COP26 in Glasgow Wer bei der Klimakonferenz fehlt

Beim Klimagipfel wollen 197 Nationen über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beraten. Die Staatschefs zweier der größten Treibhausgas-Emittenten bleiben der Konferenz allerdings fern.
Videokonferenz: Staatschefs Wladimir Putin (l.) und Xi Jinping nehmen nur virtuell beim G20-Gipfel teil

Videokonferenz: Staatschefs Wladimir Putin (l.) und Xi Jinping nehmen nur virtuell beim G20-Gipfel teil

Foto: Evgeniy Paulin / AP

Unter schwierigen Vorzeichen hat am Sonntag die zweiwöchige UN-Klimakonferenz COP26 begonnen. Die Konferenz sei die "letzte" Hoffnung, um das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, so ihr Präsident Alok Sharma.

Einige wichtige Akteure werden den Beratungen allerdings fernbleiben. Mit Chinas Präsident Xi Jinping (68) und Russlands Staatschef Wladimir Putin (69) fehlen die Staatsoberhäupter zweier großer Treibhausgas-Emittenten.

Der Staatschef von China, dem Land, das weltweit die meisten klimaschädlichen Treibhausgase emittiert, wird in Glasgow voraussichtlich weder persönlich sprechen noch sich per Video zuschalten. Wie aus der am Montag abrufbaren Version der offiziellen Rednerliste hervorging, soll stattdessen ein schriftliches Statement von Xi auf der Website des Gipfels veröffentlicht werden.

Genau wie sein russischer Amtskollege Putin war Xi bereits am Wochenende nicht zum G20-Gipfel der führenden Wirtschaftsmächte nach Rom gereist. Dort waren beide per Video zugeschaltet.

Der russische Präsident werde der Klimakonferenz eine aufgezeichnete Botschaft überbringen, teilte der Kreml am Montag mit. Russland ist der viertgrößte Treibhausgas-Verursacher der Welt. Das Fehlen von Vertretern der beiden Länder dürfte die Aussichten auf einen Durchbruch bei den Gesprächen trüben.

Auch der türkische Präsident wird bei der COP26-Klimakonferenz in Glasgow fehlen. Recep Tayyip Erdoğan (67) flog am frühen Montag zum Ende des G20-Treffens in die Türkei zurück, berichtete die staatliche Anadolu-Agentur. Zur Begründung hieß es, dass Großbritannien die Sicherheitsforderungen der Türkei nicht erfüllt habe, berichtete der türkische Sender NTV. Das türkische Parlament hatte erst im Oktober als letztes G20-Land das Pariser Klimaabkommen ratifiziert.

US-Präsident Biden "enttäuscht"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (67; CDU) wird gleich zweimal zu den Teilnehmern sprechen, auch US-Präsident Joe Biden (78) ist in Glasgow vor Ort. Mit Spannung wird erwartet, ob der indische Regierungschef Narendra Modi (71) am Montagnachmittag ehrgeizigere Klimaziele für sein Land, das nach den USA weltweit drittgrößter CO2-Emittent ist, ankündigt. Dies könnte den Druck auf China erhöhen.

Biden gab China und Russland die Schuld für die wenig ambitionierten Beschlüsse des G20-Gipfels. Beide Länder hätten keine Bereitschaft zu irgendwelchen Verpflichtungen in Sachen Klimaschutz gezeigt, sagte er am Sonntag nach dem zweitägigen Gipfel in Rom. "Es gibt einen Grund für die Leute enttäuscht zu sein. Ich fand das selbst enttäuschend."

Die führenden Wirtschaftsmächte, die für 80 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, konnten sich am Sonntag bei ihrem G20-Gipfel in Rom nicht auf ehrgeizige gemeinsame Klimaziele einigen. Das Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, wurde zwar bekräftigt. Ein Zieldatum wurde aber nicht genannt.

cs/dpa-afx, AFP, Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.