abhalten, wie es aus Kreisen des Kontrollgremiums hieß.

10.20 Uhr - Bei der Lieferung von sechs Millionen Schutzmasken nach Deutschland gegen eine weitere Verbreitung von Corona-Infektionen hat es eine Panne gegeben. Die Masken der Schutzstufe FFP2 seien auf einem Flughafen in Kenia "spurlos verschwunden", berichtete der "Spiegel". Eigentlich sollten die Masken am 20. März in Deutschland eintreffen. Ärzte und Kliniken brauchen dringend Nachschub. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte, der Vorgang werde untersucht. Der von der Generalzolldirektion geschlossene Liefervertrag habe storniert werden können. Weiter sagte sie, es handele sich um einen Bruchteil des insgesamt bestellten Materials. Die Beschaffung dringend benötigt medizinischen Materials in der Corona-Krise ist unter Federführung des Beschaffungsamtes der Bundeswehr organisiert.

Derzeit sehr gefragt: Eine FFP2-Atemschutzmaske.
Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Derzeit sehr gefragt: Eine FFP2-Atemschutzmaske.

- Der Chef des Autozulieferers und Verbindungsspezialisten Norma Group, Michael Schneider, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Derzeit könne er seine Tätigkeit nicht ausüben und sei in medizinischer Behandlung, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Seine Aufgaben übernimmt der fürs Tagesgeschäft zuständige Vorstandskollege Friedrich Klein zusätzlich. Die Handlungsfähigkeit der Unternehmensleitung sei sichergestellt.

10.00 Uhr - Die Deutsche Bank hat am ersten Tag des KfW-Hilfsprogramms nach eigenen Angaben mehr als 5300 Anfragen von Unternehmen bezüglich der Corona-Krise erhalten. Die konkreten Anfragen für Notfall-Darlehen der KfW beliefen sich auf über 300, sagt ein Sprecher der Deutschen Bank. Die ersten Förderkredite seien bereits bewilligt und würden voraussichtlich noch diese Woche ausgezahlt.

09.50 Uhr - Auch der Sportartikelhersteller Puma will die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs mit Kurzarbeit bewältigen. Das Unternehmen habe für die rund 1400 Mitarbeiter in Deutschland für die kommenden drei Wochen Kurzarbeit angemeldet, erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Fast alle Läden, die der Konzern und seine Partner in fast allen Erdteilen betreiben, seien auf Geheiß der Behörden geschlossen worden. Der Vorstand um Puma-Chef Björn Gulden werde "angesichts dieses drastischen Umsatzrückgangs" für den Monat April auf sein Gehalt verzichten - das dürften insgesamt etwa 170.000 Euro sein. Für 2019 hatten die drei Vorstände zusammen ein Festgehalt von zwei Millionen Euro bekommen. Die zweite Führungsebene verzichtet auf ein Viertel des April-Gehalts.

09.40 Uhr - Frankreich hat nach Angaben von Finanzminister Bruno Le Maire eine Liste von Firmen erstellt, die womöglich staatliche Hilfe brauchen - von Kapitalspritzen bis hin zu Verstaatlichungen. Die Unternehmen könnten sich auf die Regierung verlassen. Namen der Firmen nennt Le Maire in dem Radio-Interview nicht.

09.30 Uhr - Isolation und finanzielle Sorgen durch die Corona-Krise könnten zu mehr häuslicher Gewalt führen. Das sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Umso wichtiger sei es für Opfer zu wissen, dass sie das Haus verlassen dürfen, um sich Hilfe zu holen. Das sei ein triftiger Grund. Auch telefonische Hilfe-Hotlines seien erreichbar und würden angesichts der Corona-Pandemie ausgebaut, so die die Ministerin. Arme Familien oder solche mit krassen Einkommenseinbrüchen könnten zudem ab 1. April einen Zuschlag zum Kindergeld bekommen, sagte Giffey. Vorgesehen seien bis zu 185 Euro im Monat. "Das bedeutet, dass die finanziellen Sorgen ein großes Stück abgefedert werden." Der Zuschlag werde digital beantragbar sein.

09.15 Uhr - Der britische Minister Michael Gove droht mit höheren Strafen bei Verstößen gegen die Beschränkungen in der Öffentlichkeit. "Wenn sich Personen fortdauernd antisozial verhalten, gibt es stärkere Maßnahmen", sagt Gove dem Sender ITV. Die gesetzlichen Regelungen dafür würden vorhanden sein. Damit werde sichergestellt, dass es angemessene Strafen gebe.

08.45 Uhr - In der Corona-Krise findet in der Türkei dagegen Kölnisch Wasser reißenden Absatz. Viele Türken sind der Überzeugung, dass das Duftwasser dank seines hohen Alkoholgehalts Hände und Gesicht wirksam reinigt und so vor einer Coronavirus-Infektion schützen kann. In vielen Geschäften und Apotheken ist Kölnisch Wasser längst ausverkauft, nun blüht der Schwarzmarkt. Eine Rolle bei der großen Nachfrage spielte wohl auch die Empfehlung von Gesundheitsminister Fahrettin Koca an die Türken, im Kampf gegen das Coronavirus Kölnisch Wasser als Alternative zu Hand-Desinfektionsmittel zu verwenden. Allein in den vergangenen Wochen gingen beim Duftwasser-Hersteller Eyup Sabri Tuncer zehntausende Bestellungen ein, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

08.00 Uhr - Tech-Milliardär Elon Musk hat für den Kampf gegen das Coronavirus seine Hilfe angeboten. Er habe in China 1255 Beatmungsgeräte gekauft und nach Los Angeles gebracht, schrieb der 48-jährige Tesla-Chef auf Twitter. "Wenn Sie ein kostenloses Beatmungsgerät installiert bekommen möchten, lassen Sie es mich wissen", sagte Musk. Tesla hatte in der vergangenen Woche einem Produktionsstopp in seinem Hauptwerk im kalifornischen Fremont aufgrund der Coronavirus-Krise zugestimmt.

- Die Auszahlung der Bundesmittel für notleidende Unternehmen und Selbstständige soll laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier spätestens Mitte nächster Woche möglich sein. Dann sollte in allen Bundesländern klar sein, welche Behörden und Institutionen das Geld auszahlen, sagt der Minister im ZDF-Morgenmagazn. "Und es soll so unbürokratisch wie möglich gehen, wo immer möglich auch elektronisch."

07.30 Uhr - Der wegen der Corona-Krise weltweit nahezu zum Erliegen gekommene Flugverkehr hinterlässt beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport weiterhin tiefe Spuren. Die Passagierzahl brach in der zwölften Kalenderwoche des Jahres (16. bis 22. März) um 73,5 Prozent auf 331.353 ein, und das Frachtvolumen fiel um rund ein Fünftel auf 36 591 Tonnen, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Die Anzahl der Flugbewegungen sank um rund 58 Prozent auf 3960. Das Unternehmen hatte erst jüngst wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie für einen Großteil der Beschäftigten Kurzarbeit eingeführt.

06.45 Uhr - Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts innerhalb eines Tages um 4764 auf 27.436 gestiegen. Gestorben sind mittlerweile 114 Menschen. Am Montag hatte das Institut 86 Todesfälle gemeldet.

- Der Präsident des Weltärztebundes rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Corona-Krise. "Diese Problematik wird uns mit Sicherheit bis zum Ende des Jahres begleiten", sagte Frank Ulrich Montgomery der deutschen Presse-Agentur. Bis ein Impfstoff verfügbar sei, "werden wir unser gesamtes soziales Leben und unser Arbeitsleben umstellen müssen". Montgomery begrüßte die Einigung von Bund und Ländern auf eine Kontaktbegrenzung. Es sei ein großer Unterschied, ob Menschen durch staatliche Repression eingeschlossen würden - wie bei einer Ausgangssperre - "oder ob sie es selber in der Hand haben". Der Weltärztepräsident hatte sich zuvor gegen ein Ausgangsverbot ausgesprochen.

