Mittwoch, 27. Mai 2020

Coronavirus und die Folgen US-Finanzminister will 250 Milliarden Dollar Zusatzhilfen für kleine Firmen

Steven Mnuchin: Zusätzliche 250 Milliarden Dollar für kleinere Firmen
MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX
Steven Mnuchin: Zusätzliche 250 Milliarden Dollar für kleinere Firmen

  • Die Reproduktionszahl der Infektionen mit dem Coronavirus liegt nach Angaben von RKI-Präsident Lothar Wieler derzeit zwischen 1,2 und 1,5 und damit wieder etwas höher als zum Ende der vergangenen Woche.
  • China meldet einen Rückgang der Neuinfektionen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am Montag 32 neue Fälle bestätigt nach 39 am Tag zuvor.
  • In den USA sind an einem Tag 1343 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

21 Uhr - US-Finanzminister Steven Mnuchin strebt für kleine Firmen, die von der Corona-Krise getroffen werden, zusätzliche Hilfen von 250 Milliarden Dollar an. Darüber habe er mit führenden Abgeordneten beider Parteien gesprochen, erklärte Mnuchin via Twitter.

20.30 Uhr - Der frühere US-Notenbankchef Ben Bernanke befürchtet ein "sehr schlechtes Jahr" für die heimische Wirtschaft. In diesem Quartal sei ein Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 30 Prozent oder mehr möglich, sagt er auf einer Online-Veranstaltung der Brookings Institution. Es könnte mehrere Jahre dauern, bis die Wirtschaft wieder Tritt fassen werde.

19.30 Uhr: Frankreich hat als viertes Land weltweit bereits mehr als 10.000 Todesopfer zu beklagen, die durch eine Coronavirus-Infektion gestorben sind. Auch Italien, Spanien und die Vereinigten Staaten zählen bereits jeweils mehr als 10.000 Todesopfer. Während die Zahl der Toten und Neuinfektionen in den USA jedoch weiter zunimmt, nimmt sie in Italien bereits wieder ab.

19 Uhr - Aus Italien werden 604 neue Todesfälle gemeldet, die geringste Zunahme seit dem 13. März. Auch die Zahl der neuen bekannten Infektionen fiel und lag dem Katastrophenschutzamt zufolge bei 3039. Insgesamt sind damit 17.127 Tote und 135.586 Infizierte gemeldet.

18.30 Uhr - Der britische Premier Boris Johnson wird im Krankenhaus weiter mit Sauerstoff versorgt, wie Außenminister Dominic Raab mitteilt. Johnsons Zustand sei stabil. Der 55-jährige Politiker sei jedoch nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Er werde weiter auf der Intensivstation überwacht. Der nach einer Infektion mit dem Virus an der Lungenkrankheit Covid-19 leidende Johnson sei ein Kämpfer und werde die Seuche überstehen.

Nachschub: Lufthansa Airbus bringt 8 Millionen Schutzmasken aus Shanghai
Regis Duvignau / REUTERS
Nachschub: Lufthansa Airbus bringt 8 Millionen Schutzmasken aus Shanghai

18.00 Uhr - In München ist am Abend ein Flugzeug mit acht Millionen Schutzmasken an Bord gelandet. Es war am Morgen in Shanghai gestartet. Nach einer Zwischenlandung in Seoul kam die Lufthansa-Maschine mit der Fracht in München an, wo sie vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Lufthansa-Chef Carsten Spohr empfangen wurde.

17.35 Uhr - Die Zahl der Todesfälle im Bundesstaat New York steigt stärker. Gouverneur Andrew Cuomo gibt einen Anstieg um 731 auf 5489 Tote bekannt, der größte Anstieg binnen eines Tages. Cuomo weist darauf hin, dass die Epidemie in der Stadt seit "nur 37 Tagen" grassierte. Die Influenza-Pandemie von 1918 habe sechs Monate in New York gewütet.

