Coronavirus und die Folgen Trump regt Behandlung von Patienten mit Desinfektionsmitteln an

Gestatten, Dr. Trump: Wer auf den Rat dieses Spezialisten hört, hat nicht mehr lange zu leben

Gestatten, Dr. Trump: Wer auf den Rat dieses Spezialisten hört, hat nicht mehr lange zu leben

Foto: AP Photo/Alex Brandon

  • In Deutschland hat die Zahl der bestätigten Infektionen um 2337 zugenommen auf 150.383. Insgesamt nimmt die Zahl der Infizierten jedoch ab, da bereits mehr als 80 Patienten wieder genesen sind.
  • Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist wegen der Coronavirus-Pandemie im März fast um die Hälfte eingebrochen.
  • Desinfektionsmittel in den Körper spritzen: US-Präsident Donald Trump hat mal wieder einen Geistesblitz und sorgt für Entsetzen bei Medizinern
  • Der ohnehin kriselnde US-Konzern Boeing will angeblich die Fertigung des 787 Dreamliner um rund die Hälfte reduzieren.

21 Uhr: Die Lockerungspläne in den USA werden konkreter. Georgia will als erster Bundessstaat den Lockdown aufheben. Auch Gouverneure von beispielsweise Texas, Tennessee, Ohio und Montana kündigten Pläne an, die eine rasche Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit für einige Arbeitsplätze ermöglichen sollen. "Wir haben den Höhepunkt überschritten und langsam aber sicher werden alle Staaten, in denen es keine größeren Fälle gegeben hat, nach und nach wieder öffnen", sagte Thomas Hayes, geschäftsführendes Mitglied beim Vermögensverwalter Great Hill Capital, mit Blick auf den Erholungsversuch an den Börsen. "Der Markt wertet dies als ein Signal, dass die Nachfrage zurückkommen wird."

19 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat mit Äußerungen für Fassungslosigkeit gesorgt, Corona-Patienten könnten womöglich mit einer Injektion von Desinfektionsmitteln behandelt werden. Trump regte am Donnerstagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Corona-Pressekonferenz auch eine Lichtbestrahlung von Patienten an. Mediziner wiesen die Äußerungen des Präsidenten umgehend zurück und warnten vor gravierenden Gesundheitsgefahren. Derweil überschritt die Zahl der Corona-Toten in den USA die Schwelle von 50.000. Trump äußerte sich im Weißen Haus, nachdem ein Regierungsberater ausgeführt hatte, dass direkte Sonnenbestrahlung das neuartige Coronavirus rasch abtöten könnte - wohlgemerkt auf Oberflächen oder in der Luft, nicht im menschlichen Körper. Der Präsident schlug daraufhin vor, Ärzte könnten Patienten mit "ultraviolettem oder einfach sehr starkem Licht" bestrahlen. Das Licht könne "durch die Haut oder auf andere Art in den Körper" gebracht werden. "Das klingt interessant."

Dann stellte Trump sogar Injektionen von Desinfektionsmitteln bei Patienten in den Raum. Desinfektionsmittel könne das Virus "innerhalb einer Minute" töten, sagte der Präsident - auch das gilt wohlgemerkt für Oberflächen. Trump fragte an seine Experten gerichtet, ob man Desinfektionsmittel nicht durch "Injektion" in den Körper bringen könnte, "fast wie eine Säuberung". Mediziner reagierten fassungslos - und warnten wegen der Vergiftungsgefahr eindringlich davor, Desinfektionsmittel in den Körper zu injizieren oder zu schlucken. Behörden mehrerer Bundesstaaten riefen die Bevölkerung auf, keine Desinfektionsmittel zu sich zu nehmen. Auch der Reinigungsmittelhersteller Reckitt Benckiser stellte umgehend angesichts "jüngster Spekulationen" klar, dass Desinfektionsmittel dem menschlichen Körper "unter keinen Umständen" zugeführt werden sollten.

Restaurant in Paris: Erst Ende Mai wird über eine mögliche Eröffnung diskutiert

Restaurant in Paris: Erst Ende Mai wird über eine mögliche Eröffnung diskutiert

Foto: Stefano Rellandini / AFP

17 Uhr - Frankreich will Ende Mai darüber entscheiden, wann Bars und Restaurants wieder öffnen dürfen. "Nichts wäre schlimmer als übereilt aufzumachen, nur um dann wieder schließen zu müssen", sagt Finanzminister Bruno Le Maire. Das wäre sowohl für die Restaurantbesitzer als auch die Bevölkerung eine herbe Enttäuschung. Die französische Regierung will kommende Woche einen detaillierteren Plan für weitere Lockerungen vorstellen.

16 Uhr - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verspricht armen Ländern Unterstützung im Kampf gegen das Corona-Virus. "Die Europäische Union wird keine Mühen scheuen, um der Welt zu helfen, im Kampf gegen das Coronavirus zusammenzukommen", sagt von der Leyen. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, müsse man sicherstellen, dass er in allen Ländern erschwinglich ist.

- Die WHO und mehrere Staatschefs haben eine Initiative zum gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus auf den Weg gebracht. Man müsse sicherstellen, dass ein Impfstoff, der in einem bestimmten Land entwickelt werde, in allen Ländern verfügbar sei, sagt der französische Staatspräsident Emmanuel Macron. Er rief alle Staaten der G7 inklusive der USA sowie China auf, an der Initiative teilzunehmen. Die USA hatten zuvor erklärt, sie beteiligten sich zumindest zunächst nicht.

15.00 Uhr - Trotz erster Lockerungsschritte sollen in Polen Schulen und Kindergärten wegen des Coronavirus noch bis zum 24. Mai geschlossen bleiben. Dies teilt die Regierung in Warschau mit. Polen hatte im vergangenen Monat als eines der ersten Länder in Europa strikte Sperrmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhängt. Zuletzt durften aber wieder mehr Kunden gleichzeitig in Geschäfte und die Regierung stellte eine Wiedereröffnung von Hotels in Aussicht.

- Die Nachfrage nach den neuen KfW-Schnellkrediten hält sich noch in Grenzen. Bis Donnerstagabend lagen 355 Anträge auf die komplett vom Bund garantierten Darlehen vor, knapp 200 mehr als am Vortag, wie die KfW mitteilt. Insgesamt liegen der staatlichen Förderbank inzwischen 18.170 Anträge für die verschiedenen Corona-Hilfskredite im Gesamtvolumen von 29,4 Milliarden Euro vor.

- Schnelle Grenzöffnungen sind nach Ansicht der deutschen Maschinenbauer entscheidend für das Wiederanlaufen der Wirtschaft in der Coronavirus-Krise. In der europaweiten Debatte um eine Exit-Strategie werde einer der wichtigsten Punkte für die exportorientierte Maschinenbauindustrie ignoriert - "die Wiederherstellung des EU-Binnenmarkts", sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Die Pandemie zeige, dass die Lieferketten in der Industrie europäisch seien. "Deshalb muss die schnelle Grenzöffnung in Europa eine Top-Priorität in jeder Exit-Strategie sein."

13.00 Uhr - NRW weist Vorwürfe zurück, bei der Lockerung der Kontakteinschränkungen vorgeprescht zu sein. "Nordrhein-Westfalen war so bundestreu (..) wie nur wenige Bundesländer", sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Düsseldorf. Kanzlerin Angela Merkel hatte kritisiert, Die Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse Lockerung seien teilweise "zu forsch".

- Die CSU will einem Medienbericht zufolge wegen der Corona-Pandemie am 22. Mai den ersten virtuellen Parteitag ihrer Geschichte abhalten. In der Münchner Parteizentrale soll dazu ein Livestudio eingerichtet werden, in das sich die Teilnehmer einwählen können, wie der "Spiegel" schreibt. Als Gast auf den Bildschirmen der Delegierten habe Österreichs Kanzler Sebastian Kurz sein Erscheinen zugesagt.

Abiturienten in NRW im prüfungsvorbereitenden Unterricht: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek befürwortet eine Maskenpflicht für Schüler

Abiturienten in NRW im prüfungsvorbereitenden Unterricht: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek befürwortet eine Maskenpflicht für Schüler

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

12.30 Uhr - Die Viertklässler in Hessen müssen ab Montag doch nicht wieder in die Schule. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat die Schulpflicht für die betroffenen Grundschüler in einer Eilentscheidung außer Kraft gesetzt.

12.15 Uhr - Die Zahl der neuen Virus-Toten in Spanien sinkt auf den niedrigsten Stand seit mehr als einen Monat. Binnen 24 Stunden seien zuletzt 367 Menschen an Covid-19 gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit liege die Zahl insgesamt nun bei 22.524. Die Zahl der Infizierten sei um 6740 auf 219.764 geklettert.

11.30 Uhr - IfW-Präsident Gabriel Felbermayr bringt zur Bewältigung der Corona-Krise Steuererhöhungen ins Spiel. Darüber müsse man über kurz oder lang nachdenken, sagt der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft dem Nachrichtenportal t-online. Es gehe aber nicht allein durch höhere Steuern der Gutverdienenden. Zudem sollte man die Steuern für Reichere auch deshalb nicht erhöhen, "weil damit für diese Personengruppen oder Unternehmen die Anreize, zu produzieren, Arbeit anzubieten, kleiner würden." Über höhere Steuern sollte nicht während der Krise entschieden werden, betonte Felbermayr. Ähnlich hatte sich zuvor der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, mit Blick auf die Diskussion über eine mögliche Sonderabgabe für Vermögende oder eine Vermögensteuer .

11.00 Uhr - Bundesbildungsministerin Anja Karliczek befürwortet eine Maskenpflicht für Schüler. "Aus meiner Sicht spricht viel dafür, dass überall dort, wo Schülerinnen und Schüler den Abstand nicht einhalten können, Masken getragen werden müssen", sagt die CDU-Politikerin dem "Spiegel". Das sei etwa im Schulbus, auf dem Weg ins Schulgebäude und auf den Fluren der Fall. In den Klassenzimmern könnten die Schüler dagegen womöglich weit genug auseinander sitzen. Karliczek zeigt sich zudem offen für Samstagsunterricht, um den bisherigen Stundenausfall zu kompensieren.

- Nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes "dürfte die fünfwöchige Zwangsschließung den Einzelhandel (abseits des Lebensmittelhandels) bis zu 26 Milliarden Euro an Umsatz gekostet haben", sagt Aurélien Duthoit, Branchenexperte bei der Allianz-Tochter. Die Wiedereröffnung des Einzelhandels dürfte eher schleppend anlaufen, erwartet der Experte. Viele Händler säßen zudem auf überfüllten Lagern. Textil-Händler könnten etwa bei den aktuell fast sommerlichen Temperaturen einen Teil ihrer Übergangsware nicht oder nur mit erheblichen Preisreduzierungen verkaufen.

- Bundesaußenminister Heiko Maas mahnt in der Debatte über weitere EU-Finanzhilfe in der Corona-Krise an, dabei die genaue Verwendung der Mittel zu klären. Man müsse darauf achten, dass das Geld etwa zur beschleunigten Energiewende, aber auch für die Vorbeugung gegen künftige Pandemien verwendet wird, sagt er.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen ist in Deutschland auf mehr als 150.000 gestiegen

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen ist in Deutschland auf mehr als 150.000 gestiegen

Foto: NIAID-RML/Handout via Reuters

- Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt das Tragen einer Schutzmaske in der Öffentlichkeit als "zusätzliche Maßnahme". Die sogenannten Community-Masken könnten "eine gewisse Verminderung der Virus-Ausscheidung bewirken", sagt RKI-Vizepräsident Lars Schaade in Berlin. Dies sei zwar "nicht hundertprozentig", das RKI verspreche sich aber "einen gewissen Effekt" davon, wie das in asiatischen Staaten zu beobachten gewesen sei. Den Träger könne die Maske vor einer Infektion nicht schützen. Wichtig sei weiterhin, die Regeln von Abstand und Hygiene zu befolgen.

- Die Deutsche Bahn bekommt den Einbruch der Gütertransporte in der Coronavirus-Krise auf der Schiene stark zu spüren. "Im März gab es durch die Corona-Pandemie ein deutliches Minus von bis zu 25 Prozent", sagt DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta dem Magazin "Wirtschaftswoche". Im April werde der Rückgang noch etwas stärker ausfallen. Positive Entwicklungen mache die Frachtsparte der Bahn dagegen auf der Zugroute zwischen Europa und Asien aus.

10.45 Uhr - Die Mehrheit der Deutschen ist einer aktuellen Umfrage zufolge mit den ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen einverstanden. 55 Prozent halten die Beschlüsse von Bund und Ländern in dieser Hinsicht alles in allem für richtig, wie aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des ZDF-"Politbarometer" hervorgeht. 30 Prozent hätten sich demnach ein restriktiveres Vorgehen gewünscht und 13 Prozent mehr Lockerungen.

- Das Wirtschaftsministerium will Firmen bei der Produktion von Corona-Schutzausrüstung in Deutschland finanziell unterstützen. Wie das Ministerium mitteilte, soll mit der Förderung von Vliesstoffen als zentrales Vorprodukt begonnen werden. Das Förderprogramm solle Investitionen in die Produktion von Vliesstoffen mit Haushaltsmitteln des Bundes unterstützen. Die geförderten Unternehmen müssten demnach den Zuschuss des Bundes nicht zurückzahlen. Darauf aufbauend solle auch die Produktion von Masken selbst in geeigneter Weise gefördert werden. Details würden derzeit erarbeitet.

10.30 Uhr - RKI-Vizepräsident Lars Schaade hält weitere Lockerungen der Coronavirus-Einschränkungen derzeit für nicht möglich. Nachdenken darüber könne man allenfalls, wenn die täglichen Fallzahlen auf wenige Hundert gesunken seien. Erst dann könne es weitere oder weitgehende Lockerungen geben. Schaade bezieht sich dabei auf die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsämter: Nur bei wenigen Hundert Neuinfektionen sei man in der Lage, die Fälle und Kontakte nachzuverfolgen. Derzeit melden die Ämter im Durchschnitt täglich noch rund 2000 Neuinfektionen in Deutschland. "Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden", mahnt Schaade. "Dies darf nicht zu einem Erdrutsch an weiteren Lockerungen führen." Die Kontaktsperren und Abstandsregeln müssten eingehalten werden.

- Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Hoffnung der Reisebranche und Bürger auf eine Rückkehr zu Auslandsurlauben im Sommer gedämpft. Alle wünschten die Rückkehr zu einem Schengen-Raum der offenen Grenzen, sagt er. Mit Blick auf die Rückholaktion der Bundesregierung fügt er aber hinzu: "Wir können und wollen im Sommer so eine Aktion nicht noch einmal wiederholen." Er verweist auf die bestehenden Reise- und Ausgangsbeschränkungen.

- 10.15 Uhr - Mehr als 2,7 Millionen Menschen weltweit sind einer Reuters-Zählung zufolge inzwischen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 189.970 Menschen starben in Folge einer Covid-19-Erkrankung bislang.

- Fast dreiviertel der Deutschen (73 Prozent) erwarten laut neuem ZDF-Politbarometer einen Einbruch der deutschen Wirtschaft. Der Wert schnellt gegenüber der letzten Umfrage um 26 Punkte nach oben. 46 Prozent sind für Geisterspiele in der Bundesliga, 40 Prozent lehnen sie ab.

- Die Corona-Krise drückt die Stimmung in den deutschen Chefetagen auf ein historisches Tief. Der Geschäftsklimaindex für April fiel auf 74,3 Punkte von 85,9 Zählern im März. Dies ist der niedrigste jemals gemessene Wert. "Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen ist katastrophal", sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die befragten Manager schätzten ihre Lage schlechter ein und blicken auch skeptischer in die Zukunft.

09.30 Uhr - Die norwegische Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise im ersten Quartal um 1,9 Prozent geschrumpft. Für das Gesamtjahr droht ein Minus von mehr als 5 Prozent, wie das Statistikamt SSB mitteilt. Allein von Februar bis März sei die Wirtschaftsleistung um 6,4 Prozent eingebrochen. Bei der Berechnung wird die Öl- und Gasproduktion vor der Küste ausgeklammert. "Der Stillstand in der norwegischen Wirtschaft aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist beispiellos. Die gegenwärtige Flaute wird wahrscheinlich noch mehrere Jahre andauern", erklärt die Behörde.

09.15 Uhr - Die Europäische Union steuert wegen der Coronakrise nach den Worten von EU-Industriekommissar Thierry Breton in diesem Jahr auf einen Einbruch der Wirtschaftsleistung von fünf bis 10 Prozent zu. Das sei der gegenwärtige Stand. Aber wenn sich die Lage nicht bessere und es einen zweiten Höhepunkt der Virus-Epidemie gebe, könne die Rezession noch schlimmer werden, sagt Breton dem TV-Sender France 2.

08.15 Uhr - Der Ölpreis zieht weiter an. Der Ölpreis entfernt sich weiter von seinen jüngsten Tiefständen. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich am Freitag um drei Prozent auf 21,97 Dollar je Barrel, und die US-Sorte WTI gewinnt 4,2 Prozent 17,19 Dollar. Wegen des Nachfrage-Einbruchs durch die Coronavirus-Pandemie seien weitere größere Kursgewinne aber nicht zu erwarten, warnen die Analysten der ING Bank.

08.00 Uhr - Aus Italiens Wirtschaft wird der Ruf nach einem baldigen Hochfahren der Lieferketten laut. Der Bremsenhersteller Brembo fordert einen Start der Betriebstätigkeit ab kommender Woche. Ansonsten sei die Zukunft der italienischen Firmen in Gefahr, sagt Brembo-Chef Alberto Bombassei der Zeitung "Il Sole 24 Ore". Er verweist auf das Beispiel Deutschland, wo die Produktion bereits angelaufen sei.

- Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist wegen der Coronavirus-Pandemie im März fast um die Hälfte eingebrochen. Mit 105.196 Fahrzeugen seien 47,3 Prozent weniger zugelassen worden als im Vorjahresmonat, teilte der Branchenverband Acea am Freitag mit. Bereits im Januar und im Februar waren die Zulassungszahlen rückläufig gewesen, der Rückgang im März war nun allerdings nochmal erheblich größer. Am stärksten fielen die Rückgänge in Italien (minus 66,1 Prozent), Spanien (minus 64,4 Prozent) und Frankreich (minus 63,1 Prozent) aus. Alle Nutzfahrzeugsegmente seien durch die Corona-Krise stark getroffen worden und alle 27 EU-Märkte hätten klare Rückgänge zu verzeichnen gehabt, hieß es weiter. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen gegen das Virus mussten etliche Händler ihre Türen schließen.

Die Forscher der Bundesagentur für Arbeit halten im laufenden Jahr mehr als 3 Millionen Arbeitslose für möglich - trotz der Kurzarbeit, die Jobs sichern soll.

Die Forscher der Bundesagentur für Arbeit halten im laufenden Jahr mehr als 3 Millionen Arbeitslose für möglich - trotz der Kurzarbeit, die Jobs sichern soll.

Foto: Arne Dedert/ dpa

07.45 Uhr - Der Städte- und Gemeindebund fordert milliardenschwere Hilfen vom Bund. Es werde ein "hoher zweistelliger Milliardenbetrag" allein in diesem Jahr fehlen, sagt Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, in der ARD. "Das können Kommunen aus eigener Kraft nicht leisten. (...) Deswegen braucht es einen Rettungsschirm von Bund und Ländern, damit die Kommunen handlungsfähig bleiben." Bislang biete der Bund den Kommunen konkret "gar nichts" an. Landsberg zeigt sich aber sicher, dass das Problem erkannt sei und Bund und Länder die Kommunen nicht hängenlassen würden.

