Coronavirus und die Folgen Ansteckungsrate in Deutschland steigt wieder

Söder: Langsame Öffnung der Gastronomie erst ab Ende Mai - zumal auch die Reproduktionsrate des Virus wieder auf 1,0 gestiegen ist. Ein Infizierter steckt damit einen weiteren an

Söder: Langsame Öffnung der Gastronomie erst ab Ende Mai - zumal auch die Reproduktionsrate des Virus wieder auf 1,0 gestiegen ist. Ein Infizierter steckt damit einen weiteren an

Foto: Felix Hörhager/dpa

  • Sozialminister Hubertus Heil plant längere Lohnausfallzahlungen für Eltern, die in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas ihre Kinder zu Hause betreuen müssen.
  • In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infektionen binnen eines Tages um 1018 auf 155.193 gestiegen. Zudem seien weitere 110 Menschen gestorben.
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier deutet eine grundsätzliche Bereitschaft zu Staatshilfen für die Lufthansa an.
  • In den USA zählen die Behörden mittlerweile 52.459 Corona-Tote und 928.619 gemeldete Coronavirus-Fälle.

22 Uhr: Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts wieder gestiegen. Laut der am Montagabend veröffentlichten RKI-Statistik steckt jeder Infizierte nunmehr wieder einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate liegt bei 1,0 (Datenstand 27.04. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass die Zahl der Neuerkrankungen nicht mehr leicht zurückgeht wie in den vergangenen Tagen. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3, in den vergangenen Tagen bei 0,9 - jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse diese Reproduktionszahl unter 1 liegen.

19 Uhr: In Italien wächst die Zahl der Todesfälle schneller an. Am Montag registrieren die Behörden 333 tödliche Covid-19-Verläufe im Vergleich zu 260 am Vortag. Die Zahl der Infektionen stieg um 1739 Fälle, am Sonntag waren es 2324 Fälle. In Italien haben sich knapp 200.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Nur in den USA sind mehr Menschen an Covid-19 erkrankt.

- Weltweit hat die Zahl der Coronavirus-Fälle nach einer Reuters-Erhebung die Schwelle von drei Millionen überschritten. Knapp eine Million entfällt demnach auf die USA. Insgesamt sind 205.000 Menschen dem Virus erlegen. 43 Prozent der Erkrankungen wurden in Europa registriert, auf die USA entfällt rund ein Viertel.

- Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigt umfassende Kontakt- und Bewegungseinschränkungen für das erste Mai-Wochenende für 31 Städte an. Die Verbote sollten auch an den kommenden Wochenenden bis Ende Mai gelten. Erdogan erklärt, er werde in kürze einen Fahrplan für die Rückkehr zur Normalität bekanntgeben.

18 Uhr - Die Weltgesundheitsorganisation WHO äußert sich besorgt über steigende Infektionszahlen in Afrika, Osteuropa, Lateinamerika und einigen asiatische Staaten. Man sei weit davon entfernt, die Pandemie überwunden zu haben. Zudem erklärt die WHO, rund 20 Länder würden über Engpässe bei Impfungen gegen andere Krankheiten neben Covid-19 klagen. Grund seien unter anderem geschlossene Grenzen oder andere Beschränkungen.

- Trotz steigender Infektionszahlen nimmt in Russland der Druck auf die Regierung zu, die Beschränkungen für die Wirtschaft wegen der Coronavirus-Pandemie zu lockern. Viele Firmen stehen nach eigenen Angaben am Rande des Bankrotts, sollten die strengen Regeln fortbestehen. Tausende Menschen haben bereits ihre Jobs verloren. Ministerpräsident Michail Mischustin weist die Regierung an, bis Donnerstag Vorschläge für eine Lockerung vorzulegen.

17 Uhr - Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat einen Antrag von Möbelhäusern abgelehnt, die die behördliche Beschränkung von Verkaufsflächen in der Corona-Krise auf 800 Quadratmeter kippen wollten. Der zuständige Senat sehe die Flächenbeschränkung für große Einzelhandelsgeschäfte in Niedersachsen als notwendige Schutzmaßnahme an, teilt das Gericht mit. Auch im Saarland gilt die Beschränkung weiter.

16 Uhr - Die Bundesregierung will die Lufthansa als starkes Unternehmen erhalten. Der Konzern müsse auch künftig wettbewerbsfähig sein, sagt der Tourismusbeauftragte der Regierung, Thomas Bareiß, mit Blick auf die bevorstehenden Staatshilfen. Es werde ein klares Bekenntnis zur Lufthansa geben, am besten aber zeitlich befristet. Über die genaue Form - beispielsweise eine Stille Beteiligung - sei noch nicht entschieden.

15.30 Uhr - Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung hält Inlandsreisen im Sommer für möglich. In einem ersten Schritt werde es vermutlich Lockerungen für Ferienwohnungen und Ferienhäuser geben, Hotels dann erst später, sagt Thomas Bareiß. Handtuch an Handtuch gehe es an den Stränden aber nicht. Standards für die Branche müssten jetzt definiert werden. Europareisen könnten erst danach folgen, Fernreisen noch später.

- Der Einzelhandelsverband HDE fordert den Bund auf, mit Coronaschecks von 500 Euro je Bürger die trübe Konsumstimmung aufzuhellen. Die Binnenkonjunktur sei früher Stabilitätsanker der Wirtschaft gewesen, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das könne wieder gelingen, "wenn die Bundesregierung einen starken Konjunkturimpuls setzt". Starten solle die Ausgabe der Coronaschecks, sobald die Infektionsrisiken beherrschbar geworden seien.

- Argentinien verbietet bis zum 1. September den Verkauf von Flugtickets. Damit solle auch verhindert werden, dass die Fluggesellschaft Tickets für Flüge verkaufen, die nicht von der Regierung genehmigt wurden, heißt es in einem Erlass der Nationalen Flugbehörde.

14.00 Uhr - In der Schweiz sind bis Montag 1353 Personen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben - 16 mehr als am Vortag. Nach Angaben des Gesundheitsministerium wurden 29.164 Coronavirus-Infektionen von Laboren bestätigt, ein Zuwachs von 103 binnen eines Tages. Sowohl die Erkrankungen als auch die Todesfälle stiegen damit weniger stark an als zuletzt.

13.45 Uhr - Die norwegische Billig-Airline Norwegian Air hat vor ihrem Aus gewarnt, sollte der Rettungsplan von Gläubigern und Aktionären nicht abgesegnet werden. Es ist "wichtig, bis Mitte Mai Zugang zum staatlichen Beihilfepaket zu erhalten, bevor das Unternehmen kein Geld mehr hat", teilte die Fluggesellschaft mit. Nach einem Rettungsplan von Anfang April sollen Schulden im Milliardenhöhe in Eigenkapital umgewandelt werden, eine Kapitalerhöhung ist geplant. Der norwegische Staat soll mit Garantien beistehen. Norwegian hatte schon vor Ausbruch der Pandemie finanzielle Schwierigkeiten.

- Der drastische Einbruch bei den Flugreisen in der Corona-Krise macht sich auch bei den Steuereinnahmen bemerkbar: Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, gingen die kassenmäßigen Steuereinnahmen aus der Luftverkehrsteuer in Deutschland im März 2020 um 56,7 Prozent im Vorjahresvergleich zurück. Für das gesamte erste Quartal 2020 ergibt sich demnach ein Rückgang von 27,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019. Im Jahr 2019 hatte der Bund insgesamt 1,2 Milliarden Euro für rund 96,6 Millionen beförderte Passagiere durch die Luftverkehrsteuer eingenommen.

13.30 Uhr - Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat vor "massiven Lockerungen" im Kampf gegen das Coronavirus gewarnt. "Über massive Lockerungen zu reden bei einer Zahl von 2000 Neuinfektionen, das ist eine Wette, die, ich sage mal, riskant ist", sagte die Verteidigungsministerin am Montag bei einem Besuch in Leipzig. Sinnvoll sei dies erst bei 1000 Neuinfektionen pro Tag "oder noch besser bei 600 oder bei 500". "Ich hoffe, dass es in dieser Woche in der Schalte mit den Ministerpräsidenten auch noch einmal eine größere Verständigung darüber gibt", so Kramp-Karrenbauer.

- Spanien will mit Hilfe von Antikörpertests in 36.000 Haushalten mit rund 90.000 Bewohnern das wahre Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Land abschätzen. Die Testreihe sollte an diesem Montag beginnen und sich über mehrere Wochen hinziehen. Alle Teilnehmer werden zwei verschiedenen Tests unterzogen, die insgesamt drei Mal im Abstand von drei Wochen durchgeführt werden. Die Studie findet landesweit statt, die Teilnahme ist freiwillig. Die Gesundheitsbehörden hoffen, mit der Analyse auch Informationen über die Übertragung des Virus in Privathaushalten nach sechswöchiger Ausgehsperre zu erhalten.

- Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil dämpft die Erwartungen an die Bund-Länder-Schalte mit Blick auf weitere Lockerungen der Corona-Einschränkungen. "Für diese Woche würde ich den Erwartungshorizont nicht zu hoch knüpfen", sagte der SPD-Politiker am Montag nach einem Treffen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Hannover. In der kommenden Woche könne man dagegen bereits abschätzen, wie sich die Infektionszahlen nach der teilweisen Wiederaufnahme des Handels entwickeln. Die Politik müsse sehr nüchtern abwägen, welchen Spielraum es für weitere Lockerungen gibt und dürfe diesen nicht überreizen.

13.15 Uhr - Die Rettung der von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Lufthansa ist nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder für Deutschland "elementar" und muss daher hohe Priorität haben. "Natürlich ist es wichtig, die Lufthansa zu retten, es ist ein systemrelevantes Unternehmen. Die Lufthansa sollte aber nicht verstaatlicht werden", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Deutschland dürfe auch nach einer staatlichen Beteiligung "kein Sagen auf der Kommandobrücke" erhalten, sondern sich nur als stiller Teilhaber, als Beiboot verstehen. Wie sich Lufthansa die Rettung vorstellt und wie er Konzern das Mitspracherecht des Staats begrenzen will lesen Sie hier.

13 Uhr - Bayerns höchstes Verwaltungsgericht hat das von der Staatsregierung in der Corona-Krise verhängte Verkaufsverbot für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern für verfassungswidrig erklärt. Die Richter sehen das wegen der Ungleichbehandlung mit kleineren Läden als Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes. Das teilte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am Montag mit. Unmittelbare praktische Folgen hat die Entscheidung aber nicht. Das Gericht setzte die Vorschrift wegen der Pandemie-Notlage "ausnahmsweise" nicht außer Kraft, wie es in der Mitteilung hieß. Stattdessen beschränkte sich der 20. Senat darauf, die Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz festzustellen. Das Gericht entschied vorläufig über den Eilantrag eines Einzelhändlers mit Warenhäusern in Bayern, Berlin und Hamburg. Diese überschreiten teilweise die Grenze von 800 Quadratmetern. Ein umfassendes Urteil in der Sache steht noch aus. Ein Zeitpunkt dafür ist derzeit nicht absehbar.

- Ein Drittel der Veranstalter von Straßenläufen in Deutschland fürchtet wegen der Absagen in der Corona-Krise die Pleite. Dies geht aus einer Umfrage der Veranstalter-Organisation German Road Races (GRR) hervor. "Wir müssen davon ausgehen, dass in den nächsten Monaten jede Laufveranstaltung abgesagt werden muss. Aufgrund der Situation gibt es zudem kaum Anmeldungen für die noch nicht abgesagten Rennen im Herbst", sagte Horst Milde, GRR-Vorsitzender und langjähriger Chef des Berlin-Marathons. "Die bisher aufgesetzten Hilfsprogramme greifen wegen der sich abzeichnenden, langen Veranstaltungsverbote zu kurz", kritisierte Milde. Man habe das Bundesinnenministerium nochmals gebeten, einen Notfallfonds einzurichten. "Dabei haben wir mit einem Betrag von 4,5 Millionen Euro nur etwa zehn Prozent des geschätzten Schadens veranschlagt", erklärte Milde. Mit dieser Summe könnten etwa 500 Laufveranstaltungen mit bis zu einer Million Teilnehmerausfällen gerettet werden.

12 Uhr - Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder hält eine langsame Wiedereröffnung der Gastronomie erst ab Ende Mai für denkbar. Das sagte er nach Teilnehmerangaben am Montag in einer Videoschalte des CSU-Parteivorstands. Söder verteidigte dabei den bisherigen Kurs im Kampf gegen das Coronavirus und mahnte weiterhin zu nur vorsichtigen Lockerungen. Die bisherige Strategie, Inhalt und Zeitpunkt, seien richtig gewesen. Man müsse nun weiterhin langsam, behutsam und vorsichtig agieren - aber mit Perspektiven. Es dürfe bei den Lockerungen keinen Überbietungswettbewerb geben.

Die CSU-Spitze ging in der Videoschalte deutlich auf Distanz zum nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU). Dieser hatte am Sonntagabend in der ARD beklagt, dass Virologen alle paar Tage ihre Meinung änderten. Das führe zu Verunsicherung. Söder sagte ganz grundsätzlich, ohne Laschet namentlich zu nennen: "Es wäre falsch, nicht auf Virologen zu hören, denn sie haben uns bisher gut beraten." CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt ging Laschet dagegen frontal an: Was Laschet mache, könne schädlich sein, sagte Dobrindt nach Teilnehmerangaben. Man dürfe sich nicht einfach von wissenschaftlichen Erkenntnissen entfernen. Vielmehr müsse man mit den Virologen agieren und nicht gegen sie, mahnte Dobrindt.

KfW erhält immer mehr Anträge auf Hilfskredite

KfW erhält immer mehr Anträge auf Hilfskredite

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

11.30 Uhr - Die Nachfrage nach Staatskrediten in der Coronakrise legt weiter zu. Bis Freitag wurden bei der staatlichen Förderbank KfW Hilfskredite im Gesamtvolumen von 30,3 Milliarden Euro beantragt, wie die KfW mitteilt. Insgesamt liegen inzwischen fast 19.900 Kreditanträge vor.

- In Spanien ist die Zahl der neuen Coronavirus-Todesfälle wieder leicht gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien 331 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Das waren einige Dutzend mehr als noch am Sonntag, als mit 288 neu hinzugekommenen Toten der niedrigste Stand seit dem 20. März verzeichnet worden war. Insgesamt wurden in Spanien inzwischen mehr als 23.500 Todesfälle durch das Coronavirus gemeldet. Das ist weltweit die dritthöchste Opferzahl nach den USA und Italien.

Boris Johnson warnt am Montag vor zweiter Coronavirus-Welle

Boris Johnson warnt am Montag vor zweiter Coronavirus-Welle

Foto: Chris J Ratcliffe/ Getty Images

11.00 Uhr - Der britische Premierminister Boris Johnson hat einer vorzeitigen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in Großbritannien eine Absage erteilt. "Ich verstehe eure Ungeduld", sagte Johnson am Montag mit Blick auf Forderungen von Unternehmen und auch aus der eigenen Partei, die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zu lockern. Eine zweite Erkrankungswelle müsse aber verhindert werden. Man sei im Kampf gegen die Pandemie auf einem guten Weg, sagte der Premierminister weiter. Das Blatt wende sich. Der 55-Jährige hatte wegen seiner Covid-19-Infektion im Krankenhaus sogar auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Johnson nahm am Montag die Amtsgeschäfte in der Downing Street wieder auf.

Die relativ strikten Ausgangsbeschränkungen in Großbritannien gelten seit dem 23. März und noch bis mindestens 7. Mai. Die Briten dürfen ihre Wohnungen kaum noch verlassen. Erlaubt sind der Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente. Alle Läden, die nicht der Grundversorgung dienen, sind geschlossen. Sport ist nur einmal am Tag und nur mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt. Versammlungen von mehr als zwei Personen sind verboten.

- Der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen und dabei das Klima schützen: Darum geht es von Montag an bei internationalen Klimaschutz-Gesprächen in Berlin. Erstmals findet der Petersberger Klimadialog wegen der Corona-Krise als Videokonferenz statt. Gastgeber ist neben der Bundesregierung auch Großbritannien, denn der nächste Weltklimagipfel soll im schottischen Glasgow stattfinden. Minister aus etwa 30 Ländern beraten, "wie die Weltgemeinschaft krisenfester und klimaverträglicher aus der akuten Corona-Pandemie herausgehen kann", wie das Bundesumweltministerium angekündigt hatte.

