Mittwoch, 27. Mai 2020

Handelsriese kassiert wegen Corona-Krise die Umsatzprognose Jeder weitere Monat kostet Metro 500 Millionen Euro Umsatz

Handelskonzern Metro: Jeder weitere Lockdown-Monat kostet rund 500 Millionen Euro Umsatz
Rolf Vennenbernd/dpa
Handelskonzern Metro: Jeder weitere Lockdown-Monat kostet rund 500 Millionen Euro Umsatz

Morgan Stanley rechnet mit einem dramatischen Einbruch der US-Wirtschaft. Hongkong droht bei Verstößen gegen Corona-Regeln mit bis zu sechs Monaten Gefängnis. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen zur Corona-Krise im Newsblog.

  • Die Bundesregierung plant in der Corona-Krise ein zusätzliches riesiges Programm, um im Mittelstand eine Pleitewelle zu verhindern.
  • Die US-Wirtschaft wird nach Prognose der Großbank Morgan Stanley in diesem Jahr um 5,5 Prozent schrumpfen - und damit so stark wie seit 1946 nicht mehr. Im zweiten Quartal werde das Minus sogar 38 Prozent betragen, die Arbeitslosenquote im Frühjahr mit 15,7 Prozent ihren Höchststand erreichen.
  • Die Deutsche Krankenhausgesellschaft ist sicher: Jeder Patient, der einen Beatmungsplatz braucht, wird einen bekommen. Aktuell seien noch gut 10.000 Beatmungsplätze frei.
  • Der weltweite CO2-Ausstoß könnte laut Experten wegen der Virus-Krise so deutlich sinken wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht.

21.00 Uhr: Der Handelsriese Metro Börsen-Chart zeigen kassiert seine Prognose für das Geschäftsjahr 2019/2020. Grund seien erwartete negative Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf Umsatz und Ergebnis im zweiten Halbjahr, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Der genaue Effekt sei derzeit "nicht quantifizierbar". Allerdings: "Basierend auf einer Hochrechnung der aktuellen Entwicklung erwartet die Metro, dass jeder weitere Monat mit den derzeitigen Einschränkungen zu Umsatzverlusten von circa 500 Millionen Euro oder circa 1,5 bis zwei Prozentpunkte Umsatzwachstum führen wird." Der Metro-Vorstand sieht aufgrund der Dynamik der Virusentwicklungen vorerst davon ab, eine neue Prognose abzugeben. Geplant werde eine Neueinschätzung spätestens mit der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse für das zweite Geschäftsquartal.

20.30 Uhr: Die Bundeswehr hat weitere sechs Covid-19-Patienten aus Bergamo ausgeflogen. Der Medevac-Airbus mit den Kranken an Bord landete am Abend in Köln, wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilt. Die Patienten sollen in Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz versorgt werden.

20.00 Uhr - In Frankreich ist die Zahl der Todesopfer, die in Krankenhäusern an Covid-19 gestorben sind, um 588 auf 5091 gestiegen. Dies sei die bislang höchste Zahl an einem Tag, sagt der Leiter des Gesundheitsministeriums.

19 Uhr - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will Arbeitnehmer mit Atemschutzmasken ausstatten. Das kündigt der CDU-Politiker in "Bild" an. "Jeder Arbeitnehmer sollte, wenn er das möchte, die Chance haben, eine solche Maske zu tragen." Deutschland müsse sich auf einen sehr viel größeren Bedarf an Masken einstellen. Südkorea habe sehr früh auf das Tragen von Masken gesetzt und dies habe offenbar funktioniert.

18.30 Uhr - Die Zahl der bekannten neuen Infektionsfälle in Italien ist den fünften Tag in Folge etwa gleich geblieben. Nach Angaben des Katastrophenschutzes stieg sie um 4585 auf 119.827. Der Verlauf scheint damit die Hoffnung der Regierung zu bestätigen, dass bei den Neuinfektionen eine Abflachung stattfindet. Die Zahl der Toten stieg um 766 auf 14.681, etwa so viele wie am Vortag.

- Allianz-Chef Oliver Bäte sieht keine Notwendigkeit für Corona-Bonds. Eine Vergemeinschaftung von Schulden, die niemals zurückgezahlt würden, wäre keine gute Idee, sagt er dem "Spiegel". "Aber wir brauchen sie auch nicht", sagt Bäte weiter: "Die Eurokrise hat gezeigt, dass gut strukturierte Hilfsprogramme wie in Portugal, Irland und anderswo hervorragend funktionieren."