- China hebt die wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängte Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend auf. In der dortigen Millionenmetropole Wuhan, die als Ausgangspunkt der Pandemie gilt, wird das allgemeine Verbot zum Verlassen der Stadt und Provinz zum 8. April aufgehoben, kündigten die örtlichen Behörden am Dienstag an. Für die übrigen Bewohner von Hubei gilt, dass sie ab Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) aus der Provinz ausreisen dürfen. Voraussetzung ist, dass sie gesund sind. Die Behörden hatten das knapp 60 Millionen Einwohner zählende Hubei zwei Monate lang von der Außenwelt abgeschottet. In den vergangenen Wochen waren die offiziellen Zahlen der Neuinfektionen innerhalb der Provinz deutlich zurückgegangen.

06.30 Uhr - Der weltgrößte Bierbrauer AB Inbev hat seine Prognose wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zurückgezogen. Dies geschehe wegen der hohen Unsicherheit und der schnellen Entwicklungen der Lage, teilte der Brauer bekannter Marken wie Beck's, Budweiser, Corona und Stella Artois am Dienstag in Leuven mit. AB Inbev hatte bereits Ende Februar mitgeteilt, dass das neuartige Coronavirus Umsatz und Gewinn belasten wird, aber noch an der Prognose eines Anstiegs des operativen Ergebnisses um 2 bis 5 Prozent festgehalten. In vielen Ländern sind wegen der sich inzwischen deutlich verschärften Corona-Krise Restaurants und Bars geschlossen, was sich natürlich auf den Absatz von Bierbrauern und Getränkeherstellern niederschlägt.

05.45 Uhr - In Zeiten der Corona-Krise wird in Deutschland mehr und länger telefoniert. Alle drei großen Telekommunikationsnetzbetreiber berichten von einem deutlichen Anstieg und einer längeren durchschnittlichen Dauer der Telefonate. Die Anzahl und Länge der Telefonate sei in der vergangenen Woche gegenüber einem normalen Werktag um rund ein Drittel gestiegen, teilte Telefónica mit. Bei Vodafone fällt der Anstieg noch deutlicher aus: Im Festnetz gab es im Netz des Düsseldorfer Konzerns rund 45 Prozent mehr Telefonate, im Mobilfunk rund 38 Prozent mehr Gespräche im Vergleich zu üblichen Tagen. Beim mobilen Surfen hingegen beobachtet Vodafone einen Rückgang. "Deutschland surft im WLAN und telefoniert wieder mehr". Auch die Deutsche Telekom bestätigt einen Anstieg der Telefonminuten, nennt allerdings keine Zahlen.

03.50 Uhr - Der britische Online-Speisen-Lieferservice Deliveroo kündigt zunächst für die Stadt Cambridge einen neuen Dienst an. Wer infolge des Coronavirus-Ausbruchs zu Hause bleiben muss, bekommt jetzt in der Krise auch wichtige Produkte wie Konserven, Nudeln und Haushaltsgegenstände geliefert bekommen. Die Städte Reading, Brighton, Nottingham, Manchester, Leeds und London sollen in den kommenden zwei Wochen folgen. Der neue Service soll auch in den USA, Emiraten, Frankreich, Spanien und Australien ausgerollt werden. Um Familien und Gemeinden während der Coronavirus-Krise zu helfen, sei die Lieferung kostenlos, so das Unternehmen.

03.30 Uhr - Die chinesischen Behörden melden für Montag 78 Neuinfektionen, eine Verdopplung gegenüber dem Vortag. 74 davon seinen aus dem Ausland eingeschleppt. Die Zahl der mit dem Virus Infizierten in China stieg nach Behördenangaben damit auf 81.171, die Zahl der Todesfälle legte um sieben auf 3277 zu.