10.30 Uhr - Nach Protesten gegen die strengen Corona-Regeln für Pendler an der deutsch-polnischen Grenze will die Regierung in Warschau in den kommenden Tagen über Lösungen beraten. Das Thema solle in der nächsten Sitzung des Krisenstabs besprochen werden, sagte Regierungssprecher Piotr Müller dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Trojka am Montag. "In dieser Woche wird die Diskussion darüber sehr intensiv sein." Die Lösung sei aber schwierig, weil Deutschland eine sehr viel höhere Zahl von Coronavirus-Erkrankungen habe als Polen. Einen Termin für das Treffen nannte er nicht.

Am Wochenende hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gesagt, er blicke mit Sorge auf die geschlossene Grenze. Die polnische Regierung sei über das Ziel hinausgeschossen. Auch Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) bat um eine Lockerung. In den polnischen Grenzstädten Zgorzelec, Slubice und Gubin hatten zuvor mehrere hundert Menschen gegen die Regelungen protestiert.

Im Nahverkehr inzwischen Pflicht, im Fernverkehr steht die Entscheidung über das Tragen von einer Atemschutzmaske noch aus

Im Nahverkehr inzwischen Pflicht, im Fernverkehr steht die Entscheidung über das Tragen von einer Atemschutzmaske noch aus

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

10.00 Uhr - Mund-Nasen-Masken sollten neben dem Nahverkehr auch in ICE und IC Pflicht werden. Dafür werde er sich beim Bund-Länder-Treffen in dieser Woche einsetzen, sagt Verkehrsminister Andreas Scheuer. Es wäre ein Systembruch, wenn die bundesweite Maskenpflicht im Nahverkehr in Fernverkehrszügen nicht gelten würde.

- Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat gefordert, die Bürger in Deutschland mit medizinischen Schutzmasken des Typs FFP2 auszustatten. Montgomery warf am Montag im Deutschlandfunk der Bundesregierung Versagen vor, weil sie es nicht geschafft habe, solche Masken frühzeitig in hinreichendem Umfang zu beschaffen. Die FFP2-Masken seien jedoch die Lösung, die die Politik jetzt liefern müsse. Skeptisch äußerte sich Montgomery zu behelfsweisem Mund-Nasen-Schutz, wie er seit diesem Montag in fast allen Bundesländern beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben ist. Ein Schal oder Tuch halte Viren nicht ab, argumentierte der Ärztepräsident. Vielmehr könnten sich diese bei unsachgemäßen Anwendung darin sogar anreichern.

9.30 Uhr - In Russland gibt es amtlichen Angaben zufolge jetzt mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als in China. Das Moskauer Krisenzentrum meldet am Montag 6198 neue Erkrankungen, womit die Gesamtzahl der registrierten Fälle auf 87.247 gestiegen ist. In China gibt es nach amtlichen Angaben 82.830 bestätigte Infektionen.

09.00 Uhr - FDP-Chef Christian Lindner fordert von der Bundesregierung eine Kursänderung im Kampf gegen das Virus. "Wie es jetzt ist, muss es nicht weitergehen", sagt er im rbb-Inforadio. "Es ist inzwischen möglich zu überlegen: Öffnen wir größere Geschäfte, öffnen wir die Gastronomie, wenn Hygienekonzepte vorhanden sind?" Die Debatte über Lockerungen sei nötig. "Denn es muss immer wieder gerungen werden um das mildeste Mittel. Und der Staat muss begründen, wenn er Freiheit einschränkt."

08.45 Uhr - Die französische Polizei hat 140.000 Atemschutzmasken beschlagnahmt, die auf dem Schwarzmarkt verkauft werden sollten. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, als sie am Sonntag Kisten in Saint-Denis nördlich von Paris entluden, wie aus Polizeikreisen verlautete. Einer der beiden gab demnach an, Inhaber eines Geschäfts zu sein. Er habe die Masken, darunter 5000 sogenannte FFP2-Masken mit hohem Schutz, für 80.000 Euro in den Niederlanden gekauft.

08.30 Uhr - Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder die Regierungsgeschäfte übernommen. Johnson werde noch am Montagmorgen von führenden Ministern und Beratern auf den neusten Stand gebracht, sagt Gesundheitsstaatsekretär Edward Argar im Fernsehen. Der Premierminister sei vollständig von seiner Covid-19-Erkrankung genesen.