18 Uhr: Die Zahl der bekannten Fälle im Bundesstaat New York ist an einem Tag um mehr als 10.000 gestiegen. Gouverneur Andrew Cuomo gibt die neue Gesamtzahl mit 102.863 nach 92.381 am Vortag an. Die Zahl der Toten sei auf 2935 nach 2373 gestiegen. Dies sei der größte Anstieg bislang.

FFP2 Atemschutzmaske: Deutschland hat für 200.000 Schutzmasken bezahlt - und die USA haben die Lieferung in Bangkog konfisziert
picture alliance/dpa
FFP2 Atemschutzmaske: Deutschland hat für 200.000 Schutzmasken bezahlt - und die USA haben die Lieferung in Bangkog konfisziert

17 Uhr - Berlin muss in der Corona-Krise auf eine dringend benötigte Lieferung von 200.000 medizinischen Schutzmasken verzichten. Grund: Die USA haben der Hauptstadt die Ware weggeschnappt und in Bangkok konfisziert, wie Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Freitag mitteilte. Die Masken der Klasse FFP-2, die vor Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können, waren nach seinen Angaben für die Polizei der Hauptstadt bestimmt. Berlin habe sie bei einem US-Unternehmen bestellt und bezahlt. Geisel kritisierte das Vorgehen der USA scharf. "Wir betrachten das als Akt moderner Piraterie", erklärte er. "So geht man mit transatlantischen Partnern nicht um. Auch in globalen Krisenzeiten sollten keine Wildwest-Methoden herrschen." Die Bundesregierung müsse bei den USA auf die Einhaltung internationaler Regeln dringen.

Lesen sie dazu: So wirksam sind Schutzmasken unterschiedlichen Typs

16.45 Uhr - Die Stimmung der US-Dienstleister hat sich im März deutlich weniger als erwartet eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) sei um 4,8 Punkte auf 52,5 Zähler gefallen, teilte das Institut am Freitag in Tempe mit. Es ist der niedrigste Stand seit August 2016. Analysten hatten mit einem deutlich stärken Rückgang auf 43,0 Punkte gerechnet. Die Zahlen zeigen jedoch, dass der Dienstleistungssektor durch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus stark belastet wird. So sind die Unterindikatoren für Geschäftsaktivität und Beschäftigung deutlich gefallen. Sie liegen jetzt unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

- Bundesfinanzminister Olaf Scholz plant laut SPIEGEL wegen der Coronavirus-Krise ein Konjunkturprogramm im Volumen von fast 50 Milliarden Euro. Dafür wolle der SPD-Politiker auf die Asylrücklage des Bundes zurückgreifen, berichtete das Magazin am Freitag. Das Finanzministerium wollte sich nicht zu dem SPIEGEL-Bericht äußern. In Regierungskreisen hieß es, es sei unklar, ob es am Ende wirklich bei einem Volumen von 50 Milliarden Euro bleibe. Das sei noch nicht in Stein gemeißelt.

16.30 Uhr - 2019 zählte er noch zu den Großverdienern im Hedgefonds-Geschäft, 2020 dagegen läuft bislang nicht so gut: Wie Bloomberg berichtet, hat der Corona-Crash an den Börsen Christopher Hohn und seiner Firma TCI im März einen Verlust von 19 Prozent beschert. Insgesamt summiere sich die Minus-Performance der Investmentfirma, die rund 30 Milliarden Dollar an Anlegergeldern verwaltet, damit in diesem Jahr auf 23 Prozent, so der Bericht. Ein Sprecher von TCI wollte die Zahlen demnach nicht kommentieren.

Heftige Verluste im März: Hedgefonds-Chef Chris Hohn
Getty Images
Heftige Verluste im März: Hedgefonds-Chef Chris Hohn

- Der Unterkunftsvermittler AirBnB, der von der Corona-Krise hart getroffen wurde, ist jetzt deutlich weniger wert. Wie die "Financial Times" berichtet, hat das Unternehmen intern seine eigene Bewertung auf 26 Milliarden Dollar gesenkt. Das seien 16 Prozent weniger als bei der jüngsten Finanzierungsrunde von AirBnB, so die "FT".

Seite 1 von 4

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung