Mittwoch, 8. April 2020

Zahl der Infizierten steigt gegenwärtig langsamer Deutsche Wissenschaftler machen etwas Hoffnung in der Corona-Krise

Ein Hinweisschild braucht es wohl noch: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat die Bundesregierung das öffentliche Leben erheblich eingeschränkt. Die Zahl der Infizierten steigt langsamer.
Kay Nietfeld / dpa
Ein Hinweisschild braucht es wohl noch: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat die Bundesregierung das öffentliche Leben erheblich eingeschränkt. Die Zahl der Infizierten steigt langsamer.

Angesichts einer langsameren Ausbreitung der Corona-Seuche in den vergangenen Tagen machen Experten erste Erfolge der Kontakt-Beschränkungen aus. "Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht", sagte der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Montag in Berlin. Am Mittwoch könne man wohl Genaueres über die Wirkung der seit einer Woche geltenden Einschränkungen sagen.

"Ich bin aber optimistisch, dass diese Maßnahmen schon jetzt sichtbar sind, was sehr früh ist." Positiv sei auch, dass bereits mehr als 2800 Menschen die Infektion überstanden hätten. Das Zentrum der Pandemie ist weiter Europa - und hier besonders Italien und Spanien. Insgesamt gab es in Europa bislang über 7200 Tote.

In Deutschland sind den RKI-Zahlen zufolge 22.672 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 86 starben an der Seuche. Am Sonntag waren 18.610 Infizierte und 55 Tote gemeldet worden. Da am Wochenende die Gesundheitsämter unregelmäßig Daten lieferten, gelten diese erst in den nächsten Tagen als aussagefähiger.

Größere Einschränkungen für die Menschen in Deutschland sind seit gut einer Woche in Kraft. Am Sonntag beschloss die Regierung ein weitgehendes Kontaktverbot. Zielt ist es, die Epidemie zu verlangsamen, so dass die Krankenhäuser die Zahl der Schwerkranken angemessen behandeln können.

"Abflachung in den Wachstumsraten seit Ende der vorletzten Woche"

Auch Wissenschaftler aus Regensburg und Mainz sehen kleine Fortschritte auf dem Weg dorthin, nachdem am 13. März Einschränkungen beschlossen wurden. Nach dem 14. März seien im Schnitt täglich 21 Prozent neue Fälle hinzugekommen, zuvor seien es 27 Prozent gewesen, heißt es in einer Modellrechnung der Wissenschaftler Tobias Hartl, Klaus Wälde und Enzo Weber.

"Gegen Ende der Woche werden wir statistisch gesichert sagen können, ob sich die Eindämmungsmaßnahmen in einer Abflachung der gemessenen Corona-Infektionszahlen niederschlagen", sagte Weber der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir können aber bereits feststellen, dass es eine Abflachung in den Wachstumsraten seit Ende der vorletzten Woche gab, als die Maßnahmen noch gar nicht in Kraft waren." Unterdessen teilte ein Regierungssprecher mit, dass ein erster Corona-Test bei Kanzlerin Angela Merkel negativ ausgefallen sei. Weitere Tests folgten in den kommenden Tagen, weil ein Ergebnis jetzt noch nicht voll aussagekräftig sei.

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