07.00 Uhr - Der angeschlagene US-Luftfahrtriese Boeing steht einem Pressebericht zufolge vor tiefen Einschnitten bei der Produktion des 787 Dreamliner. Zudem soll es zu einem umfangreichen Stellenabbau kommen. Diese Schritte werde Boeing bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal am 29. April verkünden, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die Fertigung des 787 Dreamliner solle um rund die Hälfte reduziert werden, die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze sei noch offen, hieß es. Boeing leidet extrem unter der Corona-Krise, viele Kunden des Airbus-Rivalen kämpfen gegenwärtig um das Überleben. Dazu kommt für Boeing noch das Problem mit der 737 Max, für die seit Januar ein Fertigungsstopp besteht.

06.30 Uhr - Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hält einen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über drei Millionen für möglich. "Die nächsten Monate werden sehr schwierig", sagt IAB-Analysechef Enzo Weber dem Magazin "Wirtschaftswoche". "Wenn es ungünstig läuft, könnten die Arbeitslosenzahlen 2020 vorübergehend wieder über die Drei-Millionen-Grenze steigen."

- In Deutschland hat die Zahl der bestätigten Infektionen um 2337 zugenommen auf 150.383, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle steigt demnach um 227 auf 5321.

05.30 Uhr - In Afrika könnten in diesem Jahr doppelt so viele Menschen an Malaria sterben wie in anderen Jahren, wenn der Kampf gegen die Infektionskrankheit durch die Coronavirus-Pandemie behindert wird. Davor warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag kurz vor dem Welt-Malaria-Tag (25. April). Im schlimmsten Fall rechnet die WHO nach Modellrechnungen südlich der Sahara mit 769.000 Toten, doppelt so viele wie 2018. Das wäre eine Todesrate wie zuletzt vor 20 Jahren. Die WHO ruft dringend dazu auf, möglichst zügig wie bislang mit Insektenspray behandelte Moskitonetze und Medikamente zu verteilen, bevor Einschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus solche Aktionen womöglich einschränken oder unmöglich machen. Mehr als 90 Prozent der Malaria-Infizierten weltweit leben und sterben nach WHO-Angaben in Afrika südlich der Sahara. Zweidrittel der Toten seien Kinder unter fünf Jahren. Weltweit waren es 2018 nach Schätzungen etwa 228 Millionen Fälle und 405.000 Tote.

05.00 Uhr - Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat frühzeitige Planungen für die Vergabe eines Impfstoffs gegen das Coronavirus angemahnt. Schon jetzt müssten Konzepte für eine "gestaffelte Verteilung" des Serums entwickelt werden, sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Besonders wichtig sei es, zunächst die Beschäftigten im Gesundheitswesen zu schützen, um die gesundheitliche Versorgung sicherzustellen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte kürzlich eine erste klinische Prüfung eines Impfstoffkandidaten des Mainzer Biotechnologieunternehmens Biontech genehmigt. Der Test an rund 200 Teilnehmern soll erste Erkenntnisse dazu liefern, ob der Wirkstoff verträglich ist und die erhoffte Reaktion des Immunsystems auslöst.

04.45 Uhr - Der britische Premier Boris Johnson kehrt nach einem Medienbericht nach seiner überstandenen Corona-Erkrankung schon Anfang kommender Woche an die Regierungsspitze zurück. Johnson übernehme zu einer kritischen Zeit wieder das Ruder, da sein Kabinett von ihm frische Impulse zur allmählichen Beendigung des landesweiten Stillstands erwarte, berichtete der "Daily Telegraph" (Freitag). Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die britische Regierung war zuletzt wegen ihrer Handhabung der Pandemie zunehmend in die Kritik geraten.

