Mittwoch, 13. November 2019

Handelsstreit China verkündet Einigung mit USA auf Reduzierung der Zölle

US-Flagge vor einem chinesischen Containerschiff in Long Beach, Kalifornien: Die von Peking verkündete Einigung im US-chinesischen Handelsstreit wurde noch nicht von den USA bestätigt
Mark RALSTON/ AFP
US-Flagge vor einem chinesischen Containerschiff in Long Beach, Kalifornien: Die von Peking verkündete Einigung im US-chinesischen Handelsstreit wurde noch nicht von den USA bestätigt

Fortschritte im Handelsstreit zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten: Die USA und China haben sich nach Angaben der chinesischen Regierung auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle geeinigt. Dies werde Bestandteil eines ersten Abkommens zur Entschärfung des Handelsstreits sein, sagte Regierungssprecher Gao Feng am Donnerstag in Peking. Das Abkommen solle innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden. Das Ausmaß der Zollreduzierung hänge vom konkreten Inhalt des Abkommens ab, sagte Gao.

"In den vergangenen zwei Wochen hatten die Unterhändler ernsthafte, konstruktive Diskussionen und haben sich darauf geeinigt, die zusätzlichen Zölle schrittweise zu streichen, sobald Fortschritte bei dem Abkommen erzielt wurden", erklärte Sprecher Gao. Die Einigung auf eine schrittweise gegenseitige Zollsenkung sei eine wichtige Voraussetzung für das Zustandekommen eines ersten Handelsabkommens.

Gaos Äußerungen machen klar: Die offenbar erzielte Einigung, die gegenseitigen Strafzölle gegebenenfalls zu reduzieren, entspricht nicht einer Einigung auf ein erstes Handelsabkommen. An dieser, von der US-Regierung "Phase-Eins"-Abkommen genannten Vereinbarungen, arbeiten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt weiter. Zuletzt gab es offenbar Probleme bei der Findung eines geeigneten Ortes und eines passenden Datums zur Unterzeichnung des Teilabkommens.

Hinzu kommt: Die Erklärung Chinas über eine mögliche Zollreduzierung wurde von der US-Regierung noch nicht bestätigt. Eine Reduzierung der im Handelsstreit eingeführten Strafzölle ist eine Hauptforderung Chinas im Handelsstreit, weil die Zölle den Außenhandel des Landes stark treffen. Trotz allen Disputs sind die USA nach wie vor der größte Handelspartner Chinas.

Abkommen soll im Dezember unterzeichnet werden

Laut US-Regierungskreisen kann ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zur Unterzeichnung eines ersten Handelsvertrags im Dezember stattfinden - etwas später als ursprünglich geplant. Die USA erwögen eine Zusammenkunft nach dem Nato-Gipfel in London Anfang Dezember.

Die beiden größten Volkswirtschaften befinden sich seit mehr als einem Jahr in einem erbitterten Handelsstreit, der auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht. Trump stört sich am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China. Er wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken, Beschränkungen für ausländische Unternehmen sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Der Streit trifft vor allem exportstarke Nationen. Deutschland steht nicht zuletzt wegen des Konflikts an der Schwelle zu einer Rezession.

An den Finanzmärkten wurden die Äußerungen aus China positiv aufgenommen. Der deutsche Aktienindex Dax Börsen-Chart zeigen stieg auf ein neues Jahreshoch. Auch andere europäische Börsen legten zu. Als sicher empfundene Anlagen wurden dagegen belastet. Deutsche Bundesanleihen gaben ebenso nach wie der Goldpreis. Die Rohölpreise legten etwas zu.

mg/dpa-afx, rtr

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung