Null-Covid-Regime belastet Chinas Im- und Exporte schrumpfen deutlich

China fährt im Oktober sowohl beim Import als auch beim Export das schlechteste Ergebnis seit 2020 ein. Deutschland bekommt das zu spüren.
Es kommt weniger an: Eine weltweit fallende Nachfrage und die Corona-Beschränkungen im Inland drücken die Exporte der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft

Es kommt weniger an: Eine weltweit fallende Nachfrage und die Corona-Beschränkungen im Inland drücken die Exporte der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft

Foto: Christian Charisius / picture alliance/dpa

Erstmals seit mehr als zwei Jahren sind Chinas Exporte im Oktober unerwartet gesunken. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft gingen im Vergleich zum Oktober des Vorjahres in US-Dollar gerechnet um 0,3 Prozent zurück, berichtete die Pekinger Zollbehörde am Montag. Analysten waren von einem zumindest leichten Wachstum der Exporte ausgegangen. Ebenfalls rückläufig entwickelten sich die Importe, die im Vergleich zum Oktober des Vorjahres um 0,7 Prozent sanken. Zuletzt waren die chinesischen Exporte im Mai 2020 geschrumpft.

Die steigende Inflation und die hohen Zinssätze drückten auf die weltweite Nachfrage, während neuen Corona-Beschränkungen im Inland die Produktion und den Verbrauch ausbremsten.

Ein Beispiel, wie sich die Corona-Maßnahmen negativ auf die Exporte des Landes auswirken, lieferte am Montag Apple. Der US-Konzern gestand ein, ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft mit erheblichen Lieferengpässen beim neuen iPhone 14 Pro zu kämpfen. Die Produktion im Hauptwerk in China werde von Covid-Einschränkungen beeinträchtigt. Das Werk des taiwanischen Auftragsfertigers Foxconn in Zhengzhou ist von Corona-Lockdowns der Regionalregierung betroffen.

Covid-Einschränkungen stören iPhone-Produktion in China

Auch Deutsche Unternehmen klagen schon länger, dass die oft sehr kurzfristig verkündeten Lockdowns ihre Produktion und Planungen erheblich erschweren. Chinas Handel mit Deutschland ging im Oktober wie schon im Vormonat erneut spürbar um 5,7 Prozent zurück. Die chinesischen Exporte nach Deutschland sanken um 10,9 Prozent. Chinas Einfuhren aus Deutschland stiegen dagegen leicht um 0,5 Prozent. Während die chinesischen Ausfuhren in die Europäische Union um 7,7 Prozent sanken, fielen die Importe Chinas aus Europa um 5,1 Prozent.

Chinas Exporte nach Deutschland sinken zweistellig

Besonders deutlich nahm Chinas Außenhandel mit den USA um 10,4 Prozent ab. Die chinesischen Ausfuhren in die USA gingen um 12,6 Prozent zurück, während die Einfuhren aus den USA um 1,5 Prozent fielen.

Für die chinesische Wirtschaft trüben sich die Aussichten durch die schwachen Exportzahlen weiter ein. Besonders die Null-Covid-Strategie mit Lockdowns bremst die chinesische Wirtschaft, die aber auch unter einer schweren Immobilienkrise, hoher Verschuldung und schwacher heimischer Nachfrage leidet. Zum Besuch von Kanzler Olaf Scholz keimte allerdings ein wenig die Hoffnung auf, Peking könnte seine strenge Null-Covid-Politik etwas lockern.

Die Regierung wird das ursprüngliche Wachstumsziel von rund 5,5 Prozent für dieses Jahr voraussichtlich weit verfehlen. Die Weltbank rechnet nur noch mit 2,8 Prozent. Das wäre nach dem ersten Jahr der Pandemie 2020 erst das zweite Mal seit vier Jahrzehnten, dass das Wachstum in China so niedrig ausfällt. Im dritten Quartal war die chinesische Wirtschaft um 3,9 Prozent gewachsen.

rei/dpa-afx/Reuters
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