Aktien der Lufthansa steigen in Erwartung von Staatshilfe am Montag deutlich

Aktien der Lufthansa steigen in Erwartung von Staatshilfe am Montag deutlich

Foto: Arne Dedert/ dpa

07.45 Uhr - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier deutet eine grundsätzliche Bereitschaft zu Staatshilfen für die Lufthansa an. "Wir wollen, dass große und bedeutende Unternehmen, die auf dem Weltmarkt eine Rolle spielen, auch nach der Krise weiterhin wettbewerbsfähig sind", sagte er dem Deutschlandfunk. Unternehmen wie die Lufthansa müssten wieder auf die Beine kommen können. Letztlich sei die Frage aber offen und die Bundesregierung werde erst darüber entscheiden, wenn alle Fakten auf dem Tisch lägen und die Lufthansa Hilfen beantragt habe, sagte Altmaier am Montag. Wenn staatliche Hilfe an gleich welches Unternehmen gezahlt werde, dürften die Konzerne dann aber keine Dividenden ausschütten und müssten mit Bonuszahlungen sehr zurückhaltend sein, stellte Altmaier klar. Vorbörslich legten die Aktien der Lufthansa  am Montag 11,4 Prozent mehr als am Freitagabend.

06.16 Uhr - In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infektionen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) binnen eines Tages um 1018 auf 155.193 gestiegen. Zudem seien weitere 110 Menschen gestorben, insgesamt liege die Totenzahl damit bei 5750. Etwa 114.500 an Covid-19 Erkrankte seien inzwischen genesen, das sei ein Plus von ungefähr 2500 im Vergleich zum Vortag.

05.30 Uhr - Roland-Berger-Chef Stefan Schaible sieht die Zukunft des Euro nach der Coronavirus-Krise ohne eine Einführung der umstrittenen Eurobonds in Gefahr. "Ich habe größte Befürchtungen, was die Zukunft des Euro angeht, wenn man nicht andere Stabilitätsmechanismen mit den südeuropäischen Ländern vereinbaren kann", sagt der Chef der Unternehmensberatung der Zeitung "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe). Der Manager fordere deshalb eine Einführung von Eurobonds, die über die Finanzierung der Folgen der Coronavirus-Krise hinausgehen. "Angesichts des dramatischen Abschwungs muss man sich in Europa jetzt solidarisch die Hand reichen." Er befürworte Eurobonds unabhängig von der Coronavirus-Krise auch wegen einer strategischen Komponente: "Die ganze Weltwirtschaft ist vom Dollar dominiert. Wenn wir den Euro als Reservewährung stärker etablieren möchten, ist Stabilität essenziell", betont Schaible.

05.15 Uhr -- Sozialminister Hubertus Heil plant längere Lohnausfallzahlungen für Eltern, die in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. "Eltern müssen Sicherheit haben. Deshalb schaffen wir eine Anschlussregelung", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Die bisherige Regelung läuft nach sechs Wochen Mitte Mai aus.

05.00 Uhr - Der CDU-Wirtschaftsexperte Carsten Linnemann warnt Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute vor der Verharmlosung der ökonomischen Folgen wegen der Coronavirus-Krise. "Wir müssen leider davon ausgehen, dass ein Teil derjenigen, die heute Kurzarbeit machen müssen, später arbeitslos sein werden", sagte der stellvertretende Unionsfraktionschef gegenüber der "Augsburger Allgemeinen". Linnemann, zugleich Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, hält die derzeit kursierenden Konjunkturprognosen von Wirtschaftsinstituten, die von einer Rezession mit einem Minus von vier bis sechs Prozent ausgehen für unrealistisch. "Ich gehe davon aus, dass wir in Deutschland in diesem Jahr ein Minus im zweistelligen Bereich sehen werden." Die flächendeckende finanzielle Unterstützung könne auf Dauer nicht gutgehen. "Der Staat wird sonst finanziell an seine Grenzen kommen. Das bedeutet, dass wir uns jetzt auf diese Situation vorbereiten müssen: Wer bekommt Hilfen? Wo beteiligt sich der Staat? Welche Kriterien müssen wir anlegen?"

- Italien lockert ab dem 4. Mai eine Reihe von Corona-Beschränkungen und erlaubt den Bürgern zum Beispiel wieder mehr Sport im Freien und mehr Bewegungsmöglichkeiten in der eigenen Region. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagabend in Rom bei der Vorstellung eines Gesamtplans zur schrittweisen Öffnung des Landes an.