Donald Trump, Virologe Anthony Fauci: Nun hat laut Trump die WHO versagt

17.00 Uhr - US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Pandemie Versagen vorgeworfen. Sie habe "wirklich Mist gebaut" (engl. "really blew it"), schreibt Trump auf Twitter. Zum Glück habe er jedoch früh die Empfehlung der Organisation verworfen, die Grenzen zu China offen zu lassen, schrieb Trump.

- In Spanien sollen Zehntausende von Migranten und Arbeitslose für die Erntesaison angeheuert werden. Dazu kündigt Landwirtschaftsminister Luis Planas ein Bündel von Maßnahmen an, die bis zum 30. Juni in Kraft sein sollen. Im wesentlichen geht es um zeitweise Arbeitsgenehmigungen für Personen, die Sozialleistungen beziehen.

16.30 Uhr - Die Lufthansa hat wegen der Corona-Krise eine Restrukturierung ihrer Flugbetriebe beschlossen. Die Tochter Germanwings werde eingestellt. Bei nahezu allen Flugbetrieben des Konzerns sollten Kapazitäten verringert und die Verwaltung verkleinert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Lufthansa erwarte auch für die Zeit nach der Corona-Krise einen deutlichen Nachfragerückgang bei Flugreisen. Möglichst vielen Mitarbeitern solle eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Gruppe angeboten werden. Darüber will das Unternehmen mit den Sozialpartnern verhandeln.

Lufthansa: Betrieb von Germanwings wird eingestellt
Marcel Kusch / dpa
Lufthansa: Betrieb von Germanwings wird eingestellt

- Nach einer Reihe anderer Länder in Europa wagt auch Norwegen eine erste Lockerung seiner Corona-Maßnahmen. Kindergärten werden in dem skandinavischen Land am 20. April wieder geöffnet, sieben Tage später sollen dann die ersten bis vierten Klassenstufen von Schulen folgen, wie Ministerpräsidentin Erna Solberg am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Oslo sagte. Ziel sei es, alle Schüler noch vor dem Sommer zurück in die Schulen zu bringen, ergänzte Bildungsministerin Guri Melby.

16.30 Uhr - Die Luftfahrtbranche fürchtet wegen der Corona-Krise den Verlust von 25 Millionen Jobs und ruft Regierungen in aller Welt zu Finanzhilfen auf. Weltweit hänge der Lebensunterhalt von 65,5 Millionen Menschen von Fluggesellschaften ab, der Großteil davon in benachbarten Branchen wie dem Tourismus, teilte der Weltluftfahrtverband IATA am Dienstag in Genf mit.

16.00 Uhr - Israel schreibt im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit vor. Kinder unter sechs, geistig Behinderte und Menschen, die sich allein im Auto oder an ihrem Arbeitsplatz aufhalten, sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Die Masken können selbstgebastelt sein.

15.30 Uhr - Die führenden Forschungsinstitute erwarten Insidern zufolge nach der schweren Rezession in diesem Jahr wegen der Corona-Krise für 2021 eine kräftige Erholung in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde voraussichtlich um 5,8 Prozent steigen, sagten mit dem Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Möglich werde das nicht zuletzt durch die gute finanzielle Situation des Staates, der milliardenschwere Rettungspakete geschnürt hat. 2020 droht dennoch eine "schwerwiegende Rezession": Das BIP werde wohl um 4,2 Prozent einbrechen.

15.00 Uhr - In den USA sind an einem Tag 1343 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das ging am Dienstag aus den Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins für den Montag hervor. Am Sonntag waren es noch rund 1200 Tote gewesen. Insgesamt sind demnach in den USA bislang rund 11 000 Menschen infolge einer Infektion mit der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

14.30 Uhr - Der Bund wird sich zur Finanzierung der Corona-Hilfsprogramme deutlich höher verschulden als ursprünglich geplant. Wie die Bundesfinanzagentur am Dienstag in Frankfurt mitteilte, steigt die Schuldenaufnahme im zweiten Quartal gegenüber der bisherigen Planung um 43 Milliarden Euro oder etwa 50 Prozent auf 130,5 Milliarden Euro.

Der Bund beabsichtigt, im zweiten Quartal bei Bundesanleihen zwei neue Laufzeitsegmente einzuführen. Im Mai wird eine 15-jährige Bundesanleihe mit Fälligkeit im Mai 2035 an den Start gebracht. Im Juni ist eine Aufstockung um 2,5 Milliarden Euro vorgesehen. Am 12. Mai wird eine siebenjährige Bundesanleihe mit Fälligkeit im November 2027 emittiert. Neben der Neuemission mit einem Volumen von vier Milliarden Euro sind im Juni zwei Aufstockungen über jeweils drei Milliarden Euro vorgesehen.

14.00 Uhr - Ein Frachtflugzeug bringt am Dienstag acht Millionen Schutzmasken für die Bundesregierung nach Deutschland. Der Jet war am Dienstagmorgen im chinesischen Shanghai gestartet und ist nach einer Zwischenlandung in Seoul auf dem Weg nach München, wie die Lufthansa mitteilte. Am späten Nachmittag soll die Maschine landen.

- In der Coronakrise ist die Angst vor einem wirtschaftlichen Einbruch in Deutschland massiv gestiegen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichen Sonderbefragung der R+V-Versicherung zu den aktuellen Sorgen der Bundesbürger hervor. Der Anteil derjenigen, die eine schlechtere Wirtschaftslage befürchten, erhöhte sich demnach im Vergleich zur Befragung im Vorjahr um 23 Prozent auf nunmehr 58 Prozent.

- Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in den Niederlanden ist den Gesundheitsbehörden zufolge um 777 auf 19.580 gestiegen. Damit verlangsamte sich die Zunahme weiter. Die Zahl der Toten stieg demnach um 234 auf 2101. Allerdings seien darin auch Todesfälle vom Wochenende enthalten, die zuvor nicht erfasst worden seien.

12.00 Uhr - In Deutschland sind bis Dienstagvormittag mindestens 99.700 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Mindestens 1633 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 30. 600 Menschen die Infektion überstanden. Andere Organisationen wie etwa die John-Hopkins-Universität kommen bei ihren Berechnungen auf leicht über 100.000 Infizierte.

- besonders hart von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien ist die Zahl der Todesfälle wieder deutlich angestiegen. Binnen eines Tages wurden 743 neue Corona-Tote gemeldet, wie das spanische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Zuvor hatten rückläufige Todeszahlen vier Tage in Folge die Hoffnung keimen lassen, dass Spanien das Schlimmste hinter sich habe. Das Land hatte am Montag 637 Corona-Tote binnen 24 Stunden gemeldet. Insgesamt sind in Spanien bisher bereits 13.798 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben.

11.30 Uhr - Die Werke des Sportwagenbauers Porsche stehen wegen der Coronavirus-Pandemie auch in der Woche nach Ostern still. Angesichts der aktuellen Lage bleibe die Produktion im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und in Leipzig eine weitere Woche ausgesetzt, erklärte ein Sprecher am Dienstag. Es gebe weiterhin Engpässe bei den globalen Lieferketten, die einen geordneten Wiederanlauf der Produktion nicht zuließen, hieß es. Porsche hatte Mitte März angekündigt, die Arbeit in den Werken vorerst einzustellen. Die kommende Woche ist dann die vierte, in der die Arbeit ruht. Für die Beschäftigten hat der Autobauer Kurzarbeit angemeldet.

- Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zu dämpfen, hat Japans Regierung ein Konjunkturpaket im Volumen von 108 Billionen Yen (916 Milliarden Euro) abgesegnet - das bislang größte. Damit sollen vor allem in Not geratene Familien und kleine Firmen geholfen werden.

Lothar Heinz Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts
Jörg Carstensen/dpa
Lothar Heinz Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts

- Das Robert-Koch-Institut (RKI) will mit Daten von Fitness-Armbändern und Smartwatches mehr über die Ausbreitung des Coronavirus erfahren. Eine entsprechende App unter dem Namen "Corona-Datenspende" sei ab sofort verfügbar, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Die RKI-Wissenschaftler erhoffen sich laut Wieler durch die App, deren Nutzung freiwillig und pseudonymisiert ist, mehr über die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und über Infektionsschwerpunkte zu erfahren.

11.00 Uhr - Die Luftfahrtgesellschaft Air France-KLM Börsen-Chart zeigen dringt in der Corona-Krise auf rasche öffentliche Finanzhilfen. Verhandlungen mit den Regierungen in Frankreich und den Niederlanden seien bereits im Gang, sagte die Generaldirektorin von Air France, Anne Rigali, der Zeitung "Le Figaro" (Dienstagausgabe). Fast die gesamte Flotte der Airline sei derzeit am Boden. (Lesen Sie hier mehr zum Tabubruch beim Air-France-KLM-Rivalen Lufthansa Börsen-Chart zeigen Ende der Tabus)

10.30 Uhr- Die Reproduktionszahl der Infektionen mit dem Coronavirus liegt nach Angaben von RKI-Präsident Lothar Wieler derzeit zwischen 1,2 und 1,5 und damit wieder etwas höher als zum Ende der vergangenen Woche. Am Freitag hatte Wieler den Faktor mit 1 beziffert, das heißt, dass ein Infizierter einen anderen Menschen mit dem Virus ansteckt. Sinkt die Zahl auf unter 1, gehen Virologen davon aus, dass eine Pandemie eingedämmt ist.

- Der Autozulieferer Prevent liefert nach eigenen Angaben angesichts der Coronavirus-Pandemie Schutzausrüstung in die Bundesrepublik. "Die ersten Lieferungen nach Deutschland sind bereits auf dem Weg", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Die Lieferungen sollen demnach an ein großes Pharmaunternehmen sowie mehrere Klinikbetreiber gehen. Genaue Angaben zur Stückzahl konnte das Unternehmen nicht machen. Es sollen allerdings noch in diesem Monat Schutzmasken und Schutzanzüge im siebenstelligen Bereich geliefert werden.

- Der französische Gasehersteller Air Liquide Börsen-Chart zeigen will seine deutsche Tochter Schülke & Mayr GmbH veräußern. Air Liquide führe wegen dem Desinfektionsmittelhersteller exklusive Verkaufsgespräche mit dem Finanzinvestor EQT, teilte der Linde-Konkurrent am Dienstag in Paris mit. Bereits Mitte November hatte Air Liquide bekanntgegeben, einen Verkauf von Schülke zu prüfen. Das 1889 in Hamburg gegründete Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 1250 Mitarbeiter. Schülke & Mayr mit Sitz in Norderstedt verkauft seine Produkte in mehr als 100 Ländern und produziert in eigenen Werken neben Deutschland auch in Frankreich und Brasilien.

09.30 Uhr - In Russland gibt es erstmals mehr als 1000 bekannte Neuinfektionen binnen eines Tages. 1154 neue Fälle seien innerhalb der vergangenen 24 Stunden gemeldet worden, teilt das Krisenzentrum mit. Damit steige die Gesamtzahl der Infektionen auf 7497.

Friedrich Merz
Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Friedrich Merz

- Nach seiner überstandenen Coronavirus-Infektion hat sich der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz demonstrativ hinter die Arbeit der Bundesregierung gestellt. "Es gab ja eine sehr schwierige Phase vor der Krise. Es gab sehr schlechte Wahlergebnisse", sagte der 64-jährige Kandidat für den CDU-Parteivorsitz am Dienstag in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland". "Aber das ist jetzt vorbei, in der Krise muss die Bevölkerung hinter der Regierung stehen. Und das gilt für mich auch." Merz hatte das Erscheinungsbild der Bundesregierung im vergangenen Herbst noch als "grottenschlecht" bezeichnet.

08.45 Uhr - Frankreich hat nach Einschätzung der Regierung den Höhepunkt der Epidemie noch nicht erreicht. "Wir sind noch immer in einer Phase der Verschlechterung", sagt Gesundheitsminister Olivier Veran im Fernsehsender BFM. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens blieben so lange in Kraft, wie das nötig sei. Nach den am Montag veröffentlichten Daten ist der Anstieg der Zahl der am Virus gestorbenen Patienten wieder steiler geworden. Fast 9000 Menschen sind bislang der Lungenkrankheit Covid-19 erlegen.

