Mehr Liquidität Chinesische Notenbank senkt die Zinsen

Die chinesische Zentralbank senkt erstmals seit April 2020 ihre Zinsen und stellt zusätzliche Liquidität bereit. Damit reagiert das Finanzsystem auf die wirtschaftlichen Entwicklungen Chinas.
Konjunktureller Gegenwind: Chinas Zentralbank senkt Zinsen

Konjunktureller Gegenwind: Chinas Zentralbank senkt Zinsen

Foto: AFP

Die chinesische Zentralbank senkt erstmalig seit April 2020 ihre Zinsen. Der Zinssatz für einjährige Refinanzierungsgeschäfte mit den Banken fiel um 0,1 Prozentpunkte auf 2,85 Prozent. Zugleich wurde der Zins für einwöchige Wertpapiergeschäfte im gleichen Ausmaß auf 2,1 Prozent gesenkt.

Damit reagierte die Zentralbank auf die wirtschaftlichen Entwicklungen. Chinas Wirtschaft ist 2021 erneut deutlich gewachsen – doch Ökonomen fürchten, dass es dieses Jahr weniger gut für die zweitgrößte Volkswirtschaft laufen könnte. Wie das Pekinger Statistikamt am Montag mitteilte, lag das Wachstum im vorigen Jahr bei robusten 8,1 Prozent. Jedoch schwächte sich die Dynamik im vierten Quartal weiter ab.

Notenbank ändert geldpolitischen Kurs

Angesichts von konjunkturellem Gegenwind will auch Chinas Notenbank nächstes Jahr einen flexiblen geldpolitischen Kurs steuern. Die Notenbank PBOC erklärte am Montag auf ihrer Abschlusssitzung im laufenden Jahr, sie wolle das Wachstum stabilisieren und zugleich die Finanzierungskosten für die Wirtschaft senken. Daher sei eine umsichtige, flexible und zugleich angemessene Geldpolitik gefordert. Zugleich solle ein stabiles Managementsystem für die Immobilienfinanzierung eingeführt werden. Die von dem hoch verschuldeten Wohnungsbaukonzern Evergrande ausgelösten Turbulenzen am Immobilienmarkt und lokale Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Pandemie lasten derzeit auf der Konjunktur der Volksrepublik.

Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr dürfte der weitere Verlauf der Pandemie werden. Während Länder in aller Welt damit begonnen haben, mit dem Coronavirus zu leben, setzt Peking mehr denn je auf Abschottung. Landesweit wurden zuletzt täglich zwar nur rund 150 Fälle gemeldet – in einem Land mit 1,4 Milliarden Menschen. Doch abgesehen davon, dass es in China an unabhängiger Berichterstattung mangelt, bereitet die Verbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante der Regierung Sorgen. Die Variante war nach offiziellen Angaben vergangene Woche erstmals auch in China entdeckt worden.

sio/DPA
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