04.00 Uhr - Im US-Bundesstaat New York könnten schon deutlich mehr Menschen an Covid-19 erkrankt und nun immun sein, als bisher bekannt. Nach vorläufigen Ergebnissen einer ersten Antikörper-Studie infizierten sich in der Millionenmetropole New York City bislang mehr als 20 Prozent der Menschen mit dem neuartigen Virus. Im gesamten Bundesstaat liege die Zahl bei 14 Prozent, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Donnerstagabend (Ortszeit). Für die Studie seien rund 3000 Menschen, die in 40 Supermärkten in 19 Landkreisen einkauften, zufällig ausgewählt und auf Antikörper getestet worden. Die überraschend hohen Zahlen könnten Cuomo zufolge bedeuten, dass mehr als 1,7 Millionen Menschen in New York City und etwa 2,7 Millionen Menschen im gleichnamigen Bundesstaat mit etwa 19 Millionen Einwohnern bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben.

03.00 Uhr - China meldet lediglich sechs neue Infektionen mit dem Coronavirus. Diese seien am Donnerstag festgestellt worden, nachdem es am Vortag noch zehn gewesen seien, teilt die Nationale Gesundheitskommission mit. Damit belaufe sich die Gesamtzahl auf 82.804. Bei zwei der Neuinfektionen handelt es sich den Angaben nach um importierte Fälle durch Reisende aus Übersee. Die Zahl der Todesfälle blieb mit 4632 unverändert.

01.45 Uhr - Der unter der Corona-Pandemie leidende US-Autovermieter Hertz sucht Insidern zufolge mit Beratern nach Auswegen aus der Krise. Dazu wurden Umstrukturierungsexperten der Anwaltskanzlei White & Case LLP und der Investmentbank Moelis & Co angeheuert, schreibt Reuters. Sie sollen dem Konzern dabei helfen, aus der Liquiditätskrise zu finden. Das Unternehmen sitzt auf einem Schuldenberg von 17 Milliarden Dollar. Die in Florida ansässige Firma, deren größter Aktionär der milliardenschwere Investor Carl Icahn ist, leidet unter den Auswirkungen der Pandemie auf den globalen Reiseverkehr. Es gab diese Woche bekannt, dass es 10.000 Mitarbeiter entlassen werde. Ende 2019 wurden insgesamt noch 38.000 Mitarbeiter gezählt. Die Aktien von Hertz haben seit Ende Februar mehr als drei Viertel ihres Wertes verloren.

01.00 Uhr - Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Ecuador ist doppelt so hoch wie bislang angenommen. Rund 11.000 neue Infektionen seien wegen verzögerter Testergebnisse zu den bisher bereits gemeldeten 11.183 Fällen hinzugekommen, sagt Gesundheitsminister Juan Carlos Zevallos. Die Zahl der Todesopfer wird mit 560 angegeben.

"Ökonomen haben keine Ahnung"

"Ökonomen haben keine Ahnung"

Foto: REUTERS/Kevin Lamarque

00.30 Uhr - Donald Trump zählt sich offenbar zu den besten Ökonomen seines Landes. So sagte der US-Präsident in der nacht zu Freitag:

"Ich kenne mich gut aus mit Ökonomen. Und die Antwort ist: sie haben keine Ahnung. Ich kenne mich so gut aus wie jeder andere. Und ich denke, unsere Wirtschaft wird anfangen, sich sehr deutlich zu erholen, sobald die Bundesstaaten wieder öffnen."

(Das sagte Trump am Donnerstagabend [Ortszeit] im Weißen Haus auf die Frage eines Journalisten, bis wann sich die US-Wirtschaft den Ökonomen der Regierung zufolge wieder stabilisieren würde. Hintergrund der Frage war der zuletzt dramatische Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA.)

00.15 Uhr - Nach dem Senat hat nun auch das US-Repräsentantenhaus grünes Licht für ein viertes Hilfspaket im Kampf gegen die Corona-Krise gegeben. Die Abgeordneten billigten am Donnerstag (Ortszeit) das Gesetz für ein Rettungspaket insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen in Höhe von knapp 500 Milliarden Dollar. Die Entscheidung fiel mit der klaren Mehrheit von 388 zu fünf Stimmen. Der Senat hatte bereits am Dienstag zugestimmt. Nun fehlt noch die Unterschrift von Präsident Donald Trump.

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