08.30 Uhr - Die deutsche Industrie erwartet laut einer Umfrage des Ifo-Instituts wegen der Corona-Krise in den kommenden drei Monaten einen massiven Rückgang der Produktion. Wie das Forschungsinstitut mitteilte, sackte der Index der Produktionserwartungen im März um 22,8 Punkte auf minus 20,8 Punkte ab. Dies sei der schärfste Einbruch seit Beginn der Umfrage im Jahr 1991. Selbst in der Weltfinanzkrise habe der Index im November 2008 nur um 13,3 Punkte nachgegeben. Nach Ansicht der Wirtschaftsforscher könnte die tatsächliche Produktion der nächsten Monate noch stärker einbrechen, als der Index-Wert erwarten lasse. "Vermutlich ist die Entwicklung noch unterzeichnet, weil die meisten Antworten bis Mitte des Monats März eingingen", sagt der Leiter der Befragungen, Klaus Wohlrabe.

Die Autobauer sowie die Gummi- und Kunststoffindustrie blickten der Umfrage zufolge besonders pessimistisch in die Zukunft. Die Unternehmen sind in der Corona-Krise gleichermaßen von einem starken Nachfrageausfall und der Störung der weltweiten Lieferketten betroffen. Lichtblicke gebe es in der Chemie-Branche, die sich laut Wohlrabe weniger von den Folgen der Corona-Epidemie betroffen sieht. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie habe sich der Index, trotz leichter Rückgänge, sogar noch im positiven Bereich halten können.

08.00 Uhr - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs stark abgespeckte Geisterspiele. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge wären bei weiteren Geisterspielen in jedem Stadion inklusive beider Mannschaften (in normaler Stärke) und dem Ordnungspersonal 239 Personen erlaubt, davon 126 im Innenraum. Beispielsweise dürfte jedes Team noch von acht Trainern, Betreuern und Ärzten begleitet werden, nur vier Balljungen wären in den leeren Stadien zugelassen. 36 Personen würden eine normale TV-Übertragung gewährleisten, insgesamt 70 Ordnerinnen und Ordner auch vor den Arenen Fan-Treffen verhindern, heißt es in dem Bericht. Beim Geisterderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (2:1) waren am 11. März etwa 600 Personen im Stadion gewesen. Zu diesem Zeitpunkt waren lediglich Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen untersagt. Vor dem Stadion versammelten sich jedoch Hunderte Gladbach-Fans, um den Sieg zu feiern.

 Ein offenbar ernst gemeinster Plan: Die Formel-1-Boliden könnten in dieser Saison doch noch ihre Runden drehen - ohne Zuschauer
Charles Coates/ Getty Images
Ein offenbar ernst gemeinster Plan: Die Formel-1-Boliden könnten in dieser Saison doch noch ihre Runden drehen - ohne Zuschauer

07.30 Uhr - Die Formel 1 will ihre Saison wohl auch mit einigen Geisterrennen ohne Zuschauer retten. WM-Läufe hinter verschlossenen Türen würden nun von den Spitzen der Rennserie "ernsthaft geprüft", berichtete die BBC nach einer Telefonkonferenz mit Teamchefs, Rechteinhabern und Weltverbandschef Jean Todt. Die Formel 1 hofft demnach, dass sich die Lage in der Corona-Pandemie in Europa ausreichend für Geisterrennen im Juli oder August verbessert. Möglicher Auftaktort könnte die Strecke im britischen Silverstone sein, in deren Nähe sieben der zehn Rennställe beheimatet sind. Wegen der Corona-Krise ruht der Rennbetrieb der Formel 1 bis mindestens Juni. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte jüngst der Zeitung "Österreich" zum Zeitpunkt eines Saisonstarts gesagt: "Ich hoffe, im Herbst."

