Konjunkturprogramm China steckt 44 Milliarden Euro in schwächelnde Wirtschaft

Null-Covid-Politik, Immobilienkrise, Dürre: Die Volksrepublik kämpft derzeit mit vielen Problemen. Um die schwächelnde Konjunktur zu stützen, soll nun ein riesiges Investitionsprogramm helfen.
Arbeiterin in China: Um eine Corona-Ausbreitung zu verhindern, schließt Peking immer wieder Fabriken oder gar ganze Stadtteile

Arbeiterin in China: Um eine Corona-Ausbreitung zu verhindern, schließt Peking immer wieder Fabriken oder gar ganze Stadtteile

Foto: KIM KYUNG-HOON/ REUTERS

Die chinesische Regierung in Peking hat weitere Milliardenhilfen angekündigt, um die schwächelnde Wirtschaft zu stabilisieren. Wie der chinesische Staatsrat nach einem Treffen am Mittwoch ankündigte, sollen mehr als 300 Milliarden Yuan (etwa 44 Milliarden Euro) zusätzlich an Mitteln für den Ausbau der Infrastruktur bereitgestellt werden.

Die Ausweitung der Investitionen solle dabei helfen, "die wirtschaftlichen Aktivitäten auf einem stetigen Kurs zu halten", sagte Chinas Premierminister Li Keqiang (67), der die Sitzung leitete. Auch finanzielle Hilfen für die staatlichen Stromerzeuger wurden angekündigt. Sonderanleihen im Umfang von 200 Milliarden Yuan sollen eingesetzt werden, um die Energieversorgung zu unterstützen.

Wegen der anhaltenden Trockenheit führen viele Flüsse in China derzeit deutlich weniger Wasser. Betroffen ist mit dem Jangtse auch der drittlängste Fluss der Welt, der mehrere Wasserkraftwerke versorgt. Unternehmen wurden aufgefordert, ihren Strom zu rationieren.

Laut Regierungsangaben erleben große Teile des Landes derzeit den heißesten und trockensten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961. Die Temperaturen haben in den vergangenen Wochen vielerorts die Marke von 40 Grad immer wieder überschritten. Die Metropole Shanghai hat sogar für einige Tage die Beleuchtung der Skyline abgeschaltet.

Die chinesische Konjunktur leidet darunter, dass Peking nicht von seiner "Null-Covid-Politik" abrückt. Diese hat zum Ziel, jeden Ausbruch im Keim zu ersticken. Zahlreiche Millionenstädte hatten besonders im Frühling strenge Maßnahmen verhängt, um die Verbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante zu verhindern. Zudem belasten auch Probleme auf dem Immobilienmarkt das Wachstum in China. Das Wachstum in China betrug im Frühjahr daher nur magere 0,4 Prozent. Ökonomen erwarten, dass das von der Regierung ausgegebene Wachstumsziel von 5,5 Prozent für dieses Jahr nicht mehr zu halten ist.

mg/dpa-afx
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