03.00 Uhr - Das japanische Biopharmaunternehmen Anges erklärt, dass es mit der Universität Osaka die Entwicklung eines DNA-Impfstoffs gegen das neue Coronavirus abgeschlossen habe und bald mit den Tests an Tieren beginne. DNA-Impfstoffe werden mit einem inaktivierten Virus hergestellt und können schneller produziert werden als proteinbasierte Impfstoffe, so die Unternehmensmitteilung. Takara Bio sei verantwortlich für die Produktion des Impfstoffs und Daicel Gen-Transfer-Technologie würde ebenfalls Anwendung finden. Die Aktien von Anges stiegen im Vormittagshandel in Tokio um bis zu 17 Prozent.

Bombardier Learjet 75. Der kanadische Hersteller setzt die Produktion von Business-Jets aus

01.50 Uhr - Der kanadische Flugzeug- und Bahntechnikhersteller Bombardier setzt nach Insiderinformationen die Produktion seiner Geschäftsflugzeuge aus. Die kanadischen Provinzen Ontario und Quebec, wo Bombardiers Flaggschiff Global 7500 und andere Modell-Business-Jets montiert und fertiggestellt werden, haben angeordnet, dass alle nicht wesentlichen Arbeitsplätze am späten Dienstag geschlossen werden. Bombardier-Sprecherin Anna Cristofaro sagt, das Unternehmen prüfe "derzeit, was die heutigen Ankündigungen der Regierungen von Quebec und Ontario für unsere Aktivitäten bedeuten". In einem internen Brief an die Mitarbeiter von Bombardier Aviation, der von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehen wurde, heißt es jedoch, das Unternehmen würde "alle nicht wesentlichen Operationen" in Quebec und Ontario bis zum 13. April oder bis auf weiteres stilllegen, um die Ankündigungen der Regierung zu unterstützen.

01.30 Uhr - Der US-Staat Kalifornien benötigt 50.000 zusätzliche Krankenhausbetten zur Versorgung der prognostizierten Corona-Fälle. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sagt, dass einige dieser Betten von Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden könnten, aber dass Tausende weitere gefunden werden müssten, wenn sich Vorhersagen über die Ausbreitung des Virus bewahrheiteten.

01.01 Uhr - Die Justizbehörde in Hamburg meldet einem Medienbericht zufolge den ersten Fall eines mit dem Corona-Virus infizierten Gefangenen. Der Inhaftierte sei laut einem Bericht der "Funke Mediengruppe" in der Haftanstalt isoliert worden und die Kontaktpersonen der vergangenen Tage bereits ermittelt. Es ist laut Umfrage der Funke-Zeitungen in den Bundesländern der bisher erste Corona-Fall in einer deutschen Justizvollzugsanstalt. Einige Bundesländer verweigern jedoch die Auskunft über mögliche Corona-Fällen in Gefängnissen.

00.52 Uhr - Als erstes Bundesland plant Nordrhein-Westfalen, Verstöße gegen die am Sonntag erlassene "Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus" mit einem Bußgeldkatalog zu ahnden, der teils hohe Geldbußen vorsieht. Das berichtet die Zeitung "Bild" unter Berufung auf eine Auflistung entsprechender Ordnungswidrigkeiten. Details dazu lesen Sie hier.

00.00 Uhr - Japan verhandelt einem Medienbericht zufolge mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) über die Verlegung der Olympischen Sommerspiele um maximal ein Jahr. Japan als Ausrichter der Spiele von Tokio sei derzeit dazu in Verhandlungen mit dem IOC, berichtet die Zeitung "Sankei". Japans Regierungschef Shinzo Abe werde mit IOC-Chef Thomas Bach am (morgigen) Dienstag telefonieren. Das IOC hatte zuletzt erklärt, binnen vier Wochen zu entscheiden, ob die Spiele verschoben werden oder nicht.

mit Nachrichtenagenturen

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