04.00 Uhr - Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller kritisiert das Festhalten der Bundesregierung an einer Gutscheinlösung für stornierte Reisen in der Coronakrise. "Wenn die Branche schnell wieder auf die Beine kommen soll, dann braucht sie auch in Zukunft vor allem eines: Kunden", schreibt Müller in einem Beitrag für die Zeitung "Handelsblatt". Einige Verbraucher zeigten sich kulant und akzeptierten oder kauften aktiv Gutscheine, um Geschäfte, Kulturstätten und andere Unternehmen zu unterstützen. "Sie sind solidarisch und das ist eine der guten Seiten dieser schrecklichen Krise." Aber der "springende Punkt" dabei sei die Wahlfreiheit der Kunden. "Wer deren Vertrauen nicht komplett erschüttern will, darf ihre Rechte nicht leichtfertig beschneiden und ihre Interessen nicht denen der Wirtschaft unterordnen."

04.30 Uhr - US-Präsident Donald Trump dementiert Medienberichte über die Absetzung von Gesundheitsminister Alex Azar. "Berichte, dass Azar von mir 'gefeuert' werden wird, sind Fake-News", twitterte Trump am Sonntag. "Alex leistet hervorragende Arbeit. "Das "Wall Street Journal" und "Politico" berichteten am Samstag (Ortszeit) unter Berufung auf sechs mit den Diskussionen vertraute Personen, dass die Frustration über den Gesundheitsminister wachse: Azar werde vorgeworfen, bei der Handhabung der Coronavirus-Pandemie Fehler gemacht zu haben. Die Regierung zögere aber, große Veränderungen vorzunehmen, während das Land unter der Pandemie leide.

02.00 Uhr - Bundesumweltministerin Svenja Schulze will den Klimaschutz als zentrales Element beim Wiederaufbau der Wirtschaft in der Corona-Krise verankern. "Für uns wichtig ist, dass die kommenden Konjunkturprogramme so gestaltet werden, dass sie Arbeitsplätze, Innovation und Klimaschutz zugleich voranbringen", sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Aus wichtigen Ländern seien in dieser Hinsicht positive Signale zu sehen, "China zum Beispiel denkt über grüne Konjunkturpakete nach."

- Die Schweiz beginnt rund sechs Wochen nach dem Schließen der meisten Geschäfte mit einer Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen. Ab diesem Montag dürfen etwa Friseurgeschäfte, Kosmetik- oder Nagelstudios sowie Baumärkte und Gartencenter wieder öffnen. Ärzte und Physiotherapeuten können ihre Praxen wieder auch für nicht dringende Termine öffnen, Krankenhäuser dürfen wieder seit Beginn der Krise aufgeschobene Eingriffe vornehmen. Die Schweiz hatte am 16. März die Notlage mit weitgehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens erklärt, um eine zu starke Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern.

00.30 Uhr - In den USA sind den Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC) jetzt 928.619 gemeldete Coronavirus-Fälle - ein Anstieg von 32.853 Fällen gegenüber dem Vortag. Die Zahl der Todesfälle sei um 2020 auf 52.459 gestiegen.

00.15 Uhr - In der Diskussion über einen Sommerurlaub trotz Corona-Krise stellt Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg klar, dass sein Land bei der Öffnung für ausländische Gäste keine unabgestimmten Alleingänge plant. "Wir werden mit Partnerländern und in engem Kontakt mit der EU-Kommission gemeinsam an Lösungen arbeiten, wie ein behutsames Hochfahren des Sommertourismus wieder möglich sein könnte", sagte er der "Bild"-Zeitung (Montag).

Grenzüberschreitender Tourismus werde "nur vorsichtig und Schritt für Schritt wieder möglich sein", betonte er. Zudem kämen dafür nur Länder in Frage, die im Kampf gegen das Virus "ähnlich weit sind wie Österreich und ähnlich niedrige Infektionszahlen aufweisen".

Zuvor hatte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, der dpa gesagt, Sommerurlaub in Deutschland sei wohl möglich - aber keine großen Fernreisen. Er sprach sich allerdings für vorsichtige Lockerungen bei der geltenden weltweiten Reisewarnung aus.

mit Nachrictenagenturen
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