07.15 Uhr - Der Flughafenbetreiber Fraport verzeichnete in der vergangenen Woche am Frankfurter Airport nur noch einen Bruchteil des Flugverkehrs. Die Zahl der Passagiere brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 95 Prozent auf 66.151 ein. Das Frachtvolumen ging um 25 Prozent auf 32.904 Tonnen zurück. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Flugbewegungen um 85 Prozent auf 1545. Das Terminal 2 werde bis auf weiteres nicht mehr für die Abfertigung von Passagieren genutzt, teilte Fraport mit.

06.45 Uhr - Mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland rechnet einer Umfrage zufolge mit langfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf ihr Konsumverhalten. Wäre die Krise in drei Monaten unter Kontrolle, würden 28 Prozent der Befragten anschließend dennoch weniger ausgeben, wie aus einer repräsentativen Verbraucherumfrage der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. Die gleiche Anzahl rechnet zudem damit, dass sich ihr Kaufverhalten nach frühestens einem Jahr normalisiert, wenn nicht sogar gänzlich ändert. Ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, nach ein paar Monaten wieder das Kaufverhalten von vor der Krise zu haben.

05.00 Uhr - Die Behörden der chinesischen Großstadt Wuhan lockern die zur Eindämmung der Pandemie verhängten Reisebeschränkungen. Erstmals seit Wuhan am 23. Januar von der Außenwelt abgeriegelt worden war, sollen die Bewohner ab Mittwoch die Stadt wieder verlassen dürfen. Von Wuhan aus hatte sich das Virus weltweit ausgebreitet. In den vergangenen 14 Tagen wurden aus Wuhan aber nur noch zwei bestätigte Neuinfektionen gemeldet.

04.45 Uhr - China meldet einen Rückgang der Neuinfektionen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am Montag 32 neue Fälle bestätigt nach 39 am Tag zuvor. Bei allen 32 Neuinfektionen handle es sich um Reisende, die aus Übersee nach China gekommen seien. Insgesamt seien nunmehr 81.740 Fälle erfasst. 3331 Menschen seien gestorben.

04.00 Uhr - Mexiko verzeichnet seinen bislang höchsten Anstieg an Corona-Fällen binnen eines Tages. Das Land registrierte 296 Neuinfektionen. Insgesamt seien damit bislang 2439 Fälle erfasst. Die Totenzahl liege bei 125. Der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo Lopez-Gatell erklärt, die Fälle würden noch erheblich zunehmen. Es sei wichtig, mehr medizinische Fachkräfte einzustellen.

03.00 Uhr - Die für diesen Dienstag geplanten Präsidentschaftsvorwahlen im US-Bundesstaat Wisconsin sollen laut einer Gerichtsentscheidung trotz der Coronavirus-Pandemie stattfinden. Das Oberste Gericht von Wisconsin erklärte am Montag ein Dekret des Gouverneurs für ungültig, durch das die Abstimmungen verschoben werden sollten. Gouverneur Tony Evers hatte den Erlass erste einige Stunden zuvor unterzeichnet. Als vorläufiger neuer Wahltermin war darin der 9. Juni festgelegt worden. Evers begründete das Dekret mit seiner "Pflicht, für die Sicherheit der Menschen zu sorgen". Er könne die Wahlen nicht "mit gutem Gewissen" zulassen.

02.30 Uhr - Kolumbien verlängert die landesweite Quarantäne zur Eindämmung des Coronavirus um zwei Wochen bis zum 27. April. Dies teilt Präsident Ivan Duque mit.

01.30 Uhr - Die Präsidentschaftswahl in Polen soll wegen der Coronavirus-Pandemie als reine Briefwahl abgehalten werden. Die Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) verabschiedete am Montagabend mit ihrer Mehrheit im Unterhaus eine entsprechende Änderung des Wahlgesetzes. Die Oppositionsparteien im Sejm hatten vergebens gegen das Vorhaben Front gemacht und eine deutliche Verschiebung der für den 10. Mai geplanten Wahl gefordert.

mit Nachrichtenagenturen

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